Wir leben noch! ;)
Da sind wir wieder. Ja, es ist eine Weile her, wir wollten uns schon lange melden. Aber unser Laptop hatte einen üblen Trojaner eingefangen und es hat eine Weile gedauert, bis...

Veröffentlicht: 26.11.2019


































Hello Followers!
Seit Montag letzter Woche reisen Sarah und ich wieder zusammen durch die Weltgeschichte. Oder besser gesagt durch Spaniens Regennasse Kälte. Brrrrrhh. Aber spulen wir mal zurück zum letzten Blog.
Sarah war nach ihren Ferien in der Schweiz fünf Tage auf eigene Faust in Alicante und Valencia unterwegs. Ich arbeitete in dieser Zeit als Workaway auf einer spanischen Finka in der Nähe von Tortossa. Die anfänglichen 27 Grad verwandelten sich innert wenigen Tagen in kühle 10-15 Grad mit sehr starkem Wind. Die Arbeit an sich war okay, wobei ich persönlich die Arbeitszeit eher am oberen Limit empfand. Fünf Stunden Arbeiten am Tag ohne Pause, von 09.00 bis 14.00 Uhr, danach muss man noch Mittag und Abendessen kochen und abwaschen. Als Gegenleistung gibt es gratis Essen und «gratis» Unterkunft, wobei man aber bedenken muss, dass ich im Büssli geschlafen habe. Wenn man es genau nimmt, habe ich also 5 Stunden am Tag für Cornflakes am Morgen, Brot und Käse am Mittag und ein vegetarisches Abendessen am Abend gearbeitet. Die Erfahrung wäre alles in allem trotzdem gut gewesen, aber leider kam es in der zweiten Woche zu einigen Zwischenfällen, welche die ganze Erfahrung in ein zwiespältiges Licht stellte. Ich will an dieser Stelle nicht ins Detail gehen, aber um es auf den Punkt zu bringen: Ich und einige andere Workaway fühlten uns bei unserem Host nicht mehr wohl. Joey (eine andere Workaway aus England) und ich fuhren dann nach insgesamt 2 Wochen auf der Finka zusammen weiter – ursprünglich hätten wir noch knapp eine weitere Woche dortbleiben wollen. Auch ein anderes Workaway-Paar reiste kurz nach uns ab - mehr will ich zu dem Ganzen nicht sagen.
Joey und ich sind also letzte Woche am Mittwoch weitergereist und haben die Nacht auf einem gratis Stellplatz in Tortossa verbracht. Tortossa ist ein wunderschönes kleines Städtchen, vielleicht wenig kleiner als Luzern, im spanischen Katalonien. Nach zwei Wochen auf der einsamen Finka waren wir happy, wieder unter Leuten zu sein und verbrachten den Abend mit Tapas und Bier in einer Bar.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Peniscola. Ja, cooler Name für eine Ortschaft oder? 😉 Peniscola ist eine Stadt direkt am Meer die voll und ganz dem Tourismus verfallen ist. Unzählige Hotels drängen sich entlang der Küste, ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten. Das Highlight ist die Altstadt, die sich auf einem imposanten Felsen befindet und deren Architektur mich eher an Griechenland als an Spanien erinnert. Peniscola zählt nicht einmal 8'000 Einwohner, in der Hochsaison leben hier aber bis zu 150'000 Touristen. Zum Glück war Nebensaison und es hatte kaum Leute, so dass wir die Touristadt praktisch für uns alleine hatten. Geparkt haben wir 2 Kilometer ausserhalb der Ortschaft auf einer Klippe direkt am Meer. Ein superschöner Ort, der aber leider nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass es gerade mal 5 Grad warm (oder kalt?) war. Ja verdammt, auch in Spanien kann man sich den A… abfrieren. Joey ist zum Glück ziemlich kälteresistent, da sie jahrelang ein Touristen-Expeditionsboot gesteuert hat. Sie sass am Abend 30 Minuten in der Kälte draussen und kochte unser Abendessen und am Morgen hüpfte sie ins Meer um ein paar Runden zu schwimmen. Während ich mich im Büssli in den Winterschlafsack kuschelte und die Heizung voll aufdrehte.
Nach zwei Nächten in Peniscola fuhren wir weiter nach Castellon de la Plana und parkierten auf einem riesigen Shoppingareal. Joey und ich brauchten wieder mal eine Dusche. In unmittelbarer Nähe fanden wir ein super modernes Fitnesscenter inkl. Sauna und Hammam. Und das beste: Wir konnten gratis rein! Denn der erste Tag gilt als kostenloser «Schnuppertag». Wir packten also unsere Sportsachen, schmissen uns über eine Stunde an die Geräte und genossen anschliessend Sauna, Hammam und eine heisse Dusche. Am Abend fuhren wir weiter nach El Crao de Castallon und parkierten auf einem gratis Parkplatz in Strandnähe und begaben uns für Bier und Tapas ins kleine Städtchen.
Am nächsten Tag war der grosse Tag: Wir trafen Sarah in Valencia! Wir hatten unsere Pläne kurzfristig ein bisschen abgeändert und anstatt dass wir uns erst am Donnerstag in Malaga wieder treffen würden, trafen wir uns stattdessen bereits morgen Montag in Valencia. Die Freude beim Wiedersehen war riesig! Und sie und Joey verstanden sich auf Anhieb super. Zum Glück, denn unser Plan war, dass wir die nächsten vier Tage zusammen bis nach Malaga weiterreisen. Dort würden wir Sarahs Schwester und Joey ihren Freund treffen, der sie für ein paar Tage besuchen kommt.
Wir fuhren von Valencia nach Murcia und parkierten vor einem Hostel ausserhalb der Stadt. Da wir nicht zu Dritt alle im Büssli schlafen konnten, schlief Joey im Hostel und Sarah und ich im Büssli. – aber erst nachdem es reichlich Tapas gab 😊
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Granada. Dort hatten wir ein AirBnB für drei Nächte gemietet. Leider war uns das Wetter überhaupt nicht wohlgesonnt und der Regen beglückte uns täglich. Immerhin waren wir in einer Wohnung! Ganz ehrlich: uns graut es ein bisschen vor den kommenden Wochen und Monaten. Reisen und Freiheit – alles schön und gut, aber bei Temperaturen Nahe des Gefrierpunkts in einem winzigen Raum leben, wo man auch noch kocht, sich umzieht, arbeitet, nasse Kleider aufhängt und auf Toilette geht? Naja… zum Glück haben wir ein bisschen gespart und können uns ab und zu den Luxus eines einfaches AirBnB leisten. Und die Sache mit Workaway ist ja auch ganz nett – beim nächsten Mal werden wir uns aber garantiert was suchen, wo wir nicht im Büssli schlafen müssen, sondern wo wir ein trockenes Zimmer mit Heizung haben.
In Malaga angekommen, setzten wir Joey am Flughafen ab, wo sie ihr Freund bereits erwartete. Sarah und ich sind gleich weiter nach Malaga-City gefahren um die Schlüssel für das AirBnB entgegenzunehmen, indem wir die nächsten 7 Tage zusammen mit Sarahs Schwester verbringen würden. Und es ist ein wunderschönes AirBnB! Sieht aus wie in einem Ikea-Katalog.
Jetzt ist es bereits Dienstag und in zwei Tagen fliegt Miriam schon wieder in die Schweiz. Wir haben bisher gemütliche Tage in Malaga verbracht, haben uns verschiedene Stadtteile angeschaut, viel Tapas gegessen, haben an einer Schatzsuche teilgenommen und Miriam und Sarah sind einen Tag nach Granada und haben die Alhambra angeschaut. Natürlich waren wir auch noch mit Joey und ihrem Freund Abendessen gegangen, bevor die beiden gestern zurück nach England geflogen sind. Wir werden Joey voraussichtlich im April in Wales besuchen 😊 Und seit dem Wochenende haben wir auch wieder richtig gutes Wetter so um die 20 Grad herum. Wäre super nice wenn es so bleibt!
Autorin: Stephanie Köllinger