2026 - 07 Malle ist nur einmal im Jahr...
27.04.29 Montag Montag ist Königstag. Und das ist in Holland der Nationalfeiertag schlechthin. Wir haben also erst mal den Platz bis über den Montag hinaus fest gemacht, um gar...

Veröffentlicht: 04.09.2026
















Selten war uns so lange unklar, wohin die Reise geht. Sicher war nur, das der September Reisezeit mit dem Womo wird, nachdem wir dieses Jahr auf vieles verzichten mussten.
Die Planungen liefen auf einen Dänemark – Urlaub hinaus. Einmal rund um Dänemark incl. Kopenhagen-Besuch.
Aber weil Dänemark im September vielleicht wettertechnisch nicht die beste Lösung darstellt, schielten wir auch immer wieder nach Südfrankreich, wo wir im vergangenen Jahr beste Erfahrungen gemacht haben – Sonnenwetter bis tief in den Oktober.
Entscheidungshilfe sollte die 14-Tage Wetterlage am Abfahrtstag liefern. Wenn Dänemark in der Zeit überwiegend trocken und sonnig ist, dann soll es dorthin gehen.
In Südfrankreich wäre das keine Frage gewesen – 33 Grad und durchgehend Sonnenschein.
Wir starteten also am Dienstag, den 01.09. - und fuhren auf die A 1 gen Norden bei Sonnenschein.
Als erstes Etappenziel bot sich die Gegend zwischen Eckernförde und Flensburg an. Hier liegt der bekannte verlängerte Arm der Ostsee – die Schlei.
In Kappeln mussten wir ein wenig tricksen, bis wir den Wohnmobilplatz auf dem Gelände der Ancker Yachting GmbH gefunden haben.
Der bietet für 20,- € Stellplatzgebühr alles, was der Camper braucht – große Stellplätze (ca. 100), Sanitärgebäude, Strom (bei Bedarf) Entsorgung, kurzer Weg zur Kappelner Promenade am Ufer der Schlei.
Leider hatten wir unterwegs den Sonnenschein verloren, so dass man immer mal wieder den plötzlichen Regenschauern entfliehen musste.
Das konnte man natürlich in den zahlreichen gastronomischen Betrieben machen oder im großen Outdoor OLE direkt an der Schlei-Brücke. Da haben wir ordentlich gestöbert und uns für Gummistiefel und Regenjacken interessiert. Aber nein, man muss ja nicht den ersten Tropfen nachgeben und die Nerven verlieren. Wird bestimmt bald besser.
Apropos Schlei-Brücke: der Ostseearm erstreckt sich von Schleswig bis zur Schlei-Mündung über 42 km und die einzige Brücke ist derzeit die Klapp – Brücke in Kappeln. Ansonsten gibt es noch einige Fähren.
Das erste „Flens“ im Strandkorb an der Promenade schmeckte jedenfalls gut und dann kam auch die Sonne wieder.
Noch ein kleiner Einkauf in der Fischräucherei „Föh“ und dann zurück zum Womo.
In der Nacht folgte dann der Rückschlag – Regentropfen, die auf mein Dach trommelten. Und zwar viele und lange.
Damit hatte sich die Aufenthaltsverlängerung erledigt und wir rollten gen Flensburg. Das liegt nur ca. 70 km entfernt und ich war noch nie in Flensburg.
Wir starteten tatsächlich bei plötzlich einsetzendem Sonnenschein, fuhren dann einer schwarzen Wolke entgegen, die sich natürlich über uns entleerte, um dann aber trocken in Flensburg anzukommen.
Flensburg bietet einigermaßen zentral eine Stellplatzmöglichkeit ohne Service, dafür aber umsonst, am östlichen Fördeufer inmitten der Industriezone.
Für eine Nacht annehmbar und wir ergatterten auch noch einen guten Platz (am Abend war der Platz restlos voll).
Zu Fuß entlang der Kaimauer zur Förde durchquert man zunächst einige Industriebrachen und denkt sich, wann hier wohl der Bau – Boom am Wasser beginnt. Je dichter man aber der Stadt kommt, desto neuer werden die Gebäude und die angelegte Promenade.
Aha, der Startschuss ist also schon gefallen.
Flensburg hat ja eine bewegte Geschichte rund um die Seefahrt und den Handel. Im 18. Jahrhundert gehörte Flensburg zum dänischen Gesamtstaat und erlebte eine Blüte durch den Rum-Handel aus Westindien und Jamaika.
Der Rum wurde aber nie in Flensburg gebrannt, sondern nur weiter verarbeitet. So entstand der Rum-Verschnitt und bescherte Flensburg den Ruf als Rum-Hochburg.
Davon zeugen noch heute einige Gebäude, wobei nur noch zwei Rum-Häuser übrig geblieben sind.
Die galt es natürlich zu besuchen und zu probieren. Jetzt transportieren wir einige Flaschen Rum durch Dänemark.
Beeindruckt hat uns die lange Fußgängerzone mit den vielen kleinen Höfen, die rechts und links zu entdecken waren. Angenehm empfanden wir auch den gesunden Mix aus Einzelhandelsgeschäften, Boutiquen und den üblichen Ketten (die aber gar nicht so auffällig waren). Alles passte sich in die vorhandenen Gebäude ein, so dass ein stimmiges Gesamtbild herrschte.
Als gegen 16.30 Uhr der Hunger einsetzte, suchten wir in den kleinen Höfen vergeblich nach einer schönen Möglichkeit bei einem „Flens“ etwas zu essen. Und mussten feststellen, dass unser Hunger zu früh kam. Die meisten Lokale öffneten erst ab 17.00 Uhr.
Dann wurde es das Tapas – Lokal in der Fußgängerzone, weil es dort das ersehnte „Flens“ gab.
Bevor wir den Rückweg antraten, machten wir noch einen Abstecher zum Lokal „Gosch“ am Hafenkopf. Und weil hier noch schön die Sonne schien und gerade vor uns ein Platz frei wurde, nahm das Schicksal seinen Lauf.
Am Nebentisch saßen Britta und Hans, die mal eben aus Sylt nach Flensburg in ihr Stadthaus gefahren waren, um dem Trubel auf der Insel zu entgehen. Und weil die beiden sehr kommunikativ waren und auch den Wein mochten, wurde es länger (und feuchter) als geplant.
Bei Dunkelheit nahmen wir schließlich zu Fuß die 2 km zurück zum Womo auf uns.
Den Nachmittag und Abend haben wir ziemlich trocken und angenehm verbracht. Und was soll ich sagen: in der Nacht kam er wieder, der Regen. Mit allem, was der Himmel hergab.
Da brauchte man nicht früh aufstehen und rausgehen sowieso nicht.
Das Studium der Wetter – Berichte ernüchterte uns zusehends, die Regenwahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen bewegte sich in großen Höhen. Hätten wir doch bloß Gummistiefel und Regenjacken gekauft.
Können wir noch umplanen? Wie weit ist es bis zur Cote d`azur? Schaffen wir Kopenhagen im Trockenen? Wie muss ich die Wetterkarte deuten, damit Hoffnung besteht?
Das nächste geplante Ziel liegt schon in Dänemark (was für ein Wunder, das beginnt ja auch gleich hinter Flensburg).
Auf der Halbinsel „Als“ liegt am Fährhafen von Fynshav der Campingplatz Naldmose Strand, der vom ehemaligen Handballer Stefan Schröder geführt wird. Das hatte ich mal vor einigen Jahren gelesen, weil mich die Verbindung „Handballer“ und Campingbetreiber interessiert hat.
Durch strömenden Regen fuhren wir entlang der Küste die kurze Strecke (70 km) nach Fynshav und wurden in der Rezeption vom freundlichen Stefan begrüßt. Auf seine Frage, ob wir reserviert haben, mussten wir den Kopf schütteln, was bei ihm zu Stirnrunzeln führte. Aber blitzschnell hatte er die Übersicht und bot uns den letzten freien Platz nahe der Rezeption an.
Und da stehen wir jetzt und haben die An- und Abfahrt im Blick.
Wir bleiben erst mal für 2 Tage mit Verlängerungsoption – ab Freitag Nachmittag soll sich der Regen verzogen haben und die Sonne zurück kehren. Das wollen wir mal sehen.
Jedenfalls stehen wir hier sehr ruhig und haben tief und ungestört geschlafen – das ist ja auch was wert. In Frankreich wäre es bestimmt viel zu heiß gewesen.
