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Einmal Zentralamerika to go, bitte! - Dana und Julian berichten

Guatemala #1 - Flores & Tikal

Szenenwechsel zum vierten Kapitel 

„Bienvenidos al corazón del mundo Maya“ – „Herzlich Willkommen im Herzen der Mayawelt", mit diesen Worten hieß uns ein riesiger Banner an der guatemaltekischen Grenze willkommen.

Nachdem wir in Kuba, Mexiko und Belize fast ausschließlich in Küstennähe unterwegs waren, standen für das vierte Kapitel unserer Reise Guatemalas famose Berge und Seen auf dem Programm.

Der stärker bevölkerte Süden des Landes beheimatet acht der zehn höchsten Gipfel Zentralamerikas, mit teils feurigen Seelen. So sollten wir hier erstmals auf der Reise Gebrauch von unseren langen Klamotten machen. Doch dazu kommen wir ein ander Mal… 

Holpriger Start

Hinter der Grenze erwarteten uns erstmal der etwas strukturschwache Norden des Landes. Ein öffentlicher Bus brachte uns nach Flores, der auf dem See „Petén Itza" gelegenen Provinzhauptstadt.

Angekommen in einem neuen Land stand dann wieder die immer gleiche Prozedur an: Geld wechseln, lokale Sim-Karte beschaffen und Planung der weiteren Route.


Die erste Nacht in Guatemala lief jedoch nicht ganz wie geplant. Wir wurden, wenn auch mit zwei Stunden Verspätung, sehr herzlich von einem CouchSurfing-Host aufgenommen. Jedoch lebt er in sehr simplen Verhältnissen: Die Wohnung bestand aus nur einem minimalistisch eingerichteten Raum ohne Wasseranschluss, Küche oder Bad. Eine Toilette sowie eine improvisierte Dusche befanden sich neben der Wohnung im Freien. Das Haus lag an einer vielbefahrenen Straße und zahlreiche Werbetafeln machten auf das Bordell aufmerksam, welches sich direkt hinter dem Haus befand.

Es ist beachtlich, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Latinos in solch einfachen Verhältnissen leben, wir haben uns jedoch von Anfang an nicht richtig wohl fühlen können. In solchen Situationen wird man sich immer wieder seiner eigenen Komfortzone bewusst und fühlt sich etwas schlecht: Da bekommt man schon von einem Fremden die Haustür geöffnet und kann sich doch nicht wirklich glücklich schätzen. Man versucht es sich nicht anmerken zu lassen, aber als Europäer ist man dann doch wohl etwas verwöhnt. Sollte man sich dafür schämen? 

Jedenfalls ist es faszinierend wie viel weniger die Leute haben und doch umso gastfreundlicher sind. Wie schon in den anderen Ländern hatten wir mit unserem 29-jährigen Gastgeber wieder sehr nette und interessante Gespräche. 

Gepaart mit Magenproblemen und unzähligen Mosquitos bereitete uns die schwüle Hitze eine fast schlaflose Nacht. Sodass wir uns am nächsten Morgen entschieden, die sehr interessante Erfahrung zu beenden und doch lieber in ein Hostel zu all den anderen Reisenden zu gehen. Authentisches Guatemala 1, Dana und Julian 0.


Und was macht man als gewöhnlicher Rucksacktourist? – Genau, man geht sich die vom Reiseführer angepriesenen Mayastätten angucken.

Tikal


In den dichten Regenwäldern von Petén versteckt befindet sich die zum Weltkulturerbe erklärte Mayastätte Tikal. Über mehrere Jahrhunderte hinweg soll Tikal eine der bedeutendsten Mayastätten gewesen sein und gilt heute als die einzige Ruine, die es mit dem Weltwunder Chichen Itza aufnehmen kann.


Schon vor Sonnenaufgang haben wir uns von Flores aus auf den Weg gemacht, um den Nationalpark mit dem ersten Sonnenlicht zu erreichen. Unsere frühe Ankunft solle sich lohnen: Der noch in Nebelschwaden gehüllte Dschungel schien gerade lautstark zu erwachen. Direkt über unseren Köpfen flogen kleine Tukane umher, Nasenbären kreuzten unsere Wege und in der Ferne sahen wir mehrere Affen auf einem der Tempel herumklettern.



Bei den enormen Ausmaßen der Tempelanlage kommt immer wieder die Frage auf, wie so etwas von Menschenhand mitten im Dschungel entstehen konnte. Vorbei an Opferstätten, gewaltigen Stelen und tatsächlichen Sportanlagen bahnten wir uns unseren Weg durch den weitläufigen Park.


Während einige Tempel komplett freigegraben wurden, sind andere bis zur Hälfte oder gar komplett vom Regenwald verschlungen. Das beste ist jedoch, dass man die meisten Tempel besteigen darf.

Von der Spitze einer des größten Tempels bot sich uns ein gigantischer Ausblick. Über den scheinbar endlosen Regenwald legten sich immer wieder vereinzelte Nebelschwaden. Aus diesem mystischen Panorama erhoben sich die Spitzen der umliegenden Tempel, welche wie schlafende Giganten über den Dschungel zu wachen schienen. Die Stille wurde immer wieder von Brüllaffen gebrochen, welche sich in der Ferne durch die Baumkronen schwangen. Die ganze Szene kommt King Louie‘s Affenpalast aus dem Dschungelbuch tatsächlich sehr nahe.

"El corazón del mundo Maya" hat uns schon einen Einblick in seine mystische Pracht gegeben.


Saludos!

D&J

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