frischauf-und-hinfort

Gude. Wir sind Yasemin und Luca und Reisen mit einem Feuerwehrauto durch Europa. Schon krass. Mitte 2019 stürmten wir euphorische in die Reisebüros. Unser Traum: Weltreise 2020 für 1 Jahr. Anfang 2020 mussten die ursprünglichen Pläne mit großer Wehmut, aufgrund der Coronapandemie, nach und nach auf Eis gelegt werden. Da bis Ende Mai die Aussichten so schlecht waren, dass wir die Weltreise vollends canceln mussten. Es war vorerst ein frustrierender Gedanke, aufgrund der Pandemie, unseren Traum dem Schicksal zu überlassen. Da wir viel Investiert haben, um Ende 2020 den Freiraum und das benötigte Geld zusammen zu bekommen, war es für uns an der Zeit nach einer Alternative Ausschau zu halten. Nach vielen Überlegungen kam Luca auf die Idee, ein altes Feuerwehrauto zu kaufen, um diesen dann zu einem Campervan umzubauen. Neuer Plan: Europatour. Neben unseren Jobs waren wir über den Sommer mit sägen, bohren und schleifen beschäftigt um Beppo startklar für die nun geplante Europareise zu machen. Mit diesem Blog möchten wir unsere Familien und Freunde dazu einladen, uns auf unserer Reise durch Europa zu begleiten. In diesem Sinne Frischauf und hinfort!

Himmel und Hafen

Der 23.09 bricht an. Unsere Nacht war etwas durchwachsen, da die Stelle, an welcher wir Ruhe finden wollten, bis spät in die Nacht und bereits früh am Morgen von vielen Autos befahren wurde.

Da war unsere Platzwahl wohl zu flüchtig gewählt. Das kann wohl mal passieren.

Nichts desto trotz machen wir uns nach einem stärkenden Müsli auf den Weg. Die erste Route soll zu einer Frischwasserstation führen. Es zeigt sich, dass wir bei einer Kapazität von 12l Frischwasser jeden zweiten Tag eine Frischwasserstation aufführen müssen. Ähnlich verhält es sich mit dem Sprit. Bei einer Reichweite von 450km langt der Sprit unter den momentanen Tagesstrecken gut zwei Tage.

Wir brechen auf mit einem ersten Tagesziel vor Augen. Der Weg zu unserem Ziel führt uns durch einen, für Dänemark sehr tropisch wirkenden Wald und weiter über verträumte Wiesen und Weiden. Hier scheint sich die Kuh und das Pferd noch sehr wohl zufüllen. Das Gras wirkt strahlend grün und super saftig. 

Am Ziel angekommen merken wir, dass die eingegebene Adresse ein Restaurant ist mit dem Namen "Himmel og Hav". Leider finden wir bei dem Restaurant nicht die erhoffte Zapfstelle, dafür aber einen schönen Platz an einer Klippe mit Blick aufs Meer und Sonne.

Wir nehmen uns den Moment bevor wir zurück in den Bus steigen um dann nach einer neuen Frischwasserstation zu suchen. 

Wieder am Bus angekommen wird also wieder gesucht. Schnell findet sich was an der Autobahnrast nur gut 30km vom jetzigen Standort entfernt. Auf halber Strecke tanken wir unsern Beppo nochmal voll auf und diesmal nicht mit dem überteuerten Bleifrei für 1.56€, sondern mit E10 für 1.35€.

Die restliche Strecke zur Raststation führt wieder über Hügel und Felder durchs Hinterland. Bei ung. 40km/h ist das Reisetempo stark gedrosselt aber der Weg ist hier einduetig das Ziel.

Die Wasservorräte aufgestockt, solls nun in das sich gut 60km südlicher befindende Kolding gehen

Die Empfehlungen im Internet stehen am Ende weit über dem realen Bild der Stadt. 

Sie wirkt sehr trist, kahl und grau und generell bekommt man schnell den Eindruck man sei nicht erwünscht. Nach kurzer Besichtugung machen wir uns also wieder auf zum Bus und verlassen die Stadt. 

Einen geeigneten Schlafplatz in der Umgebung zu finden ist schwer. Unser eigentlicher Plan ist es am folgenden Tag wieder über die Grenze zu fahren weshalb wir vorerst nach Plätzen ausschau halten die auf dem Weg liegen. Da sich nichts anbietet treibt es uns wieder ein Stückchen nördlich auf die benachbarte Insel nach Middlefart. Eine kleine Bucht mit WC lockt uns. 

Als wir am Platz ankommen sehen wir, dass wir nicht die ersten sind, aber das ist uns zur späten Stunde dann doch egal. Die Gitarre wird ausgepackt, dabei werden die letzten Sonnenstrahlen aufgesogen und dann wird alles Bett fertig gemacht.

Am morgen des 24.09 heißt, das erste Ziel: Dusche! 

Die Option wie wir sie im Norden hatten mit einer kostenlosen Freiluftdusche werden wir hier so nicht finden. Wir verfolgen wieder unseren alten Plan und fragen auf Campingplätzen nach. Leider sind hier die Dänen etwas strikter als wir in Deutschland. Denn auch hier bekommen wir wieder eine Absage, da Sanitäreanlagen ausschließlich den Campinggästen zur Verfügung gestellt werden.

Wo sich die eine Tür schließt öffnet sich dann aber doch wieder eine andere.

Über die Park4Night-App kommen wir auf den Trichter die einzelnen Häfen abzuklappern und dort unser Glück zu versuchen.

In der Gemeinde Middlefart gibt es einige Vereine die sich aufs Segeln, Kayaken oder einfach nur Yacht besitzen verstehen. Über eine Mitgliedskarte, die man für eine Pfandleihe von 5 Euro erwerben kann, dürfen auch deren Sanitäreanlagen genutz werden. 

Gesagt, getan. Vorher wird nochmal etwas Sport gemacht, um die müden Knochen wieder in Schwung zu bringen. Die Karte wird ausgeliehen und mit einem Betrag von umgerechnet 5 Euro geladen und schon wird unter warmen Wasser in geschlossenen Waschräumen geduscht. Wenn man weiß wie kann das Leben wirklich einfach sein.

Mit frischen Wind unterm Segel gehts nun auf Richtung Osten. Da wir von Dänemark doch nicht genug haben, verwerfen wir unseren Plan die Grenze heute zu überqueren und legen unsere Route neu. 

Über den südlichsten Zipfel Dänemarks kann man mit der Fähre nach Rostock übersetzen. Gedser liegt gut 230km von Middlefart entfernt. Wir teilen uns die Route auf die folgenden zwei Tage auf und planen am Samstag mit der Überfahrt. 

Unser Etappenziel für die folgende Nacht heißt Skaelskor. Auf dem Weg nach Skaelskor befahren wir die größte Hängebrücke (Storebaelts Brücke) Europas mit 2694m. 

Es ist schon beeindruckten. Links und rechts nur Wasser und eine Brücke die bis zum Horizont ragt.

In Skaelskor angekommen, weißt uns ein Schild daraufhin, dass "campen verboten" ist. Unter neuem Ziel gehts 30km südlich nach Karrebaeksminde. Kurz vorm ausgewählten Parkplatz wird uns der Weg durch eine defekte Brücke versperrt. Da der Platz auf einer kleinen Insel liegt und diese bis zum 02.10 nur per Fuß erreicht werden kann müssen wir uns wieder geschlagen geben.

Im dritten Anlauf werden wir dann aber fündig. Nachdem wir uns wieder 30km nordwärts bewegt haben, erreichen wir einen einsamen Parkplatz mit Blick auf den Tystrup See.

Die Kulisse ist perfekt, wir sind die erste Nacht alleine an einem Schlafplatz und beobachten wieder den Sonnenuntergang.

Nachts um 10 gesellt sich dann noch ein Camperpärchen aus Regensbueg dazu. Nach kurzem Smalltalk erfahren wir, dass sie grade aus Schweden kommen. Sie suchten schon den ganzen Abend nach einem Schlafplatz, aber wissen nicht wo, da sie keine Lust auf eine Strafe haben

Kurz zum Verständnis. In Schweden ist wildcampen erlaubt.

Kommentare

Dinge, die du vor Ort erleben kannst:

Reiseberichte, die dich auch interessieren könnten:

Unsere Tour durch die Toskana und Umbrien

Im letzten Blogbeitrag haben wir in der Nähe von Manarola in der Region Ligurien übernachtet. Die le...

Schöne italienische Riviera

Die erste Nacht in Italien war ganz angenehm. Nachts waren es zwar noch frische 5°C, aber im Verglei...

Über Umwege nach Italien

Auf nach Italien!So lautet die Devise am Freitag morgen. Wir wollen zum Abschluss endlich nochmal in...