2026 - 05 Von den Lämmern nach Lemmer
20.04. - Montag Wieder diese Überlegungen, wo soll es denn nun hingehen. Irgendwie ist angespannte Stimmung, weil wir nur von Ort zu Ort fahren aber nix machen können. Mir

Veröffentlicht: 24.04.2026
22.04. Mittwoch
Wir ziehen die Option der Verlängerung und bleiben noch einen weiteren Tag. Das Wetter ist so gut, das man nicht wegfahren muss.
Da nehmen wir uns mal Zeit zum Bummeln und Terrassieren in Lemmer.
Also ein richtiger Faulenzertag mit ausgiebiger Zeitungslektüre und Sonnenbad am Nachmittag im Liegestuhl.
Der Platz ist voller geworden und es sind auch ein paar „Dickschiffe“ angekommen. Damit meine ich die Wohnmobile von Morelo, Niesmann & Bischoff und andere Liner. Die fallen schon besonders auf, nicht nur wegen ihrer Größe sondern auch durch ihre Besitzer. Die sieht man sich natürlich besonders kritisch an. Sind das nun Angeber, Protzer, Egoisten oder einfach nur Menschen, die es gemacht haben.
Man sagt dieser Kategorie von Campern ja nach, das sie gern unter sich bleiben und respektlos auf die kleinen Camper da unten runtersehen.
Wobei ich bei dieser Kategorie von Fahrzeugen das Wort „Campen“ nur schwer über die Lippen bekomme.
Man wohnt zwar in seinem Fahrzeug mit 4 Rädern und allem erdenklichen Komfort. Aber der Preis ist die Unbeweglichkeit und damit die begrenzte Freiheit, auf jeden Platz zu können. Dafür sind nur wenige Orte ausgelegt.
Klarer Vorteil für „die kleinen da unten“.
Und wann beginnt eigentlich die Kategorie „Liner“?
Über 7,5 t Gewicht? Was ja nicht mehr jeder fahren kann.
Oder ist die Länge der Unterscheidungsfaktor. Ein normaler Platz für ein Wohnmobil auf einem Campingplatz / Stellplatz ist 8 – 10 m lang. Kommt nun so ein Brummer mit über 10 m Länge, braucht er schon einen Spezialplatz, um niemanden zu behindern.
Ich bleib bei meinen 7,40 m und kann überall hin.
23.04. Donnerstag
Es geht weiter, nun aber wirklich.
Allen Möglichkeiten zum Trotz steuern wir direkt nach Nord – Holland in die Region um Alkmaar an die Nordseeküste.
Das ist die Provinz, die wir bereits seit einiger Zeit regelmäßig ansteuern und die sich schon fast wir „zuhause“ anfühlt.
Was wir allerdings noch nicht entdeckt haben, ist der ultimativ beste Platz zum Stehen, wenn man
Alkmaar besuchen möchte
Zeit am Strand der Nordseeküste verbringen möchte
die Dünenlandschaft vor dem Strand erkunden möchte
mit dem Fahrrad alles gut und sicher alles erreichen will
Alles Stöbern in den Camping – Apps und Internet Auftritten der Plätze bringen kein Ergebnis. Man muss einfach hinfahren und es sich vor Ort ansehen.
Dafür muss man von Lemmer aus auf die andere Seite des Ijselmeeres, wofür es zwei Möglichkeiten gibt: die Nordroute über den Afsluitdamm (A7) oder die Südroute über den Houtribdijk, der das Ijselmeer und das Markermeer trennt.
Wir entscheiden uns für die Südroute und fahren dafür nochmal durch die vielen Tulpenfelder, die gerade alle in voller Blüte stehen. Nur noch wenige Tage, dann hat die Pracht ein Ende.
Die 35 km über den Damm sind vollkommen entspannt, weil wenig Verkehr herrscht und man die Fahrt bei bestem Sonnenschein genießen kann.
Auf der anderen Seite wird es dann zunächst voller, weil die Region zwischen Enkhuizen und Hoorn sehr dicht besiedelt ist und auch industriell genutzt wird.
Unser erster Campingversuch ist ein Platz südlich von Alkmaar im Örtchen „Boekel“. Was wir nicht wussten und erst auf den Anfahrt erkannten ist ein riesiges Industriegebiet südlich von Alkmaar, welches bis kurz vor den Campingplatz reicht.
Der entpuppt sich zwar als gut gepflegtes Eiland, aber die Umgebung gefällt uns überhaupt nicht. Und Tschüss …
Wir fahren in Richtung Küste und finden die Einfahrt zum Campingplatz „de Croft“ in der Nähe von Egmond am Zee.
Schöne ruhige Oase, freundlichen Betreiberin, aber leider kein Platz. Sie nehmen auch nur Wohnmobile unter 7 m an.
Aber sie empfiehlt den nahen Platz „het zonnige Veld“, der auch größere Plätze hat. Freundlicherweise ruft sie an und kündigt uns an.
Und da ist er – der Platz, nach dem wir nun schon lange suchen. Er erfüllt alle oben genannten Kriterien und ist obendrein super sauber, klasse geführt und erstklassig ausgestattet. Das ganze für einen Preis von 35,- € pro Nacht für alles (Womo-Platz, 2 Personen, Strom und Versorgung, Touristenabgabe).
Der Inhaber (Marcel Zonneveld) ist sofort sympathisch und weist uns ein. Er hat allerdings nur Platz für 2 Tage. Wenn wir länger bleiben wollen, kann er uns etwas anbieten – eine Nacht auf dem Parkplatz für die Autos ohne Strom, danach wieder auf dem Platz. Wir müssen uns aber heute entscheiden, die Nachfrage ist groß.
Das glaube ich sofort nach dem ersten Eindruck und wir nehmen das Angebot an. Fünf Tage am gleichen Platz – das hatten wir schon lange nicht mehr.
Mal sehen, ob tatsächlich alle selbst gestellten Anforderungen erfüllt werden können.
