Bar-Chefin unsere Heldin
Salamanca. Für heute war ein entspannter Reisetag geplant. Allerdings standen zu Beginn mit Bejar und Guijuelo zwei eher kleine Städte auf unserer Stempel-Liste, bei denen die...


Veröffentlicht: 07.04.2025










Salamanca. Wir wollten heute früh los, um uns im Zentrum von Salamanca umzusehen. Doch daraus wurde nichts. Bei der Anreise gestern hatten wir Probleme mit unserem Wohnmobil. Das Kupplungspedal klemmte, es sprang nicht mehr in seine Ausgangsposition zurück. Ich musste es mit dem Fuß wieder hochziehen. Das ging nur ohne Schuh. Nach dem ersten Schreck war das keine Schwierigkeit, aber nach Rücksprache mit unserem „Auto-Fernmechaniker“ Opa Ernie schauten wir uns nach einer Werkstatt um. Zum zweiten Mal auf dieser Reise. Mit Baujahr 2007 ist unser Hymer auch nicht mehr der Jüngste. Von der ein oder anderen „Unzulänglichkeit“ darf man sich da nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Eine Überraschung war allerdings die Werkstatt-Suche. Beim Tipp von unserem Campingplatz-Bertreiber wurden wir knallhart abserviert. Ohne Termin keine Chance. Bei den nächsten beiden Versuchen erging es uns nicht besser. Erst beim vierten Anlauf konnten wir die Automechaniker überreden, wenigstens mal nachzuschauen, ob es einen größeren Schaden gibt. Sie fanden nichts – auch weil die Kupplung mittlerweile wieder tadellos funktionierte. „Einfach so lange weiter fahren bis nichts mehr geht“, meinte der Jüngere der beiden und steckte mit einem Lächeln den Schein ein. Na gut. Das werden wir tun. Was bleibt uns anderes übrig?
Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf in Richtung Stadtkern. Da unser Campingplatz etwas außerhalb liegt und der Linienbus keine Hunde mitnimmt, riefen wir ein Taxi. So mussten wir für die Hinfahrt 15 und für die Rückfahrt 10 Euro bezahlen – bei gleicher Strecke. Aber die Fahrten waren ganz entspannt, und so konnten wir uns auf Salamancas Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Wir hatten uns drei herausgesucht: Den Plaza Mayor, der der schönste in ganz Spanien sein soll, die alte Kathedrale, die aus zwei Kathedralen besteht und die Universität, eine der ältesten in Europa. Die Bauwerke waren – wie ihr auf den Fotos vielleicht nachempfinden könnt – schlichtweg überwältigend. Die Größe der Kathedrale und die mit viel Detail-Liebe verzierten Außenwände, die unzähligen alten Gebäude der Universität mit ihren engen Gassen und den Pubs und Bars an jeder Ecke oder der weitläufige Plaza Mayor mit seinen vielen Menschen, die einfach nur flanierten oder sich über einen ergatterten Platz in einem der großen, feinen Cafés freuten. Kaum zu glauben, dass der Platz in seiner Vergangenheit um ein Vielfaches größer war und daher als „der größte Platz der Christenheit“ bezeichnet wurde.
Salamanca wird uns in Erinnerung bleiben als eine charmante Studentenstadt mit seiner ganz eigenen Mischung aus jugendlichem Flair, Geschichte, Tradition – und gefühllosen Automechanikern.
Wir ziehen morgen weiter. Zamora ist unser nächstes Ziel.
