Reisefieber - Alltag ade

Wir haben bestens geschlafen und fühlen uns richtig ausgeruht und beginnen den Tag gemütlich mit den Leckereien, die zum Frühstück für uns in der Küche bereit stehen: frisches Obst, Marmelade und endlich Mal wieder Brötchen. Erst um 10 Uhr kommen wir los, voller Energie für den Tag, aber wir haben auch nur eine kurze Etappe von ca. 12 km vor uns. Heute ist die Landschaft geprägt von Kaffeeplantagen auf den Hügeln, die wir hinaufsteigen. In der Ferne haben wir Blick auf den 3432m hohen Schichtvulkan Irazú, der damit der höchste Vulkan Costa Ricas ist. Der Tag ist sehr angenehm, nicht zu heiß mit einem kleinen Lüftchen, dass uns die sehr steilen Aufstiege leichter macht (300 hm allein auf den ersten zwei Kilometern). Wir genießen die tolle Sicht auf die saftigen Berge und könnten uns auch irgendwo in Vietnam befinden. Plötzlich hören wir lautes Hundekläffen näher kommen und kurze Zeit später kommen zwei Hunde auf uns zu, einer davon eine sehr aggressiv wirkende Bulldogge. Ich habe ja schnell Angst vor größeren Hunden, aber auch Chris hat ziemlich Muffensausen, denn das Herrchen pfeift sie zwar zurück, aber so richtig hören die darauf nicht. Wir überlegen gerade, wie wir unsere Wanderstöcke zur Abwehr einsetzen können, als sie widerstrebend von uns ablassen. Wir müssen noch einen Fluss queren, um etwas Abstand zwischen uns zu bekommen, der leider etwas tiefer ist. So schnell hatten wir selten die Wanderschuhe aus und wieder an. Erleichtert laufen wir weiter. Eigentlich hatte ich unterwegs ein Spa-Hotel rausgesucht mit Restaurant zum Essen und ggf. Option einer Fußmassage vor Ort, aber als wir dort ankommen erzählt uns der Türsteher im Anzug am Tor, dass das Hotel seit zwei Jahren geschlossen ist. Wir wissen erst nicht, ob wir das wirklich glauben sollen oder ob man uns zwei verschwitzte Backpacker nur einfach nicht reinlassen will. Also legen wir eine kleine Pause mit unseren mitgebrachtem Snacks ein. Bereits 14 Uhr erreichen wir unsere über Airbnb vorgebuchte Unterkunft Navarro Mountain Dream, einem idyllischen Häuschen auf Stelzen am Hang. Als wir jedoch dort ankommen, sind die Besitzer ganz verwundert, dass wir sagen, dass wir eine Reservierung haben. Sie hätten keinerlei Info darüber und es hätten gerado auch schon andere Leute dort eingecheckt. Wir haben bereits im Voraus bezahlt und sind sehr verärgert. Chris versucht knapp zwei Stunden mit dem Besitzer ein Signal fürs Internet zu erhaschen, um die Sache zu klären, aber am Ende scheint der Fehler tatsächlich bei AirBnb zu liegen. Anschließend gehen wir in dem winzigen Dorf mit knapp 20 Häusern auf Suche nach einem Schlafplatz und finden eine kleine Finnhütte, die ein Mann als Ferienhäuschen nutzt. Wir haben dennoch ein ganz leckeres Abendessen im Haus der ursprünglichen Unterkunft und hoffen, dass wir bei der lauten Musik der Fiesta nebenan schlafen können. Hauptsache wir haben ein Bett für die Nacht.

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