Die letzte große Stadt
Leon. Wir sind heute zu Gast in der letzten großen Stadt bevor wir nächste Woche in Gijon ankommen und damit am Ende unserer Reise auf der Ruta Via de la Plata, der...


Veröffentlicht: 11.04.2025









Mieres. Wir sind heute in einer anderen Welt gelandet. Hunderte Kilometer war alles flach wie der Bodensee, jetzt sind wir im Kantabrischen Gebirge, Mitten in den Bergen, eingerahmt von Gipfeln, die noch ihre weiße Zipfelmütze tragen. Seit wir Leon verlassen haben, ging es bergauf. Wir hätten es vielleicht nicht so schnell bemerkt, aber unser Hymer musste schwer arbeiten, der Spritverbrauch stieg rapide. Je höher wir kletterten, umso mehr veränderte sich die Landschaft, die Berge wurden kahler, felsiger.
Wir hatten uns heute gut 60 Kilometer vorgenommen, nicht ganz die Hälfte der Strecke bis Gijon. Ich rechnete damit, dass es stetig bergauf gehen würde, doch nachdem wir unsere erste Station La Pola de Gordon hinter uns gelassen hatten, fuhren wir nur noch talwärts – und wie! Bis zu 21 Prozent Gefälle. Schmale Straßen. Haarnadelkurven. Und LKWs, deren Fahrer wohl noch nie etwas von Gegenverkehr gehört haben. Ich begann zu schwitzen. Ich fuhr im zweiten Gang, schlich mit 15, 20 km/h um die Kurven. Ab und an steuerte ich rechts ran, um für ein paar Sekunden durchzuatmen und um die lange Schlange an Fahrzeugen hinter mir vorbei zu lassen.
Als wir endlich Mieres – hier werden wir heute übernachten – erreicht hatten, nutzte ich die Zeit, in der Icke den Stempel abholte, und sah mir die Höhenmeter an. Leon liegt auf 300 Meter, La Pola de Gordon auf über 1000 Meter. Mieres aber liegt unter 200 Meter. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie große Lastwagen diese Strecke im Winter meistern wollen …
