Klitplantage - klingt mehr nach Holland
Skiveren – 3 Tage Entspannung in der Nordseeluft Rubjerg Knude Fyr – Leuchtfeuer in der Wanderdüne Thisted – wer zu spät kommt … Lemvig – zur Kenntnis genommen Ringköbing –

Veröffentlicht: 23.09.2026




















... wer wird mein bester Freund (frei nach Marius Müller Westernhagen).
Was soll ich sagen. Wir fahren auf den 5 - Sterne Camping Henne Strand, der am Ortseingang liegt und somit fußläufig zu den vielen Geschäften entlang der Hauptstraße. Schade nur, das auf der Hauptstraße natürlich Verkehr herrscht, der sich zu den beiden Vermietungsbüros im Ortszentrum orientiert. Henne Strand ist eine sehr beliebte Adresse für Ferienhäuser in den Dünen. Die gibt es hier reichlich.
Als wir am Freitag einchecken, ist das Wetter noch angenehm und wir setzen uns in den angesagten Treffpunkt "Strandbaren". Das machen auch viele andere, unter anderem Bernd und Christina aus Brinkum. Dazu muss man sagen, das wir Bernd als Kollegen aus vergangenen beruflichen Zeiten identifizieren konnten. Großes Hallo und angeregte Unterhaltung über Henne Strand und Schnack über die Vorzüge des Pensionär - Lebens gegenüber den Noch-Aktiven. Bernd hat noch 2 Monate.
Zum Titel dieses Blog`s:
Wir erleben Henne Strand bei orkanartigem Wind aus Westen, der vom Meer über die Dünen peitscht und jede Outdoor - Aktivität im Keim erstickt. Wir sind mehr oder weniger im Wohnmobil gefangen. Dennoch nutzen wir die wenigen Regenpausen, um zumindest einmal am Strand spazieren zu gehen und im Ort zu bummeln (und Geld ausgeben, das passiert bei schlechtem Wetter und großem Boutiquen - Angebot sehr schnell).
Warum regnet es eigentlich, wenn der Wind mit Böen bis 65 km/h über das Land pfeift? Müsste doch alle Regenwolken vertreiben? Tut er aber nicht, der Regen kommt trotzdem. Zwar immer nur kurz, dafür aber umso heftiger.
Das müssen wir am Sonntag erfahren, als wir uns mit dem Rad zum 3 km entfernten Golfplatz Henne Strand aufmachen. Eine kleine Runde auf dem pay & play Platz sollte doch gehen. Bis zum 6 Loch war alles gut, aber dann kam mal wieder einer dieser 20 Minuten Schauer...
Und was macht man, wenn das Wetter zum Gefängnis wird?
Richtig .... die Aldi Talk Karte, die ich vor dem Urlaub erworben habe (mit 100 GB Datenvolumen) konnte ausgiebig eingesetzt werden und entpuppte sich zum Retter in der Not. Auf Netflix ist seit kurzem die 2 Staffel von "The Gentleman" online. Die erste Staffel haben wir vor 2 Jahren mit Genuss gesehen.
Und Johnnie Walker ... der muss noch warten.
Nach 3 Tagen brechen wir ab. Der Wind ist immer noch da und wir verlegen ins Landesinnere. Heutiges Ziel ist Esbjerg, das weniger als 50 km entfernt liegt.
Aber vorher machen wir noch einen Abstecher in die Nähe der Stadt Skjern am Ringköbing Fjord. Dort liegt der kleine Ort Stauning und beherbergt Dänemarks bekannteste Whisky Destillerie.
Stauning Whisky ist mir in verschiedenen Läden bereits aufgefallen, ohne das ich das zuordnen konnte. Nun stehe ich also vor der Lösung - die Stauning Destillerie bietet Führungen ab 13 Uhr mit Verkostung. Und die Führung soll sehr amüsant sein.
Und das ist sie auch - der Guide Jonas ist ein echter Entertainer und bringt uns die Geschichte der Entstehung sehr anschaulich nahe. Erst im Jahr 2005 entschlossen sich 9 Dänen in Stauning Whisky herzustellen und kauften dafür ein altes Gehöft.
Das wurde im Laufe der Jahre erweitert und beherbergt heute eine der modernsten Destillerien, die man besichtigen kann.
Und hinzu kommt noch, das das Ergebnis der dänischen Brennexperimente mittlerweile durchaus schmackhaft daher kommt.
Kann man nach der Besichtigung mit Probe eigentlich noch weiter fahren oder müssen wir auf dem Parkplatz bleiben.
Nee, geht schon noch. Wir steuern unser Ziel Esbjerg an und finden einen guten Platz am Rand der Stadt am neu angelegten Esbjerg Strand. Hier entsteht ein echter Hot - Spot für Strandleben in der Stadt. Die Wasserflächen sind für Kanu Sport und Wakebord Park hergerichtet, eine öffentliche Sauna bietet Abends und morgens freien Zugang mit Badesteg ins Wasser. Nebenan ist der Seglerhafen, der jedoch mit den Badegästen nicht in die Quere kommt.
Und mittendrinn liegt der Wohnmobil Platz für 20 Mobile, allerdings ohne jeglichen Service. Dafür aber auch umsonst. Für 2 Tage wird das gehen.
Und tatsächlich - am Dienstag scheint die Sonne und der Wind ist weg. Da kommen die Fahrräder wieder raus und wir entdecken Esbjerg mit seiner langen Fußgängerzone und die Hafenanlagen bei bestem Sonnenschein.
Während hier früher der Fischfang seinen größten Standort in Dänemark hatte, lebt der Hafen mittlerweile von seiner strategisch günstigen Lage zu den Offshore Inseln und den Windparks in der Nordsee. Esbjerg ist ein innovativer Energie Standort, der konsequent auf erneuerbare Energien und Fernwärmelösungen setzt. Rund 250 Unternehmen hat dieses Konzept angelockt und 10000 Arbeitskräfte in diesem Feld beschäftigt.
Kann die Fußgängerzone da mithalten? Ja, kann sie. Wir bummeln mehrmals hoch und runter. Es gibt neben den üblichen großen Ketten auch eine Menge kleiner Boutiquen. Dazu muss man auch mal in die Nebenstraßen ausweichen.
Esbjergs Einkaufsmeile soll eine der längsten in ganz Dänemark sein (hatte ich das an anderer Stelle nicht schon mal geschrieben?).
Auf dem Rückweg wollen wir noch die Hafenanlagen entdecken. Da soll es auch einen Beachclub geben - gab es auch, jetzt aber nicht mehr, weil geschlossen. Der Sommer ist hier vorbei.
Zurück am Wohnmobil nutzen wir das gute Wetter noch für ein Getränk im Freien und die Hoffnung auf einen Sonnenuntergang.
Der erste Wunsch wurde erfüllt - der 2. nicht so ganz. Aber es war ein schöner Abschied.
Morgen geht es weiter. Wir wollen die älteste Stadt Dänemarks besuchen (Ribe) und schließlich auf die Halbinsel Römö rüberfahren. Da gibt es einen super beschriebenen Womo - Platz in der Nähe der Stadt Havneby (und von dort gibt es eine Fährverbindung nach Sylt. Da war doch mal was....)
