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Hawaii – Down Under – Land of the Kiwi– Down Under

Veröffentlicht: 17.08.2018

Seit unserem letzten Eintrag haben wir gefaulenzt, einer der beeindruckenden und schönsten Städten der Welt einen Besuch abgestattet, uns auf Spurensuche nach Elfen, Hobbits sowie dieses einen ganz besonderen Rings begeben und nochmals gefaulenzt.


Hawaii – Waikiki beach

Bereits während unserer Reiseplanung war uns bewusst, dass ab und an eine kleine Verschnaufpause die Verarbeitung der gewonnenen Eindrücke fördern würde. Die Tage am Waikiki beach brachten diesen erhofften Effekt sowie die gewünschte „Erholung“ des „ständig unterwegs seins“. Für einmal waren die Tage nicht gefüllt mit neuen Eindrücken, langen Wanderungen und unzähligen Autostunden, sondern mit Wäsche waschen, etwas leckerem Kochen und dem Genuss von ein-/zwei Bierchen auf unserem Balkon. Ein klein wenig haben wir dennoch auch Waikiki erkundigt: In den vier Tagen haben wir zusammengefasst eine kleine Wanderung entlang des berühmten Strandes und zum Waikiki-Hausberg „Diamond Head“ unternommen sowie das Pearl Harbour Memorial besucht. Letzteres beinhaltete die Besichtigung eines amerikanischen U-Bootes aus dem zweiten Weltkrieg und die historische Aufarbeitung des Angriffes auf Pearl Harbour, was bekanntlich der Beginn des zweiten Weltkrieges für die USA einläutete. Dieses Memorial rief uns einmal mehr in Erinnerung, dass die USA in der Neuzeit im Prinzip immer in einen Krieg verwickelt war und auch heute ist. Dies hat sicherlich einen erheblichen Einfluss auf Kultur, Selbstverständnis und Vaterlandsstolz. Sich als Schweizer effektiv in diese Lage versetzen zu können, ist nicht gerade einfach. Dass wir auch künftig nicht in den Krieg ziehen müssen, wurde uns seitens der amerikanischen Bevölkerung mehrmals versichert: Falls wir angegriffen würden, die USA würde sofort zu uns eilen und uns beschützen.

Mit dem Abflug aus Honolulu in Richtung Sydney liessen wir Amerika endgültig hinter uns und freuten uns auf das Geburtsland von Thomas.


Down Under zum Ersten – Kurzvisite in Sydney

Nach einem zwölfstunden Flug hatten wir vor, die Stadt zu erkunden. Die Karte hatten wir genau studiert. Nach dem Verlassen des Hotels mussten wir nur der Georgstreet folgen und würden nach rund 30 – 40 Minuten direkt beim Operngebäude ankommen – für Thomas klar, da kann man sich nicht verirren. Als wir nach rund 45 Minuten immer noch kein Opernhaus sahen und die Gegend nicht mehr wirklich nach Stadtzentrum aussah, hielten wir doch inne und konsultierten unsere Offlinemap. Was die Karte uns zeigte, hat uns nicht gerade gefallen. Unsere Annahme war korrekt – das Folgen der Georgstreet hätte uns innerhalb von 30 Minuten zum Opernhaus bringen sollen. Allerdings hätten wir dazu direkt vor dem Hotel nach links laufen müssen. Kluge Leser haben sicherlich bereits festgestellt, wir hatten uns für rechts entschieden. Wer nun in seinem Kopf bereits mitgerechnet hat, stellte fest, dass wir anstatt einer halben, rund zwei Stunden unterwegs waren, bis wir unser Ziel erreichten. Anstatt den Sonnenuntergang zu geniessen, war Nacht eingekehrt. Das Opernhaus sowie die Harbor Bridge waren dadurch aber nicht minder bewundernswert. Und trotz oder gerade wegen dieses länger als geplant ausfallenden Spaziergangs hat sich Karin augenblicklich sehr wohl gefühlt in Sydney (Thomas fühlt sich sowieso sehr wohl in Australien).

In Sydney haben wir den lieben Marc getroffen. Marc lebt seit über 20 Jahren in Sydney, hat uns die Stadt nochmals von einer ganz anderen Seite zeigen können. Karin bekam ihr Wurstteller (wir waren in einem Deutschen Restaurant), Thomas bekam seine Gin Tonics in der Bar Palmer & Co. Die Gins und die Tonics rutschten ähnlich gut wie die Mojitos in Vinales. Karin hat jedoch aus ihrer Erfahrung gelernt und ist frühzeitig auf Cola (nur Cola) umgestiegen. Sie hatte am nächsten Tag keine Mojito- oder präziser Gin-Krankheit. Bei Thomas waren die zu Tagesbeginn kleinen Anzeichen dieser Krankheit nach den Katerspaghetti à la Marc ebenfalls verschwunden. Der Besuch des Bondi-Beach hat Karin sehr überrascht. Sie hatte sich keinen so schönen Stadtstrand vorgestellt und den unzähligen Surfern schaute sie gerne zu (im Wasser und auch ausserhalb des Wassers). Thomas zeigte bei jedem verführerischen Blick eines Surfers auf Karins linken Ringfinger. Wer how I met your mother gesehen hat, kennt diesen Effekt: Karin sah zwar noch die Surfer, aber die Surfer sahen Karin nicht mehr.

Danke nochmals an Marc, es hat wirklich unglaublich viel Spass gemacht Dich (wieder) zu treffen! Hoffen wir, dass schon im Dezember ein Wiedersehen in der Schweiz zustande kommt. Offensichtlich müssen wir bis dato noch unseren Gin Vorrat aufstocken.


Neuseeland - Südinsel

Von Sydney sind wir mit Emirates nach Christchurch geflogen. Der Flug war echt ein Erlebnis und man fühlt sich in der Economy-Klasse als fliege man Business (zumindest, wenn man noch nie Business geflogen ist). In Christchurch haben wir unseren Campervan in Empfang genommen und machten uns (natürlich auf der linken Strassenseite) auf den Weg die Insel zu erkunden. Ein Road Trip à rund drei Wochen sollte uns von Christchurch zuerst in den Süden und anschliessend mit der Fähre auf die Nordinsel Richtung Auckland bringen. Und genau so geschah es. Unsere Reiseroute etwas detaillierter kann wie folgt beschrieben werden:

- Christchurch: Eine trübe Stimmung scheint dieser Stadt anzuhaften. Wir können nur mutmassen, dass dies seit dem Erdbeben 2011 und der grossflächigen Zerstörung der Stadt zusammenhängt. Unter anderen ist die Namensgeberin der Stadt weiterhin zur Hälfte eingestürzt und die Kirche kann nicht besucht werden – Tauben leben nun dort.

- Arthur’s Pass: Der Besuch des Wasserfalls Devils Punchbowl war wunderschön. Dies ist sicherlich dem Wasserfall an sich geschuldet, aber die Stimmung war mindestens so wichtig, dass uns der Wasserfall in bester Erinnerung bleiben wird: Wir waren zu zweit auf der Aussichtsplattform und es begann zu schneien – leider kann man dies weder in Worte noch in Bilder fassen.

- Franz Joseph Glacier: Eine Wanderung führte uns rund 700 Meter vor den Gletscher. Die vorher (Gletscher vor 15 Jahren), nachher (Gletscher heute) Bilder zeichnen das Bild, welches wir aus der Schweiz nur allzu gut kennen. Wie lange wird der verbliebene Gletscherrest wohl noch bestehen bleiben?

- Moeraki Boulders: grosse Steine liegen am Strand und bewegen sich nicht. Klingt banal, ist aber irgendwie geil!

- Abdel Tasman Nationalpark: Praktisch nur über Boot zu erreichen. Hier konnten wir eine wunderschöne vier Stunden Wanderung unternehmen. Als das Boot anlegte und die Leute für die Wanderung am Strand losschickte, stieg neben uns noch ein weiteres Paar aus, das war‘s. Ziemlich alleine konnten wir den Nationalpark erkunden.

Neben den oben beschriebenen Stationen auf der Südinsel werden uns aber insbesondere drei Erlebnisse in bester Erinnerung bleiben:

- Kaikoura: hier nächtigten wir für einmal im wunderschönen Boutique Hotel (bekamen ein gratis Upgrade; es hat schon so seine Vorteile auf Hochzeitsreise zu sein…) und assen im genialen Restaurant Zephyr (am 28. Juli 2018 waren wir 5 Jahre ein Paar).

- Oamaru: Wir übernachteten auf einem Campingplatz, wo Pinguine ihr zuhause haben. Nach erfolgreicher Jagt kehrten hunderte nach Hause zurück und wir konnten sie beobachten. Zuckersüss diese Lebewesen, abgesehen von ihren eher verstörenden Lauten. Nein Karin, wir können in der Schweiz kein Pinguin – auch kein Pärchen – als Haustiere halten.

- Mount John: Die Wanderung von rund 3 Stunden gipfelte auf dem Mount Cook, wo ein kleines, äusserst einladendes Kaffee auf seine Gäste wartet. Wir liebten den Aufstieg, den Kaffee, die Aussicht und den Abstieg. Die Fotos mit Aussicht auf den Lake Tekapo gefallen uns besonders und für einmal können wir die Erinnerung somit sogar, sofern dies möglich ist, konservieren.


Neuseeland – Nordinsel

Die Fährenfahrt ist ein Highlight. Wunderschöne Landschaften zur Linken und Rechten verzaubern einem auf der Fahrt von Picton nach Wellington und machen einem bewusst, dass man sich auf dem Weg Richtung Hobbiton befindet. Die aufspringenden Delfine verstärken diesen märchenhaften Eindruck. Die Nordinsel – so ehrlich dürfen wir sein – hat uns deutlich weniger gefallen als die Südinsel. Wobei wir die, gemäss Beschreibungen sehr schönen Teile nördlich von Auckland, nicht besucht haben. An fünf Orten haben wir uns allerdings sehr wohl gefühlt:

- Hobbiton: Lange hat vor allem Karin auf den Besuch der Hobbitsbehausungen gewartet. Leider war das Dorf nur zur Tageszeit geöffnet, wo alle Hobbits ihrer Arbeit nachgehen und somit haben wir keinen der kleinen Dorfbewohner getroffen. Was hier entstanden ist, ist aber echt wie im Märchen. 40 % der Besucher haben die Filme nicht gesehen, dann denken wir, ist der Besuch noch toll. Wer die Filme aber gesehen und wichtiger, geliebt hat, dem empfehlen wir wenn immer möglich, einmal hierher zu kommen. Hobbiton hat uns in seinen Bann gezogen.

- Te Puia: Am Maoridorf in Rotorua haben uns besonders die Geysire sowie der Einblick in die Kultur der Maori gefallen. Wenn wir Maoridorf schreiben, so ist dies auch heute noch effektiv ein Maoridorf, bewohnt von den Ureinwohnern Neuseelands. Der generell von uns gewonnene Eindruck, dass in Neuseeland ein (soweit möglich) gutes Verhältnis zwischen Maori und der weissen Bevölkerung besteht, hat sich auch hier bestätigt. Dies ist jedoch nur unser subjektiver Eindruck, ohne dass wir in Literatur zum Thema eingestiegen wären.

- Waitomo Caves: Der Anblick der tausenden Glühwürmchen in dieser ansonsten stockfinsteren Höhle hatte schon fast etwas Meditatives. Unglaublich aber wahr: alle Touristen im Bott, in dem man die Höhle erkundet, blieben tatsächlich mucksmäuschenstill (Asiaten miteingeschlossen).

- Waihi Beach: Wir konnten uns hier tatsächlich den Stellplatz Nummer 1 sichern. Das bedeutete, dass wir unseren Campervan direkt am Meer parkieren durften. Der direkt davor liegende Strand hatte sehr wenige Leute. Eine stündige Wanderung brachte uns zu einer weiteren Bucht. Dort waren wir vollkommen alleine – wunderschön! Fürs Protokoll: Die Wanderung hätte eine Stunde gedauert, hätte man sich nicht verlaufen. Wir benötigten zwei Stunden.

- Café im Sky Tower in Auckland: Ein Bierchen auf 200 Meter Höhe über Meer (wobei in Auckland Meter über Meer gleiches wie Meter über Boden bedeutet) während des Eindunkelns einer Grossstadt ist immer wieder wunderschön. Die Lichter der Nacht sind jedes Mal wieder beeindruckend.

Neben diesen Highlights hat uns auch Wellington gut gefallen und erinnerte fast ein wenig an Bern. Statt Gurten heisst der Hausberg Mount Victoria und statt der Aare liegt Wellington direkt am Meer. Wir fühlten uns dennoch ein wenig zuhause.

In Auckland haben wir zum Abschluss unserer Neuseelandreise drei Nächte verbracht. Wobei auch in Auckland ähnlich Waikiki das Nichtstun im Vordergrund stand. So haben wir an einem Tag 13 Folgen Homeland geschaut und waren nur kurz beim Inder über die Strasse. Das beste an der Nacht im Hotel gegenüber den Campern ist: ein nächtlicher WC-Besuch ist mit jeder Form von Kleidung möglich: es friert einem sicherlich nichts ab, andere Leute werden nicht sehen, was sie nicht unbedingt von einem sehen sollten.


Zu Reisebeginn haben wir eine Bucketliste für Neuseeland erhalten. Gerne informieren wir über unseren Erfüllungsgrad:

- Ausschauhalten nach dem typischen Neuseeländer: Gummistiefel und Hotpants tragende Männer: done (Karin fand vor allem die Füdlis in diesen Hotpants ganz hot, Thomas analysiert keine Männerpoos – er verhindert wenn möglich Blickkontakt)

- Mit 100 fahren (in Neuseeland gibt es gefühlt nur 100er und 50er Zonen) und eine Vollbremsung machen müssen, weil aus dem nichts eine Brücke mit Vortritt für den entgegenkommenden Verkehr erscheint: done

- Jeden Tag Cookies Time Cookies essen: 25 % Erreichungsgrad

- Betrinken und Hunger von einer Pie von der Tankstelle stillen: Wir trinken keinen Alkohol. Der Pie hat nur Thomas zu sich genommen (Karin hat sich ein Spinatquiche gegönnt mit der Erklärung: ihhhhh, so grusig gseht das us, das iss i sicher nid); 25 % Erreichungsgrad

- Kiwi Pizza essen: nicht erfüllt

- Spaghetti aus der Dose essen: Endlich wissen wir, weshalb z.T. Leute Spaghetti in eine Bratpfanne schmeissen – Dosenspaghetti klingen aber nicht nur hässlich, sie sind es auch; done

- Blinken statt Scheibenwischer betätigen oder umgekehrt: done

Fazit: Für ganz alles hat es nicht gereicht, aber ein genügend würden wir uns ausstellen. Uns hat Neuseeland wirklich ausgezeichnet gefallen und wir werden sicherlich eines Tages wiederkommen.


Ausblick

Australien wir kommen! Vier Wochen Perth retour im Campervan warten auf uns – wir freuen uns sehr! In rund 1.5 Monaten sind wir wieder zurück. Daran wollen wir aber noch nicht aktiv denken. Wir geniessen die Zeit als wäre es eine „once in a lifetime experience“.

Update 17. August 2018: bereits sind wir vier Tage in Australien unterwegs und konnten Bekanntschaft mit diversen kleinen und grossen Tieren machen. Zudem haben wir den Zustand des Australischen WIFIs auf Campingplätzen (welches WIFI?) erlebend dürfen, weshalb sich die Publikation etwas verzögert hat.

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