Faszination Inle See
Beeindruckende Tage in Nyaung Shwe, dem Tor zum Inle Bergsee mit seinen berühmten Einbeinruderern und super Bootstour auf dem Inle See.


Veröffentlicht: 15.07.2017




































Am Tag nach unserer erfolgreichen und faszinierenden Bootstour auf dem Inle See hieß es für uns abermals früh raus aus den Federn, da an diesem Tag unser Trekking zu einem Bergdörfchen auf dem Programm gestanden hatte. Das perfekte Frühstück in unserem Hotel hat uns jedoch, wie auch bereits am Vortag, ausreichend für das frühe Aufstehen entschädigt.
Für das Trekking hatten wir über unser Hotel einen lokalen Guide engagiert, der uns zusammen mit Annika und Paul über den gesamten Tag begleitet und geführt hat. Zudem hat er uns mit wirklich gutem Englisch einiges über die Region, die Pflanzen, die Landwirtschaft und viele weitere Themen erklärt und nahezu auf jede Frage eine Antwort gewusst. Ong, unser Guide, war ein absoluter Glücksgriff und wir würden ihn an dieser Stelle gerne besser empfehlen, jedoch hat er keine Handynummer, E-Mailadresse oder Homepage. Wer daher an einem ein- oder mehrtätigen Trekking in der Region interessiert ist, sollte sich am Besten im Hotel Emperior Inle nach Ong erkundigen ;-)) - es lohnt sich.
Unser Trekking-Abenteuer startete direkt in unserem Hotel um 08:00 morgens. Nach kurzem Weg durch den Ort Nyaung Shwe führte uns der Weg direkt in Richtung Berge. Schon im ersten kleinen Dörfchen, das wir passiert hatten, gab es für uns einiges zu sehen. So sind wir direkt an der „Küche“ einer kleinen Schule vorbeigewandert, in der gerade das Essen für die vielen hungrigen Kinder zubereitet wurde.
Der nächste Stopp führte uns in eine kleine Höhle und buddhistische Tempelanlage in einem Kloster, die wir gerne besichtigt hatten. In der Höhle hatte ein Mönch tatsächlich bis vor wenigen Jahren gewohnt, bis ein kleines Häuschen von wohlgesonnenen Buddhisten für ihn gespendet wurde. Gleichzeitig sind knapp 1.000 kleine Buddhastatuden in der Höhle, die den kurzen Besuch für uns wirklich sehr interessant gemacht hatten.
Anschließend startete für uns der Aufstieg und wir konnten einige Burmesen bei der Feldarbeit und Landwirtschaft beobachten. Es ist wirklich unvorstellbar, wie hier noch die Felder bewirtschaftet werden und erinnert an das vorige Jahrhundert in Deutschland. Auch die Unterkünfte der Erntehelfer verdienen kaum den Namen und sind lediglich ein schäbiges Dach über dem Kopf. Einmal mehr kamen uns die Gedanken, wie gut wir es doch im Vergleich haben und wie froh wir darüber sein müssen.
Während der Wanderung sahen wir zudem auch, wie bspw. Drachenfrucht, Papayas, Mangos und andere Köstlichkeiten angebaut werden. Nach einem längeren Anstieg, der lediglich von einem kurzen Regenschauer durchbrochen wurde, haben wir dann eine kleine Pause eingelegt, in der wir unsere Schuhe vom Dreck befreien mussten. Schon kleine Regenmengen hatten ausgereicht, um den Boden in eine Art Lehm zu verwandeln, der unbarmherzig an den Schuhen klebte und wir so unfreiwillig ein paar gefühlte Kilogramm den Berg hinauf transportiert hatten. Gleichzeitig hatten wir aber trotzdem wieder einmal Glück mit dem Wetter, da in der Regenzeit eigentlich mit sehr viel mehr Regen zu rechnen ist, für uns blieb es allerdings bei einem Regenschauer an diesem Tag.
Einen weiteren interessanten Stopp hatten wir an einer kleinen Hütte, in der ein Mann doch ernsthaft, mitten in den Bergen um den Inle See, wohlgemerkt in Myanmar, Feuerwerk-Raketen in mühevoller Handarbeit produzierte :-D. Erstaunt haben wir zugesehen, wie er die Raketen herstellt, welche für einen Wettbewerb in ein paar Monaten produziert werden, in dem es um das Prestige des Heimatdorfes geht.
Nach einem weiteren Anstieg wurden wir dann mit einem tollen Panorama belohnt...
Unser Ziel der Wanderung, ein kleines Bergdörfchen, hatten wir dann kurz nach Mittag erreicht und wir staunten nicht schlecht sowohl über die Gastfreundschaft, als auch die Bewirtung die wir genossen haben, denn das Mittagessen war schlicht weg der absolute Wahnsinn. So wurden uns Chips und Tee als Aperitif, gebratene Nudeln mit Gemüse und Hähnchen im Hauptgang und frische Früchte zum Dessert neben Kaffee und Tee gereicht und das in einer doch ziemlich dürftigen Behausung.
Beispiele hierfür sind das „Toilettenhäuschen“ und das „Badezimmer“.
Für den Abstieg hatte Ong einen anderen Weg, als den Hinweg gewählt, sodass wir nochmals einen unterschiedlichen Eindruck von Land und Leute bekamen. Womit man in Myanmar immer rechnen muss ist, dass einem ein Mönch über den Weg läuft, egal wo man sich gerade befindet :-).
Auf die Frage, wohin er gerade wandert, antwortet er, dass er auf dem Weg in ein Kloster sei, ungefähr nochmals 3h zusätzlicher Aufstieg nach unserem besuchten Bergdörfchen, wohl gemerkt in Flip Flops...
Für uns war die super interessante Wanderung schließlich nach 22km , überwundenen 350 Höhenmetern und vollbepackt mit unzähligen Eindrücken dann schließlich zu Ende und das Belohnungsbierchen sollte nicht lange auf sich warten lassen :-D.
An unserem letzten Tag in der Taunggyi-Region stand noch ein Besuch der Pindaya Caves an, welche sich ca. 60km und 1,5h Fahrt von Nyaung Shwe befinden. Hierbei handelt es sich um eine buddhistische Tempelanlage in einer Höhle mit unzähligen Buddha-Statuen. Die Höhle ist schön anzusehen und ganz interessant zu besuchen, jedoch sind die meisten Buddha Statuen erst in den letzten Jahren gespendet worden, sodass uns die Höhle mit den vielen Buddhastatuen doch etwas an eine Attraktion rein für Touristen erinnert hat.
Auf der Fahrt hatten wir übrigens einen „wahnsinnigen“ Fahrer, der vor absolut keinem waghalsigen Überholmanöver zurück geschreckt ist und auch nur im Notfall, d.h. wenn sich mal wieder eine Kuhherde auf die Straße verirrt hatte, gebremt hat.
Nach dem Besuch der Pindaya Caves hatten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in einer Schirmmanufaktur, in der in mühevoller Kleinstarbeit Regenschrime und Deko-Schirme hergestellt werden. Von der Produktion des Papieres, bis zum Endprodukt wurden uns die einzelnen Produktionsschritte erklärt. Bei der manuellen Holz-Drehmaschine und der Holzbearbeitung staunten wir dabei nicht schlecht.
Nachdem wir 4 vollgepackte Tage in Nyaung Shwe hatten, sollte für uns mit der Tag-Busfahrt nach Bagan das nächste Myanmar-Highlight auf uns warten.
