Auf der Silberstrasse
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Zwei Tore und ein Absatz

Veröffentlicht: 27.03.2025

Carmona. Ausschlafen. In Ruhe frühstücken, und dann ganz entspannt bei strahlendem Sonnenschein in das Städtchen schlendern, ein wenig bummeln, ein Käffchen hier, ein, zwei Tappas dort und zwischendurch immer wieder eines der vielen Kunstwerke antiken Bauhandwerks bestaunen, die es hier gibt – jeder dieser Tage hier ist ein Juwel, ein Geschenk, für das wir zutiefst dankbar sind.

Unser erster Weg führte uns heute zum Alcazar de Puerta de Sevilla, einer imposanten Burganlage aus dem 3. Jahrhundert vor Chr., deren Grundsteine schon 1.000 Jahre zuvor von den Phöniziern gelegt wurden. Das Tor zu Sevilla hat auf der anderen Stadtseite ein Pendant: das Tor zu Cordoba, Puerta de Cordoba. Dieses bietet eine wunderschöne Aussicht auf die weiten Felder und Wiesen dieser fruchtbaren Ebene, der Vega del Corbones und zeigt auch, warum Carmona schon so früh besiedelt wurde: es liegt in strategisch günstiger Lage auf einem Hügel und kann so leicht verteidigt werden. Prägend für die Stadtsilhouette ist auch die Iglesia de San Pedro, deren Turm eine Imitation der Giralda von Sevilla sein soll – was wir morgen überprüfen werden, wenn wir die Hauptstadt Andalusiens besuchen.

Mir wird Carmona auch wegen der vielen kleinen Cafés und Tapas-Bars in Erinnerung bleiben. Und das eine oder andere hübsche Mädchen dieser Stadt wird sich vielleicht auch an mich erinnern. Es war in einem kleinen Café am Rande eines großen Platzes. Icke saß schon dort und hatte mir einen Platz frei gehalten. Ich konnte mein Glück kaum fassen, rund um unseren Tisch hatten sich Dutzende Studentinnen versammelt, die anscheinend von irgendeinem Treffen kamen. Ich schlängelte mich durch die Tische, mit einem freundlichen Lächeln und einem leisen „Sorry“ hierhin und dorthin – und übersah dabei einen Absatz. In dieser Zehntelsekunde, in der mir klar wurde, dass sich ein Sturz nicht mehr vermeiden ließ, schloss ich innerlich die Augen. O mein Gott! Ich krachte der Länge nach hin. Zum Glück warf ich keine Tische oder Stühle um. Ich landete einfach auf dem Steinboden. Menschen sprangen auf, aber es waren keine hübschen Mädchen, sondern alte Männer, die mir unter die Arme griffen und mich hoch hievten. Ich hatte keine äußeren Blessuren, meine inneren Verletzungen dagegen waren gravierend. Bis die heilen, fürchte ich, werden Tage vergehen, wenn nicht Wochen …

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