Auf der Silberstrasse
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Das Schicksal meint es gut

Veröffentlicht: 28.03.2025

Sevilla. Das Schicksal meint es gut mit uns. So schön Carmona auch war, nach drei Tagen Stadtleben waren die Akkus von uns Landeiern so gut wie leer. Ruhe, Erholung, Natur sollte es sein – da waren Emmi und Pipo mit uns ausnahmsweise einer Meinung. Das Problem hieß Sevilla. Wir kennen die Stadt von einem ausgiebigen Besuch vor zwei Jahren. Wunderschön. Aber nicht jetzt! Doch Sevilla war das nächste Ziel auf unserer Tour und da gab es auch kein vorbei. Schließlich brauchten wir einen Stempel in unserem Pass. Wir planten also einen Abstecher in die Hauptstadt Andalusiens, so nahe wie möglich ran ans Touristenbüro, Stempel abholen und schnurstracks wieder raus. Ich hatte auf park4night, einer App für Camper, auch schon einen Parkplatz ausfindig gemacht. Doch es kam wie immer anders …

Die Straßen Sevillas um die Mittagszeit sind ein Alptraum. Kilometerlange Autoschlangen. Dazwischen Pferdekutschen, Omnibusse und Lkws, die alle ihre eigenen Verkehrsregeln zu haben scheinen - oder gar keine. Nach einer Stunde waren wir am Ziel. Aber: Der Parkplatz war voll. Keine Chance. Also doch die Alternative Stellplatz, auch wenn der fast drei Kilometer vom Touristenbüro entfernt liegt. Nach 30 Minuten auf den verstopften Straßen in der anderen Richtung kamen wir gegen 13.30 Uhr an. Parken ja, aber nur für 24 Stunden. Puuuuh! Aber nachdem ich kurz überschlagen hatte – drei Kilometer zum Touristenbüro hin, drei Kilometer zurück, dafür würde Icke als unser „Tempomacher“ locker vier Stunden brauchen, dazu ein kleines Lunch, eine kurze Kaffeepause und ja, danach würde es ohnehin langsam dunkel werden. Wir nahmen das 24-Stunden-Ticket, parkten ein und machten uns auf zum Spanischen Platz, der direkt auf unserem Weg lag. Das Schicksal hatte längst die Zügel in die Hand genommen …

Wir waren im Studentenviertel unterwegs. Überall junge Leute, die lachten schäkerten, sich ihre Energietanks vor den Cafés und Bars von den Sonnenstrahlen zum Überlaufen auffüllen ließen – wahrscheinlich für einen langen Tag. Die gute Stimmung rings um uns war richtig ansteckend. Mit jedem Meter in Richtung Zentrum stieg bei uns die Freude auf diesen Tag, und so entdeckten wir hinter jeder Straßenbiegung Brunnen, Gebäude oder Marmorstatuen, die unsere Aufmerksamkeit einfingen und uns in Staunen und Begeisterung versetzten. Wirklich, wir kennen keine Stadt, die mit so vielen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann, wie Sevilla.

Der Nachmittag und der Abend vergingen wie im Flug. Am Abend waren wir uns einig: Gottseidank war dieser erste Parkplatz voll! Das Schicksal meint es gut mit uns.

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