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Afghan border

Veröffentlicht: 03.08.2025

Rechts von uns der Hindukusch und links das Pamir Gebirge, die Straße wird schlechter, trotzdem kommen uns LKWs aus China mit neuen E-Autos entgegen. Auf der anderen Seite sind auf den noch schlechteren Wegen meist nur Motorräder unterwegs.
Wer findet das Motorrad?
Aufgrund der Verspätung erreichten wir unser Ziel Khidjez Village nicht und kehrten irgendwo im Nirgendwo ein. Da schon alle Zimmer belegt waren, mussten Brian (USA) und ich draußen auf einer Empore unter einem Baum schlafen. Hört sich unbequem an, war es auch. Die Unterlagen waren hart und ich bin in der Nacht einige Male aufgewacht, da mir meine Schulter oder Hüfte weh tat, aber abgesehen davon war es ganz angenehm, an der frischen Luft zu schlafen. Unsere beiden anderen Mitfahrer, Marnie und Robert aus den Niederlanden, konnten das letzte Zimmer nutzen. Am 3. Tag sollte es um 8 Uhr zu unserer ersten Wanderung in ein einsames Dorf gehen, allerdings war der Präsident wieder in der Gegend und somit war die Straße erst mal gesperrt. Plötzlich konnten wir mit zwei Stunden Verspätung trotzdem los, leider konnten wir wegen der Verspätung nur ein Paar Kilometer eine trockene Schlucht hochwandern, die zwar schön war, aber nicht das, was wir erwartet hatten. Unser Fahrer konnte zudem kein Wort Englisch, also haben wir andere Fahrer um Hilfe gebeten. Uns wurde gesagt, dass der Präsident in der nächsten Stadt nächtigt und dort alle Hotels reserviert hat, wir hatten nun also die Möglichkeit, eine Ortschaft weiter zu fahren (130 km auf einer Schotterstraße) und dort zwei Tage zu verbringen oder am Ende der Tour eine zusätzliche Wanderung zu unternehmen. Wir entschieden uns, erstmal weiter zu fahren und am nächsten Tag zu besprechen, was wir machen. So langsam kam bei uns allen etwas schlechte Laune auf, da uns gesagt wurde, dass der jeden Samstag stattfindende afghanische Markt evtl. abgesagt wird und wir zudem bis jetzt nicht viel gemacht hatten, außer im Auto zu sitzen, auch wenn die Landschaft und das wenige Meter entfernte Afghanistan wirklich interessant ist.
Brücke zum Wanderweg
Schlucht
Landschaft am Grenzfluss
Am nächsten Morgen in Ishkashim entschieden wir uns dazu, einen Tag länger hier zu bleiben, schließlich wollten wir alle rüber nach Afghanistan den Markt besuchen. Also ging es zu einer sehr alten Festung (200 Jahre vor Chr.) danach ging es für uns durch die Stadt, wie überall winken einem die Kinder zu, fragen woher man kommt und wie man heißt. Am nächsten Morgen wussten wir beim Frühstück immer noch nicht, ob der Markt stattfindet, da wir aber nichts Gegenteiliges hörten, gingen wir einfach mal davon aus, dass er stattfindet und so war es auch. Um halb zehn sahen wir die Insel auf dem Fluss, die von Tadschikistan und Afghanistan über eine Brücke zu erreichen ist. Nachdem wir uns registriert hatten, durften wir die Insel betreten und waren nach ein paar Minuten auf afghanischem Boden. Auf der anderen Seite dauerte der Prozess deutlich länger, eine lange Schlange von afghanischen Händlern musste an einem Checkpoint warten, worauf genau wissen wir leider nicht. Wahnsinn, wie unterschiedlich die Menschen hier aussehen, obwohl sie nur wenige hundert Meter voneinander durch einen Fluss getrennt sind. Ich kaufte mir mein erstes Souvenir, eine afghanische Kopfbedeckung und zwei 10 Afghani Scheine. Wir beobachteten das Treiben ein wenig, kauften noch ein paar Früchte für die weitere Fahrt und nach einem afghanischen Kebab führen wir weiter zu einer weiteren Burg und den Bibi Fatima hot springs, bevor wir am Nachmittag in unserer Unterkunft ankamen und noch eine 3 stündige Abendwanderung zu einem Aussichtspunkt angingen. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, einen Tag länger in Ishkashim zu bleiben und den Markt zu besuchen, ein einzigartiges Erlebnis.
Afghanistan (hinter dem Fluss)
Afghanistan (rechts)
Benzin aus Eimern
Touristen
Mosaik
Afghan border Markt
Kebab bitte
Afghan border Markt
Afghan border Markt 
Afghan border Markt
Wanderung
Aussicht auf den Engels Peak
Häuser auf dem Land

Die Landschaft war nach wie vor sehr grau und rau, aber absolut beeindruckend, das Wetter heiß und am Straßenrand sah man immer wieder Kinder, oft auf Eseln, die nach Wasser fragten, wir hielten meist kurz an und gaben ihnen von unserem Vorrat ein oder zwei Flaschen. Nach einer weiteren Nacht auf einer harten Matratze in Langar und einem fettigen Frühstück, bestehend aus zwei frittierten Eiern, zwei vor Fett triefenden Würstchen und dem obligatorischen Tee, verließen wir die afghanische Grenze Richtung Tadschikisches Hochland, in den nächsten Tagen sollte es bis auf 4800 Metern Höhe gehen. Also verließen wir den "Highway" der schon seit ein paar 100 Kilometern nur noch aus Schotter und großen Schlaglöchern bestand und folgten einem kleinen Feldweg durch weite Täler, fuhren durch Flüsse bis wir mitten im nirgendwo unsere Unterkunft auf 4100 Metern Höhe erreichten. Das Abendessen war endlich mal fleischlos und die frische Yak Butter schmeckte auf dem frischen Brot sehr gut. Die Toilette war aber wieder mal nur ein Loch im Boden, an den Rändern hing noch die Scheisse von den Leuten die nicht getroffen hatten und es roch entsprechend, gewöhnen werde ich mich daran wohl nicht, auch wenn ich in den letzten 10 Monaten nicht selten so ein Klo nutzen musste.

Burg
Tourgruppe :)
Piste
Yak's
Bergleben
Moschee
Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung zum 4835 Meter hohen Bel Airyk Pass mit einem letzten Blick auf den imposanten Hindukusch. Weiter ging es eine Stunde lang über grüne Wiesen und durch kleine Flüsse, bis wir in Jarty Gumboz ankamen. Wie zu erwarten, gab es eine ölige Suppe, wie fast alles in den letzten Tagen schwamm alles in Öl, was den Mägen meiner Mitreisenden gar nicht gut tat und daher alle nur die Hälfte aßen und entsprechende Medikamente nahmen. Mein Magen meldete sich ebenfalls, aber bis auf ein bisschen Grummeln war alles in Ordnung. Für mich ging es dann noch in den heißen Pool, der direkt mit schwefelhaltigem Wasser aus der Erde gespeist wurde. In dem 49 Grad heißen Wasser konnte ich es aber nicht lange aushalten. Das heiße Wasser läuft übrigens auch dauerhaft durch Heizkörper, die in jedem Raum installiert sind, daher mussten wir die ganze Nacht mit offenem Fenster schlafen, für den Winter ist das sicher eine gute Idee, da die doppelten Spanplatten absolut keine isolierende Wirkung haben.
Hindukusch
Hot springs
Jurten
Tadschikistan Hochebene
Frühstück

Weiter ging es durch die gefühlt unendlichen Weiten, was hier nach 5km Entfernung aussieht, ist in Wirklichkeit 20km entfernt und eine halbe Stunde Offroad fahren. Auf dem Weg nach Murgab, hielten wir bei 7000 Jahre alten Zeichnungen und einem verlassenen Observatorium, die Ausblicke nach wie vor fantastisch. In Murgab lädt uns die Familie unseres Fahrers zum Essen ein, traurig wie einfach die Menschen hier noch leben, aber was bleibt ihnen anderes übrig, wenn es teilweise 300km bis in die nächste größere Stadt sind. Während wir uns alle paar Jahre für mehrere tausend Euro ein neues Bett oder Sofa kaufen, könnte man hier dafür die ganze Wohnung renovieren. Gegessen und geschlafen wird hier auf dem Boden. In Murgab gibt es noch eine Lenin Statue, ansonsten viel Armut und sehr viele aggressive Mücken, die mich unerwartet auf dem Weg zu unserem Homestay attackierten.

Altes Observatorium
Pamir
Murgab Markt
Murgab Markt
Wohnung

Von Murgab ging es über Sary Tash nach Tulpar Kul, einem Jurtendorf mit Ausblick auf den 7134 Meter hohen Lenin Gipfel. Der Grenzübergang war wohl der abgelegenste den ich je überquert hatte, die Soldaten auf Tadschikischer Seite verbringen ihre Tage in einfachen Blechhütten.

Danach mussten wir 20 km über eine unbefestigte Straße durch das Niemandsland fahren, bevor wir den Einreisestempel aus Kirgisistan bekamen.

Es folgte ein absolut fantastischer Abschluss im Jurtendorf, bis auf das erneut in Öl schwimmende Essen und der steinharten Unterlage in der Jurte. Genau aus diesem Grund konnte ich um 6 Uhr nicht mehr schlafen, dafür konnte ich bei meiner morgendlichen Wanderung aber einen Fuchs und unzählige Murmeltiere beobachten und hatte einen schönen wolkenfreien Blick auf den Lenin Gipfel.
Grenzübergang Tadschikistan-Kirgisistan
Lenin Peak
Lenin Peak
Jurten
Jurtendorf
❤️
Lenin Peak
Jurte
Zähneputzen
...
Im Anschluss ging es 5 Stunden Richtung Osh. Unser Fahrer legte, wie in Zentralasien scheinbar üblich, einige riskante Überholmanöver hin, ich bin froh, wenn ich hier kein Auto bzw. Taxi mehr fahren muss, denn meistens ist der Sicherheitsgurt kaputt oder gar nicht erst vorhanden. In Osh ruhte ich mich zwei Tage aus und verließ das Hostel bei knapp 40 Grad so gut wie gar nicht. Abends traf ich mich nochmal mit Marnie, Robert und Brian zum Essen und auf ein letztes Bier, bevor sich unsere Wege trennten.
Mich führte mein Plan erst mal zurück nach Usbekistan und das Ferghana Tal. Wieder zu Fuß über die Grenze, zwei Taxen und zwei Busse später war ich nass geschwitzt in Marg'ilan angekommen. Ich blieb bis zum späten Abend im Hostel, bevor ich auf meine kleine Erkundungstour sartete. Im Vorfeld hatte ich nur Gutes über das Tal gehört, was mich jetzt etwas enttäuschte, vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch. Es gibt ein paar historische Gebäude und interessante Städte, allerdings nicht zu vergleichen mit Khiva, Bukhara oder Samarkand. Ich schaute mir daher den Bazar, eine Seidenfabrik, die Moschee und am Abend einen Park an, der wie üblich in Zentralasien mit diversen alten Fahrgeschäften ausgestattet ist. Generell steht hier in jeder Stadt ein kleiner alter Freizeitpark mit mindestens einem Riesenrad, einer Bananenschaukel, einer kleinen Achterbahn und einem Ding, was einem Musikexpress am nächsten kommen würde, alles nur 50 Jahre alt, aber es erfüllt seinen Zweck und die Menschen haben Spaß. Dann entschied ich mich dazu, das Tal nicht weiter zu erkunden, sondern wieder zurück nach Andijan zu fahren, um dann zurück nach Kirgisistan zu kommen.
Seidenfabrik
"Musikexpress"

Der Zwischenstopp in Andijan war nett, aber alles wiederholte sich. Ein überdimensionierter Flaggenmast, alte in die Jahre gekommene sowjetische Denkmäler, der Park mit den oben erwähnten Fahrgeschäften, Madrassas, Moscheen und Minarette, die für mich alle gleich aussehen (wenn auch sehr sehr schön).

Am Morgen vor meiner Rückreise nach Osh wollte ich noch zu einem weiteren Park, zu dem ich allerdings zwanzig Minuten mit dem Taxi anreisen musste (1€), da die Seilbahn noch nicht geöffnet hatte, hatte ich mir eine Suppe und ein Wasser zum Frühstück gegönnt (2,5€), dann ging es in die Seilbahn (1,20€). Keine gute Idee, wie sich während der Fahrt herausstellen sollte, sowas Baufälliges habe ich lange nicht gesehen, die Umlenkrollen waren komplett verschlissen, quietschten oder eierten bedenklich. Die Masten rosteten vor sich hin und vibrierten gefährlich. Die Bahn kam natürlich am höchsten Punkt für 5 Minuten zum stehen und alles wackelte bedenklich. Nach 25 Minuten war ich am Ziel und war mir sicher, zu Fuß zurückzukehren. Nachdem ich mir die Aussicht und das Kettenkarussell, welches nicht von einem Elektromotor sondern von zwei Propellern, die oben auf dem Gerüst montiert waren, angetrieben wurde, angeschaut hatte, wurde mir klar, dass ich doch wieder mit der Seilbahn zurück muss (1,20€), da der Weg 50 Minuten durch die pralle Sonne bedeutet hätte. Zur Ablenkung kaufte ich mir noch ein Wasser und ein großes Eis (0,60€), mit feuchten Händen aber sicher unten angekommen, ging es zurück durch den Park, bevor es mit dem Taxi wieder zurückging (1€). Im Hostel schnappte ich mir meinen Rucksack und fuhr mit dem Bus 2½ Stunden bis kurz hinter die Grenze (1,5€). Ich tauschte mein Geld und fuhr mit dem Taxi zum Hostel (3€). Am frühen Abend ging es dann mit dem Taxi zum Hausberg in Osh, auf dem ein Museum, eine Moschee und eine gute Aussicht zu finden sind. 1€ habe ich für das Taxi bezahlt und 0,70 Cent für den Eintritt. Danach ging es noch per Taxi (0,70 Cent) in ein Restaurant, in dem es eine große Limo und asiatische Nudeln für 4,50€ gab, bevor es dann zurück zum Hostel (6,80€/Nacht) und ins Bett ging. Ach, zum Mittagessen gab es noch gefüllte Teigtaschen und eine Cola und zwischendrin Wasser für 1,30€. Alles ist hier wirklich unglaublich günstig, der Tag, der mich hier nicht mal 30€ gekostet hat, hätte mich Zuhause sicher an die 400€ gekostet, aber dafür ohne Angst in der Seilbahn :)
Andijan
"Seilbahn"
"Gondel"
Die "Busfahrt" am nächsten Tag in einem umgebauten Mercedes Sprinter für 21 Personen erinnerte mich an die fürchterlichen Busfahrten in Kolumbien. Nach 13 Stunden Fahrt war ich noch etwas essen und bin dann erschöpft ins Bett gefallen.Der zweite Tag in Bishkek begann für mich erst gegen 14 Uhr, ich schaute mir die wenigen Denkmäler an und trank am Abend mit Brian (vom Pamir Highway) zwei Bier in einem netten Biergarten. Ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass es in Bishkek natürlich einen großen Springbrunnen und einen großen Fahnenmast gibt. 
Bishkek
Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Kotschkor, wo ein gesatteltes Pferd auf mich und meine Mitstreiter Justine und Sam wartete. Aber erst mal zeigte uns unser Guide noch seinen Adler, den er zum Jagen von Murmeltieren, Hasen und sogar Wölfen ausbildet. Beeindruckend, vor allem ist es das Jungtier und noch immer nicht ausgewachsen, imposant sind auch die messerscharfen Krallen.
❤️
Nach einem ausgiebigen Mittagessen in der Jurte unseres Guides, ging es dann über den ersten Pass (3100 Meter), oben angekommen gab es die erste kleine Pause und einen wunderschönen Weitblick über die grüne Graslandschaft. Überall grasen Pferde und Kühe, was ein schönes Leben im Gegensatz zu unserer Tierhaltung. Am Abend gab es noch eine Suppe bevor es bereits um halb zehn in unsere Jurte ging. Ich war etwas besorgt, dass ich um 4 Uhr hellwach sein werde, aber unser Guide musste uns um 8 Uhr wecken, welch eine entspannte lange Nacht.
Um 9 Uhr saßen wir wieder auf unseren Pferden, über weitere Pässe gelangten wir zum Song-Köl See, wo es mit den Pferden kurz ins Nasse ging. Nach insgesamt 4 Stunden war mein Hintern dann froh, dass wir uns den Rest des Tages mit Frisbee spielen und relaxen begnügten. Zwischendurch zeigten uns die Guides noch ein Spiel namens “Kok-Boru”. Eine tote, 35 kg schwere Ziege (ohne Kopf und mit halben Beinen) wird auf dem Spielfeld platziert. Dann sammeln sich beide Mannschaften um die Ziege herum. Nach dem Start versuchen beide Teams zunächst, die Ziege auf ein Pferd ihrer Mannschaft zu ziehen. Dabei geht es ganz schön rabiat zu, die Pferde rammen sich, werden gepeitscht und geschoben. Sobald jemand die Ziege auf seinem Pferd hat, versucht der Gegner die andere Mannschaft daran zu hindern, die Ziege ins Ziel zu bringen (ähnlich wie beim Football). Dabei wird ebenfalls an der Ziege gezogen, das gegnerische Pferd gerammt oder abgedrängt und alles natürlich im Galopp. Wird die Ziege erfolgreich ins Ziel geworfen, gibt es einen Punkt. Nach dem Spiel wurde die Ziege gehäutet und für unser Abendessen vorbereitet. In der Jurte gab es dann erst Tee, dazu eine Suppe und dann Kartoffeln mit Zwiebel und eben der Ziege aus dem Spiel. Lecker war es. Am Abend ging es dann nochmal zu den Stuten und wir durften Pferdemilch probieren, frisch schmeckte sie echt gut, leicht süß und sehr intensiv. Fermentierte Pferdemilch kann ich allerdings gar nicht empfehlen, die Einheimischen trinken es als Energiespender (sagen Nitro dazu), aber selbst die Einnheimischen trinken es in einem Zug aus, ich kann mich nicht vorstellen, das es aus Genuss getrunken wird.
Am letzten Tag saßen wir pünktlich um 8 Uhr im "Sattel", der aus Metall geschweißte Rahmen wurde mit ein paar Stoffbahnen umwickelt und ein großes Kissen drauf gelegt. Dementsprechend war ich nach 5 Stunden und zwei weiteren Pässen froh, dass es vorbei war. Die Steigbügel waren für mich zu kurz und der Sattel eine einzige Katastrophe, mir tat zwei Tage alles weh. Mein Arsch vom Sattel, mein Rücken vom Galoppieren, meine Knie und Beine von den falsch eingestellten Steigbügeln und meine Arme vom Abstützen, wenn es steil bergab ging. Trotzdem eine super Erfahrung und die Landschaft war spektakulär, vor allem wenn man all die Tiere sieht, die sich viel freier bewegen können als bei uns! 
Pass 1
Was eine Aussicht
Zum See
Pause
Freiheit
Bilderbuch
Kok-Boru
Abendessen
Bilderbuch
Rückweg
Sattel? 😂

Ich machte noch einen Zwischenstopp in Balyktschy, da ich echt kaputt war. Ein kleiner Spaziergang am Strand, wo die Kirgisen noch in ihren kleinen Zelten entspannten, weiter zum Geldautomaten in ein Restaurant und dann KO ins Bett.In Karakol verbrachte ich die meiste Zeit damit, mich zu erholen, meine Texte für diesen Blog und Polarsteps zu schreiben und wie üblich meine nächsten Tage zu planen. Zwischendurch bekam ich noch eine E-Mail von Wizzair, dass mein Flug von Abu Dhabi nach Chisinau aus “unvorhersehbaren” Gründen ersatzlos gestrichen wurde. Die unvorhergesehenen Gründe waren übrigens Kosteneinsparungen, alle Flüge von und nach Vereinigte Arabische Emirate wurden ab dem 1. September gestrichen, dementsprechend auch mein Flug am 2. September. Glücklicherweise habe ich einen Flug von Dubai nach Chisinau für einen ähnlichen Preis gefunden, dann schaue ich mir eben noch Dubai an, es könnte mich schlimmer treffen. Aber das sollte es noch nicht gewesen sein, einen Tag später bekam ich von “IndiGo” die Nachricht, dass mein Flug nach Mumbai ebenfalls Ersatzlos gestrichen wurde, der Grund: Indische Airlines dürfen seit April diesen Jahres nicht den pakistanischen Luftraum nutzen und für eine Umleitung reicht die Reichweite der eingesetzten Flugzeuge nicht, aber das weiß man doch nicht erst 2 Wochen vor dem Abflug? Wer billig kauft, kauft halt zwei mal. Aber natürlich hatte ich wieder mal Glück und fand einen Flug, der einen Tag früher startete und nur 30€ teurer war, also bin ich nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. In Karakol machten wir noch eine Tageswanderung von Jeti-Ögüz zu einem Wasserfall, bevor es am Tag danach auf eine dreitägige Wanderung zum Ala-Kul See ging. 

Anschnallen?
Issyk-Kul
Karakol
Karakol

Da Justine und Sam ebenfalls in Karakol waren, mieteten wir uns zusammen ein Taxi und beschritten den Weg zusammen zum ersten Camp. Am ersten Tag wanderten wir ca. 14km und 950 Höhenmeter zu unserer ersten Jurte, alles war wieder sehr einfach, ein Loch im Boden musste wieder als Toilette herhalten und das Trinkwasser mussten wir nach einem 15 minütigen Spaziergang aus dem Fluss nehmen.

Alpen?
Erster Aufstieg

Am nächsten Tag ging es dann weiter hoch zum Ala-Kul See und auf den gleichnamigen 3920 Meter hohen Pass. Die Aussicht war atemberaubend und der Aufstieg hatte sich definitiv gelohnt. Der Weg runter war recht einfach, ich entschied mich dazu, im Dorf Altyn Arashan zu bleiben, da der Taxifahrer 80$ pro Auto für den Weg zurück nach Karakol haben wollte und ich das nicht einsehen wollte. Also hieß es für mich erstmal den heißen Quellen einen Besuch abstatten um danach in die warme Jurte zu kriechen, bevor es am nächsten Tag noch die 15km hinunter ins nächste Tal ging.

Zum See
Ala-Kul See
Gletscher



Taxi!

Dann sollte es wieder zurück nach Kasachstan und weiter nach Almaty gehen. Ich entschied mich dazu, über die nahegelegene Grenze zu fahren, was angeblich nur mit trampen möglich wäre. Entgegen allen Recherchen fand ich doch eine Marschrutka, die mich an die Grenze bringen sollte, von da nahm ich mir ein kurzes Taxi bis zum Grenzzaun. Das Überqueren zu Fuß war reine Formsache und der dritte Fahrer an der Grenze nahm mich direkt mit ins nächste Dorf, von wo aus mich ein Taxi für 6€ die restlichen 250km und 3 Stunden in die frühere kasachische Hauptstadt Almaty brachte.

Almaty selber ist nicht wirklich sehenswert, ich hatte deutlich mehr erwartet, da alle begeistert berichteten. Viele erkunden hier das Nachtleben, an dem ich aber kein Interesse habe, vielleicht lag es daran. Ansonsten kann man sich ein paar alte sowjetische Gebäude anschauen, die alle weit auseinander liegen oder den interessanten Green Bazar. Zum Leben ist die Stadt bestimmt sehr gut, man hat viel Kultur, viele grüne Parks und ein riesiges Gebirge zum Klettern und wandern vor der Haustür.
Almaty
Almaty
Green Bazar

Brian (den ich jetzt das dritte Mal auf meiner Reise treffe) und ich entschieden uns dazu, einen Tag mit der Seilbahn für 13€ bis zum Gipfel “Shymbolak” zu fahren, die Aussicht auf die Gletscher war wieder mal sehenswert.

Medeu
Aussicht auf Almaty
Zum Abschluss nahmen wir nochmal an einer organisierten Tour in das Umland von Almaty teil. Am ersten Tag ging es zunächst in drei unterschiedliche Canyons, die recht sehenswert sind, bei knapp 40 Grad aber anstrengend zu erkunden waren. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Kolsay See, der sehr sehenswert ist, aber wohl der meistbesuchte Spot an dem ich bislang in Zentralasien war. Nach einer vorerst letzten Nacht in einer Jurte ging es am nächsten Morgen zum schönsten Part der Tour, zum Kaindysee, ein Erdbeben verursachte einst einen Erdrutsch und staute so, dass Wasser, die Baumstümpfe schauen noch immer aus dem blauen Wasser. Heute wurde ich in meiner Theorie wieder bestätigt, ich glaube nämlich, dass Modern Talking die erfolgreichste deutsche Band ist, bislang habe ich die Lieder in jeder Region gehört, egal ob in Zentral- Südamerika, Asien auf dem Balkan oder eben jetzt in Kasachstan, in einem alten sowjetischen Bus, Offroad auf dem Weg zu einem Bergsee!

Nachdem ich mich von Brian erneut verabschiedete ging es für mich nach China um die Zeit bis zu meinem Flug nach Mumbai herum zu bekommen.

Charyn Canyon
Kolsay See
Code Red
Kaindysee
Kaindysee
Antworten