A Hitchhiker's Guide to Iceland
Planung und Improvisation gehören zusammen, wie Theorie und Praxis. Det Donnerstagmorgen verlief genau wie geplant, ich schiffte im Hafen von Seyðisfjörður ein. Seyðisfjörður...


Veröffentlicht: 26.08.2025


















Der Norden Islands liegt nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises. Tag und Nacht waren hier deutlich verschoben. Polartag und Polarnacht konnte man erahnen, obwohl sich Ende August die Dämmerung nur bis nach 22 Uhr hinzog. So weit, so bekannt. Neu für mich war aber der Sonnenstand. Während die Sonne am Äquator direkt über den Köpfen steht, zog sie hier eine weitaus tiefere Bahn. Dies hatte zur Folge, dass das Licht auch während des Tages eher von der Seite einfiel und schon mittags lange Schatten warf.
Besonders schönes Wetter und Temperaturen über 20 °C führten dazu, dass die Sonne auch tagsüber anders wärmte und auch blendete, vergleichbar mit einem sonnigen späten Nachmittag in Mitteleuropa. Golggelbes Licht ließ die karge Landschaft und die Farben leuchten.
Am Freitagmorgen war davon allerdings wenig zu spüren, denn ein dichter Nebel bedeckte Stadt und Land, als wir gegen 8 Uhr von Akureyri aufbrachen. Dort hatte ich meine Freunde getroffen und ich setzte meinen Tripp in unserer kleinen Reisegruppe fort. Für die nächsten Tage gab es ein ausgefeiltes Reiseprogramm. Ein Mietwagen stand bereit, Unterkünfte waren reserviert und Aktivitäten geplant.
Erstes Ausflugsziel war die die Stadt Husarvik (2.200 Einwohner) am Polarmeer, bekanntes Zentrum für Walbeobachtungen. Dort hatten wir eine Bootstour für 10 Uhr gebucht. Im Laufe des Vormittags verzog sich der Nebel und wir hatten Erfolg, als wir einen Buckelwal in der Bucht begleiten durften. Majestätisch tauchte das Tier steuerbord auf und präsentiere beim Abtauchen die gewaltige Schwanzflosse. Wir begleitete den Meeressäuger eitwa eine halbe Stunde. Zweites Highlight war dann der Ausschank von heißer Schokolade und Zimtgebäck für die etwa 50 Passagiere an Bord. Bevor wir die Hafenstaft verließen, folgte noch ein Fußbad im arktischen Ozean, die Wassertemperatur lag bei unter 10 °C.
Von dort ging es vorbei an einem besonders eindrucksvollen Wasserfall, dem Goðafoss. Die gewaltigen Flüsse Seespeisten sich aus dem gigantischen Eispanzer im Südosten der Insel und gruben sich tief durch die kargen Wüstenlandschaft des Nordostens.
Weiter ging es nach Myvatn, bekannt für den gleichnamigen See und Geothermie. Birken und Wiesen am Seeufer einerseits, Dämpfe und schroffes Lavagestein endlang der nahen Bergkette andererseits. Die Erdkruste war hier besonders dünn, so dass sich hochtemperiertes Grundwasser mit Schwefel mischte und blubbernd zu Tage trat. Der Geruch von faulen Eiern hing in der Luft. Fels und Sand leuchteten schwefelgelb im Abendlicht.
Bei Sonnenuntergang gegen 20:30 Uhr besuchten wir eine Therme. Ähnlich wie die Blaue Lagune bei Reykjavik wurden hier die heißen Quellen genutzt und der Außenpool bot einen fantastischen Blick auf die Landschaft, welche die Abendsonne in ein magisches Licht tauchte. Es gab eine Bar im Schwimmbecken. Zusätzlich zum Verkauf von Getränken war man auf die besonderen Bedürfnissen der Badegäste eingestellt. Auf der Karte standen wasserdichte Handytaschen und Aftersun-Creme.
