Rund um San Gil - Bergdörfer und Natur pur
Nach Medellín und Kaffeedreieck fahren wir rund 12 Stunden weiter östlich in die Region rund um San Gil. Die Stadt selber ist wirklich nicht schön, dafür aber das idyllische...


Veröffentlicht: 08.03.2025























Nach gut 6 Monaten in Südamerika beenden wir unseren Trip in Bogotá. Als Hauptstadt Kolumbiens und Metropolregion mit über 10 Millionen Menschen ist Bogotá einfach mega groß und erstreckt sich mit 2600 m auf einer Hochebene. Das kühlere Wetter mit Regenschauern bekommen wir auf unserer guided City-Radtour direkt zu spüren - doch bald zeigt sich die Sonne und wir können die Vielfalt Bogotás erleben!
Neben modernen Straßenzügen stoßen wir auch auf historische schöne Häuser. Besonders begeistert uns die tolle Streetart - gefühlt auf jeder freien Hauswand findet sich ein Mural oder Graffiti!
Beim Fruit-Tasting auf einem Markt essen wir die verschiedenen, sehr schmackhaften Früchte Kolumbiens - Viele kennen wir bereits, doch ein paar Sorten probieren wir zum ersten Mal 😋
Die Curuba gehört zur Familie der Passionsfrüchte. Sie schmeckt säuerlich-würzig.
Die Guayaba schmeckt süß-sauer und hat etwas von Birnengeschmack.
Wir lernen, dass manche Früchte sich einfach nicht für den Export nach Europa eignen, da sie schneller verderben und z.B. nur bestimmte Avocadosorten verschifft werden.
Wir dürfen den kolumbianischen Nationalsport Tejo ausprobieren, genau genommen ist es ein Saufspiel! 😅 Mit massiven Metallscheiben wird auf einen Lehmkasten geworfen. Ziel ist, Schwarzpulverpäckchen zu treffen, die rund um einen Stahlring angeordnet sind und knallen, wenn sie getroffen werden.
Nördlich von Bogotá besichtigen wir noch ein absolutes architektonisches Wunder: die Salzkathedrale von Zipaquirá. Am Rande der Stadt befindet sich eine katholische Kirche in einem riesigen Salzbergwerk.
In mehreren Stollen wurden Anlagen, wie die Kirchenschiffe, Kapelle und ein Kreuzweg, gebaut. Es gibt auch noch Cafés, Shops und ein Museum in dem Bergwerk.
Die religiösen Installationen unter Tage werden mit wechselndem Licht sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Wir sind beeindruckt!
Hier noch eine abschließende Einschätzung: Gerade Kolumbien haben wir geliebt (wobei das Folgende grundsätzlich auch für Argentinien, Bolivien und Peru zutrifft)! Das Land ist sehr vielseitig und schön. Es ist nicht sonderlich gefährlich. Die Menschen sind sehr freundlich, das Reisen ist einfach und günstig. Das Essen ist lecker und hat gute Qualität.
Politisch gesehen hat sich Kolumbien entwickelt und ist relativ stabil. Im Kernland gibt es keine Kämpfe von Paramilitärs oder der Farc. Allerdings existieren weiterhin verschiedene Guerillagruppen in den Grenzgebieten zu Ecuador und Venezuela. Dies liegt vor allem daran, dass Kolumbien hat weltweit am meisten Kokain exportiert und es von Drogenbanden außer Landes geschmuggelt wird. Wir haben uns aber immer sicher gefühlt und konnten uns auch abends frei bewegen, wenn wir die Gegend kannten.
Ein enormes Problem für Kolumbien ist, dass auch heute noch viele Großgrundbesitzer existieren. Menschen, die in der Vergangenheit vertrieben worden waren, dürfen weiterhin nicht zu ihrem Land zurückkehren. Eine Landreform steht noch aus. Nach der Coronapandemie gibt es wieder einen leichten Aufschwung. Wirtschaftswachstum kommt aber nur einer kleinen Anzahl von Menschen zu Gute. Kolumbien ist eines der Länder mit der ungerechtesten Wohlstandsverteilung der Welt. Armut ist weit verbreitet! Nur wer studieren kann, hat die Chance auf einen gutbezahlten Job. Der Mindestlohn liegt bei umgerechnet 250 € im Monat.
Die Regierung ist leider zu korrupt und nicht stark genug, um diese Ungerechtigkeiten zu lösen. So gibt es auch eine große Gruppe an Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben und sich mit gering bezahlten Jobs durchschlagen müssen.
Wir sind traurig, dass wir nun diesen wunderbaren Kontinent Südamerika verlassen - er hat so viel zu bieten!
