Clara und Matze
Clara und Matze
vakantio.de/cum
Zuletzt in Brisbane

Wurzeln schlagen

Veröffentlicht: 27.12.2025

Attraktion
Ellenborough Falls
New South Wales, Australia
Sehenswert
Kempsey
Kempsey, Australia
Unterkunft
Showgroundscampingplatz
Zelt · Kempsey
Attraktion
Hat Head Nationalpark
New South Wales, Australia
Attraktion
Woolgoolga Brauerei
Woolgoolga, Australia
Unterkunft
Corindi Reservat Campingplatz
Zelt · Corindi
Unterkunft
Station Creek Campground
Zelt · New South Wales
Attraktion
Red Rocks
New South Wales, Australia
Sehenswert
Grafton
Grafton, Australia
Attraktion
Iluka
Iluka, Australia
Unterkunft
Unterkunft in Suffolk Park
Ferienwohnung · Suffolk Park
Essen
veganes Restaurant
$ · Mittagessen

Mein Geburtstag rückte näher und zum Glück wurde mir die Frage, wie und wo ich feiern wollte, gewissermaßen abgenommen: Wizzards of Kingstons "Spring Campout" stand an und direkt mittendrin fiel mein Geburtstag auf den Sonntag. Die meisten unserer Mitbewohner waren zwar verplant ukd Pooven haatte keine Lust auf ein Wochenende voller Technomusik, aber unsere Mitbewohnerin Shannen schloss sich an, um gemeinsam zu campen. Wir wussten, dass außerdem unsere Doofmama Katja, Harmony, Megan (aus Matzes Berufsschule) und unser neuester Festivalkunpel Jasper da sein würden. Ich war glücklich damit, in einer kleinen Gruppe zu campen. Man lernt auf Festival so schnell Leute kennen, wenn man Lust hat... Außerdem waren uns durch unsere Arbeit als Helfer (gegen freie Eintrittstickets) nette Unterhaltungen bereits garantiert. Direkt neben uns campten 2 Pärchen, die sehr aufgeschlossen waren und mit denen wir uns gleich am ersten Abend eine Weile unterhielten. Wir gingen den Samstag zunächst entspannt an, gegen Nachnittag hatten wir unser 4 stündige Schicht. Eigentlich waren wir beide für die Kontrolle der Sanitäranlagen eingeteilt, aber weil Eine der Beiden Freiwiöligen für Einlass/Ticketkontrolle nicht aufgetaucht war, setzte ich mich mit an die Einfahrt zum Gelände und Matze lief die erste Kontrollrunde. Ehrlich gesagt, die Toiletten waren die saubersten, die ich bisher auf einem Festival gesehen hatte, das lag aber auch sicher daran dass sie eine Spülung und adäquate Beleuchtung hatten. Wir mussten noch nichtmal putzen, nur Klopapier aufstocken und eventuelle "Probleme" über die uns ausgehändigten Radios melden. Meine Schichtkollegin und ich unterhielten uns gut und die Schicht verging schnell. Wir konnten es kaum abwarten, uns zu Shannen zu gesellen und zu feiern. Als ich dann Mitternacht offiziell meinen Geburtstag zelebrieren durfte, gesellte sich Harmony und einige ihrer Freunde zu uns und auch Katja fand mich in der Menschenmenge, um mir zu gratulieren. Für Shannen war es erst ihr zweites Technofestival, sie strahlte abet wie ein Honigkuchenpferd, was mich sehr glücklich machte. Am nächsten Tag entspannten und tanzten (auch dort gab es eine Bühne mit Livemusik) wir eine Weile im und um den Pool. Ich unterhielt mich dort noch weiter mit unseren Campnachbarn und wurde gleich zu einer Hausparty Ende des Monats eingeladen. Lauren war Australierin und bezeichnete sich selbst als Mutti der Truppe, ihr Freund Marko war aus Spanien. Ebenso wie Pili, deren Freund Steph aus Belgien kam. Die vier strahlten eine so angenehme Wärme aus, dass ich mir ziemlich sicher war, dass wir tolle neue Freunde gewonnen hatte. Am folgenden Wochenende trafen wir uns mit Pooven an der Gold Coast, um den Coombabah Lake Conservation Park zu erkunden. Ich hatte auf Google gelesen, dass man dort häufig Koalas sehen konnte. Wir wurden nicht enttäuscht: nur wenige hundert Meter vom Parkplatz entfernt kletterte eine Mama mit Baby an einem kleinen Bäumchen empor, nur 3-4 Meter über dem Boden. Wir wareb alle hin und weg. Und später sahen wir sogar noch einen vor sich hin dösenden Koala, etwas weiter vom Weg entfernt. Außerdem hatte das Reservat zahlreiche Känguruhs undveine Vielzahl an Vogelarten zu bieten. Scheinbar ein echter Geheimtip, die meisten Leute in Brisbane hatten noch nie davon gehört. Anschließend besuchten wir das Hota Museum und aßen Mittag bei "Blossoming Lotus", wo es ein supergünstiges leckeres Buffetangebot gab. Später fuhren wir weiter nach Süden, am Currumbin Strand gab es ein Skulpturenfestival. Die Kunstwerke standen direkt im Sand bzw entlang der Promenade hinter den Dünen. Eintritt musste man nicht zahlen. Es gab lustige, gesellschaftskritische und abstrakte Werke. Was für ein schöner Tag 😍 Denn natürlich sieht unser Alltag jetzt  nicht mehr so spannend und abenteuerlich aus wie zu der Zeit, als wir noch Backpacker waren. Gleichzeitig ist es toll, längerfristige Freundschaften pflegen zu können und ein so schönes und komfortables Zuhause zu haben. Steph und Pilis Hausparty war super, die Beiden hatten so viele internationale Freunde und wir unterhielten uns super mit zwei deutschen Mädels, Franzi und Miriam. Ich war durchaus neidisch auf den von Palmen gesäumten Pool und ging natürlich baden. Nuggett, Laurens sehr aufgekratzter Bullterrier, fand klasse dass Jemand mit ihm Ball spielte, all die rumsitzenden Menschen frustriertem ihn sichtlich.  Am zweiten Wochenende im Oktober stand die gemeinsame Geburtstagsfeier von Matze, Shannen und ihrem Kumpel Tom an. Shannen hatte eine "Erdnussbombe" bei meinem Arbeitsplatz bestellt, Matze hatte einen grandiosen Cider gebraut, den sich die Gäste direkt vom Fass selber zapfen konnten. Da wir es als Kostümparty ausgeschrieben hatten, gab es einige sehr ausgefallene Outfits und es wurde gut getanzt. Außerdem hatten wir den Tischtennistisch und ein Flutlicht aufgestellt, es wurde unermüdlich chinesisch gespielt. Ich traf mich Mittwochs nach der Arbeit nun immer häufiger mit einer Gruppe, die ich bei Stephs und Pilis Party kennengelernt hatte, zum Bier trinken und quatschen. Am 15.11. fuhren wir mit Steph, Pili und Harmonys Truppe auf ein kleines Festival bei Tamborine. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Draußen-Festivals befand sich die Tanzfläche im Innenraum von einem Gemeindehaus. Die Musik gefiel uns super, nur gab es in dem Gebäude keine Klimaanlage und der Schweiß tropfte regelrecht von den Wänden. Beim Erholen und Entspannen im Camp lernten wir die Freunde unserer Freunde besser kennen und bei einem Stand mit Edelsteinen fand ich einen außergewöhnlichen Traumfänger mit einem eingewebten Fluorit (Flussspat) und einen schönen Kettenanhänger mit pinken versteinerten Korallen, ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Mama. Ich musste ja nur noch 4 Wochen warten, dann würde sie schon landen 😊 Wenige Tage nach dem Festival landete Lea in Brisbane und kam bei uns im Gästezimmer unter. Am Mittwoch nach meiner Arbeit auf dem Markt trafen wir drei uns mit Harmony zum Abendessen bei Netherworld. Nach einem Burgerfestmahl spielten wir "Stone Age", welches wir so oft Dienstags in Christchurch zusammen gespielt haben, dass es einen Schwall an Erinnerungen auslöste. Wie schön, Menschen wiederzusehen, die man beim Reisen getroffen hat. Am Wochenende nach Leas Ankunft fuhren wir mit ihr an die Gold Coast und genossen die Aussicht aufs Meer von Burleigh Heads. Nachmittags trafen wir uns mit Emily und Rob, unseren supernetten Mitbewohnern aus unserer Zeit in Queenstown. Die Beiden hatten sich nun inzwischen in Robs Heimat niedergelassen, leider in Adelaide, was von Brisbane mehrere Fahrttage entfernt liegt. Sie wollten in einigen Monaten heiraten und sahen sich deshalb zufällig einen möglichen Veranstaltungsort an. Wir sammelten die Beiden nach ihrer Besichtigung auf und gingen eine Runde in Coombabah spazieren. Vor allen Em, die inzwischen regelmäßig Koalas aber nur selten Känguruhs zu Gesicht bekam, freute sich wie ein Honigkuchenpferd über die vielen Beuteltiere, die zum Großteil friedlich grasten und gerade viele Joeys (Nachwuchs) hatten. Wir aßen wieder bei Blossoming Lotus und fuhren dann nach Brisbane zurück, am nächsten Morgen würden wir auf unseren Roadtrip aufbrechen. Wie fast zu erwarten, wenn man am späten Abend keine Energie mehr zum Packen hatte, brauchten wir bis Mittags um mit allem fertig zu sein. Wir fuhren nicht, wie zunächst geplant, direkt zu den Bunya Mountains, sondern übernachteten erstmal beim "Crows Nest National Park", den wir vor einigen Jahren mal besucht hatten. Außer uns waren keine anderen Menschen auf dem Campinggelände zu sehen, dafür entdeckten wir im Dämmerlicht nur nur einen sondern gleich eine ganze Familie "Tawny Frogmouths", Eulen mit ungewöhnlich buschigen Augenbrauen die mit ihrer grauschwarzen Farbe oft so gut farblich mit den Eucalyptusbäumen abgestimmt sind, dass man sie nur sehr schwer sehen kann. Wir schliefen friedlich und kletterten am nächsten Morgen durch den verwinkelten Flusslauf, bis wir eine gute Stelle zum FKK Schwimmen fanden (leider auch 2025 noch illegal und regelrecht verpönt in Australien, vor allem in Queensland. Wir sonnten uns auch noch etwas, zum Glück knallte die Sonne noch nicht so sehr. Als wir dann zurück auf dem Weg kamen, stellten wir fest, dass man von einem der Aussichtspunkte definitiv beste Sicht auf unsere ausgestreckten Gliedmaßen gehabt hätte. Upsi. Als wir dann gegen Mittag in den Bunya Mountains ankamen, bauten wir erstmal unser Camp auf und stärkten uns. Als ich gerade etwas im Auto suchte, landete etwas nah neben meinem Kopf, ich erschreckte mich ordentlich, es war aber nur ein schillernder King Parrot, der sich offensichtlich Hoffnung auf einen Snack machte. Wir wanderten durch den angenehm schattigen "Bunya" Pinien Wald, in dem es auch zahlreiche Würgefeigen und andere subtropische Bäume gab. Und leider auch zahlreiche Zecken, die allerdings alle an Leas Hosenbeinen hängenblieben. Ich fand, obwohl ich die meiste Zeit die Erste in unserer Gruppe war, keine an meinen nacktn Beinen. Matze, der auch in kurzen Hosen unterwegs war, hatte auch ein paar, allerdings nicht annähernd so viele wie Lea. Vielleicht wegen seinen etwas behaarteren Beinen..? Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns bereits von den Bunya Mountains, allerdings nicht ohne vorher noch eine Weile den friedlich grasenden Wallabies zuzuschauen, die für den Nationalpark so typisch sind. Wir hielten unterwegs in Chinchilla, das ganze 300 Kilometer inlandwärts von Brisbane liegt und damit schon als Tor zum "Outback" betrachtet werden kann. Nach einigen Einkäufe und Op Shops Bummelei, fuhren wir weiter nach Norden und übernachteten in einem idyllischen freien Camp in Wandoan. Ursprünglich hatte ich vorgeschlagen, bis zum Carnavon Gorge Nationalpark zu fahren, aber die Wettervorhersage für den 2. Tag unseres geplanten Aufenthaltes dort sah so schlecht aus, dass ich Sorge hatte, dass die einzige Zufahrtsstraße unpassierbar werden würden und wir dann feststeckten. Stattdessen kürzten wir unsere Route ab und besuchten stattdessen den "Expedition National Park". Wir waren dort noch nie gewesen, es gibt nur Nationalparkcampingplätze, keine schicken Caravanparks. Schon beim Einfahren in den Nationalpark sichteten wir eine Gruppe Emus, worüber wir uns sehr freuten. Im Camp angekommen genossen wir das Vogelzwitschern und die Abwesenheit jeglicher Stadt- oder Straßengeräusche, wir waren vollkommen allein. Nach einer Wanderung zu einem tollen Aussichtspunkt auf die umliegenden Sandsteinklippen, stiegen wir hinab bis auf den Boden der Schlucht. Zurück am Camp stand die Sonne schon sehr tief und warf ihre goldenen Strahlen durch den Eucalyptuswald, ein wunderschönes Schauspiel. Später am Abend auf dem Weg zur Toilette entdeckten Lea und ich einen Großen Gleithörnchenbeutler, ich hatte gelesen dass es die hier gab, aber wer hätte gedacht, dass wir tatsächlich einen zu Gesicht bekommen würden! Gegen Nachmittag am folgenden Tag regnete es dann tatsächlich, da waren wir aber bereits wieder unterwegs. Wir hatten sogar ziemlich nettes Wetter, als wir den "Cania Gorge" besuchten. Wir waren da bereits zweimal gewesen, die Sandsteinhöhlen, die die Aboriginals über Jahrtausende als Zufluchtsorte und Rastplätze genutzt hatten, waren aber auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sahen wir einige putzige Wallabies, die zwischen den zahlreichen Schlingpflanzen im Laub nach Essbarem wühlten- gelegentlich fressen sie sogar Käfer und andere Kleintiere! Wir arbeiteten uns weiter Richtung Küste vor und kamen über einige unbefestigte Forststraßen am "Kondalilla Nationalpark" an. Es musste an der Sunshine Coast in den letzten 24 Stunden extrem geschüttet haben, einige Straßen waren gesperrt und überall entlang der Straßen lag Debris. Wir wollten gern die nun sicher gewaltigen Kondalilla Falls sehen, schwimmen war natürlich im oberen Becken an den Fällen nicht möglich, die Wassermassen hätten Einen einfach den Fall herunterhespült. Teile des Wanderweges standen unter Wasser, von den Hängen liefen kleine Wasserfälle direkt über den Weg. Eine der Brücken stand halb unter Wasser, wir kletterten am Gelände entlang und hofften, dass die Brücke nicht spontan einstürzte. Nichts für schwache Nerven! In Maleny angekommen, hatte sich das Wetter einigermaßen beruhigt und wir buchten eine Übernachtung auf den Showgrounds, nah am "Obi Obi" Bach, wo man mit etwas Gkück Schnabeltiere sehen konnte. Und tatsächlich sahen wir im Abendlicht eins an die Oberfläche kommen, nach nichtmal 30 Sekunden warten. So ein Glück! Am nächsten Morgen telefonierte ich nach Deutschland und schlenderte währenddessen am Bach wieder zur Aussichtsplattform. Nach dem Telefonat bemerkte ich, dass ein kleiner Flughund, der mir bereits gestern aufgefallen war, immer noch weitab von der Kolonie allein an einem kleinen Busch hing und jämmerlich wimmerte. So niedrig hängend, ganz allein, war er eine leichte Beute für Katzen oder Pythons... falls er nicht vorher bereits jämmerlich verhungerte. Ich beschloss, zu agieren und rief den örtlichen Wildtierrettungsdienst an. Nur 10 Minuten später tauchte ein älteres Paar mit einem Katzentragekorb auf. Zu dem Babyflughund zu gelangen, stellte sich als schwieriger heraus, als es zunächst aussah, die Böschung abwärts zum Wasser hin war steil und durch den vielen Regen extrem rutschig. Als wir den Unglücksvogel erreicht hatten, zog sich der Mann einen Lederhandschuh an und versuchte, das Tier dazu zu bewegen, sich an diesem statt dem Ast festzukrallen. Dann gings mitsamt dem Handschuh in den Tragekorb. Wir hatten während der Aktion die Flughundkolonie auf der anderen Seite im Auge behalten. Leider scherte sich keines der Tiere, was wir dort mit dem Artgenossen anstelten und so musste man leider davon ausgehen, dass die Elterntiere tot waren. Nun würde der kleine Flughund mit der Flasche von Menschenhand großgezogen werden, bis er stark genug war, wieder in die Wildnis entlassen zu werden. Mit dem Gefühl, dass Richtige getan zu haben, genoss ich den Ausflug ins Mary Cairncross Reserve und die anschließende Fahrt nach Noosa, wo wir uns einen Stellplatz bei "Noosa Habitat" ergatterten. Als wir das erste Mal an der Sunshine Coast gewohnt hatten, wurde es noch gebaut, wir hatten einige Male davon gehört, hatten es aber noch nie besucht. Es herrschte viel Begängnis, dennoch hatten wir genug Abstand zu unseren Nachbarn und direkt neben uns grasten mehrere Känguruhfamilien. Lea und ich genossen eine kleine Abkühlung im See. Ich bedauerte etwas, mein Stand Up Paddleboard nicht mitgenommen zu haben, das Wasser war schön klar aber selbst nach hundert Metern reichte es uns immer noch nichtmal bis zur Oberschenkelmitte. Der Campingplatz hatte eine eigene Brauerei, die wir nach dem Abendessen testeteten. Den Großteil des nächsten Tages verbrachten wir im Noosa National Park. Wir sahen Schildkröten und Seeadler, das wetter war angenehm mild, nicht zu heiß. Gegen Nachmittag quartierten wir uns dann in unserem Airbnb in Cooroy ein. Die kleine bungalowähnliche Hütte war sehr gemütlich und wir schliefen zum Zirpen der Zikaden ein. Da der angrenzende Wald sumpfig war, gab es leider auch eine Menge Moskitos. Den nächsten Tag gingen wir ganz entspannt an und genossen den Pool unseres Air Bnbs. Am Nachmittag besuchten wir dann den Strand in Cooroy und versuchten uns am Bodyboarden. Am folgenden Morgen mussten wir unsere hübsche Bleibe leider schon wieder verlassen, wir erklommen den Mount Cooroy ubd genossen die Panoramaaussicht vom Gipfel. Gegen Nachmittag mussten wir leider schon wieder zuück nach Brisbane, weil ich am nächsten Morgen arbeiten musste. Am Wochenende gingen wir mit Lea auf eine Technoparty, unsere Mitbewohner Joshy und Liv schlossen sich uns an. Es hätte für meinen Geschmack ruhig ein bisschen voller und die Musik ein bisschen härter sein können, insgesamt war es aber ein sehr schöner Abend gewesen. Als wir gegen 2 Uhr in die milde Nachtluft traten, hatte Lea scheinbar noch mehr Energie übrig, als Matze und ich zusammen. Wenige Tage später reiste Lea dann ab, sie hatte einen Job als Köchin auf Magnetic Island ergattert. Dieser würde sogar als Farmarbeit für ein Folgevisum gelten, da die Insel als ländlich eingestuft wird. Wir setzten sie am frühen Nachmittag an ihrem Nachtzug ab, etwas geknickt fühlte ich mich schon, denn die Gesellschaft einer femininen Person, die ähnliche Interessen teilt, hatte ich in den letzten Jahren nur wenig. Den Rest des Tages verbrachten wir allerdings noch in sehr guter Gesellschaft: Italienische Freunde von unseren Festivalbekannten Pili und Steph veranstalteten ein Pizzaweihnachtspicknick, jeder brachte seinen individuellen Belag, die Italiener stellten handgekneteten Teig zur Verfügung und backten dann die selbstbelegte Pizza im Steinoven. Es regnete zwischendurch, aber wir hatten ein Dach überm Kopf und es herrschten dafür angenehmere Temperaturen. In den nächsten Tagen nahmen wir uns nicht viel vor, die Ankunft meiner Mama rückte immer näher und ich wollte den Garten noch etwas hübsch machen, bevor wir wieder viel unterwegs sein würden. Ich holte sie am 18.12. morgens am Flughafen ab, Brisbane begrüßte sie gleich mit Regengüssen und einem klassischen Sommergewitter. Nach einem entspannten Vormittag beschloß ich, Mama auf einem Spaziergang eine unserer Nachbarstadtteile zu zeigen, in dem besonders tolle Häuser im "Queensländer" Stil standen und alle Pflanzen in vollster Blüte standen. Im November/ Dezember blühen hier immer die lilafarbenene "Jacarandas", unmittelbar gefolgt von den "Christmas Trees", die ein rotes Blütenkleid zur Schau stellen. Mama und ich waren gerade auf dem sehr beeindruckenden alten Friedhof in Dutton Park angekommen, als uns der Sturm einholte und sich alle Schleusen öffneten. Wir suchten Schutz unter dem Dach einer Bushaltestelle und beschlossen, uns in eine Brauerei zu begeben und noch etwas zu quatschen. Die Schwüle vom Mittag hatte sich durch das Unwetter komplett verzogen und weil wir etwas nass geworden waren, brachte uns die auf Hochtouren laufenden Ventilatoren im Außenbereich zun Frösteln... drinnen war es jedoch noch viel kälter durch die Klimaanlage. Mama fand es kaum zum Aushalten, ich bin zwar auch kein großer Fan dieses Heruntergekühles, aber habe mich aber wahrscheinlich in den letzten Jahren schon etwas daran gewöhnt. Am nächsten Tag musste ich auf Arbeit, abends kam jedoch Katja vorbei. Sie hatte meinen Mama bei ihrem ersten Australienbesuch kennengelernt, damals hatten wir einige Tage bei Katja im Gästezimmer übernachtet. Es fühlte sich gut an, nun auch Gastgeber sein zu können. Wir genossen einen guten Tropfen und ein selbstgekochtes Abendessen. Am nächsten Morgen wurden Mama und ich 8.30 von Pooven abgeholt. Wir nahmen den Border Track in Angriff, von dem mir ein paar Freunde erzählt hatten. Da es kein Rundweg war und man die 22 Kilometer nicht unbedingt hin und zurück laufen wollte, stellten wir Poovens Auto in Binna Burra ab und ließen es dort über Nacht stehen, Matze würde nach Arbeit zu O`Reilleys fahren, zum Endpunkt der Wanderung. Zum Übernachten hatten wir uns auf ein Safarizelt geeinigt, dass stabile Wände und richtige Betten bot, sodass wir nicht noch abends alles aufbauen mussten. Mir war schon bewusst, dass 10 Uhr ein recht später Start für die Wanderung war. Aber ich hatte ja keine Ahnung, was uns erwartete... Schon nach wenigen hundert Metern sichteten wir eine Schlange, die sich im sonst eher schattigen Wald mitten auf dem Weg sonnte- eine Rotbauch- Schwarzotter, natürlich giftig. Danach verminderten wir unser Tempo, um Unfälle zu vermeiden. Zusätzlich verlangsamt wurden wir durch die Massen an Blutegeln, die sich auf uns stürzten als hätten sie seit Wochen keinen Menschen zu Gesicht bekommen. Pooven und ich nahmen es mit etwas Humor, Mama eskalierte zunehmend. Zugegeben, ich weiß dass es ab und an nach viel Regen ein erhöhtes Aufkommen dieser anhänglichen Blutsauger gibt, aber sowas hatte ich auch noch nicht erlebt. Bei einem Aussichtspunkt wäre ich fast ungeahnt einer weiteren Giftschlange auf die Pelle gerückt, die direkt an der Kante zusammengerollt schlief. Natürlich hatten wir auch entspanntere Tierbegegnungen, wir sahen und hörten zahlreiche Vögel, unter anderem den "Catbird" (Katzenvogel) und den "Rufous Fantail" (roter Fächerschwanz). Als wir am letzten Aussichtspunkt ankamen, stand die Sonne schon recht niedrig. Ich hatte vor wenigen Monaten an genau diesem Aussichtspunkt mit ein paar Leuten gepicknickt, damals waren wir einen Rundweg von O`Reilleys aus gewandert, entlang an zahlreichen Wasserfällen. Statt nun den letzten Kilometern des Bordertracks zu folgen, schlug ich vor, den Wasserfallweg einzuschlagen, der war auch gewissermaßen eine Abkürzung... wenn man die Höhenmeter mal außen vor lässt. Zunächst ging der Weg leicht bergab und der erste Fall zeigte sich in spektakulärer Pracht. Wir bekamen sogar ein Tier zu sehen, dass es nur in dieser Ecke von Australien gibt: den "Lamington Crayfish", ein blauer Flusskrebs- benannt nach dem Nationalpark. Er (oder sie?) saß mitten auf dem recht schmalen Weg und wirkte wenig beeindruckt davon, dass wir versuchten, an ihm vorbeizugehen. Zu voller Größe aufgerichtet und mit erhobenen Scheren machte er einige drohende Schritte in unsere Richtung. Ein Umgehen bot sich nicht an, der Weg war zu beiden Seite zu steil und rutschig. Beherzt griff ich mir also einen Stock, den ich als eine Art Schutzschild zwischen mich und den Krebs hielt. Beeindruckend von dieser Begegnung setzten wir unsere Wanderung fort, doch unser Hochgefühl legte sich schon nach wenigen Minuten: Die sonst sehr idyllischen  und leicht passierbaren Stellen, wo man auf der Spitze oder am Fuß der Fälle kreuzen musste, waren durch den schweren Regen der hier anscheinend in den letzten Tagen gefallen war, komplett unter Wasser. Wir kämpften uns durch kaltes schnellfließendes knietiefes Wasser, wieder und wieder. Das Dämmerungslicht war inzwischen einer fast vollkommenen Dunkelheit gewichen, mit so viel Wasser überall war es an einigen Stellen praktisch unmöglich, den Weg noch zu erahnen. Besonders schlimm war die letzte Kreuzung, noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. Mein Akku hatte inzwischen den Geist aufgegeben, Kopflampen hatte ich in meiner optimistischen Haltung nicht eingepackt. Mama zum Glück schon, aber der Akku gab langsam aber sicher schon den Geist auf. Außer mehreren Metern durch hüfttiefes Wasser gab es nur eine Stelle, die sich zum Passieren bot: eine Art Rinne, durch die die Wassermaßen rauschten, um nur wenige Meter weiter einen Fall hinunterzustürzen. Wie tief dieser Fall konnte man bei den Lichtbedingungen unmöglich nachgucken, aber sicher tief genug, um sich einige Knochen zu brechen. Ein Ausrutschen oder Fall im Wasser musste also unter allen Umständen vermieden werden. Ich sah mir unsere Seite an und fand schließlich eine Stelle die nicht ganz so glatt wirkte. Mit einem massiven Herzklopfen nahm ich etwas Anlauf und sprang. Ich rutschte nicht besonders beim Landen und hatte das Gefühl, dass ich nicht allzu knapp gelandet war. Mit einem recht aufgesetzt optimistischen Gesichtsausdruck drehte ich mich zu meinen zwei Mitstreitern um. Mamas Gesicht sah selbst in dem nur sehr dimmen Licht deutlich bleich aus. Pooven sprang auch und ich war sehr dankbar, dass er die Hand nach Mama ausstreckte, ich hatte so schwitzige Hände, dass ich kein Vertrauen hatte, dass ich sie beim Landen stabilisieren konnte- erreichen konnte man sich leider nicht von der anderen Seite. Als er sich über das Wasser beugte, sah ich kurz ein Licht fallen, nach einer Schrecksekunde wurde mir klar, dass zwar Pooven noch wohlbehalten neben mir stand, sein Handy jedoch aus seiner Tasche gefallen war. Bis ich das Geschehen eingeordnet hatte, war es vermutlich schon längst am Fuße des Falles. Nur eine Sekunde später war Mama gelandet und der Druck auf meiner Kehle legte sich etwas. "Tut mir leid wegen deinem Handy", sagte ich zu Pooven, denn ich fühlte mich natürlich schon veantwortlich, ich hatte diese "Abkürzung" vorgschlagen. Er zuckte nur mit den Schultern, was passiert war war passiert. Wenigsten ging es uns soweit gut. Nach einer weiteren halben Stunde mit nun nur noch einer Lichtquelle erreichten wir die Zivilisation und hatten auch wieder Empfang. Inzwischen war es kurz vor 21 Uhr. Matze war auch sehr verspätet, er war gerade erst auf der Zielgeraden zum Camp. Da der Zugangscode für unsere Unterkunft in einer SMS auf Poovens Telefon war, mussten wir nun erstmal einen Mitarbeiter finden. Zum Glück wohnten die meisten vor Ort, es gab ja keine Stadt im Umkreis von weniger als einer Stunde Fahrzeit. Eine ganze Truppe saß gerade beim Abendessen und nach einer kurzen Erklärung bekamen wir teilweise leicht belustigte bis schockierte Reaktionen und auch den Code. Nach einem etwas in Eile zubereiteten Abendessen und einigen Gläsern Matze- Eigenbräu kamen unsere Lebensgeister so langsam zurück. Am nächsten morgen fühlten wir drei Wanderer uns immer noch etwas zermürbt, wir freuten uns aber sehr über die gefiederten Besucher auf unserer kleinen eigenen Terrasse. Einige King Parrots (Königspapageien) und einige Crimson Rosellas (Pennantsittiche) saßen auf der Ballustrade. Da sie offensichtlich öfters mal von Leuten gefüttert wurden, kam man relativ nah an sie heran. Wir liefen eine recht entspannte Runde zu den "Morans Falls", eine Route ohne waghalsige Flussquerungen oder Blutegel. Mittags stärkten wir uns in Canungra, wo Mama und ich dann blieben und etwas herumschlenderten während die Jungs Poovens Auto holten. In den nächsten zwei Tagen schwellten meine 2-3 Blutegelbisswunden leider extrem an, ich hatte regelrecht einen Elefantenfuß. Mama wollte unbedingt, dass ich zum Arzt gehe, ich war mir aber sehr sicher, dass es sich nur um eine Art allergische Reaktion und nicht etwa um eine Sepsis oder Infektion handelte, also schmierte ich diverse Salben drauf und wartete. Ich ging die nächsten Tage auf Arbeit, an den Nachmittagen unternahmen wir aber etwas zusammen. Am 23. fuhren wir zum Schwimmen an die Kiesgrube nach Daisy Hill, es war gut dass sich die Mittagshitze bereits etwas gelegt hatte. Heiligabend spielten wir Kartenspiele mit Pooven und aßen ganz traditionell Kartoffelsalat und Würste (ja. geht auch in vegan). Zum Plätzchenbacken war die Zeit etwas knapp geworden und Mama verstand auch, dass bei uns jetzt nicht so die Weihnachtsstimmung aufkam bei über 30 Grad. Am nächsten Mittag kamen Shannens Mutter und ihre Schwester Regan und wir genossen ein tolles Weihnachtssessen zusammen. Shannen hatte sehr viel Mühe investiert, um ihre Mutter mit veganisierten Weihnachtsgerichten zu überzeugen, da sie da leider recht unaufgeschlossen ist und generell mäkelt. Zum Glück ist meine Mama da viel unkomplizierter. Am 26. brachen wir morgens Richtung Towoomba auf, nach einer Wanderung durch zum Teil hüfthohes Gras und recht vielen Höhenmetern schöenderten wir durch die Stadt. Mama gefielen die historischen Gebäude im Art Deco Stil, wie zum Beispiel das alte Kino, einige Museen und Kirchen. Wir übernachteten in einem freien Camp in Leyburn, idyllisch am Fluss zwischen majestätischen Eukalypten gelegen. Beim Aufbauen wurden wir musikalisch begleitet von einem Schwarm Kakadus und beim Toilettenblock graste eine Känguruhfamilie. Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise fort und erkundeten den Kwiambal Nationalpark, wo wir uns die Nachmittagswärme im Fuße eines Canyons im Wasser vertrieben. Mama brauchte etwas, um sich reinzutrauen, es half sicher nicht, dass das Wasser ein paar grüne Algen am Rand hatte (da kommt die Wasserkontrolleurin bei ihr durch) und ein paar oberschenkeldicke Fische zu sehen waren. Abends hatten wir gerade eine Partie Wizzard beendet, als ein Gewitter aufzog. Mama verkroch sich ins Auto und fühlte sich sichtlich unentspannt, ich kochte betont unbeeindruckt (etwas Angst vor Gewitter habe ich schon, aber ich war besorgter, von einem Ast getroffen zu werden als von einem Blitz) im Schutze unserer Markise Abendessen. Am nächsten Morgen waren die Temperaturen deutlich angenehmer und wir hatten die Nacht trocken überstanden, selbst Matze der in seinem Zelt auf dem Gras geschlafen hatte. Ich ging mit Mama auf einen Spaziergang, während Matze unser Camp abbaute. Wir fanden eine nette Stelle, um uns im Fluss zu erfrischen, wie am Tag vorher hatten wir die schöne Natur für uns allein.  Wir setzten unsere Reise fort und machten einen Zwischenstop bei "Rocky Creek", wo es einen geologisch interessanten Flussabschnitt gab. For Millionen von Jahren hatte ein Gletscher eine Vielzahl verschiedener Steine akkumuliert, die nun alle zusammengepresst exponiert waren, glattpoliert durch den Fluss. Das Wasser war angenehm kühl und es gab sogar ein paar kleine Fälle, an die man sich für eine nette Rückenmassage lehnen konnte. Plötzlich entdeckte ich eine schwarze Schlange im Gras, aufgeregt winkte ich Mama zu mir heran. Einen Moment später glitt die Schlange plötzlich ins Wasser und schwamm vehement flussaufwärts, direkt auf uns zu. Auch wenn ich wusste, dass sie nicht darauf aus war, uns Schaden zuzufügen, trat ich den Rückzug an, nicht dass sie sich auf meinem Stein ausruhen wollte und sich durch meine Anwesenheit bedroht fühlte. Leider verlier ich sie dann aus den Augen und Mama bekam sie nicht zu Gesicht. Die Tatsache dass Schlangen so gute Schwimmer waren gefiel ihr gar nicht. Am Nachmittag fuhren wir die kurvige Straße in den Mount Kaputar Nationalpark hoch, ich hatte schon befürchtet, dass dieser gesperrt werden würde, die Buschfeuergefahr war seit dem Vortag offiziell auf die zweithöchste Stufe gestiegen. Im Gegensatz zu Brisbane hatte es in den Gegenden die wir die letzten zwei Tage passiert hatten, seit Wochen keinen Tropfen Regen gegeben. Nachdem wir unser Camp errichtet hatten, brachen wir zu einer Nachmittagswanderung auf. Die Temperaturen waren durch die Höhenlage deutlich angenehmer. Wir genossen tolle Ausblicke und sahen ein riesiges Känguruhalpha. Nachts gewitterte es dann wieder, zum Glück ohne großartigen Sturm. Am nächsten Tag liefen wir eine Runde entlang des Plateaus und genossen einen sonnengeschütztes Picknick mit Blick auf grasende Känguruhs. Es zog wieder ein Gewitter auf, wir trauten uns nur mit einem leicht mulmigen Gefühl die letzten Stufen zum Gipfel des Kaputar hoch. Die Aussicht mit den bedrohlichen Wolken und einem bewaldeten Bergpanorama belohnte uns für unseren Mut. Mount Kaputar zählt nun definitiv zu einem meiner Lieblingsnationalparks, die Flora und Fauna ist wegen seines speziellen Klimas selten und wunderschön. Am nächsten Tag fuhren wir über einen Allradtrack Richtung Osten und spazierten eine Runde durch Barraba, ein kleines verschlafenes Nest mit zahlreichen Mauerkunstwerken und niedlichen Läden. Diese konnte man allerdings nur von außen ansehen, fast alles im Dorf hatte bis nach Neujahr geschlossen. Abends erreichten wir Tamworth, das jedes Jahr die Austragungsstätte von Australiens größtem "Country" Musikfestival ist. Ich hatte uns für die Silvesternacht ein Airbnb gebucht, damit wir nett essen gehen konnten, nicht von Moskitos gepiesackt werden konnten und falls wir Lust hatten noch etwas feiern gehen konnten. Wir aßen in einem leckeren chinesischen Restaurant mit leider etwas zu kalt eingestellter Klimaanlage- wir hatten uns allerdings in weiser Voraussicht Strickjacken eingepackt. Später spielten wir Karten und guckten die Liveübertragung des Feuerwerkes in Sydney, außerdem wurde ein Robbie Williams Auftritt von seiner Australientour zeitgleich übertragen. So sehr reizte uns ein Pubbesuch dann doch nicht... Zwei Tage später kamen wir bei Effie, Rob und seinem Sohn Zeph an. Ich freute mich, die Fretchenrasselband wiederzusehen. Mama haderte etwas mit ihren Zähnen und kuschelte deshalb lieber mit den beiden Katzen. Wir halfen Effie so viel wie wir konnten in den zwei Tagen und genossen ihr leckeres hausgemachtes Essen. Mama war sehr beeindruckt von den zahlreichen  eklektischen Kunstwerken, die Effie schuf. Es fiel mir schwer, mich wieder zu verabschieden, Effie war so eine gute Seele. Wahnsinn, wie viel ihrer Energie, Zeit und Ersparnisse sie für dem Tierwohl widmete. Ich wünschte, sie würde nicht 7 Stunden Fahrzeit weg wohnen. Nach einem Besuch der Ellenborough Falls machten wir uns auf den Weg nach Kempsey, wo ich vor 6 jahren gestrandet war, weil die Benzinpumpe des Pajero den Geist aufgegeben hatte. Im Unterschied zu damals genoss ich die Zeit diesmal und stellte fest, dass es einige gute Secondhandläden und hübsche Grafitis in dieser Stadt gab. Wir schliefen auf dem Showgroundscampingplatz, der sich recht sicher anfühlte- Kempsey hatte eine der höchsten Kriminalitätsraten in ganz Australien. Am nächsten Tag ging es ans Meer, wir besuchten den Hat Head Nationalpark (übersetzt "Hutkopf-Nationalpark", wer hat sich bitte diesen Namen einfallen lassen?!). Während einer wunderschönen Küstenwanderung sahen wir Schildkröten, Känguruhs und sogar eine Schlange. Wir fuhren weiter bis zur Woolgoolga Brauerei wo wir die milde Nachmittagssonne mit ein par guten Kaltgetränken genossen. Wir übernachteten beim Corindi Reservat Campingplatz und schlugen unser Nachtlager windgeschützt zwischen Teebäumen und Eukalypten auf. Den einzigen Nachteil dieser Sumpfvegetation stellte eine sehr gesunde Moskitopopulation dar. Am nächsten Tag hatten wir eine etwas kürzere Fahrt vor uns, wir mussten diesmal die Sandfahrfähigkeiten unseres Autos einsetzten um zum Campingplatz zu gelangen. Der "Station Creek Campground" lag ein paar hundert Meter vom Strand entfernt in einem bildhübschen Wäldchen, ein von Mangroven gesäumter Bach zog zahlreiche Vögel (und natürlich Moskitos) an. Obwohl natürlich aufgrund der Schulferien wie überall entlang der Küste recht viele Leute unterwegs waren, hatten wir unsere Ruhe und keine unmittelbaren Nachbarn. Wir machten eine kleine Strandwanderung und Matze und ich schwammen über die Flussmündung rüber zu den "Red Rocks", eine auffällig rote Felformation bestehend aus rotem Quarz (Jasper) und anderen eisenhaltigen Gesteinen. Mama war das Ganze nicht so geheuer, sie setzte sich stattdessen an den Strand und beobachtete eine Vogelkolonie. Der Felsen war leider in 1841 der Ort, wo eine Gruppe Aboriginals, gejagt von einer berittenen Siedlerpatroullie, über die Klippe in den Tod getrieben wurde. Solche Ereignisse gab es leider im 19. Jahrhudert allzu oft, oft gab es solche Massaker mit der Begründung, dass die Aboriginals Kühe gestohlen hatten und auch einfach Land betreten hatten, dass ihnen nicht "gehörte". Wir anmaßend von den Siedlern, sich Land unter den Nagel zu reißen, um dann die eigentlichen Bewohner dafür zu bestrafen, ihrem nomadischen Lebensstil und Traditionen zu folgen und zu passieren oder aus Nahrungsnot entstanden durch Abholzung und andere Aktivitäten der Siedler eine Kuh zu essen. Zum Glück werden diese historischen Ereignisse heute deutlich kritischer betrachtet und es wird auch in Schulen darüber geredet. Viele europäische benanne Orte haben inzwischen auch wieder ihren von den Aboriginals verwendeten Namen- Zum Beispiel "Meanjin" für Brisbane, was in der Aboriginalsprache "Ort der blauen Wasserlilien" heißt. 

Für den nächsten Morgen hatte ich mir mal den Wecker gestellt, ich wollte gern den Sonnenaufgang am Strand sehen. Mama kam auch mit, außer uns war nur ein Fotograf am Strand. Um die Spiegelung der von hinten bereits knallorange angeleuchteten Wolken zu fotografieren, watete ich durch den Fluss, der hier ins Meer mündete. Ich machte Mama auf einen Stachelrochen aufmerksam, der eingebuddelt im Sand verborgen lag. Das demotivierte sie leider, mitzukommen. Gegen Mittag kamen wir in Grafton an, wo gerade alle Jacarandabäume ihre lilanenen Kleider zur Schau stellten. Wir besuchten eine süße Kunstgallerie und bummelten durch einige Läden. Nachmittags besuchten wir Iluka, wo es einen der letzten Küstenregenwälder Australiens gibt. Von Dünen geschützt ragen Urwaldriesen und Strangulierfeigen auf. Umliegende Wälder wurden bereits zum Häuserbau abgeholzt oder für Bodenschätze plattgewälzt, erst 1986 ist das Gebiet unter Schutz gestellt worden. Es war angenehm kühl im Wald, auf unserer Wanderng begleitete uns stetiges Wellenrauschen. Mama hatte leider seit unserem Bodyboardfahren 3 Tage zuvor und Umknicken am selben Tag Schmerzen im Knöchel. Die Schwellung schien nicht schlimmer zu werden aber eben auch nicht besser, zum Arzt wollte sie bisher nicht. Deshalb mussten wir Touren zu Fuß etwas kürzer halten. Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft in Suffolk Park, ein paar Kilometer südlich von Byron Bay. Der Gastgeber Andrew, der ursprünglich aus Indien kommt, hieß uns sehr herzlich willkommen und da seine Frau Jackie gerade auf Reisen ist, bietete er uns ihr Zimmer an, sodass wir kein Extrabett aufstellen müssen und mehr Privatsphäre haben. Ich war begeistert, wie Mama sich abends allein auf der Terrasse mit Andrew unterhielt, wenn ich dabei war, wurde ich oft als Wörterbuch zu Hilfe gezogen und Konversationen liefen weniger flüssig. Nach 2 Wochen in Australien war sie sprachlich schon deutlich selbstbewusster geworden. Unser Ausflug nach Byron am nächsten Tag gefiel ihr gut, es gab natürlich einige schöne Läden und wir aßen Mittag in einem leckeren veganen Restaurant, wo man sich am Buffet selbst einen Teller zusammenstellen konnte. Es regnete immer mal wieder, das hielt uns aber nicht davon ab, noch zum Leuchtturm zu laufen. Von dort oben aus hatte man eine tolle Sicht auf die Rochen und Schildkröten, die sich auf Nahrungssuche um die Felsen am Fuß der Steil abfallenden Küste schlängelten. Nach einer weiteren Übernachtung ging es dann am nächsten Nachmittag wieder zurück nach Brisbane, es stand ein veganer Markt an, auf dem ich arbeitete. Mama ruhte sich etwas bei uns zuhause aus. Am nächsten Tag besuchte ich mit Mama in eine Ausstellung, in der man viele historische  Neonleuchtstoffröhrenschilder/-schriftzüge bewundern konnte, die früher hier an vielen Gaststätten und Läden hingen. Nach eine kleinen Tour entlang historischer Orte in Brisbane aßen wir bei einem meiner Lieblingsrestaurans Mittag und entspannten uns danach in den Roma Street Parklandschaften. Am nächsten Morgen begann mein temporäres Haus- und Hundhüten, 15 Fahrtminuten von unserem Haus entfernt. "Houdini", ein Windhund, war charakterlich etwas mehr wie eine Katze als ein Hund, gut erzogen und auf Spaziergängen sichtlich uninteressiert an anderen Hunden. Hundemama Nikki wusste Bescheid dass ich an einem der Tage auf Arbeit musste und hatte mit Besuch und sogar Übernachtungsgästen gar keine Probleme. Also kam meine Mama schon am ersten Tag vorbei und wir entspannten uns eine Weile auf den sehr bequemen Sesseln und verwöhnten Houdini mit ausgiebigen Streicheleinheiten. Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Logan und besuchten die Kunstgallerie und nachmittags das Koalazentrum in Daisy Hill, wo Mama sich sehr freute, endlich Koalas zu Gesicht zu bekommen. Und zwar nur wenige Meter entfernt, denn sie saßen auf künstlichen "Bäumen", in die frische Eucalyptusäste gehangen worden. Die drei Koalas, die in dem eingezäunten Bereich leben, haben Verletzungen beziehungsweise Krankheiten (Clamydia ist sehr verbreitet bei Koalas und führt häufig zu Blindheit und Deformationen) und können deshalb (noch) nicht ausgewildert werden. Das Besucherzentrum ist eine öffentliche Einrichtung, kein privater Zoo und nimmt keinen Eintritt, außerdem darf man die Koalas nicht im Arm halten, wie das einige Zoos für viel Geld anbieten. Koalas sind keine Kuscheltiere und genießen den Kontakt zu Menschen nicht. 

Leider ist dann der Tag des Abschiedes gekommen, Mama musste zurück nach Deutschland und ich musste wieder arbeiten. Zwei Tage schlief ich noch in meiner Hundehütewohnung, ich fühlte mich etwas einsam, vor allem abends. Houdini munterte mich auf und Nikki bedankte sich überschwänglich, als sie zurückkam und meinte, sie würde mich in Zukunft gern wieder in Anspruch nehmen.

Auf einen Blick

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Begleitung
Mit Familie (3)
AbenteuerlichEntspannendKulturell
  • Ellenborough Falls
  • Hat Head Nationalpark
  • Red Rocks
  • Koalas in Daisy Hill
  • Roma Street Parklands
NaturStrandRoadtripTransitTierwelt
Clara und MatzeWie ein Newsletter: jeder neue Beitrag kommt per Mail.
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