Hawaii – Down Under – Land of the Kiwi– Down Under
Seit unserem letzten Eintrag haben wir gefaulenzt, einer der beeindruckenden und schönsten Städten der Welt einen Besuch abgestattet, uns auf Spurensuche nach Elfen, Hobbits...


Veröffentlicht: 13.09.2018




































Bye bye Australia, G’day Kängurus, Koalas, Delphine, Quokkas und wie ihr alle heisst. Es war uns eine Ehre und hat unglaublich viel Spass gemacht Euch zu besuchen.
Gerade sitzen wir im Flugzeug, das uns von Perth nach Singapur befördert. Wir blicken auf knapp einen Monat Reise in Westaustralien zurück. Ein Monat mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Die ersten 14 Tage waren äusserst autofahrintensiv und wir haben knapp 6‘000 Kilometer abgespult. Die darauffolgenden zwei Wochen stand ‚Entschleunigung‘ im Vordergrund und wir haben uns in einem Radius von rund vier Fahrstunden aufgehalten. Aber der Reihe nach.
Ab in den Norden
Mit Reiseziel Broome sind wir in Perth gelandet und haben unseren Campervan abgeholt. Die erste Nacht wollten wir im Yanchep Nationalpark verbringen, weshalb nach einem kurzen Einkauf die Abfahrt Richtung Norden bevorstand. Dieser äusserst kleine Nationalpark liegt rund eine Fahrstunde von Perth entfernt und ist der einzige Ort in Westernaustralien, wo wilde Koalas leben. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht und so sahen wir bereits an unserem ersten Abend einige Kängurus. Der nächste Morgen war dann einfach nur fantastisch. Aufgrund der Zeitumstellung erwachten wir relativ früh (06.30 Uhr in den Ferien!!!) und machten uns auf einen Erkundungsspaziergang. Dieser beinhaltete mehr als wir uns wünschen konnten: Unzählige Kängurus – auch solche mit ihren Babys im Beutel und etliche Koalas durften wir bewundern. Herrlich!
Über die Pinacles – echt coole Steinformationen inmitten einer Wüste – setzten wir unsere Reise fort: Monkey Mia war als nächster Zwischenhalt vorgesehen. Nachdem wir bereits die wunderschöne Landtierwelt bewundern durften, folgen die Meeresbewohner: Delphine, Pelikane und Meeresschildkröten konnten wir bestaunen. Das absolute Highlight des zweitätigen Aufenthaltes war eine Kajakfahrt: ohne Begleitung stachen wir in See und erkundeten den nahegelegenen Nationalpark. Nach anstrengenden vier Stunden paddeln dann die Krönung: wilde Delphine schwammen unter unseren Kanus durch und gaben einem das Gefühl mittendrin, statt nur dabei zu sein.
In Exmouth begrüssten uns weitere Meeresbewohner: Vom Leuchtturm aus konnten wir Wale beobachten! Exmouth hatte zudem wunderschöne Sandstrände – für Schnorkelfans ein Paradies - zu bieten. Dennoch hat uns der Ort insgesamt nur mittelmässig gefallen. Dies lag vor allem an den hier oben sehr gut gefüllten Campingplätzen. In Neuseeland reisten wir ausserhalb der Saison und dasselbe galt bisher in Australien. In Exmouth herrscht indes auch im Winter Badewetter und die Touristen lieben somit diesen Ort besonders in den Wintermonaten, da es im Sommer äussert heiss wird. Hier haben wir erstmals wieder intensiv schweizerdeutsch, französisch und hochdeutsch sprechen hören – ja, wir waren unter Touristen und nein, wir mochten diesen Umstand nicht sonderlich. Es stellte sich die Frage nach der Weiterreise. Eine detaillierte Internetrecherche und umfangreiche Datenanalyse (Data mining) später (Stichwort Industrie 4.0) später, hatten wir uns entschieden:
- Eingabe bei Google: Beste Reisezeit Broome
- Antwort Google: Wintermonate (inkl. August)
- Fazit: Nein, da wollen wir doch nicht hin.
Das Ganze nahm allerdings mehr Zeit in Anspruch, als man nach dieser Lektüre meinen könnte: Denn Internet ist in Australien kein auf allen Campingplätzen verfügbares Gut. Der Entscheid war jedenfalls gefällt: Broome und seine Touristen können uns gestohlen bleiben. Wir machen uns auf und erobern das Outback, die Wüste! Und das Outback wurde seinem Namen gerecht. Zeitweise fuhren wir 250 Kilometer ohne dass eine Tankstelle, geschweige denn eine Ortschaft erschienen wäre. Einfach unser Camper, viel gekauftes Wasser und auf der linken und rechten Strassenseite Wüste – so verbrachten wir insgesamt rund fünf Fahrtage. Plötzlich erschien am Strassenrand das Schild „Billabong – noch 100 Kilometer“. Wir waren aufgeregt, dachten den Entstehungsort von Billabong zu besuchen, endlich ein wenig Abwechslung. Steht da wohl sogar noch eine Fabrik? Kann man diese erkunden? Gibt es vielleicht ein Billabong Outletdorf?
Drei Mal nein – Billabong war auch einfach eine Tankstelle (‚Roadhouse‘, wie es die Australier nennen). Viel Vorfreude um sonst.
Die Fahrerei wurde von unserem Besuch im Karijini Nationalpark unterbrochen. Wow! Das war wirklich all die Fahrstunden Wert (echt jetzt, ohne Ironie). Dieser Nationalpark war anders als alles, was wir bisher entdecken durften. Sprichwörtlich ‚in the middle of nowhere‘ ist dieser Schatz der Natur zuhause. Zwei Nächte verbrachten wir in diesem Park und bestiegen unter anderem den höchsten Berg Westaustraliens (in die Höhe) und stürzen uns waghalsig in die Tiefen der unterschiedlichen Gorges (Canyons) mit schönen Wasserlöchern, die zum Baden einluden. Ein einheimischer Dude veranstaltet zudem abends eine kleine Astronomielektion mit schönen Teleskopen. Saturn und Jupiter haben uns sehr gefallen. Die Fotos des Mondes, die geschossen werden konnten, waren allerdings der Höhepunkt.
Am Schluss waren wir wieder im Yanchep. Wer jetzt nicht weiss, was im Yanchep so los ist, hat den Bericht bis hierher offensichtlich nur überflogen und nicht richtig gelesen (zurück auf Feld eins wäre wohl angezeigt). Auf jeden Fall war der zweite Besuch ebenso toll wie der Erste. Hinzu kam ein spontan ausgetragener Boxkampf zwischen zwei Kängurus.
Lustig, wie man zwei Wochen Reisen in knapp 1.5 A4 Seiten zusammenfassen kann.
Entschleunigung und Wanderung
Nach vierzehn intensiven Reisetagen konnten wir armen nicht mehr. Wir waren so erschöpft, wie man nur erschöpft sein kann. All die Anstrengungen den lieben langen Tag. Wir brauchten eine Pause, konnten nicht mehr! Ein Bijoux einer Ferienwohnung in Busselton, südlich von Perth, lieferte uns die gewünschte Erholung. Wir haben es sehr genossen und uns viel Zeit für die Zubereitung unserer Abendessen genommen. Die Weine der Region Margret River haben wir ebenfalls sehr genossen. Keine Angst, es kam zu keiner Weinkrankheit.
Nach den erholsamen Tagen wollten wir fünf Tage wandern. Der Cape to Cape Track beginnend mit einer Zusatzschlaufe sollte uns 150 Kilometer entlang der Küste von Dunsborough nach Augusta bringen. Die ersten drei Tage verliefen grundsätzlich wunderschön und der Weg hielt was er versprach! Leider waren die Gezeiten nicht ganz auf unserer Seite und wir mussten mehrere Umwege laufen. Nachdem wir am zweiten Reisetag über 40 Kilometer gelaufen waren, wollten unsere Füsse irgendwie nicht mehr richtig. Wir entschlossen uns deshalb nach drei Lauftagen und rund 100 Kilometer die Übung abzubrechen. Wenn wir sagen, der Weg hielt was er verspricht, betrifft dies auch seine Warnung vor Schlangen. Am ersten Tag hat Karin eine gesehen: Sie versperrte uns den Weg. Thomas so: ‚Eine ist keine, hab keine Angst.‘ Fünf Minuten später meinte Karin: ‚Sind zwei auch keine?‘ Klingt hier irgendwie humoristisch, Karin wollte in diesem Moment allerdings nicht lustig sein. Die weiteren Wanderstunden auf den teilweise nur 20 bis 50 cm breiten Spaziergangwegen (links und rechts jeweils von hohem Grass oder Kniehohen Büschen flankiert), verbrachte vor allem Karin immer in latenter Angst. Schlange Nummer vier hat Karin erst entdeckt, als Thomas kräftig und schwungvoll an ihr vorbeigegangen war. Die Schlange hat Thomas nicht gestört und Thomas die Schlange nicht.
Rückblickend war der Weg aber eine der spektakulärsten Wanderungen, die wir bisher machen durften. Wir wurden auch hier von Kängurus, Walen und eben Schlangen begleitet. Danach haben wir doch noch das eine oder andere unternommen:
- Besuch von Gnomsville: eine Stadt von Gartenzwergen Nahe eines Kreisverkehrs – alles hatte damit begonnen, dass eine Person ein Zwerg hinstellte und eine andere dies irgendwie noch fancy fand und einen zweiten Zwerg platzierte. Heute zählt das Dorf mehrere Tausend Gartenzwergbewohner.
- Gloucester Tree: Die Erklimmung der 60 Meter hohen Aussichtsplatform in einer Baumkrone war für ‚Höhenangstkarin‘ eine besondere Herausforderung.
- Busselton Jetty: Der Steg verläuft fast zwei Kilometer ins Meer hinaus und hat uns sehr gut gefallen. Auch das Unterwasserobservatorium war beeindruckend, auch wenn die Sicht in den Wintermonaten überschaubar ist.
- Fremantle: Alte Koloniestadt – von hier haben die Europäer anno 1830 Westaustralien erobert.
- Perth: die grösste Stadt Westaustraliens hat uns mit ihrem gemütlichen Groove gefallen und war ein würdiger Abschluss unseres Australienaufenthalts. Bemerkenswert hier unsere Nacht im Hotel: Im Nebenzimmer war sowas von was los, dass um 02.30 Uhr die Polizei eingerückt ist und unsere Nachbarn aus dem Zimmer eskortiert wurden. Ab diesem Zeitpunkt haben wir doch noch erholsamen Schlaf gefunden.
Über das Beste zu berichten, haben wir uns für den Schluss aufgehoben: Die Rottnest Island haben wir mit Fahrrad umrundet und eine Nacht darauf verbracht. Die Quokkas (kleine Känguruart) haben sich zu Karins Lieblingstieren entwickelt (man munkelt, es hat unter anderem damit zu tun, dass sie nicht so spezielle Laute wie das bisherige Lieblingstier – Zebras – von sich geben). Die Insel zählt unzählige kleine Buchten und Strände sowie zwei Leuchttürme. Am Abend, als die Tagestouristen die Insel verlassen hatten, war die Stimmung unbeschreiblich schön.
Nun sitzen wir also hier. Im Flugzeug in Richtung Singapur. Gerade haben wir uns die Fotos von Hochzeit und der bisherigen Reise nochmals angeschaut. Unfassbar, was wir seit Mitte Mai unser Leben nennen dürfen. Wir freuen uns auf Asien – eine für uns völlig neue Welt zu entdecken. Besonders gespannt sind wir auf die Golden bridge in Vietnam sowie Ankor Wat in Kambodscha. Vom abschliessenden Thailandurlaub erhoffen wir uns, was wir bis dato sicherlich wieder dringend brauchen werden: Erholung pur!
Update: den Blogbeitrage haben wir am 9. September verfasst. Seither haben wir vier futuristisch / fantastische Tage in Singapur verbracht und sind bereits in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, zumindest physisch angekommen. Mehr dazu in unserem letzten Beitrag Ende September.