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Von Xinjiang bis Kerala

Veröffentlicht: 28.08.2025

Der Bus fuhr überrascherweise zu einem ganz anderen Grenzübergang, der nicht mal auf meiner Karte eingezeichnet war. Die Befragung war etwas schärfer als sonst, was ich denn hier machen würde, wie lange ich bleibe, wohin ich möchte etc.

Erstmal nichts ungewöhnliches, aber dass mir die Fragen von 4 verschiedenen Leuten in einem Zeitraum von 20 Minuten immer wieder gestellt wurden schon. Zum Abschluss musste ich noch einen Schluck aus allen offenen Flaschen trinken, damit auch wirklich das drin ist, was drauf steht und dann gab es den Stempel.

Ich stieg schon vor der Endhaltestelle in Yining aus, da ich ziemlich nah an meinem Hotel war, doch dann fiel mir ein, dass ich weder Bargeld habe noch weiß, ob WeChat (das Zahlungsmittel der Wahl in China) funktioniert. Da auch Google Maps nicht richtig funktioniert und niemand englisch spricht, erfrage ich den Weg zum Geldautomaten mit Hilfe einer App. Der Taxifahrer nahm sich dann aber genug Zeit mir zu zeigen, wie ich mit WeChat bezahle, bis es schließlich auch funktionierte. Das Bargeld hätte ich also nicht gebraucht, da man auch kleine Cent Beträge mit der App zahlt.Auf dem Markt gab es für mich ein paar getrocknete Früchte für die Zugfahrt am nächsten Tag und eine Nudelsuppe, die allerdings so scharf war, dass ich noch mehr ins Schwitzen kam.Der nächste Morgen beginnt mit Stress, ich war zwar 30 Minuten früher am Bahnhof, da ich schon gelesen hatte, dass es an chinesischen Bahnhöfen eher wie am Flughafen zu geht, mit so einer Menschenmasse hatte ich allerdings nicht gerechnet.Alles war hektisch und chaotisch, ich musste meine beiden Rucksäcke und meine kleine Tasche zum Scannen abgeben, dann selbst wie am Flughafen durch den Scanner. Hinter der Absperrung rief schon jemand nach dem Besitzer meiner beiden Rucksäcke. Mir wurde mit Händen und Füßen erklärt, dass ich irgendwas dabei habe. Es war mein Mückenspray. Spraydosen, Feuerzeug etc. sind in Zügen nicht erlaubt. Dann weiter mit meinem kleinen Rucksack, ich musste aus allen offenen Flaschen einen Schluck trinken, dann wurde ich zum Ausgang gedrängt. Da die Zeit nun knapper wurde, bin ich direkt zum Gleis, erneute Passkontrolle, dabei ist mir aufgefallen, dass meine Umhängetasche mit Portemonnaie nicht da war. Mein Handy und den Pass hielt ich noch von der vorherigen Kontrolle in den Händen.Ich versuchte dem Personal zu erklären, dass meine Tasche noch beim Security Check liegt, sie funkten irgendwas durch, aber sagten mir, da wäre nichts. Ich erklärte, dass ich zurück muss, ohne mein Portemonnaie gehe ich nicht, aber dann wäre der Zug weg, sagte man mir, so verstand ich es zumindest, egal. Im Sprint ging es zwei Etagen zurück zum Security Check. Meine Tasche lag noch immer auf dem Band. Schnell zurück nach oben und ich war 4 Minuten vor Abfahrt an der Kontrolle und zwei Minuten vor Abfahrt mit allen meinen Sachen im Zug. Erst mal durchatmen, aber die Kuriositäten gingen weiter, ich wurde drei Mal explizit darauf hingewiesen (nur ich), dass Rauchen nicht gestattet sei. Beim dritten Mal dachte ich, dass ich den Verstand verliere und habe wirklich nochmal an mir herunter geschaut, nur um sicher zu gehen, dass ich wirklich keine Zigarette in der Hand habe, aber alles war gut, ich rauche noch immer nicht. Generell ist es wahnsinnig, was hier für ein Aufwand betrieben wird. An jedem Bahnhof wird jeder Passagier einzeln gecheckt (mehrmals), überall gibt es weitere Ticket- und Passkontrollen.Durch den Zug laufen regelmäßig Polizisten, Mitarbeiter, Schaffner, jemand, der das Gepäck kontrolliert (also ob es richtig im Gepäckfach liegt), Mitarbeiter der Bahn die Essen und Getränke verkaufen und eine Dame, die regelmäßig den Boden wischt.Nach 5 Stunden komme ich ohne Zwischenstopp in Ürümqi an, einer normalen 4 Millionen Einwohner Stadt, von der ich noch nie etwas zuvor gehört hatte.
Abends folge ich dem Geruch zu einem Nachtmarkt und befinde mich nach 10 Monaten mit durchschnittlichem Essen im Paradies. Es gab hier einfach alles und alles sah super lecker aus. Ich entschied mich für eine Art Kartoffelpuffer und danach für Gemüse mit Hähnchen in einer aufgerollten großen Lasagne Nudel, so kann man es vielleicht am besten beschreiben.
Streetfood
Streetfood
Noch mehr Streetfood
Streetfood
Nicht für mich :)
Am nächsten Tag erkundete ich ein paar Parks, in denen ich wieder mal meiner Theorie bestätigt wurde, es wurde zu Modern Talking getanzt! Dazu ältere Menschen, die Karten spielten oder zu traditioneller Musik tanzten, eine Gruppe die mit Peitschen Kreisel in einer Drehbewegung hielt, Karaoke-Sänger oder eine Art Aerobic Gruppe, alle auf einem Platz, mit ihrer eigenen Musik, was ein Chaos für die Ohren.Auf dem lokalen Hausberg konnte ich noch die Aussicht genießen, bevor es am Nachmittag und am Abend wieder auf einen der zahlreichen Streetfood-Märkte ging, was ich genau gegessen habe kann ich nicht sagen, aber geschmeckt hat es ausgezeichnet, was ein toller Kontrast zu den letzten 10 Monaten. Da es mir hier so gut gefiel, wollte ich einen Tag länger bleiben, den Zug konnte ich problemlos umbuchen, das Hostel in Yining leider nicht, über Agoda (Hotelportal) konnte ich nicht mehr kostenfrei stornieren und einen Kontakt konnte oder wollte man mir nicht geben, so entschied ich mich dazu die 18€ verfallen zu lassen.
Noch mehr Streetfood
Frischer Joghurt
Ürümqi
Streetfood
Keine Ahnung, aber
Lecker
Ürümqi bei Nacht
Am nächsten Mittag ging es zum Ürümqi Museum, welches leider nur auf Chinesische Besucher eingestellt ist, der Audioguide war leider defekt. Nach 45 Minuten Fußweg sollte ich am zweiten Museum ankommen, dort wo es die Mumien zu sehen geben sollte, hier war aber nichts zu finden, also ging ich zum dritten möglichen Ort nochmal 45 Minuten zu Fuß. Hier hielten Busse voller Touristen und 4 Kassen ließen mich wissen, dass ich richtig bin. Mit Touristen sind übrigens ausschließlich Chinesen gemeint, seit meiner Abfahrt in Almaty hatte ich keine westlichen Touristen mehr gesehen. Das Museum war riesig, aber auch völlig überlaufen, ich schaute mir nur zwei Räume und die Ausstellung der Mumien an, die mich an die Mumien erinnern, die ich bereits in Nazca gesehen hatte.
Am Abend war ich dann nochmal mit dem Taxi auf dem Weg Richtung Nachtmarkt, der Fahrer, der mir immer wieder sagte, dass er Uigure ist und kein Chinese, wollte mir dann noch ein Video zeigen. Nach dem Video wollte ich per WeChat zahlen, er versuchte mir aber klar zu machen, dass ich umsonst fahren darf. Nach dem Aussteigen zahlte ich die 80 Cent trotzdem per App. Obwohl ich wie immer vor dem Aussteigen kontrolliert hatte, dass ich alles bei mir hatte, fiel mir auf, dass meine Sonnenbrille nicht da war. Naja, die sechste in 10 Monaten, das ist OK. Nachdem ich eine 10 spurige Straße überquert und drei Mal abgebogen war, klopfte mir der Taxifahrer auf die Schulter und hielt mir meine Sonnenbrille hin, keine Ahnung, wie er mich gefunden hatte.Alle Leute sind hier noch netter und zuvorkommender als in den letzten 10 Monaten. Zwischendurch werde ich immer wieder gefragt, ob wir zusammen Fotos machen könnten und ich werde wieder und wieder nach meinen WeChat Kontakten gefragt. Auf der anderen Seite sieht man aber auch an jeder zweiten Kreuzung eine Polizeistation, Kameras an jeder Ecke und gepanzerte Fahrzeuge mit schwer bewaffneten Polizisten oder Soldaten. Außerdem ist mein Internet super langsam, die Geschwindigkeit leidet halt, wenn erst alles durch den Staat geprüft werden muss. Teilweise benötige ich einen VPN um Seiten zu öffnen, auf der anderen Seite funktionieren andere Websites mit VPN wieder nicht, das ist schon sehr nervig. Hier fahren auch einige E-Autos herum, allerdings auch nicht mehr als bei uns, würde ich sagen, in manchen Dingen sind die Chinesen deutlich digitaler als wir bei anderen Dingen, aber auch deutlich hinter uns zurück, die kochen also auch nur mit Wasser. Ob das in Westchina auch noch so ist, davon muss ich mich dann selber nochmal überzeugen, die 7 Tage haben jedenfalls Lust auf mehr China gemacht!


Museum Ürümqi
Moschee
Ürümqi bei Nacht
Eingelegtes Ei
Bahnhof Ürümqi
Die Rückfahrt nach Yining war deutlich entspannter, mein Sitznachbar zeigte mir Rechnungen von seinen Ex- und Importen und wollte unbedingt Handel mit mir treiben, nur habe ich weder etwas zu verkaufen noch Zeit dafür. Wir sehen immer nur das, was bei uns schlecht läuft und in anderen Ländern gut läuft, dass China mittlerweile so viel weiter ist als wir, aber dass die Leute dafür hart arbeiten müssen, die meisten deutlich härter als wir, sehen wir weniger. In dieser kurzen Zeit haben mir drei verschiedene Personen gesagt, dass sie maximal 5 Urlaubstage im Jahr haben (+Feiertage) und dazu noch 50 Stunden die Woche arbeiten, an eine Rente ist nicht zu denken und sie würden gerne mal in ein anderes Land reisen. In Yining wollte ich abends noch kurz für die Busfahrt einkaufen und sah in einiger Entfernung eine Menschenansammlung, die mich natürlich neugierig machte, also hin und es stellte sich heraus, dass es der Eingang zur Altstadt war. Hier fuhren Pferdekutschen, alle Häuser waren in Blau bemalt, es gab viele Restaurants und die Gärten waren voller Weinreben.Auf dem Weg zurück zum Hostel sah ich dann noch eine weitere Menschenmasse und hier fand ich noch einen riesigen Nachtmarkt. Bei meiner nächsten Reise nach China muss ich auf jeden Fall meine Quellen überdenken, denn Google und Gemini kannten diese beiden Hauptattraktionen nicht und ohne die wäre die Stadt noch trister, als sie ohnehin schon ist. 
Altstadt Yining
Yining
Dattelsaft
Indien!


Eigentlich wusste ich ja was auf mich zukommt und mir wurde gesagt, dass der Süden Indiens deutlich "einfacher" ist. Mein erster Tag bescherte mir nach meinem China Besuch trotzdem einen heftigen Kulturschock. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber nach den ersten 24 Stunden ist Mumbai die dreckigste Stadt, die ich bislang gesehen hatte. Es gibt hier in der Nähe nicht viel zu sehen, bis auf das imposante Bahnhofsgebäude. Am Eingang des Bahnhofs tätowiert eine Frau Passanten (freiwillig), es muss fürchterlich günstig sein, denn weder sehen die Tattoos gut aus, noch wird das Gerät zwischendurch desinfiziert. Überall Müll, es stinkt noch mehr nach Scheisse und Abfall als erwartet. Eigentlich sollte ich das ja von meinem letzten Indien besuchen noch kennen, aber entweder täuschten mich meine Erinnerungen, oder der Süden Indiens ist gar nicht so anders. Vielleicht lag es auch an der Lage des Hotels, aber das werde ich die nächsten Tage herausfinden.

...
Mumbai Station
Es war wohl ein Mix aus allem, meine Erinnerungen vom letzten Mal, Kulturschock und die Lage des Hotels, denn die anderen Stadtteile waren etwas ruhiger. Auf der Foodtour haben wir indische Snacks probiert und etwas über die einzelnen Gerichte gelernt, alles hat sehr gut geschmeckt. Die Slum Tour durch den größten Slum Asiens war hart, es ist der am dichtesten besiedelte Ort der Welt, mit über 400.000 Menschen pro km². Im Vergleich, in München sind es 5.000 Einwohner pro km². Im Slum selbst ist es noch dreckiger und unübersichtlicher als so schon in Mumbai. Überall gibt es kleine Firmen, die etwas recyceln, von Stoßstangen über Plastikflaschen bis hin zu Seife und Leder wird hier alles recycled. Die Bedingungen sind natürlich katastrophal, die Seifen, welche hier recycled werden, sind die Reste aus den Hotels, diese dürfen später nicht mal zum Händewaschen benutzt werden, sondern nur um Kleidung zu reinigen. Stoßstangen werden zerkleinert, nach Farben sortiert, eingeschmolzen und als Granulat wieder verkauft. Ein Arbeiter verdient für 12 Stunden Arbeit um die 500 Rupien am Tag (5€) plus Essen und einen Schlafplatz in der Firma.
Sortierung
Gang
Plastik wird zerkleinert

Im Slum werden jährlich Waren im Wert von über 2 Milliarden Euro umgesetzt, was ihn zu einem starken Wirtschaftsfaktor der Stadt macht. Alle Waren gehen auch an renommierte Firmen, daher wollte man uns auch nicht sagen, für wen die Hemden oder Hosen sind, die Firmenembleme kommen erst ganz zum Schluss auf die Klamotten. Es gab auch einen kleinen Shop, in dem ich mir einen Ledergürtel für 7€ kaufte, hier ist das Geld ganz gut angelegt, denke ich. Wir wurden gefragt, ob wir Probleme mit Dunkelheit oder Enge hätten, was mich etwas verwunderte, da ich ja keine Höhlentour gebucht hatte. Die Häuser stehen hier allerdings so eng aneinander, dass kein Licht nach unten dringt und man teilweise nur seitlich gehend durchkommt. Ein kurzer Blick in die Wohnungen, die nur aus einem Zimmer bestehen und von ganzen Familien bewohnt werden, ist schwer zu ertragen. In die obersten Stockwerke führen einzelne, steile Leitern, Treppenhäuser haben wir nicht gesehen.Toiletten gibt es hier übrigens nur wenige, klar, wenn man nur einen Raum zum Leben hat, dafür gibt es öffentliche Toiletten. Die, die umsonst sind, werden von fast 1500 Menschen pro Tag genutzt (damit wir uns nicht falsch verstehen, es geht nicht um eine Toilettenanlage oder Großtoilette, gemeint ist eine einzige Toilette), morgens gibt es daher natürlich lange Schlangen. Dann gibt es Toiletten, die ein paar Rupien kosten, diese sind sauberer und man muss nicht so lange warten und zu guter Letzt gibt es private Toiletten, die nur von wenigen Haushalten genutzt werden und keine Wartezeiten haben.

Slum
Slum Markt
Slum

Danach fuhren wir mit dem Zug zurück und machten noch einen Stopp bei der größten Wäscherei der Welt. Die Menschen, bekannt als Dhobis, waschen hier von Hand Wäsche, trocknen und bügeln sie. Das Dhobi Ghat erstreckt sich über eine Fläche, auf der es Hunderte von Waschbecken gibt. Schätzungen zufolge arbeiten hier täglich über 5.000 Menschen, die bis zu 100.000 Kleidungsstücke von Hotels, Krankenhäusern und Privatkunden aus der ganzen Stadt reinigen. Die Dhobis arbeiten in Reihen von Betonbecken, die mit einem "Flogging Stone" (einem Waschstein) ausgestattet sind. Die Wäsche wird in heißem Seifenwasser eingeweicht, kräftig auf den Stein geschlagen, um den Schmutz zu entfernen, und dann zum Trocknen auf unzählige Leinen gehängt. Dabei nutzen sie keine Wäscheklammern, sondern zwei Seile, die zusammengebunden werden, dazwischen wird die Wäsche eingeklemmt. Obwohl die Arbeit traditionell und mühsam ist, ist das System äußerst effizient. Jedes Kleidungsstück wird sorgfältig markiert, um sicherzustellen, dass es zum richtigen Besitzer zurückkehrt. Es ist beeindruckend, wie selten Wäsche verloren geht oder vertauscht wird.In dunklen Ecken gibt es mittlerweile auch Industriewaschmaschinen, teilweise wird aber immer noch mit Feuer Wasser zum Desinfizieren erhitzt. Nach diesen eindrucksvollen Erlebnissen brauchten wir erstmal eine Pause. Die Elefantenhöhlen auf einer Insel vor Mumbai waren interessant und ein guter Zeitvertreib bis zu unserem Flug nach Goa, das baufällige Holzboot brachte uns sicher zurück.

Wäscherei
Feuerstelle
Wäscherei
Wäscherei
Elephant caves
Elephant caves
Gateway of India
In Goa ging es endlich mal wieder auf einen Roller, die Preise dafür waren hier wieder anständig. Für 5€ am Tag ging es nach "Alt Goa", die ehemalige Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaat, wo zahlreiche Kirchen aus der portugiesischen Kolonialzeit stehen und nett anzuschauen sind. Im Süden unserer Unterkunft liegen ein paar nette alte Burgen und Festungen, ins Wasser darf man während der Monsun Zeit allerdings nicht und auch viele Strandbars sind abgebaut, da das Wasser deutlich höher steht als außerhalb der Monsunzeit. Da wir das aber im Vorfeld wussten, sind wir nicht enttäuscht, wir können auch so einen halben Tag mit Lesen, Fruchtsäften und Essen am Strand verbringen :)
Goa
Goa
Goa
Fort

Genau das war nämlich unser Plan in Arambol, weiter nördlich gelegen, dazu gab es noch eine Massage und ein paar köstliche Mahlzeiten an der Strandbar. Die kurzen Schauer zwischendurch sind überschaubar und stören uns keineswegs. Generell muss man in Indien aber schon hart im Nehmen sein, was die Sauberkeit, Gerüche und den Dreck angeht. In Restaurants kann man sich zwar überall die Hände waschen, allerdings werden an streetfood Ständen die Saucen oder die Zutaten auch gerne mal mit der Hand anstatt einem Löffel umgerührt, der Topf sieht schon sehr alt aus oder die Saucen sind am Rand eingetrocknet. Trotzdem ist das Essen auch an diesen Ständen super lecker und bis jetzt hatten wir keine Probleme, wenn es zu schlimm aussieht, kann man ja auch weitergehen, aber mit der Zeit sinkt die Hemmschwelle in jedem Fall, zumindest bei mir. Man sieht aber auch in Restaurants, dass die Tische noch fettig sind, die Kopfstützen in den Bussen sind schwarz, die Liegen und die Wände im Massageraum sind mit einem Ölfilm überzogen, das Handtuch wurde sicher schon länger nicht mehr gewechselt, über das sollte man alles hinweg sehen können oder lieber nicht nach Indien Reisen. Auf der anderen Seite ist hier natürlich auch alles günstig, eine 30 minütige Taxifahrt kostet 2€, ein Abendessen mit Getränk und Nachspeise 4€ oder die oben angesprochene 70 minütige Massage 14€. Ebenso die Hotelzimmer, für 20€ bekommt man ein sehr sauberes Doppelzimmer teilweise mit Frühstück. Auch die Züge sind sauber, zumindest wenn man nicht genauer hinschaut, die Bettwäsche ist zwar gewaschen, aber vor hartnäckigen alten Flecken sollte man sich nicht ekeln. Ansonsten sind die Züge ein recht zuverlässiges und bequemes Fortbewegungsmittel, welches uns nach Hampi brachte. 

Arambol
Zug

Hampi war die Hauptstadt des Vijayanagara-Reiches, des letzten großen hinduistischen Königreichs in Südindien. Die Kultur erlebte ihre Hochphase zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. Während dieser Zeit wurde Hampi zu einem der größten und reichsten Handelszentren der Welt, mit einer geschätzten Bevölkerung von bis zu einer halben Million Menschen um 1500 n. Chr. Das Areal ist riesig und überall finden sich alte Tempel, Basare, Brunnen, Paläste und Bäder, deshalb ging es wieder auf einen Roller, der uns zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Hampi brachte. Wir nahmen uns für den ersten Tag einen Guide, der uns die Tempel und sehr interessante Reliefs erklärte. Am zweiten Tag erkundeten wir die restlichen Sehenswürdigkeiten und den Abend verbrachten wir in einem der wirklich guten und gemütlichen Restaurants, Hampi war ein unerwartetes Highlight.

Fotowünsche
Gebet
❤️
❤️
Müll am Fluss
Verzierte Säule
Tempel
Brunnen
Fotowünsche
Von oben
Aussichtspunkt Hampi
Hampi
Elephant stables
Hampi Tempel
Bad
Bangalore war nur ein kurzer Zwischenstopp auf der Weiterreise nach Ooty, aber hier entdeckten wir den ersten richtigen Streetfood-Markt in Indien. Ich dachte bis dato, dass es das hier nicht gibt, umso glücklicher war ich über das gute Essen auf dem Markt, das schwierigste war natürlich die Entscheidung, was ich alles probiere. Ansonsten schauten wir uns noch den botanischen Garten an, der allerdings total überfüllt war, da heute der Unabhängigkeitstag gefeiert wurde und dementsprechend viele Inder unterwegs waren. Den Palast schauten wir uns nur von außen an, da Ausländer wieder mal den zehnfachen Eintritt zahlen sollten, irgendwann reichte es damit auch mal. Dafür haben wir uns etwas mehr Zeit genommen, um Fotowünsche zu erfüllen :)
Botanischer Garten Bangalore
Ein paar Menschen...
Bangalore Landesregierung
Mit dem Zug ging es weiter Richtung Mysore, hier schauen wir uns den beleuchteten Palast an und fanden am Abend noch zufällig den interessanten Blumenmarkt. Da der Palast an nächsten Morgen erst um 10 Uhr öffnete schaffen wir eine Besichtigung leider nicht, da wir den Bus Richtung Ooty erreichen mussten. Unser Zimmer in Ooty war OK, aber irgendwie roch es feucht. Am Abend wussten wir auch warum, das Kissen war irgendwann schon mal am Schimmeln. Aber es wurde mittlerweile gewaschen, roch wieder gut und mit einem Bezug ging es für zwei Nächte. Von Ooty selbst hatte ich mir mehr erhofft, ich hatte die Hoffnung, dass die Inder in den Bergen und dazu noch in einem Ferienort etwas mehr Gespür dafür haben, etwas schön herzurichten, aber dem war nicht so. Zwar sind Plastikflaschen verboten, dafür liegt anderer Müll in der Gegend herum. Zudem ist es für Touristen schwer sich einen Roller zu mieten, da wohl die lokale Taximafia davon ihr Geschäft bedroht sieht, uns wurde geraten den Roller immer etwas zu verstecken, falls doch etwas passieren sollte, müssten wir natürlich für den Schaden aufkommen. Da ein Auto mit Fahrer nur 5€ mehr kostete, ließen wir uns eben chauffieren. Die ersten Stationen waren auch noch sehr interessant, wobei hier in Indien alles auf Konsum und Event ausgelegt ist. Bei uns würde es an einem kleinen Stausee, einen Wanderweg, einen Kaffee und ein Tretbootverleih geben. Hier gibt es ein Horror-Haus, ein 4D Kino, 7 Bootsverleihe, unzählige Souvenirshops, Restaurants, Spielhallen und vieles mehr. Das gleiche Bild am botanischen Garten oder an den anderen Stationen. Auf dem Weg in den Süden nahmen wir dann die Schmalspurbahn nach Coimbatore, es sollte eine der schönsten Bahnstrecken der Welt sein, das kann ich bestätigen. Mit der über 100 Jahre alten Dampflok und den historischen Waggons ging es über 2000 Höhenmeter bergab.
Mysore palace
Mysore palace
Blumenmarkt
Blumenmarkt
Blumen
Markt
Kokosnüsse
Teeplantage Ooty
...
...
Zugfahrt
Dampflok
Historischer Zug
Brücke
Einfahrt
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