Call me Emma!
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Wein und Kanadische Gastfreundlichkeit in Kelowna

Für meine nächste Geschichte muss ich etwas ausholen. Ich bitte also um Geduld! :) Ganz zu Anfang meiner Reise in Krakau machte ich die Bekanntschaft einer sehr netten Kanadierin (Dara-Lynn), die mit ihrem Hund Tango mehrere Monate durch Osteuropa reiste. Wir unterhielten uns damals gut und sie erzählte mir von den kanadischen Weingütern in British Columbia, unter anderem nahe ihrer Heimatstadt Kelowna. Ich hatte noch nie davon gehört, dass in Kanada Wein angebaut wird und beschloss nach unserer Unterhaltung einmal in das Weingebiet zu reisen. Interessanterweise traf  ich auf meiner weiteren Reise in Costa Rica auf eine kanadische Sommelierin, auch aus British Columbia und auf andere Kanadier, die mir auch davon erzählten.

Als es also an die Planung meiner Route durch Kanada ging, kontaktierte ich Dara-Lynn, um sie nach Empfehlungen in der Region zu fragen. Zu meiner Überraschung lud sie mich direkt zu sich nach Kelowna ein, was ich dankend annahm. Und so setzte ich mich nach zwei Tagen in Vancouver in den Bus nach Kelwona, um diese Reisebekanntschaft nach fast einem Jahr wieder zu treffen

Allein die Fahrt nach Kelowna war ein tolles Erlebnis. Die Landschaft aus Bergen und Wäldern, sah genau so aus, wie ich es in einem Fotobuch über Kanada gesehen hatte, das ich einmal von meinem Opa geschenkt bekommen hatte - nur natürlich noch viel beeindruckender. Ich sah sogar einige Rehe und zwei Elchkühe! Kurz vor Kelowna bot sich mir ein wunderschöner Blick über den  Okanagan See, über dem sich am Himmel zwei Regenbögen abzeichneten.

Kelowna selbst war um einiges größer, als ich gedacht hatte. Der Bus brauchte etwas eine halbe Stunde von einem Ende der Stadt zum anderen. Meine Gastgeberin holte mich am Bus ab und kümmerte sich auch sonst ganz rührend um mich. Sie nahm sich die nächsten Tage viel Zeit für mich, machte Ausflüge mit mir, ich lernte eine gute Freundin und ihre Familie kennen. Gleich am ersten Abend gingen wir mit ihren Eltern essen, da ihr Vater Geburtstag hatte und an meinem letzten Abend, lud ihre Oma uns zum Essen ein (wo ich viel über den Jade-Abbau in Kanada lernte und einen Nachbarn von ihr kennenlernte der ursprünglich aus Friedberg kam!). Ich fühlte mich so willkommen und fast schon als Teil der Familie! Für so viel Gastfreundlichkeit, kann ich einfach nur dankbar sein und hoffe, mich irgendwann einmal revanchieren zu dürfen.

Natürlich durften Besuche in den Weingütern nicht fehlen und so besuchten wir in drei Tagen bestimmt zwölf Weingüter und mindestens in acht machte ich eine Weinprobe... In den meisten Weingütern kann man ohne Anmeldung für fünf kanadische Dollar eine Weinprobe machen (mit meist fünf Weinen) und wenn man sich entscheidet eine Flasche zu kaufen, werden die fünf Dollar beim Kauf verrechnet. Unter den Weingütern war auch eine Met Kelterei und auf dem Weg hielten wir an einer Lavendelfarm.

Unter den Weingütern gab es einige außergewöhnliche und ich lernte bei einer Führung und in Gesprächen während der Weinproben einiges über die Philosophie oder die Kunst des Weinkelterns. Hier einige meiner Favoriten:

Arrow Leaf: Ein Weingut in Lake Country nördlich von Kelwona. Dort hat mir persönlich der Wein am besten geschmeckt. Von der Weinstube hat man einen wundervollen Blick über die Weinberge und den See. Im Außenbereich gibt es die Möglichkeit sich sein eigenes Picknick mitzubringen und dann in Ruhe den Wein zu verkosten

Blind Tiger: Auch ein Weingut in Lake Country, das Bio-Wein produziert. Das Weingut liegt inmitten von Weinbergen, die Weinstube ist total urig und der Winzer sehr nett. Der Name kommt übrigens aus der Zeit der Prohibition, als Lokale Tiger- oder Schweinefiguren in ihre Schaufenster stellten, die entweder eine Augenbinde trugen oder nicht, um so den Kunden zu signalisieren, ob das Lokal unter Beobachtung der Polizei stand.

Frequency Winery: Dieses Weingut hat eine ganz besondere Art ihren Wein zu keltern. In der Weinstube ist ein Tonstudio, in dem lokale Bands kostenlos Musik einspielen können. Die Winzer sind daran interessiert, wie sich die Frequenzen der Musik auf den Wein auswirken und beschallen die Weinfässer eines Weins über lange Zeit immer mit der gleichen Musik. Das soll sich dann auf das Sediment und die Wassermoleküle im Wein auswirken. Geschmacklich konnte ich die Auswirkung der Musik, zwar nicht ausmachen, aber das Konzept ist trotzdem spannend und das Weingut bestimmt einen Besuch wert.

Neben den Weinproben gingen wir Fahrradfahren auf einer alten Bahnstrecke im Mayra Canyon und schwimmen im See (obwohl, eigentlich war ich die einzige die schwamm! Dabei war das Wasser schon deutlich kälter, als das was ich vom Golf von Mexiko und der Karibik gewohnt war). Die Tage in und um Kelwona vergingen also wie im Flug und bald war es Zeit mich von Dara-Lynn und Tango zu verabschieden und mich auf den Weg nach Vancouver zu machen, von wo es dann nach Vancouver Island weitergehen sollte.

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