Auf der Silberstrasse
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Zauberwort Iberico

Veröffentlicht: 29.03.2025

Fahrt
Sevilla → … → Monesterio
100 km · N630
Sehenswert
Montemolín
Montemolín, Spain
Sehenswert
Monesterio
Monesterio, Spain

Monesterio. Wir sind heute aus Sevilla aufgebrochen mit dem Ziel Montemolin, unserer dritten Etappe auf der Via de la Plata. Zu der knapp 1300 Einwohner kleinen Gemeinde mussten wir etwa 100 Kilometer zurücklegen – unsere längste Etappe auf der Silberstraße. Dennoch entschieden wir uns gegen die Autobahn und für die N630, auf der wir den Großteil unseres Weges nach Gijon an der Atlantikküste absolvieren wollen.

Wir haben unsere Entscheidung nicht bereut. Wir waren auf der großzügig angelegten Landstraße bis auf ein paar Motorrad- und Radfahrer – die kurvten alle in die entgegengesetzte Richtung – praktisch alleine unterwegs und hatten so die Möglichkeit, diese einzigartige Landschaft zu genießen. Schon nach wenigen Kilometern verließen wir Andalusien und stießen in die Extremadura vor, eine Region mit einer natürlichen Vielfalt, die in ganz Europa ihresgleichen sucht. Hier ist eine beeindruckende Anzahl an Vogelarten, darunter das Blaukehlchen, der Gänsegeier und der majestätische spanische Königsadler, zu Hause. Wenn Icke ihre Fotokamera in die Hand nimmt, beginnt sie vor Aufregung schon leicht zu zittern.

Mich interessieren die Vögel weniger, dafür die Iberico umso mehr. Das sind diese kleinen, flinken, meist dunkelfarbenen Schweine aus denen dieser zarte Schinken entsteht, der so nussig schmeckt und einem fast auf der Zunge zergeht. Der Geschmack kommt von den Eicheln, mit denen die Tiere gemästet werden. Wir haben uns bei der Fahrt über die vielen eigenartigen Bäume gewundert, die hier auf den Wiesen stehen. Icke hat einen Baum mit ihrer App als Steineiche identifiziert und jetzt ist auch klar, warum hier so viele davon wachsen. Sie liefern die Eicheln, das Futter für die Schweine.

Wir hatten heute Pech. Das Rathaus in Montemolin ist geschlossen – an Samstagen wird das vermutlich öfter so sein. Das heißt für uns: kein Stempel in unseren Pass. So sind wir nach Monesterio zurückgefahren und stehen hier auf einem offiziellen Stellplatz direkt neben einem Supermarkt. Ich habe das als Zeichen gesehen – ihr wisst, ich stehe auf Zeichen, Schicksal und so – und habe mir ein Kilo von den verschiedenen Sorten Iberico zugelegt. Bei der langen Wartezeit bis Montag – da macht das Rathaus hoffentlich wieder auf – kann Hunger sehr unangenehm werden. Außerdem hat mein alter Chef Bernhard Stuhlfelner gesagt: „Du musst wissen, über was du schreibst.“ Ihr könnt Euch also schon mal darauf einstellen, dass Euch in den nächsten Tagen die Zähne tropfen werden, wie die Uckermärker sagen …

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Frühling
Begleitung
Zu zweit
Abseits der PfadeKulinarisch
  • Fahrt auf der N630 statt Autobahn
  • Landschaft der Extremadura
  • Iberico-Schweine und Steineichen
  • geschlossenes Rathaus in Montemolín
  • Stellplatz in Monesterio neben dem Supermarkt
Fotokamera
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