châteaugeschichten
châteaugeschichten
vakantio.de/chateaugeschichten
Zuletzt in Frankreich

I'm a Barbie-Girl!

Veröffentlicht: 06.07.2026

Fahrt
Pariser Becken → … → Aube
300 km · Autobahn
Sehenswert
Aube
France
Attraktion
Lac d'Orient
France
Sehenswert
Chavanges
Chavanges, France
Attraktion
Église Saint-Nicolas d'Outines
Outines, France
Sehenswert
Outines
Outines, France
Die letzte Etappe führt uns auf der Autobahn über dreihundert Kilometer Richtung Osten. 

Dreihundert Kilometer durchs Pariser Becken, dreihundert Kilometer unendliche Weiten, riesige Äcker, Meere voller reifer, sonnengelber Getreideähren. Kein Hügel, kein Baum, kein Strauch, keine Orte. Soweit das Auge reicht, plattes, grenzenloses Land. Der Blick wird lediglich durchbrochen von Unmengen gigantischer Erntemaschinen, deren Mähwerk bis zu zwölf Metern Breite erreichen kann. Auf fruchtbaren Lössböden findet Weizen beste Anbaubedingungen, auf dem hecken- und waldfreien Gelände wächst das Baguette. 

Wir durchqueren Frankreichs bedeutendste Kornkammer.
Reifer Weizen
Am Ziel angelangt, empfängt uns ebenfalls das Dröhnen der Mähdrescher. 
Schon im Juli vor drei Jahren haben wir die Entspanntheit der Trockenen Champagne zu schätzen gelernt. Und die Ruhe, wenn die Erntekolonnen Feierabend haben.
Das Landschaftsbild ist auch hier durch ausgedehnte Ackerflächen geprägt. Es wächst nicht nur Weizen und Gerste, sondern auch Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Sonnenblume, Schlafmohn und recht viel Hanf. Kein Wein!
Barbie grüßt aus dem Hanf - natürlich THC-frei!
Jetzt wird der Weizen gedroschen und kräftige Windböen wirbeln riesige Staubwolken auf. 
Touristisch ist das Gebiet nur wenig erschlossen. Der Lac d'Orient lädt zum Bade ein und auf dem Fluss Aube lässt es sich gut paddeln. Wir verbringen einen einsamen Tag an dessen Ufer und ärgern uns zum ersten Mal, das Schlauchboot nicht an Bord zu haben. Auch wenn uns dieser Umstand wahrscheinlich vor einer eingehenden Kontrolle durch die Gendarmerie bewahrt hat. 
An der Aube

Jetzt wäre es schon schön, sich von der Strömung die vielen Windungen des Flusses entlangtreiben zu lassen. Das Wasser ist glasklar und eiskalt. Eisvögel flattern am Ufer entlang, Pirole flöten ihr Lied, Enten und Schwäne ziehen ihre Runden, dicke Fische springen platschend aus dem Wasser. 

Wir lassen die Seele baumeln und entspannen. 

Gekonnt drehen wir dabei dem ausgebrannten Autowrack den Rücken zu. Wenn wir etwas auf unseren Reisen gelernt haben, dann den Dingen, die wir nicht ändern können, mit Ignoranz zu begegnen. Nun diskutieren wir Theorien, was hier passiert sein könnte: 
1. Die Mohn-Mafia ließ einen Konkurrenten heiß verschwinden.
2. Ein fränzösisches Liebespaar hatte zwischen fünf und sieben dermaßen heimlichen und heißen Sex, dass sich die Sitzpolster entzündeten.
3. Ein Park4Night-User war ein Mal zu oft an diesem Platz und die Locals machten ihm Feuer unter dem Hintern.
Was ist hier wohl passiert?
Ich plädiere für Nummer drei, ihr kennt meine Meinung zu dieser Plattform. Der Held hingegen ist von der zweiten Variante überzeugt, auch das wundert wohl niemanden.
Wir können die Frage nicht endgültig klären, denn wir müssen die Heimreise antreten. 
Fachwerk in Chavanges
Die dicken schwarzen Rauchschwaden, die hinter der nächsten Baumreihe aufsteigen, führen wir auf ein brennendes Erntegerät zurück, die bei hohen Temperaturen schon mal in Flammen aufgehen können. Möglicherweise fackelt gerade ein niegelnagelneuer, millionenschwerer New-Holland-Mähdrescher ab.
Oder befindet sich dort etwa noch ein Park4Night-Geheimtipp?
Outines
Vorbei an kleinen Fachwerkkirchen in charmanten, sehr französischen Dörfern nähern wir uns Kilometer für Kilometer der deutschen Grenze.
Èglise Saint-Nicolas d'Outines
Der Kangoo hat auf dieser Reise die Dreihunderttausend-Kilometer-Marke tapfer und unbeschadet überschritten. Mindestens die Hälfte davon auf französischen Straßen. Wir hoffen, dass er noch ein bisschen durchhält, denn die nächste Tour ist schon in Planung.
Fachwerk in der Champagne
Ach ja, und hier noch die Antwort auf die ungefähr eine Million Mal gestellte Frage, was diese amerikanische, antifeministisch-kapitalistische Konsumpuppe auf den täglichen Statusfotos zu suchen hat: wir unterstützen die Initiative "Barbies for future", die sich gegen die Verarbeitung von Plastik in Spielzeug und Kinderarmut engagiert. 
Nein-nein, das ist ein schöner Gedanke, aber natürlich ein Scherz! 
Auf dem ersten Flohmarkt der Tour wühlte ich einem Karton voller Barbie-Equipement. Nach einer halben Stunde der Suche nach Schuhen, Handtaschen und Glitzerkleidchen bot mir der kleine Monsieur am Stand an, die ganze Kiste für drei Euro mitzunehmen. Ich rief: " Ohnein-ohnein-ohnein!" 
Doch Zappa brummte: "Na klar!"
Jetzt fahren etwa 15 Barbies und ganz viele kleine Schuhe mit uns durchs Land und sind für das streng geheime Projekt von Kollegin Nadine bestimmt. Was sie damit vorhat?
Keine Ahnung! Wirklich nicht.
Aber wir hatten auf jedem Flohmarkt ganz viel Spaß!
Sonnenuntergang in Lothringen


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
EntspannendAbseits der Pfade
  • Autobahnfahrt durch das Pariser Becken
  • einsamer Tag an der Aube
  • Lac d'Orient zum Baden
  • Fachwerkkirchen in der Champagne
  • Barbies und Flohmarkt-Fund als Running Gag
Schlauchboot
RoadtripNaturKultur
châteaugeschichtenFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)

Kasivor 6 Tagen
😆

Frankreich
Reiseberichte Frankreich