Wo sind Cerina und Marius?

Auf diesen Seiten werdet ihr es herausfinden!

Deutschland: Eine Radtour nach BaLi

Auf unserer Bullitour im Harz kam Cerina auf einmal die Idee mit dem Rad die Familie in Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen. Mit dem Auto durfte man ja noch nicht herein, mit dem Fahrrad wird das schon gehen, dachten wir uns. Dass das nicht die beste Idee im Sinne des Infektionsschutzes ist, ist uns durchaus bewusst, wir wollten es trotzdem machen und waren dank unserer Ausrüstung ziemlich autark. Also los: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher usw. ab in die Fahrradpacktaschen, Kette geschmiert, Reifendruck kontrolliert und los ging´s!

Am ersten Tag ging es durch Hamburg bis nach Großensee. Durch Großstädte zu fahren macht uns nicht so Spaß, es ist einfach zu stressig. Am Abend besuchte uns noch Cerinas beste Freundin mit dem Motorrad und wir genossen den Abend gemeinsam. 

Unsere Tour führte uns am nächsten Tag über Trittau, Mölln, den Schaalsee entlang bis nach Zarrentin, wo wir die Grenze nach MV passierten. Dort hatten wir auch schon die erste kleine Panne: Der vordere Schaltzug von Marius Fahrrad riss. Er riss aber so glücklich, dass wir ihn wieder einhängen konnten. Zum Glück, denn der einzige Fahrradladen in Zarrentin war geschlossen. Wir rollten über Schotter, Kopfsteinpflaster und auch tolle Fahrradwege noch bis nach Parum. Das waren 80 km und unsere Knie und Beine beschwerten sich über den Kaltstart mit fehlender Vorbereitung. Das Kochen in der Hocke vorm Zelt ging dann unter Fluchen vonstatten.

Morgens ging es dann schon wieder etwas besser. Man wird halt während der Tour fit für die Tour! Gegen Mittag rollten wir über das Dorf "Dümmer" in Schwerin ein und machten eine Pause vor dem Schloss, ehe wir uns leckere Pizza vom Italiener herausholten.

Satt und etwas träge fuhren wir noch bis kurz vor Lübz, so dass wir fast 83 km auf dem Tacho hatten. Wir wollten schon vorher aufhören, jedoch fanden wir keinen Schlafplatz und wir waren nur von Rapsfeldern umgeben. Zwischen Bauernhof und Kläranlage lag eine schöne Wiese, die niemanden gehörte und genau dort bauten wir unser Zelt auf.

Wir näherten uns der Mecklenburgischen Seenplatte: Am Plauer See bei herrlichstem Sonnenschein rasteten wir eine ganze Weile. Wuschen Wäsche und uns (brrr, kalt!!) und sonnten uns am Ufer. Von dort war es nur noch ein kleines Stück bis Klink an der Müritz. Wir tranken ein Radler am leeren Sandstrand und fanden dann ein Platz zum Zelten tief im Wald. Am Abend kam noch ein Reh vorbei, welches wir durch die Zeltöffnungen beobachteten. Einmal waren wir doch zu laut und es rannte wie gestört davon. Wusstet ihr, dass Rehe dann bellen? Wir haben es dort zum ersten mal gehört.

In Waren an der Müritz holten wir uns ein zweites Frühstück und fuhren dann entlang der Bahnschienen bis nach Kratzeburg, wo wir den ersten Teil der Familie mit unserer Ankunft überraschen wollten. Doch Marius Rad fuhr sich auf einmal sehr schwammig, was war los? 1 km vorm Ortseingang war das Hinterrad platt! Packtaschen ab, Fahrrad auf den Kopf, Rad raus, Schlauch flicken, alles wieder zusammenbauen und dann weiter. Laut klingelnd fuhren wir auf das Grundstück und beendeten den Mittagsschlaf von Cerinas Oma. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten riesig. Wir zelteten im Garten und wurden von ihr gut versorgt.

Ein paar Kilometer noch und dann erreichten wir unser Endziel Dabelow, wo Cerinas Vater wohnt. Nach 350 km waren wir sehr stolz auf uns, die Beine und Knie hatten sich dran gewöhnt, unsere super-sexy-Gel-Radlerhosen haben uns den Ar*** gerettet und es ist erstaunlich wenig zu Bruch gegangen, obwohl wir teilweise echt miese Straßen erwischt haben. Es gibt gute Radwege, die manchmal einfach aufhören. Man kann dann die Bundesstraße entlangfahren und die Spur mit großen, schnellen LKWs teilen, oder eben einen Umweg fahren. Und der sicherere Umweg besteht dann meist aus Kopfsteinpflaster, Schotterpisten, manchmal Sand…

Eine kaputte Packtaschen nach 40 Km. Haben wir mit Kabelbindern repariert.

Mit uns trafen auch die Eisheiligen ein, es wurde kalt, es fror in der Nacht, aber wir entspannten ein paar Tage im Haus. Als es draußen wieder wärmer wurde, wurde es auch für uns Zeit zu gehen. Jedoch wollten wir noch nicht nach Hause, denn wir hatten ein neues Ziel: Bad Liebenwerda (kurz: BaLi ;)), wo unsere Nichte und Cerinas Schwester wohnt. Laut Navi weitere 270 km, mit einigen Abstechern links und rechts. Also gings wieder los! Am zweiten Tag erreichten wir Berlin, posierten mit den Rädern vorm Schloss Charlottenburg und trafen uns mit Marius Bruder und seiner Freundin. Auch wir hatten uns schon lange Zeit nicht mehr gesehen. Es gab Döner und dann mussten wir auch schon wieder weiter, in Berlin kann man nicht so gut Wildzelten. Zwischen zwei Seen bei Kleinbeuthen fanden wir einen herrlichen Platz zum Zelten. 

Von dort über Luckenwalde, wo wir im Café unseren Kaffedurst stillten, nach Juterbog, wo wir uns beim Griechen den Magen vollschlugen bis nach Jessen (Elster). Man kann während einer Radtour wirklich unglaublich viel Essen und hat auch immer Hunger, wirklich bemerkenswert. Morgens gabs immer selbstgemachtes Knuspermüsli, mittags Obst oder was sich anbot und abends kochten wir. Warum wir den Abstecher nach Jessen gemacht haben, wissen die, die uns kennen wohl. Dort gibt es allerdings nicht viel. Ein Schloss mit Schlosspark, ein leerer Marktplatz, der am Samstagnachmittag total ausgestorben zu sein scheint und ein Weingut, dessen Besitzer nur für uns noch einmal den Laden aufschloss. An der schwarzen Elster hinterm Deich schlugen wir unser Lager für die Nacht auf.

Die letzten Tage fuhren wir also mit dem Rad durch Brandenburg und nun auch ein Stück durch Sachsen-Anhalt. Man hat ja schon gehört, dass Brandenburg leer ist, was auch wirklich stimmt, aber das Stück durch Sachsen-Anhalt war noch leerer. Das geht? Ja, wir fuhren etwa 10 km auf einer Landstraße, wir trafen auf dieser Strecke vielleicht 3 Autos, ansonsten hatten wir die Straße für uns allein und fuhren Slalom um die Fahrbahnmarkierungen.

Nach einer Pause in Herzberg fuhren wir entlang der Schwarzen Elster bis nach Bad Liebenwerda. Ein paar Tage verbrachten wir nun dort und dann nahmen wir die Bahn zurück nach Hamburg.

Zumindest war das unser Plan. Die Bahn sah das anders und verwies uns aus dem ICE in Berlin, da wir keine Fahrradreservierung hatten. Weder am Automaten noch in der App haben wir herausgefunden wie das gehen soll. Dann saßen wir also in Berlin fest, denn es war der letzte ICE nach Hamburg an diesem Tag. Glücklicherweise konnten wir unser Ticket umbuchen auf einen IC am nächsten Morgen und mussten nur die Fahrradreservierung draufbezahlen. Wir fuhren zu Marius Bruder, schliefen eine Nacht in seiner Wohnung und konnten dann am nächsten Morgen wieder nach Hause fahren.

Am Ende haben wir 630 km mit unseren Rädern zurückgelegt. Wir sind stolz auf diese Leistung, hatten viel Spaß und haben Freude am Radreisen gefunden. Mal gucken was noch so kommt. Nun entspannen wir erstmal ein paar Tage, gehen auf Wohnungssuche und überlegen, was wir noch so machen können.


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