Wo sind Cerina und Marius?

Auf diesen Seiten werdet ihr es herausfinden!

Deutschland: Bullitour in den Harz

Nach unserer Rückkehr aus Nepal wohnten wir erst mal ein paar Wochen bei Marius Eltern. Die Coronakrise nahm ihren Lauf und unsere geplante Bullitour um die Ostsee wurde immer unwahrscheinlicher. Nichtsdestotrotz machte Marius den Bulli startklar. Es waren ein paar Reparaturen fällig, der TÜV musste neu und ein paar Dinge, die wir in Jimbo in Neuseeland kennen gelernt hatten, wurden nun auch in unseren VW Bus installiert. Mitte April konnten wir dann endlich mal wieder los, zumindest in Schleswig-Holstein dachten wir uns. Da wir fast autark mit dem Bulli sind, war das auch mit der Kontaktbeschränkung vereinbar. Die erste Nacht wurde in der Nähe von Aukrug auf einem Wanderparkplatz verbracht, endlich wieder draußen schlafen! Am nächsten Tag gings in Richtung Geltinger Bucht. Doch den schönen Platz mit Feuerstelle sollten wir nicht erreichen... Auf halbem Wege fing der Bulli an rumzuzicken. Er nahm kein Gas mehr an, ging teilweise aus und fuhr dann doch zeitweise wieder. Es fühlte sich an, als ob irgendetwas blockieren würde. Bremsen gecheckt, Antriebswellen gecheckt, nichts. Alles gut. Dann sahen wir jede Menge Luftbläschen in der Dieselleitung. Die gehören da nicht hin. Dieselfilter ausgebaut, ausgeschüttelt und da kamen jede Menge Schmodder heraus. Ohje, was war denn das? Wir fuhren erst mal weiter, mittlerweile hatten wir die Richtung gewechselt: wieder nach Hause… Dann ging gar nichts mehr. Marius rief den ADAC, welcher uns dann einen kleineren Vorfilter eingebaut hat, anstelle des großen Dieselfilters. Schon im Testlauf sammelte sich Dreck in diesem. Ein Freund erzählte uns am Telefon, dass Diesel schlecht werden kann, wenn er zu lange gelagert wird. Diesel hat einen relativ hohen Bio-Anteil und der sorgt dafür, dass der Kraftstoff flockt, dass sich Algen oder so bilden und somit die Filter dicht setzt. Der Diesel war seit Juli 2019 im Tank, seitdem wir ihn vor unserer Abreise nach Kanada eingelagert hatten. Vollgetankt, sind ja schlau. Wo keine Luft ist, kann auch nix rosten. Der Herr vom ADAC bestätigte uns die These der Dieselpest und empfahl den teuren V-Power Sprit zu tanken, da hier der Bioanteil deutlich geringer ist. Das werden wir bei der nächsten Einlagerung tun! 

Mit dem Vorfilter kamen wir, mit einmal Reinigen zwischendurch, wieder bis nach Hause. Am Abend bauten wir noch den Tank aus und staunten nicht schlecht: Alles grün dort drin! Da auch der Rost schon am Tank geknabbert hatte, bestellte Marius einen neuen und lackierte ihn in einem schönen auffälligen rot! Dann noch neue Leitungen, neue Filter, neue Dichtungen und alles wieder einbauen. Bulli schnurrte nach einer Woche wieder und Cerina stellte das erste Reisefotobuch fertig.

Die sieben Sachen und genug Verpflegung wurden gepackt und wir fuhren in Richtung Harz. Schon seit 2014 sammeln wir die Stempel der Harzer Wandernadel, was auch dazu führt, dass man immer wieder in andere Gegenden im Harz fährt. Diesmal war unser Ziel Bad Sachsa. Wir suchten uns ein paar schöne Wanderwege heraus und liefen los. Die erste Tour am ersten Tag war direkt mal 17 km lang. Und da das noch nicht reichte, machten wir am Abend nochmal 3 km. So bekamen wir am ersten Tag 4 neue Stempel in unser Sammelheft. Das Wetter war so ein richtiges Aprilwetter: Sonne, Wolken, Regenschauer, Niesel, von vorne. Während des Schauers waren wir glücklicherweise entweder in einer Schutzhütte oder suchten Schutz unter einem Baum. Am Ende trocknete die Sonne uns wieder. Passt!

Man beachte das Mitbringsel aus Nepal

Die Touren am nächsten Tag waren mit 11 km und 3 km zusammen etwas kürzer, die Beine jaulten danach allerdings auch ein bisschen. Nach einer kurzen Shoppingtour durch Bad Lauterberg (es gibt neue Flausen, die wir ausprobieren wollen ;-)) suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen, holten den Kocher raus und füllten die abgewanderten Kalorien wieder auf. Die Walpurgisnacht im Harz verlief ohne Hexenstreiche, keine Hexe hatte eine Starterlaubnis. 
Obwohl wir noch länger im Harz hätten bleiben können und auch wollten, fuhren wir wieder nach Norden. Einige Stempelstellen, die uns noch fehlen, liegen im Sachsen-Anhaltschen Teil des Harzes und Sachsen-Anhalt ist für den Tourismus noch gesperrt, was wir respektieren. Daher machte es nicht viel Sinn länger dort zu bleiben. Es hat ja eh kaum was auf. Auf dem Weg nach Norden machten wir noch einen Abstecher nach Bad Grund. Noch auf die Schnelle zwei Stempel holen, ehe wir den Harz verließen. Für den Ersten wanderten wir durch einen Wald, der voll mit Bärlauch war. Oben beim Hüttenwirt angekommen, konnte man dann auch Bärlauch-Likör kaufen. Haben wir uns nicht getraut (es war auch erst 10 Uhr :P). Dafür gabs Kartoffelpuffer und Strammer Max und eine herrliche Aussicht vom Albertturm. Die zweite Stempelstelle lag im „Weltwald“, einem Wald, in dem Bäume aus aller Welt (wie der Name ja sagt) angepflanzt sind. Vor dessen Toren gibt es einen Fels, an dem wir überall Ösen für Kletterseile sahen. Leider hatten wir unsere Ausrüstung nicht dabei, da müssen wir dann wohl nochmal hin.
Bärlauch!

Obwohl sich der Bulli wieder super fuhr, tauchte schon auf dem Hinweg das nächste Problem auf, natürlich ohne Zusammenhang zu den vorherigen Baustellen: die Kupplung rutscht. Auf gerader Strecke oder Bergab ist das kein Problem. Nur beim Bergauffahren wirds nervig.. Harz hat ja nur paar Serpentinen... Also muss bald schon wieder etwas repariert werden, naja, er ist ja auch schon 32 Jahre alt.

Mit unseren gemütlichen 57 PS zogen wir gen Norden, pennten ein letztes Mal auf niedersächsischem Grund, machten einen kleinen Stadtrundgang in der Lüneburger Innenstadt und fuhren hoch bis nach Kiel. Für unser nächstes Abenteuer brauchen wir nämlich Räder und die stehen noch dort in der Garage. Bis dahin!

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