Kleine Hexen!
Cali ist deutlich ruhiger als Medellín, sauberer, grüner und hat weniger Armut, oder sie ist hier nicht so sichtbar. Wie überall in Kolumbien sind die Hauptplätze und...


Veröffentlicht: 06.02.2025



























































Oh mein Gott, Wow, unglaublich. Wir waren gerade mal 4 Stunden auf der ersten Insel und das waren in etwa unsere ersten Worte. Ohne einen Fuß ins Wasser oder an den Strand gesetzt zu haben, haben wir bereits Pelikane, Haie, Leguane, Schildkröten und Seelöwen gesehen. Der erste Seelöwe schlief in der Warteschlange zur Fähre, die ersten Leguane lagen neben der Landebahn auf dem Flughafen und die Schildkröten haben wir am Straßenrand während der Busfahrt gesehen. Die Haie und Pelikane im Hafenbecken von Puerto Ayora, dem Hauptort auf der Insel Santa Cruz. Die Seelöwen und Leguane liegen überall, unter Bänken, am Bootsanleger, auf den Bürgersteigen und überall, wo gerade kein Mensch stört.
Die nächsten Tage ging es munter weiter, zu unglaublich schönen Stränden, wo der weiße Sand sich fast wie Staub anfühlte. Rechts liegen Seelöwen, vorne schwimmen Leguane im Wasser und links von einem sitzen Pelikane, auf den Handtüchern kleine Darwin Finken und hoch oben fliegen die Fregattvögel.
Wir entschieden uns gegen eine Kreuzfahrt, da 4 Tage bereits 1000€ kosten sollen, wobei der erste und letzte Tag fast nur Hin- bzw. Rückfahrt ist, also buchen wir Tagesausflüge. Die Kosten zwar auch zwischen 120 und 240€ waren es aber absolut wert. Der erste Ausflug ging zur Insel "Santa Fe", auf der wir erstmal Blaufusstölpel beobachten konnten, um anschließend mit unzähligen Seelöwen zu schwimmen. Die Seelöwen sind so neugierig, dass sie bis auf wenige Zentimeter an einen heran schwimmen oder einen sogar anstupsen... Dazu malerische Buchten, türkises Wasser und schneeweiße Strände, einfach gesagt, ein absoluter Traum.
Wir haben uns zwei Fahrräder ausgeliehen und uns mit dem Bus ins 20km entfernte Santa Rosa bringen lassen. Dann ging es ein paar Kilometer bergauf zu zwei alten Lava Kratern, bevor es dann zu unserem eigentlichen Ziel, den Galapagos Schildkröten ging. Wenn man sich die 10$ für die mäßige Führung sparen möchte, kann man sich die riesigen Schildkröten auch einfach am Strassenrand anschauen, diese sitzen zu hunderten auf den Wiesen, am Wegesrand oder auch mal mitten auf den Wegen und Straßen. Die Führung war recht kurz und ein paar mehr Infos hätten es schon sein dürfen, naja sei es drum, es ging noch durch drei beeindruckende Lava Tunnel, bevor wir dann bei einem Tee und Kaffee die Riesen von der schönen Terrasse aus beobachten durften. Der Weg zurück zur Hauptstraße war doch ganz schön beschwerlich und wir haben häufig geschoben, da die Sonne mittlerweile richtig brannte und wir froh waren, dass es die letzten 15km so gut wie nur noch bergab ging, bevor wir erschöpft zurück im Hauptort waren.
Das nächste Wow erwartete uns auf der Insel Isabela. Noch längere und weißere Strände. Wenn man im Wasser einen Schatten sieht, sollte man sich nicht erschrecken, es ist entweder ein kleiner Hai, ein Leguan, ein Pelikan der zwei Meter neben einem ins Wasser einschlägt, ein Seelöwe oder ein Pinguin. Ja genau, hier gibt es Pinguine, für mich das erste Mal außerhalb eines Zoos, wobei die Inseln eigentlich ein großer Zoo sind und die Menschen scheinbar nur nervende Zeitgenossen. Ich verbringe den halben Tag damit zu baden und die Tiere zu beobachten, mehr braucht es an manchen Tagen einfach nicht. Weiter geht die wilde Fahrt mit einem Tagesausflug auf dem Boot zu den "los túneles", einer Felsformation, die vor hunderttausend Jahren durch einen Vulkanausbruch geformt wurde. Lava ist an der Oberfläche erstarrt und dann im Inneren weiter geflossen, bis nichts mehr nachkam. Nach dem Ende der Eiszeit ist der Meeresspiegel wieder angestiegen und so liegen die Höhlen nun im Wasser. Ein riesiges Aquarium mit Seepferdchen, neugierigen Pinguinen, riesigen Schildkröten, die sehr nah kommen, Haien, Rochen und einer Vielzahl kleinerer Fische, an Land sahen wir einige Blaufusstölpel und Nazca Tölpel.
Dann haben wir uns noch ein Kajak gemietet und sind durch eine Lagune gepaddelt und wieder das gleiche Bild: Pinguine, Leguane, Seelöwen, Tölpel, Pelikane und und und. Hört sich beim Lesen bzw. Schreiben schon fast langweilig und immer gleich an. Ist es aber keineswegs, ich könnte das alles noch viel länger und ausgiebiger beobachten.Zur Abwechslung ging es dann mal wieder aufs Fahrrad zur "Wall of Tears", die früher von Gefangenen gebaut werden musste, dahinter befindet sich ein kleiner Aussichtspunkt. Auf dem Rückweg sehen wir Schildkröten, Pelikane, Flamingos und hunderte Leguane, wenn man keinen überfahren möchte, sollte man langsam fahren, denn die liegen wirklich überall! Isabela hat etwas thailändisches Flair, einige Bars liegen direkt am Strand und man kann im Liegestuhl seinen Mojito genießen, auf gutes Essen muss ich leider noch immer warten...
Nach 5 Tagen ging es mit einem Speedboot also weiter auf unsere letzte Insel "Santa Cruz", es ging ordentlich auf und ab, aber wenn man hinten sitzt, geht es.Ich war hauptsächlich wegen einem Tier hier, dem Hammerhai. Momentan ist Hauptsaison und am berühmten Kicker Rock, eine Felsformationen, durch die eine schmale Schlucht führt, sollen regelmäßig einige Gruppen (Schulen) zu sehen sein, ich bin gespannt! Aber die Insel hat natürlich noch mehr zu bieten. Seelöwen zum Beispiel, viele Seelöwen. Ich dachte eigentlich, dass ich schon einige gesehen habe, aber wie viele man hier zu sehen bekommt, übertrifft alles. Einfach am Strand liegen? Unmöglich! Irgendwo ist immer was los, liegen irgendwo Handtücher, Schuhe oder Rucksäcke, dann muss man schnell oder geduldig sein, denn das interessiert die Tiere mal so gar nicht, auch wenn die Seelöwen eher langsam und unbeholfen aussehen, das sind sie mitnichten! Es ist durchaus möglich, dass ein Seelöwe 20cm Meter neben einem aus dem Wasser kommt und neben dir die Treppe hoch geht, für den Seelöwen scheinbar Alltag und kein Problem, für die Touristen eine absolute Attraktion!
Unsere gebuchte 360 Grad Tour (einmal um die Insel herum) begann bereits um 7 Uhr in der Früh, unsere erste Chance auf Hammerhaie, aber erstmal ging es zur "Bahia Rosa Blanca", einem riesigen natürlichen Pool, der nur einen kleinen Zugang zum Meer hat. Dementsprechend war das Wasser sehr ruhig und wieder gab es für uns Haie, Seelöwen, Schildkröten und zwei riesige Rochen zu sehen (ca. 2,5 Meter), die bislang größten von dieser Art, die ich gesehen habe. Anschließend ging es zur nächsten Bucht, um die dritte Art von Tölpeln zu sehen, die Rotfußtölpel, allerdings aus so großer Entfernung, dass die Tiere nur zu erahnen waren. Blaufusstölpel bekommen ihre blauen Füße aufgrund ihrer Nahrung, Sardinen. Die Rotfußtölpel ernähren sich vorwiegend von fliegenden Fischen und Kalmaren und bekommen daher rote Füße. Gestört werden die Tölpel bei der Nahrungssuche von großen Fregattvögeln, die auf jeder der drei Hauptinseln zu finden sind. Nach dem Mittag ging es dann noch zu einem weiteren Schnorchelspot, bei dem sich ein ganz schön großer Schwarzspitzenhai für uns interessierte :)
Dann war es soweit und wir sprangen am Kicker Rock ins Wasser, neben mir eine Steilwand, die bis zu 150 Meterv in die Höhe reicht und unter einem das tiefblaue Meer, dass man den bis zu 40 Metern tiefen Grund nicht sehen konnte. Dann, nach ein paar Minuten, taucht der erste Hammerhai auf, dann der zweite, der dritte, vierte, fünfte. Wow, wir haben absolutes Glück und können bis zu 40(!) Haie 30 Minuten lang beobachten, denn sie drehen immer und immer wieder ihre Runden, man kann einige Meter hinterher tauchen und mitschwimmen, was ein Erlebnis! 😍
Am nächsten Tag ging es dann nochmal zum Kicker Rock, dieses Mal standen aber zwei Tauchgänge auf dem Plan. Zwar waren dieses Mal keine 40 Haie zu sehen, aber immerhin einige sehr sehr große Exemplare, die sich für uns interessierten, dazu Adlerrochen, Schildkröten, weitere Haie und endlich ein großer Mantarochen! 😍
Was waren das bitte für zwei Tage auf dem Boot? Einmalig(!) und absolut glücklich, das gesehen zu haben.
Zurück auf dem Festland ging es dann noch an diverse Strände, die Seelöwen liegen direkt neben einem, ab und zu ist man umzingelt und wenn man nicht aufpasst, wird der Rucksack oder gleich die ganze Decke als Kissen oder Unterlage genutzt.Was für Touristen wie uns ein Erlebnis ist und für tausende Fotos sorgt, kann für die Bewohner auch lästig werden, so müssen die Boote mit Stacheldraht vor ungebetenen Besuchern und Schäden geschützt werden. In Santa Cruz ist die gesamte Promenade durch Tore und Drähte geschützt, damit zumindest ein paar Plätze und Bänke für die Menschen frei bleiben. Wir gingen nochmal schnorcheln und auf dem Weg zur Lagune sahen wir doch noch ein paar Rotfußtölpel aus etwas geringerer Entfernung. Die letzten Tage lagen wir zwischen Seelöwen am Strand, waren etwas traurig, dass wir zurück müssen, freuen uns aber gleichzeitig auf die nächste Station, da wir das, was wir sehen wollten, gesehen haben und es war definitiv noch besser als ich zuvor gedacht hatte. Also hier meine dringende Empfehlung! Geld sparen und so schnell wir möglich eine Reise auf die Galapagos Inseln buchen, es ist jeden einzelnen Cent wert!
Über Guayaquil ging es ohne großen Zwischenstopp nach Cuenca und die drittgrößte Stadt Ecuadors ist wirklich schön und fast meine Lieblingsstadt in Ecuador. Wir haben sehr gut gegessen (Ziegeneintopf, indisch, mexikanisch), haben uns die Ruinen von Ingapirca angeschaut und sind im absolut Sehenswerten "Caja Nationalpark" gewandert. Naja, im Endeffekt war es nur fast eine Wanderung, eher ein Spaziergang, denn irgendjemand ist morgens nicht aus dem Bett gekommen und so sind wir natürlich in den täglich zwischen 12 und 13 Uhr einsetzenden Regen geraten. Trotzdem war es wahrscheinlich eine der schönsten Kurzwanderungen die ich gemacht habe, der Nationalpark liegt auf 4000 Metern Höhe mit diversen Gipfeln, Seen, Höhlen und Nebelwäldern. Außerdem sind wir in Cuenca noch in ein Punk-Konzert geraten, haben das lokale Bier getestet (für gut befunden) und uns die historischen Gebäude sowie die Flusspromenade angeschaut.
Weiter Richtung Peru, aber erstmal noch ein Stopp in Loja. Warum wir hier ausgestiegen sind, konnten wir uns nicht so recht erklären, es gibt in der Stadt nicht viel zu sehen, also lagen wir fast den ganzen Tag im Bett und ich war noch beim Friseur. Danach ging es eine Stunde weiter nach Vilcabamba. Malerisch in einem schönen Tal gelegen, bleiben wir zwei Nächte. Nach der Ankunft machte ich mich direkt fertig für eine Wanderung, 4 Stunden werden angezeigt, Fina hat keine Lust und bleibt im Dorf. Nach der ersten Stunde hatte ich den Aufstieg zum Gipfel bereits hinter mir, dann ging es weiter auf einen Felsen mit wirklich schöner Aussicht, ich überholte ein paar Leute und ein paar kamen mir entgegen, daher entschied ich mich, dem Weg meiner App zu folgen, es sind ja einige Leute unterwegs... Es wurde eine schöne Gratwanderung bei fast schon zu warmen Temperaturen, ich wunderte mich allmählich, dass mir niemand folgt und auch der Guide (der anderen Gruppe) nicht zu sehen war, aber ich dachte mir, dass die wieder irgendein Ritual durchführen, die kamen mir schon komisch vor. Naja, erstmal ging es weiter, bis der Weg immer undeutlicher wurde und teils überwuchert war. An meiner Karte konnte ich mich aber gut orientieren. Irgendwann konnte ich den Weg aber nirgendwo erkennen, das trockene Gras wurde immer höher und ich sah nicht mehr wo ich hintreten konnte. Zurück zum letzten Punkt, bei dem jetzt quälenden Sonnenschein und der Höhe. Irgendwann war das Gras so hoch, dass ich fast nicht mehr weiter kam und ich abgerutscht bin, ich konnte mich gerade noch an ein paar Sträuchern festhalten, der Weg zurück war allerdings nicht mehr zu finden, zudem ging mein Akku langsam zu Neige. Panik stieg in mir auf, ich musste aber weiter runter, habe mir mein T-Shirt an einem Strauch mit Dornen zerrissen. Es ging nicht mehr vor und nicht mehr zurück und ich bin irgendwie verwirrt im Nirgendwo herumgelaufen, findet mich hier jemand? Fina wird wohl irgendwem Bescheid sagen. Ich ruhte mich 10 Minuten aus, habe etwas Cola getrunken und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Dann ging es irgendwie weiter, durch Sträucher, hohes Gras, Gebüsch und ein vertrocknetes Flussbett. Dem folgte ich. Zwischendurch sehe ich etwas, was aussieht wie ein Brunnen, mit Plane abgedeckt, komische Gefäße und viel Stacheldraht. Ich gehe weiter und laufe gegen einen Zaun, den ich nicht gesehen habe, glücklicherweise blieb ich unverletzt. Weiter ging es, langsam wurden die Wege wieder besser. Durch den Vorfall mit dem Zaun bewegte ich mich vorsichtiger und guckte genauer hin und sah noch mehr komische Konstruktionen, irgendwas komisches ging hier mal vor sich. Dann traf mich irgendwas am Kopf, Stacheldraht auf Kopfhöhe (warum zur Hölle macht man sowas), einen halben Zentimeter unter meinem Auge eine Wunde... Glück gehabt, das hätte buchstäblich ins Auge gehen können und ob ich dann den Weg noch nach unten gefunden hätte, ist wohl mehr als fraglich. Ich ging also noch vorsichtiger, aber irgendwann konnte ich die Straße sehen. Das reicht erstmal für die nächsten Tage, also alles wieder etwas vorsichtiger angehen lassen…
Also ging es am nächsten Tag aufs Pferd. Zwar weniger gefährlich für mich, aber nicht für meinen Hintern. Das Pferd war wohl etwas klein für mich, der Westernsattel alt, hart und natürlich auch etwas klein für mich und somit hatte ich nach 4 Stunden Austritt wortwörtlich den Arsch offen (wund) :D
Aber alles halb so wild, die Aussicht und der Weg waren super schön und es hat viel Spaß gemacht! Kleiner Wermutstropfen, ich kann nicht einschätzen, ob die Wege etwas zu steil und die Touristen etwas zu groß für die Pferde sind. Denn die sind deutlich kleiner als die Pferde, die ich von Zuhause kenne, aber da die Pferde nicht nur hier so klein waren, sondern auch schon in Mittelamerika und Kolumbien, vertraue ich einfach mal denen, die Ahnung davon haben.
Nicht weniger gefährlich waren die 12 Stunden Busfahrt bis zur Grenze nach Peru, unbefestigte Straßen, Regen, Schlamm und tiefe Schluchten sind keine gute Kombination, meine Hände waren aufgrund der Nähe zum Abgrund leicht schwitzig, der geplatzte Reifen wurde im nächsten Dorf durch einen abgefahrenen "Ersatzreifen” ersetzt und hat mein Unwohlsein nicht wirklich beseitigt. Der Grenzübergang war einfach und die Straßen zu unserer ersten Stadt in Peru wurden besser.
