Davao – Städtereise der besonderen Art
Die Philippinen mit ihren 7641 Inseln sind ein traumhaftes Ziel für Strandferien. Aber ein Land lernt man nur kennen, wenn man auch seine Städte besucht, zum Beispiel Davao.

Veröffentlicht: 22.05.2026














Ich reise Ende Mai 2025 mit vielen gemischten Eindrücken aus Davao nach Cebu weiter, von der drittgrössten in die zweitgrösste philippinische Stadt. Wie gesagt, habe ich die traumhafte Insel Palawan diesmal verschmäht. Ganz auf den Strand will ich aber nicht verzichten und fliege deshalb von Davao auf die kleine Insel Panglao, die von dem grösseren Bohol durch eine Meerenge getrennt ist, über die zwei Brücken führen.
Eine Woche lang nächtige ich in einem Mini-Resort nahe der berühmten Alona Beach auf Panglao. Das Resort habe ich wegen guter Kritiken auf agoda und booking.com gewählt, wegen des relativ günstigen Preises von 28 Euro pro Nacht und vor allem wegen seines Namens: Es nennt sich «Positano» und erinnert mich an luxuriösere Reisen an die Amalfi-Küste vor 40, 45 Jahren, als diese noch nicht komplett überlaufen war.
Die Alona Beach ist allerdings ebenfalls proppenvoll mit Touristen, unter ihnen viele Philippiner aus der Grossstadt Cebu, die nur etwa 85 Kilometer jenseits der Strasse von Cebu liegt und mit einer Fähre mit Bohol verbunden ist. Von Cebu aus erreicht man den Hafen von Tagbilaran, der Hauptstadt von Bohol, in gut zwei Stunden.
An der Alona Beach reiht sich ein Strandrestaurant ans nächste. Ich miete oben an der Hauptstrasse ein Motorrad, um an weniger belebte Strände zu gelangen. Und für einen Tag buche ich einen Gruppenausflug ins Innere der Insel Bohol.
Ausflug ins Innere der Insel
Bohol bietet einige Sehenswürdigkeiten. Da wäre die Kirche in der Ortschaft Baclayon unweit der Inselhauptstadt Tagbilaran. Zwei spanische Jesuiten gründeten 1595 die katholische Gemeinde und liessen die Kirche erbauen. Sie ist die älteste Steinkirche der Philippinen.
Die Chocolate Hills oder Schokoladenhügel im Inselinnern heissen so, weil sie in der Trockenzeit, wenn das Gras braun wird, wie eine überdimensionierte Kreation aus Schokolade wirken. Auf einen der höchsten dieser 1268 halbkugelförmigen Hügel führt eine Strasse. Über eine lange Treppe erreicht man den Aussichtspunkt. Allerdings ist im Frühling alles grün; mit Schokolade würde man diese surreal wirkende Landschaft, die sich über mehr als 50 Quadratkilometer erstreckt, in diesem Moment nicht assoziieren.
Zudem ist Bohol bekannt für die glupschäugigen Koboldmakis, hier «Tarsier» genannt. Die Tiere in völliger Freiheit zu sehen, ist nicht möglich. Dafür verstecken sie sich zu gut. Im Tarsier Sanctuary hingegen kann man sie beobachten.
Dann werden wir auch auf Bohol vom Massentourismus ereilt: Die Flusskreuzfahrt auf dem Loboc ist komplett durchorganisiert, vom Einchecken in einem Terminal über die Verteilung auf die Schiffe, das Essensbuffet bis zur Tanz- und Gesangsvorführung auf einer Bambusplattform am Ufer. Auf Tripadvisor fand Christian L. aus Düsseldorf diese Folkloreshow «besonders schön». TB aus Köln hingegen meinte, «der Stopp bei dieser Freizeitpark-Ureinwohnerinsel war der grösste Touriblödsinn, den ich auf den Philippinen je gesehen habe». Mein Fazit läge irgendwo dazwischen.
