Veröffentlicht: 26.03.2025













CARMONA. Die erste Station auf unserer Silberstraße – und die hatte es gleich in sich. „Für mich ist der Anfang auch das Ende“, sagte Icke gleich nach dem ersten Ausflug in die Stadt. „Das alles hier ist zum Verlieben schön. Ich fahre nicht mehr weiter.“ Ich muss ihr zustimmen. Carmona ist nicht ohne Grund eine der ältesten Städte von ganz Europa. Sie liegt 40 Kilometer östlich von Sevilla auf einem Hügel, von dem aus man meilenweit die Campiña Sevillana überblicken kann. Wir haben spontan beschlossen, bis übermorgen zu bleiben und darum werde ich erst morgen von den vielen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt berichten.
Die Entscheidung, einen Tag länger zu bleiben, fiel nicht alleine aufgrund der ganz besonderen Atmosphäre von Carmona. Auch ein orangefarbenes Lämpchen hatte seinen Anteil daran: die Warnleuchte für die Bremsbeläge leuchtete im Display unseres Ducato auf. Das war auf dieser Reise nicht das erste Mal, aber anders als sonst, wollte es diesmal nicht mehr erlöschen. Bremsbeläge. Puhh. Das hörte sich nicht ganz unproblematisch an. Ich rief Cedric Ebert an, Ickes Cousin, der in Angermünde einen Reifenhandel samt Autowerkstatt betreibt. Er war so nett und nahm sich Zeit für unser Problem. Sein Rat: unbedingt anschauen lassen. Also fragten wir im Tourismusbüro – wo wir uns übrigens auch den ersten Stempel für unseren Reisepass „Via de la Plata“ abholten – nach einer guten Werkstatt. Die war schnell gefunden und nur drei Minuten Fahrzeit von unserem Parkplatz entfernt.
Die Servilia Motor Juan Siles Macias war ein absoluter Glücksfall. Der Chef war total freundlich, empfing uns mit einem Lächeln und beorderte sofort einen Mechaniker für uns ab. Der verschwand mit einer Leuchte für 15 Minuten unter unserem Fahrzeug und kam mit ölverschmiertem Gesicht zurück. Die Bremsbeläge sind ok, sagte er, aber irgendein Draht sei gerissen, der immer wieder einen Kurzschluss verursache. Darum würde die Lampe leuchten. Er habe den Draht isoliert und nun sei alles wieder schick. Wir gaben ihm ein ordentliches Trinkgeld, das er erst nach langem Zureden einsteckte. Wir gingen zu seinem Chef, um zu bezahlen. Aber der winkte uns mit einem Lächeln über beide Ohren weiter und wünschte uns eine gute Fahrt.
Die werden wir haben. Es geht nach Sevilla. Übermorgen. Oder vielleicht doch erst überübermorgen – wenn überhaupt. Das hängt ganz von Icke ab …
