Danish Dynamite - oder: ich kann ja nicht aus meiner Haut
Was soll uns dieser Titel sagen. Ist zweideutig gemeint. Zum einen bin ich ja ein Rechenfuchs, wenn es um die Kosten geht. Und zum anderen bin ich für den Handballsport schnell...

Veröffentlicht: 18.09.2026



















Skiveren – 3 Tage Entspannung in der Nordseeluft
Rubjerg Knude Fyr – Leuchtfeuer in der Wanderdüne
Thisted – wer zu spät kommt …
Lemvig – zur Kenntnis genommen
Ringköbing – die Geschäfte haben ja noch auf
Wir haben uns für 3 Tage auf dem Camping Skiveren eingecheckt. Die meisten anderen bleiben länger, mindestens 1 Woche und sind in der Regel Stammgäste.
Apropos – Stammgäste waren meine Eltern ja auch und wer sich so nennen kann, bekommt beim 25. Aufenthalt ein Messingschild an der Tafel für die 25 – jährigen.
Daneben gibt es noch die Ahnentafel der 35 – jährigen.
Ich weiß nicht – ich denke, das wollen wir nicht erreichen.
Dennoch, der Platz bietet einige Annehmlichkeiten und ist gut organisiert. Einen Ort „Skiveren“ sucht man jedoch vergeblich, hier gibt`s nur den Camping Platz und in der Landschaft verstreute Ferienhäuser.
Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, die durch die Erosion immer weiter heranrückt. Die Nordsee klaut sich Stück für Stück den Strand.
Die dünn besiedelte Landschaft entlang der Nordsee besteht hauptsächlich aus Dünenlandschaft („Klitplantage“), die uns entlang der Nordsee in mehr oder weniger starker Ausprägung fortan begleiten wird.
Und das ist der stärkste Unterschied zwischen Nordsee und Ostsee. Die raue Nordsee Seite verfügt über breite Strände und hohe Dünen.
Das gibt es auf der Ostsee Seite nicht. Hier sind die Strände kleiner und steiniger. Dafür gibt es mehr kleine Häfen, in denen die Segler anlanden.
Was macht man nun also 3 Tage im Niemandsland? Nun ja, ausgiebig Duschen, den Fitness Raum nutzen, in die Sauna gehen, Rad fahren und am Sonntag schnell noch im Camping Restaurant essen gehen. Denn Montags, Dienstags, Mittwochs und Donnerstags hat es zu. So wie viele Lokale in der Nachsaison nur noch zum Wochenende aufmachen. Da merkt man dann doch, dass gastronomisches Angebot einen festen Platz in unserem Urlaubsleben einnimmt.
Das stellen wir auch bei einem Radausflug zur Ostseeseite in die Marina Aalbaek fest. Unseren Wunsch nach einem kleinen Cafe´ mit einer Kleinigkeit zum Essen mussten wir begraben – nix zu finden an einem Dienstag.
Dann eben zurück radeln und in die Sauna gehen. Dort machten wir die Bekanntschaft eines gebürtigen Dresdners, der allerdings 20 Jahre in der Schweiz gelebt hat. Jetzt lebt er im Wohnmobil und hat zuhause alles verkauft. Seit 2 Jahren ist er mit seiner Frau nun schon unterwegs, in Skiveren bleiben sie bis Ende September, um dann nach Sizilien zum Überwintern aufzubrechen.
Die sehr interessanten Erzählungen über die Erfahrungen in den nördlichen Ländern haben wir aufmerksam verfolgt.
Allerdings – komplette Aufgabe von zuhause kommt nicht infrage.
Morgen soll es weitergehen und wir sitzen grübelnd vor der Wetterkarte und der Landkarte. Nord-Jütland verfügt über die geringste Bevölkerungsdichte Dänemarks. Es ist eine landwirtschaftlich geprägte Region, die von viel Wasser durchzogen ist. Große Fjorde und Seen, die sich westlich von Aalborg bis an die Nordsee erstrecken wollen erkundet werden. Aber wo fängt man an und wo hört man auf?
Als erste Attraktion (siehe oben) wird die große Wanderdüne Rubjerg Knude, eine der größten in Europa, besucht.
Der Wind pfeift heute mit orkanartigen Ausmaßen aus Westen und damit fegt der Sand der Düne beim hochsteigen ins Gesicht des wackeren „Bergsteigers“. Man fühlt sich wie paniert und der Sand steckt später in allen Ritzen.
Oben auf der Düne seht der alte Leuchtturm, dessen Feuer in der Vergangenheit bis weit ins Meer den Schiffen des Weg wies.
Heute steht er leer auf der Düne und kann bestiegen werden. Hab ich natürlich gemacht um dann festzustellen, das der Wind oben noch heftiger wehte. Nach zwei Foto`s in jede Richtung schnell wieder runter und zurück zum Wohnmobil.
Den Leuchtturm hat man im Jahr 2019 übrigens mit einer aufwendigen Aktion 70 m weiter ins Landesinnere gezogen, um den drohenden Absturz über die Dünenkante zu verhindern.
Weiter geht die Fahrt entlang der Küste durch die Ferienorte Lokken und Blokhus, um dann ins Landesinnere nach Thisted abzubiegen. Dieser größere Ort liegt am Wasser des gleichnamigen Fjords (Thisted Bredning) und hat sowohl einen Stellplatz an der Marina als auch eine nahe Innenstadt.
Der Stellplatz ist schnell gefunden und der Weg in die Fußgängerzone nicht weit.
Aber – siehe oben – um 17 Uhr sind die Geschäfte alle geschlossen und wir können wieder mal nur Schaufenster ansehen.
Das müssen wir noch lernen, hier ticken die Uhren anders.
Als Highlight sei erwähnt, das genau vor unserer Nase der „Youth World Cup“ Cold Hawaii im Windsurfen für unter 21 – jährige stattfand.
Ich hab schon beim Anblick gefroren, aber die Jungs und Mädels sind tapfer immer wieder aufgestiegen und los gefahren.
Die Weiterfahrt sollte an die Südseite des Limfjords führen, wollten wir doch die Gegend ein wenig kennenlernen. Das geschieht aber auch schon beim fahren durch die Landschaft. Mals Wasser rechts, mal Wasser links, mal eine Brücke über eine enge Stelle und zack, schon sind wir rüber.
Lemvig hatten wir uns ausgesucht – aber der Stellplatz war eine Katastrophe und der nach gelegene Camping bereits leer. Hier bleiben wir nicht.
Nächster Ort: Ringköbing – am gleichnamigen Fjord.
Und tatsächlich erreichen wir den Stellplatz am Seglerhafen bereits um 14 Uhr und haben endlich mal Zeit, durch geöffnete Fußgängerzone und Geschäfte zu bummeln.
Und am Abend sogar beim gut gefüllten Italiener Pizza zu essen. Das war ja ein richtiger Glückstag.
Nur das Wetter – am Abend auf dem Weg zum Italiener war der Regenschirm die angesagte Begleitung.
Und in der Nacht hat das Wohnmobil seine Dichtigkeitsprüfung bestanden. Der Himmel hat alle Schleusen geöffnet und es prasselte auf`s Dach wie Dauerfeuer.
Man, man man – mehr Regen geht doch nicht mehr.
Zur Belohnung suchen wir als nächstes einen Campingplatz mit 5 Sternen und allen Annehmlichkeiten aus – Henne Strand ist die Wahl.
Dort werden wir morgen einchecken.
