Clara und Matze
Clara und Matze
vakantio.de/cum
Zuletzt in Brisbane

Neue Freundschaften und Wiedervereinigungen

Veröffentlicht: 24.07.2026

Bus
Erfurt → Frankfurt
Flixbus
Unterkunft
Hotel in Bahnhofsnähe
Hotel · Frankfurt
Essen
nettes uriges Lokal
$ · Abendessen
Sehenswert
Frankfurter Stadtpark
Frankfurt, Deutschland
Sehenswert
Flussufer in Frankfurt
Frankfurt, Deutschland
Sehenswert
grüner Mischwald
Deutschland, Deutschland
Festival
Brisbane Festival
Festival
Sehenswert
Daisy Hill Kiesgrube
Daisy Hill, Australien
Festival
Earth Frequency Festival
Festival
Unterkunft
Familienbereich des Festivals
Zelt · Woodford

Der Rest des Januars 2025 verlief relativ ereignislos, jeden Tag kletterten die Temperaturen auf über 30 Grad und ganz Brisbane war schweißgebadet. In der Bäckerei hatten wir eine Klimaanlage, allerdings gab es keine automatische Tür, sodass immer heiße Luft reinkam. Auf dem Wochenmarkt stand die Luft innerhalb der von Seitenwänden eingehüllten Markise so sehr, dass ich praktisch gebacken wurde. Im Februar änderte sich daran nicht viel, ich wohnte aber einige Tage in Laurens und Marcos schicker West End Wohnung, um ihrem Staffie "Nugget" Gesellschaft zu leisten. Die neue Mitbewohnerin war die meiste Zeit unterwegs, ich genoss mit Nugget nach der Arbeit die Klimaanlage und ging während der Dämmerung dann mit ihm raus, damit er sich austoben konnte. Selten fielen die Temperaturen nachts mal unter 20 Grad. Am Wochenende traf ich mich mit Matze und wir nahmen Nugget mit, zum Glück verhielt er sich freundlich gegenüber anderen Hunden. Am Valentinstag veranstalteten wir eine Hausparty mit interessanten Programmpunkten, zum Beispiel einer "Shibari" Demonstration, "Speeddating" und später am Abend Flaschendrehen für alle Wagemutigen. Ich war überrascht, dass unser eher zurückhaltende Freund Pooven auftauchte, er schien sich super mit Aaran, unserem autistischen pakistanischen Freund, zu verstehen. Am 1.3. fuhren wir zu einer Party nach Nambour, zu der auch unsere deutsche DJ-& Doofmama Katja kam. Wir sahen viele bekannte Gesichter aus der Festivalszene. Nach einer etwas unbequemen Nacht im Auto erkundeten wir am nächsten Tag die "Kureelpa Falls" und genossen die willkommene Abkühlung, bevor Matze mich auf Arbeit ablieferte. Ich ging nur ab und an am Wochenende arbeiten, meist dann wenn eine meiner Kolleginnen ihre Schicht abgeben wollte oder krank war. Da ich eine Pauschalkraft war, bekam ich wesentlich mehr Geld am Wochenende und fand das Angebot daher durchaus reizvoll. Wenn wir beide einen Wochenendtag frei hatten, verbrachten wir den gern in der Natur, häufig mit Pooven. Mitte Mai umrundeten wir die "Berrinba Wetlands", als wir Rauch rochen. Direkt hinter der nächsten Kurve stand ein recht großer Streifen Vegetation in Flammen, das Feuer war aber recht niedrig, weil es nur wenig Gras gab. Wir erklärten Pooven, wie in Australien in regelmäßigen Abständen Unterholz verbrannt wurde, um Buschfeuern vorzubeugen. Häufig wenn es nach einer Feuchtwetterphase allmählich trocken wurde und das Feuerrisiko zunahm... Der Streifen der brannt, lag zwischen dem See und dem Betonweg, schien also gut geeignet, uns wunderte nur dass man nirgendwo offiziell ausehende Menschen gab, die das Feuer beobachteten... Nur hundert Meter weiter kam uns eine Gruppe in Schutzkleidung entgegen und wir erfuhren, dass es kein kontrolliertes/beabsichtigtes Feuer war ... sie vermuteten es hatte Jemand seinen Kippenstummel auf den Boden geworfen... ohje

Im April stand das "Rabbits Eat Lettuce" Festival an. Es fand im Hinterland der Sunshine Coast statt. Wir kamen vor dem Rest unserer Gruppe am Freitag an, denn wir Matze hatten uns wieder als Freiwillige beworben, um Ticketkosten zu sparen. Wir waren an verschiedenen Station eingeteilt, Matze half Sachen von A nach B zu fahren, ich half mit im Glampingbereich- und Künstlerzelt. Dadurch dass unsere Schicht losging, bevor die anderen eintrafen, konnten wir uns leider schlecht zzsammenfinden. Wie häufug auf Festival gab es keinen Empfang. Wir gingen also nach unserer Schicht noch eine Runde übers Festivalgelände um die Musik zu genießen und nach unserer Truppe Ausschau zu halten. Schließlich beschlossen wir, Abendessen zu kochen und erstmal zu bleiben, wo wir waren. Am nächsten Morgen nach einer schönen Yogasession fanden wir dann das Camp der Anderen, leider waren sie inzwischen schon so zugeparkt, dass wir uns nicht mehr dazustellen konnten. Unsere Ecke war aber eigebtlich auch netter, weniger staubig und etwas ruhiger. Wir zogen eine Weile zusammen durch die Gegend, genossen die Abkühlubg im nahegelegenen Fluss und quatschten mit einigem anderen Freunden, die zum Festival gekommen waren. So heiß es auch tagsüber war, nachts fielen die Temperaturen und man stand ganz gern auch mal am Feuer, un sich vom Tanzen zu erholen. Wir gingen zum "Acro Yoga" und lernten dort verschiedene Posen, wir wurden random in Dreiergruppen aufgeteilt. Einige der Übungen forderten viel Vertrauen in die anderen Personen. Ich mag es, auf Festival neue Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen, besondere Momente zu teilen, neue Dinge auszuprobieren. Erlebnisse und schöne Erinnerungen haben für mich so viel mehr Stellenwert als materielle Dinge. Neben uns campten zwei deutsche Jungs, Lian und Tim, mit denen wir uns gut verstanden. Wir stellten sie kurz darauf unserer Gruppe vor und Franzi fand Tim so nett, dass er nur 1 Woche nach dem Festival vorübergehend bei ihr einzog. Am Sonntag Abend mussten Matze und ich nochmal zu einer Schicht antreten. Ich lernte interessante DJs kennen und hatteb zum Glück eine nete und gesprächige Mitfreiwillige, so wirklich was zu tun hatten wir nämlich nicht. Am letzten Morgen spielte einer der Headluner, dessen Flug verpätet gewesen war. Nach einem letzten Bad im Fluss packten wir unseren ganzen Kladderadatsch zusammen und machten uns auf den Heimweg. So ein schönes Ostern!

Die Temperaturen fielen weiterhin, ab Mitte Mai hätte ich dann schon keine Lust auf Campen mehr gehabt. Dafür machten wir ein paar schöne Wanderungen mit Freunden. Unter anderem auf den Mount Mitchell, wo wir gleich zu Beginn einen Dingo auf dem Weg sahen, kein häufiger Anblick! Im Haus war es langsam morgens und abends unangenehm frisch, wenn die Sonne scheinte setzte ich mich deshalb in meinen Hängesesel auf der Terasse und ließ mich wärmen. Es regnete viel, was der Natur und meinem Garten auf jeden Fall gut tat.

An einem Wochenende im Juli fuhren wir auf den Wochenmarkt in Wynnum, ein Stadtteil etwas außerhalb der Stadt am Meer gelegen. Außerdem erkundeten wir gemeinsam mit Pooven zum ersten Mal das "Sandy Camp" Reservat, es gab so viele knuffige kleine Vögelchen zu bewundern. Der "Blue Wren" ist definitiv einer meiner Lieblinge, gern mal Google fragen ;)

Die Hochzeit von Matzes Schwester Clarissa stand im August an, ich hatte es abgeschrieben, mitzufahren, weil ich wirklich keine Ahnung hatte wer mich über 3 Wochen vertreten sollte. Im Laden gab es häufig schon Personalmangel, vor allem weil viele Leute irgendwie ständig krank waren. Im Schnitt sprang ich einmal pro Woche für Jemanden ein. Und dazu kamen dann noch die 1-2 Märkte pro Woche, ich war die einzige die sich auskannte. Allerdings stellte ich etwa 3 Wochen vor Matzes geplantem Abflug fest, dass es mir mental wirklich schlecht ging. Ich kontaktierte Jaime, eine Freundin von uns die zu dem Zeitpunkt weder einen Job hatte noch studierte. Der Grund dafür war ihre Eplilepsie, es war schwierig, stressige Situationen wie anstehende Prüfungen zu managan, weil sie Anfälle triggern konnten. Deshalb stand auch ein Vollzeitjob außer Frage. Sie begann sofort Training, um mich an 2 bis 3 Tagen und auf Märkten vertreten zu können, den Rest mussten halt meine Kollegen stemmen. Das hieß, dass ich als Pauschalkraft meinen Job nicht verlieren würde. Jaime passte mit ihrer lebendigen Art und Schlagfertigkeit super zu "Veganyumm" (dass sie vegan war, brachte natürlich zusätzliche Pluspunkte). Ich war so froh, dass ich mich überwunden hatte mit meiner Chefin zu reden, sie verstand total, dass ich mit nach Deutschland wollte. 

Nachdem das alles geklärt war, fiel mir wirklich ein Stein vom Herzen und ich fühlte intensive Vorfreude auf die Reise. Es ging am 7. August los, wir flogen über Singapur und trafen uns dort im Flughafen mit Matzes Cousin Tajo, der auch hauptsächlich wegen einer Hochzeit nach Deutschland flog, allerdings zu der seines besten Freundes. Verrückter Zufall, wir hatten das nichtmal geplant, es war Matzes Vater nach einem Telefonat aufgefallen, dass wir am gleichen Tag losflogen wie Tajo. Er lebte seit einigen Jahren mit Frau und Kind in Perth, Westaustralien. Das war auch der einzige Grund, warum wir sie noch nicht besucht hatten, es war genauso weit, wie von Brisbane ins Nachbarland Neuseeland zu fliegen und teurer! Wir machten eine Runde zusammen Yoga neben dem Spielplatz und quatschten. Dann ging es für uns weiter nach Frankfurt, von wo aus wir mit dem Zug weiter nach Mainz fuhren. Matzes Schwester Clarissas holte uns vom Bahnhof ab, sie konnte zum Glück von zuhause arbeiten. Die Sonne schien und die Temperaturen hielten sich im Mitte 20er Bereich. Wir duschten und schlenderten durch Mainz, es war schön nach dem langen Flug (Bein)Freiheit zu genießen. Die alten Gebäude der Stadt, vor allem die schiefen Fachwerkhäuser und die vielen blühenden Bäume und Blumen versetzten mich in Europastimmung und ich freute mich wahnsinnig, mitgekommen zu sein. Wir gönnten uns ein leckeres Mittagessen und ein Kaltgetränk in einer der ältesten Brauereien der Stadt. Abends gab es dann bei Clarissa und Dennis Abendessen auf dem Balkon. Sie wohnten in einem wirklich schönem Viertel mit efeubewachsenen Eisentoren und ruhigen Hinterhöfen. Nach einer erholsamen Nacht gingen Matze und ich erstmal getrennte Wege für einige Tage, er fuhr zu seinem leiblichen Vater an den Bodensee, ich fuhre zu meinem Vater etwas außerhalb von Basel. Wir hatten uns Deutschlandtickets geholt, leider brauchte ich aber ein Anschlussticket für die Schweiz. Bei meinem Umstieg in Basel fiel mir auf dass ein Besuch der öffentlichen Toiletten so viel kostete wie ein gutes deutsches Supermarktbier, ich verkniff es mir also bis ich in den nächsten Zug einsteigen konnte. Nachdem ich mich erleichtert hatte, musste ich feststellen, dass ich in den falschen Zug gestiegen war und der Zug direkt bis nach Zürich durchfuhr. Da wollte ich zwar eh hin, da Doreen gern zur Technoparade wollte die heute stattfand und Papa eh arbeiten musste. Ich hatte aber vorgehabt, erstmal meine Tasche bei ihnen abzustellen und dann gemeinsam mit Doreen zu fahren. Das nächste Problem war, dass ich Papa nichtmal Bescheid geben konnte, weil ich nicht bedacht hatte, dass die Schweiz kein EU Mitglied war und daher meine gestern erst gekaufte Simkarte hier keine Gültigkeit. In diesem überteuerten und überfüllten Zug (wegen der Parade) gab es nichtmal WLAN. Ich fand zum Glück einen netten Menschen, der mir einen Hotspot zur Verfügung stellte. Als das geklärt war, gesellte ich mich zu einer schon gut angeheiterten Gruppe deutscher Frühzwanziger, die mir sogar einen Dosensekt anboten. Im Gegenzug erzählte ich ein paar interessante Australienannekdoten. Am Bahnhof in Zürich verabschiedete ich mich dann erstmal, ganz so eilig hatte ich es mit dem Feiern nicht. Bis Doreen kommen würde hatte ich 2 bis 3 Stunden Zeit. Ich ließ mein Gepäck in Museumsschließfach und kümmerte mich dann erstmal um Verpflegung, mies teuer wie alles in der Schweiz, aber dem superleckeren Buffet im "Haus Hiltl", einem der weltweit ältesten vegetarischen Restaurants, konnte ich nicht wiederstehen. Anschließend guckte ich mir dann noch das Schweizer Nationalmuseum an, bis Doreen eintraf. Wir mussten meinen Rucksack am Bahnhof abgeben weil das Museum natürlich nicht die ganze Nacht geöffnet hatte. Es gab extra einen Schalter für die Paradebesucher, die Veranstaltung war riesig. Nach Jahren in Australien, wo das Durchschnittliche Festival nicht mehr als 5000 Teilnehmer verzeichnet, überforderte mich die Masse an Menschen sehr. Das Wetter fühlte sich dafür schon erstaunlich wie australischer Sommer an, es waren an die 35 Grad. Schatten gab es kaum, mich störte das weniger als Doreen, aber der Asphalt war zum Tanzen natürlich nicht so angehem wie Waldboden. Wir sahen ein paar wirklich gute DJs, nach einigen Stunden Tanzen fanden wir einen nicht zu arg überfüllten Steg am See und ich sprang inklusive Klamotten ins kühle Nass. So ein Bergsee ist schon was Feines! Als die Sonne unterging kamen gerade die Paradeanhänger vorbei, jeder hatte ein anderes "Thema", einen eigenen DJ und eine feuchtföhliche VIP Party. Dori hatte sich leider einen Sonnenstich geholt, wir setzten uns deshalb etwas abseits der Feierwütigen auf den Gehweg. Ihr Bruder stoß zu uns, er wohnte in Zürich und wollte sich die Party auch mal angucken. Inzwischen sahen die Straßen aus wie ein Schlachtfeld, alles voller Konfettischnipsel, Bierdosen und Kippenstummel. Die unschöne Kehrseite solcher Großveranstaltungen.. Papa holte uns dann im Rheinfeldener Bahnhof ab und fuhr uns nach Maisprach, dem Kuhkaff wo die Beiden nun wohnten. Ich wurde sogleich neugierig von den 4 Katzen begrüßt, 3 von ihnen hatte ich noch gar nicht kennengelernt. Die Wohnung im Maisonnettestil war sehr schön mit hohen Wänden und einer tollen Küche. Am nächsten Morgen erkundete ich gleich erstmal die umliegenden Weinberge, schneebedeckte Gipfel bekam ich zwar keine zu Gesicht aber die Natur war wunderschön grün, der angrenzende Buchenwald dicht und beruhigend. Mittags ging es nach Basel, wo Papa mir die Stadt und auch das Sushirestaurant zeigte, dass er managte. Ich hatte die Stadt vor etwa 7 Jahren schonmal für ein Fotoshooting besucht, einige Gebäude kannte ich deshalb schon. Im Sommer liebten es viele Anwohner, sich den Fluß herabtreiben zu lassen, einige nutzen die Strömung sogar als Heimweg nach der Arbeit. Fast jeder hier besaß deshalb eine wasserdichte Tasche. Das Wasser sah auf jeden Fall wesentlich einladender aus als die Elbe oder der Fluss in Brisbane. Ich hatte meinen Badeanzug eingepackt, also zog im mich kurzerhand um und lief dann nur im Bikini etwas flußaufwärts. Ich war zum Glück nicht die einzige, die das machte. Die Strömung war dann etwas stärker als erwartet, trotzdem hatte ich keine Probleme, rechtzeitig an den Rand zu gelangen und "auszusteigen". An einigen Abschnitten des Flusses gab es sogar Kiesstrände, wo viele Leute mit Kindern waren oder Grüppchen zusammenstanden, biertrinkend und quatschend. Ein sehr schöne kostenlose Abkühlung. Wir tranken ein Bier und erkundeten verwinkelte Gassen der Altstadt mit vielen Hinterhoflädchen und niedlichen Geschäften. Ich war fast froh, dass mein Gepäck rammelvoll war, so empfand ich keine Versuchung. Am nächsten Tag machte ich eine kleine Solowanderung etwas südlich von Basel, Papa setzte mich auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof ab. Ich wanderte zu einer Burgruine und dann durch ein Naturschutzgebiet entlang eines Flusses. Es gab hier wohl auch Biber, leider bekam ich keinen zu Gesicht, dafür aber umso mehr Vögel. Zurück in Maisprach genossen wir die Abendsonne- schon toll dass die Sommertage in Europa so lang sind, bei uns in Brisbane geht die Sonne ja spätestens 18.30 Uhr unter- auf dem Balkon. Am nächsten Morgen nahm ich dann den "Flixzug" nach Berlin, ich hatte mich gegen Bummelzüge entschieden, weil der Zug nur um die 50 € kostete aber mich in 7,5 statt 14 Stunden ans Ziel brachte. Unsere Freundin Franzi, die wir in Australien kennengelernt hatten, war gerade auch zu Besuch in Deutschland und hatte uns eingeladen, mit in der Wohnung ihrer Mutter, die gerade nicht in Berlin war, zu übernachten. Matze war bereits am Vorabend eingetroffen und noch lange mit Franzi und ihren Freunden Bier getrunken. Die Beiden hatten deshalb heute morgen bis fast Mittag geschlafen, sind auch von Natur aus definitiv keine Frühaufsteher, hihi. Wir trafen uns mit Steph und Pili, einem Paar welches wir ebenfalls in Brisbane kennengelernt hatten. Die Beiden hatten Brisbane vor 2 Monaten verlassen, um zu einer Hochzeit nch Spanien und anschließend durch Europa zu reisen, als nächstes stand Südamerika an. Wir fanden eine Bar mit Tischtennisplatte, spielten und quatschten, es fühlte sich irgendwie surreal an. 

Am Mittwoch, dem 13.8., hatten wir etwas Zeit, Berlin zu genießen. Wir spazierten durch verwilderte Obstplantagen und pflückten Marillen bis mein Magen grummelte, außerdem gönnten wir uns ein leckeres Waffel- und Brötchenfrühstück. Nachmittags trafen wir uns mit Matzes Bruder Thomi und fuhren gemeinsam mit seinen zwei Kindern an einen Badesee. So viele nackte Leute zu sehen, fühlte sich erstmal ganz eigenartig an, vor allem weil alle einem so nah auf der Pelle hockten, jeder Zentimeter Wiese war besetzt. Als Thomis Frau Julia kam, paddelte ich mit ihr und Freya eine Runde mit dem Stand Up Paddel. Später machte ich mich auf den Weg zu Elisa, einer Jugendfreundin, die seit etwa einem Jahr mit Partnr und nun 3 Monate altem Sohn in einer schönen Dachgeschoßwohnung in Pankow wohnte. Der kleine war gerade noch so wach, als ich kam. Elisa und ich quatschten ewig, dann bestellten wir uns was zu Essen. Schön zu sehen, dass ihr die Mutterschaft so gut bekam, sie war ja schon noch recht jung und früher waren wir vor allem am Feiern gehen. Am darauffolgenden Tag ging es dann nach Dresden- volles Programm- wir Beide fuhren erstmal zu unseren jeweiligen Elternhäusern. Zum Mittagessen traf ich Mama und Frank bei meinen Großeltern, sie freuten sich natürlich riesig. Es ging ja dann gleich zu Clarissas Hochzeit in den Harz und ich konnte meine liebe Verwandtschaft nicht so lange warten lassen. Ich fuhr mit Opas Auto, Matzes Eltern hatten nur ein Auto und da passten nicht alle rein. Zusätzlich zu Matze und einer Menge an Gepäck quetschten wir auch noch Clarissas Gastschwestern (von einem Au Pair Aufenthalt vor einigen Jahren) ins Auto. Ich fühlte mich zunächst maßlos überfordert, vor allem mit den Geschwindigkeiten und strikten Regeln der deutschen Autobahn, zum Glück wurde ich recht schnell selbstbewusster. Da das Programm erst nachmittags begann, schlug ich vor, in den Cospudener See zu springen und danach in Leipzig Mittagessen zu gehen. Das half mir auch, die mehr als dreistündige Fahrt in den Harz besser zu bewältigen. Als wir in Bad Harzburg eintrafen, wartete Matzes Vater mit den Zimmerschlüsseln und den Tickets für die Seilbahn. Alle direkten Familienmitglieder plus Partner durften im Burggasthaus auf dem Hausberg übernachten, wenn man keine Lust zu laufen hatte, konnte man seinen Gondelfahrschein nutzen. Nachdem wir das wirklich schöne Zimmer mit Dachschräge bezogen hatten, gab es einen Empfang im Biergarten. Wir saßen mit Matzes Onkeln und Familien am Tisch, es wurde getrunken und gequatscht. Am nächsten Tag unternahmen wir und viele andere aus der Familie eine Wanderung mit Clarissa, als wir wieder zurückkamen, ging dann auch schon die Trauung los. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und wir hatten eine tolle Aussicht auf den Sonnenuntergang. Ich war gegen 2 Uhr morgens komplett im Tee, Matzes Eltern und einige Andere hielten bis zum Morgengrauen durch. Am nächsten Tag saßen trotzdem alle beim Frühstück, Manche mit etwas mehr Motivation als andere. Wir fuhren weiter ins Bodetal, wo wir noch zwei Nächte in einem niedlichen und etwas schiefem Fachwerkhaus übernachteten. Wir besuchten die schöne historische Stadt Wernigerode und den Miniaturenpark. Matze und ich unternahmen am nächsten Morgen eine Wanderung hoch zur Roßtrappe, danach fuhr ich allein zurück nach Dresden. Matzes besuchte mit seiner Familie seinen Bruder in Erfurt und verbrachte dort ein paar Tage. Meine Mama freute sich, dass sie endlich etwas mehr von mir sehen konnte, wir fuhren an die Kiesgrube, gingen ins Theater und wanderten durch die Heide. Jessi, eine Freundin aus meiner Ausbildungszeit, wohnte inzwischen in einer schönen Wohnung in der Neustadt, gar nicht so weit von meinem ersten Alleinheim. Seit sie mich damals vor 7 Jahren im Alter von gerade mal 18 Jahren in Australien besucht hatte, war sie so viel erwachsener geworden. Vor einigen Monaten hatte sie einen netten Brasilianer kennengelernt, mit dem sie vor kurzem eine offizielle Beziehung begonnen hatte. Ich traf mich außerdem mit Andrea und durfte ihre kleine Tochter Mela kennenlernen. Sogar Julia kam zu Besuch nach Dresden und der ehemalige "Club der Rothaarigen" vereinte sich im Louisenbiergarten auf ein Kaltgetränk. Zum Hechtfest traf ich mich mit Phillip, einem Freund den ich vor Jahren bei meiner Tour durch Neuseeland kennengelernt hatte. Außerdem fanden wir in einem kleinen Hinterhof nette Technousik. Dort stieß ich außerdem auf eine meiner Lieblingskolleginnen aus meiner Ausbildungszeit im Radisson Blu... Dresden ist schon ein Dorf. Aber das Gefühl hat man in Brisbane auch manchmal, vielleicht fühle ich mich deshalb da so wohl. Natürlich vermisse ich die alten Zeiten gerade zu solchen Momenten wie zu unserem Deutschlandbesuch besonders..

Wir veranstalteten einen Vorgeburtstagsspieleabend bei Matzes Eltern, Beate und Ryan waren aus ihrem Urlaub wieder da und in Dresden zu Besuch. Sogar Till kam, einer meiner besten Kumpels aus Dresdenzeiten. Basti hatte leider abends nur selten Zeit, er arbeitete viel und hatte eine 2 Jahre alte Tochter, die endlose Energie besaß. Wir trafen uns einuge Tage später in der Neustadt und schlenderten durch die mir so gut bekannten Gassen voller Grafittis und Pflastersteinen. Ich fühlte mich sehr nostalgisch, aber vor allem dankbar, so eine tolle Zeit in Deutschland verbringen zu können.

An meinem Geburtstag musste ich dann leider morgens recht früh zum Bahnhof, es ging mit dem Flixbus Erfurt und von da mit einem Anschluss nach Frankfurt. Matze stieg in Chemnitz zu, er hatte noch einen alten Freund im Erzgebirge besucht. Wir stellten unser Gepäck bei Matzes Bruder aber, der sich leider seit der Hochzeit mit einer fetten Erkältung herumschleppte und Matze spielte Stadtführer, er hatte die Stadt ja erst vor 2 Wochen besucht. In Frankfurt hatte ich uns ein Hotel in Bahnhofsnähe gebucht und auch wenn ich mich dunkel daran erinnerte, dass es ein "Problemviertel" war, schockte mich die Allgegenwärtigkeit von Drogen und extrem verlodderten Menschen. Das Hotel selbst wirkte zum Glück sauber und dass die Rezeption rund um die Uhr besetzt war, vermittelte ein Gefühl von Sicherheit. Sean hatte sich extra für mich in den Zug gesetzt und war aus Dortmund angereist, Lynnette hatte leider nicht frei bekommen. Wir schlenderten durch den Frankfurter Stadtpark und stoßen an, am Flussufer in der schönen Nachmittagssonne sitzend tauschten wir Anekdoten aus den letzten 2 Jahren aus. Zum Abendessen hatte ich mir ein nettes uriges Lokal rausgesucht, neben klassischen Gerihcten gab es eine nette vegane Karte. Es war schön, etwas Deutsches essen zu können, in Brisbane gibt es sowas natürlich in veganer Form nirgends. Zur Begleitung genossen wir einige Karafffen Apfelwein, eine Frankfurter Spezialität. Weil wir Sean ungern zu so später Stunde mit einer umständlichen Zugverbindung nachhause schicken wollten, schmuggelten wir ihn in unser Hotelzimmer. Es war dann doch etwas eng im Bett und ich musste mir nachts mehrmals von beiden Seiten notdürftig Deckenzipfelchen erkämpfen, aber das war es mir wert. Am nächsten Morgen fuhren wir etwas raus ins grüne, ich wollte nochmal etwas deutsche Landluft schnuppern und durch einen schönen grünen Mischwald laufen, bevor wir die nächsten 24 Stunden eingepfercht in Flugzeugen verbrachten.

Zurück in Australien ging es am nächsten Morgen gleich wieder auf Arbeit, es gelang mir so sogar, den Jetlag zu schlagen. Einige Tage später verbrachten wir einen gemeinsamen Abend mit Freunden und Mitbewohnern, um meinen Geburtstag nachträglich zu zelebrieren. Mitte bis Ende September fand jährlich das Brisbane Festival statt, es gab Livemusik, Tanzshows und eine kostenlose gigantische Drohnenshow direkt in der Innenstadt über dem Fluss. Außerdem gab es überall in der Stadt Projektionen an Häusern und Gebäuden und Installationen. Brisbane leuchtet hat ja schon normalerweise nachts in vielen Farben, aber während des Festivals ist man wirklich gern abends in der Stadt unterwegs, auch weil zu dieser Zeit im Jahr die Nächte angenehme 20 Grad boten. Ende des Monats war ich dann wieder Houdini und das Haus seiner Besitzer sitten und obwohl es diesmal nach der Arbeit schon etwas zu frisch für den Pool wurde, genoss ich es, ein eigenes Bett zu haben. Die Tür zur ausgebauten Garage musste ich abends jedoch immer geschlossen halten, sonst legte sich Houdini sofort diagonal auf mein Bett und man musste ihn mit Snacks und vielen Kuscheleinheiten mühsam zum Aufstehen bewegen.

Anfang Oktober machten wir einen tollen Ausflug zur Kiesgrube bei Daisy Hill, mit Picknick und Baden gehen. Aaran, Shannen und Pooven waren mit dabei. Die Temperaturen waren schon in den 30 Grad Bereich geklettert und wir genossen es sehr! Seerosen und viele andere Pflanzen stellten ein buntes Blütenkleid zur Schau, es war ja eigentlich trotz der Temperaturen noch "Frühling". 

Kurz nach Matzes Geburtstag feierten er und Shannen eine gemeinsame Geburtstagsparty, die wir bereits im Vorjahr begangen hatten und sie "Octoberpalooza" getauft hatten. Dises mal luden wir auch einige unserer europäischen Freunde ein und leihten uns Franzis Kickertisch aus. Wir spielten bis zu frühen Morgenstunden, dann beschwerte sich leider ein Nachbar und die Polizei kam vorbei, wenn auch sehr entspannt und ohne irgendwelche Konsequenzen. Unser Freund Stephano hatte gerade sein Set gespielt, er hatte vor kurzem einen DJ Kurs absolviert. Außerdem hatten noch 3, 4 weitere aufgelegt, richtig professionell und es wurde auch viel getanzt. Juancho schlief auf dem Sofa auf unserem Deck und wurde dabei vermutlich von einige neugierigen Possums besucht. 

Ende des Monats fand das "Earth Frequency" Festival in Woodford statt, einem kleiben Kaff im Hinterland der Sunshine Coast. Zu Neujahr beherbergt es immer eines der größen und längsten Festivals Australiens, das "Woodfordia". Das Gelände war wunderschön, wenn auch etwas hügelig. Wir trafen bereits vor dem Rest unserer Partytruppe ein, weil wir am Freitag morgen als Freiwillige arbeiteten und Autos je nach Größe und gekauften Tickets in die richtige Richtung dirigierten. Wir hatten uns in einer Nische zwischen Baumreihen eingenistet und unser Zeug so weit verstreut, dass noch mehrere Autos und Zelte Platz haben würden. Theoretisch hätten wir da gar nicht campen sollen, weil es im Familienbereich war, es war aber etwas abseits und wir hatten nur 2 Nachbarn, die recht entspannt wirkten. Ohnehin hatte das Festival strikte Auflagen, Musik stoppte auf den großen Bühnen um Mitternacht, einige kleinere Bühnen durften bis 2 Uhr spielen und Musik im eigenen Camp zu spielen war nach 22 Uhr generell untersagt. Wir hatten uns schlauerweise als Verkehrsdirigenten am Eingang zum Familiencamp gemeldet, so konnten wir unsere Leute, die alle während unserer Freiwilligenschicht eintrafen, recht unbemerkt einschleusen. Wir verbrachten einen sehr netten Nachmittag und Abend, gingen aber schon gegen 11 Uhr ins Bett, weil wir um 2 Uhr (!)  dann zu unseres zweiten 6 stündigen und damit abschließenden Schicht antreten mussten. Wir fragten uns, wem wir denn um die Zeit bei der Nachvigation zwischen den Campingarealen helfen sollten, es war ja im Grunde komplett tote Hose. War es auch im Großen und Ganzen, wir saßen zu viert rum, quatschten und tranken Tee. Einmal gab es eine Meldung, dass Jemand irgendwo am Wegesrand in den Büschen lag, die Jungs zogen los, um die Lage zu prüfen und riefen per Radio Hilfe- zum Glück war es keine lebensbedrohliche Situation. Außerdem halfen wir einem etwas aus der Welt katapultierten Typ dabei, sein Zelt zu finden. Wir bekamen dann von einem der Schichtleiter Kaffee geliefert, als uns endlich die ersten Sonnenstrahlen erreichten, machten wir alle gemeinsam Yoga. Wir genossen die Ruhe auf dem Campingplatz und gratulierten uns zu unserer Platzwahl, die nächsten Toiletten von uns aus waren so viel netter und sauberer als die im Hauptcamp. Gegen Mittag zogen wir los, um uns Musik anzusehen und außerdem Vanessa und Dave ausfindig zu machen, die auch auf dem Festival waren. Neben den Beiden waren auch noch zahlreiche andere Freunde und Bekannten unterwegs, auf die man immer mal wieder traf. Es gab wirklich tolle DJs und auch schöne Marktstände mit verführerischem Angebot, ich riss mich aber sehr zusammen und hielt nur 2-3 Mal inne, um mir etwas näher anzusehen. Dafür gönnten wir uns abends eine leckere balinesiche Bowl, die ältere Dame die alles selbst kochte, hatten wir durch die veganen Märkte kennengelernt und sie freute sich über unseren Besuch. Am Sonntag gab es dann auch eine Show von einigen Vertretern der Aboriginals, die hier schon lange vor dem Eintreffen der Europäer gelebt hatten. Es gab eine Mischung aus Tanzdarbietungen und Gesang, sehr schön und auch bewegend. Ein tolles Festival mit vielen schönen Momenten und vielfältiger Musik!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Frühling · 20–30°C
Begleitung
Mit Freunden
KulturellEntspannendFamilienfreundlich
  • Flixbus-Reise über Erfurt und Chemnitz nach Frankfurt
  • Hotel in Bahnhofsnähe in Frankfurt
  • Abendessen mit Apfelwein
  • Brisbane Festival mit Livemusik, Tanzshows und Drohnenshow
  • Ausflug zur Kiesgrube bei Daisy Hill mit Picknick und Baden
  • Earth Frequency Festival in Woodford mit Freiwilligenschicht und Camping
StadtEssenKulturNaturFamilieNachtlebenTransitAbenteuer
Clara und MatzeFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Australien
Reiseberichte Australien
#brisbane#mainz#maisprach#zürich#harz#dresden#frankfurt