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A Hitchhiker's Guide to Iceland

Veröffentlicht: 25.08.2025

Fähre
Hafen von Seyðisfjörður → Hafen von Seyðisfjörður
Norrøna · Norrøna
Bus
Busverbindung nach Egilsstaðir → Egilsstaðir
Island
Spaziergang
Ortsausgang an der Ringstraße 1 → … → Akureyri
400 km · Ringstraße 1
Essen
Bistro
$ · Snack
Sehenswert
Myvatn
Mývatn, Island
Spaziergang
Tankstelle in Myvatn → Akureyri
100 km
Sehenswert
Akureyri
Akureyri, Island
Planung und Improvisation gehören zusammen wie Theorie und Praxis. Der Donnerstagmorgen verlief genau wie geplant, ich schiffte im Hafen von Seyðisfjörður ein. Seyðisfjörður ist eine kleine Hafenstadt mit 650 Einwohnern im Osten der Insel. Der Morgen an Deck der Norrøna war diesig und ein frischer Wind blies mir um die Nase, ich entschied mich für meine Übergangsjacke.


An Land dann herrlicher Sonnenschein und ich entschied mich dazu, die Jacke wieder einzupacken. Die Einreise regelten drei Beamte, welche einen kurzen Blick auf Personalausweise warfen. Das Ablaufdatum meines Ausweises in zwei Wochen wurde nicht weiter zur Kenntnis genommen. Der Bauch der Fähre spie indes seine Fracht aus und eine gewaltigen Welle an PKWs, Wohnmobilen und Outdoorcampern flutete den kleinen Ort, es war 8:30 Uhr. Zurück blieben etwa 20 Reisende, welche auf die Busverbindung nach Egilsstaðir in einer guten Stunden warteten. Mir blieb Zeit für einen "Stadtspaziergang". Zu sehen gab es eine kleine Fischerkirche, die islandtypische Regenbogenpassage, zweidrei Häuser, die mit Streetart gestaltet waren, sowie einen schöner Blick auf Fjord und Berge.


Geplant war die Weiterreise von Egilsstaðir, Zentrum des Ostens mit 2.600 Einwohnern, um 12:30 Uhr. Tagesziel war Akureyri, Hauptstadt des Nordens mit 22.000 Einwohnern. Auf dem Parkplatz des Campingplatzes, an dem auch die Busse hielten, suchte ich mir einen Platz in der Sonne, dazu ein Kaffee und ich widmete mich meinen Reisenotizen. Auf dem übersichtlichen Parkplatz rangierten verschiedene PKWs, Pickups und Vans. Ich wartete auf meinen Bus, ein Kleinbus, wie sich später herausstellte, der nur einmal am Tag nach Akureyri verkehrt. Im Internet stand, dass eine Brückensperrung für massiv Verspätung auf der Linie sorgte. Am Nachbartisch tauschten sich zwei deutsche Pärchen zum Thema nachhaltige Finanzprodukte und über die Qualität der veganen Wurst aus.


Auf Nachfrage erklärte mir dann gegen 13:30 Uhr der ansässige Bistrobetreiber, dass der Bus bereits durchgefahren sei, aber er sei sich nicht zu 100 % sicher. Schreckminute, was nun? Was tun? Sollte ich hier übernachten und es am Folgetag erneut versuchen? In Akureyri war ich mit Freunden zur Weiterreise verabredet. Akureyri war knapp 400 km entfernt, ca. vier Autostunden. Im Kopf ging ich meine Möglichkeiten durch.


Ich packte meine Sachen und beschloss zu trampen. Auf der Karte orientierte ich mich und lief zum Ortsausgang an der Ringstraße 1, diese führte um die gesamte Insel und verband die wichtigsten Städte. Auf der Straße wimmelte es von Autos und Campern, Einheimischen und Touristen. Etwa eine halbe Stunde vergang und ich hinterfragte meine Entscheidung.


Schließlich hielt in meinem Rücken ein aschgrauer Geländewagen. Drei junge Menschen aus Barcelona luden mich ein, bis Myvatn mitzufahren. Ich checkte mein Telefon. Myvatn führte mich bis auf 100 km an mein Ziel und ich stieg zu. Auf der Tour durch die Mondlandschaft des isländischen Nordosten erzählte ich von meiner Reise und erfuhr, wie es meine Fahrgemeinschaft nach Island verschlagen hatte. Alle drei, zwei aus Argentinien und eine junge Frau aus Andorra, arbeiteten den Sommer auf Island in einem Hotel. Wir plauschten, im Radio lief Weltmusik, Reggaeton, Balkanska u.ä.


In Myvatn dann der Abschied, ich bedankte mich artig und verschenkte zum Abschied zwei Bier aus meinem Reiseproviant. Wie empfohlen positionierte ich mich wieder an einer Tankstelle und hielt den Daumen raus. Wie auch beim letzten Mal führte der Tross der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu einem Gefühl der Zurückweisung und des Zweifels, es war 17:30 Uhr. Dann verließ ein roter Lastwagen die Tankstelle und der betagte Fahrer winkte mir zu.


Erfolg! Ich kletterte mit meinem Gepäck in die Fahrerkabine. Was folgte, war ein langes Gespräch über isländische Forstwirtschaft und die Probleme mit der Schafshaltung (transportiert wurden Baumsetzlinge), Islands Klima und Jahreszeiten und schließlich die Lebensgeschichte des Alten. Viele, viele Eindrücke in meinen ersten Stunden auf der Insel. Gegen 18:15 Uhr erreichten wir den Ortseingang von Akureyri. Bevor ich ausstieg, bedankte ich mich auch bei diesem netten Herren und gab ihm eine Dose deutsches Büchsenbier zum Abschied. Er freute sich, was angesichts der Bierpreise im Land kaum verwundert.


Was folgte, war ein 20 minütiger Spaziergang rein nach Akureyri, ein Wiedersehen mit Freunden, mit denen zusammen ich die Insel bereisen wollte, ein gemeinsames Abendessen und ein gutes Gefühl.


Die Tramperfahrung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ich habe nette Leute getroffen, zusätzliches Vertrauen in die Freundlichkeit von Fremden gewonnen und fühle mich dazu verpflichtet, das nächste Mal gegenüber Reisenden ebenso zu handeln.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Ankunft mit der Norrøna in Seyðisfjörður
  • Bus verpasst und per Anhalter weitergereist
  • Mitfahrgelegenheit über Myvatn nach Akureyri
  • Freundliche Begegnungen unterwegs
ÜbergangsjackeReisenotizen
TransitRoadtripNatur
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