Eine Stadt als Museum
Caceres. Merida ist Wahnsinn! Für mich persönlich die schönste Stadt, die ich in all den Jahren in Spanien besucht habe. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass mir die...


Veröffentlicht: 04.04.2025












Plasencia. Heute war nicht unser Tag. Beim ersten Augenaufschlag hörte ich schon das Trommeln auf dem Dach unseres Wohnmobils. Es schüttete. Wie aus Eimern. Nach unserer ersten Gassi-Runde waren Emmi, Pipo und ich pitsche patsche nass. Wir drei waren uns mit Icke einig: Nur weg von hier!
Doch das Wetter wurde nicht besser. Zum Glück war unsere nächste Station Casar de Caceres nur zehn Kilometer weg. Das war es aber auch schon mit unserer Ration Glück für den heutigen Tag. Und dann kam auch noch Pech hinzu: Wir suchten durch die engen Gässchen dieser kleinen Stadt die eine Adresse, an der es einen Stempel für unseren Reisepass gab. Nach etlichen Nadelöhr-Passagen mit Millimeterarbeit am Lenkrad, fanden wir endlich das kleine Touristenbüro. Kein Parkplatz weit und breit, also hielt ich kurz mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig, so dass gerade noch ein Auto vorbei kam. Jetzt schnell raus und den Stempel holen. Wo war noch gleich der Pass? Du musst ihn haben! Nein! Du musst ihn haben. Verdammt! Die Suche begann, und es dauerte nicht lange, da setzte ein unmissverständliches Hupen ein – wir mussten weg.
Also schnell hinters Lenkrad geklemmt und los. Gut 500 Meter weiter fanden wir einen freie Stelle. Parken und weiter suchen. Wir drehten alles um, machten alle Schränke auf, kramten uns durch alle Jacken, Hosen und Taschen. Sogar unter dem Teppich suchten wir – ohne Erfolg. Unser Pass war weg und mit ihm unsere elf Stempel, die wir bisher mit so viel Mühe gesammelt hatten. Wir waren sooo stolz auf dieses kleine Heftchen. Und jetzt war es weg. Unwiederbringlich verloren. Mann, war das bitter … Ich glaube, es hätte nicht viel gefehlt, und wir wären beide in Tränen ausgebrochen.
Aber das half jetzt alles nichts. Ich musste für ein paar Meter an die frische Luft, und so machte ich mich auf den Weg ins Touristenbüro, einfach nur so. Mal schauen. Die dortige Frau war super nett. Ich erklärte ihr unser Unglück, zeigte ihr Fotos von unserem Pass mit den ganzen Stempeln. Normalerweise muss man den nummerierten Pass „Ruta Via de la Plata“ bestellen, mit Name und Adresse. Schließlich drückte mir die Frau mit einem Lächeln einen neuen Pass in die Hand und bot mir sogar an, auch die vorherigen elf Stationen abzustempeln. Aber das lehnte ich mit ein paar freundlichen Worten ab, weil unter jedem Stempel ja auch der Ort vermerkt ist.
Jetzt haben wir einen neuen Pass. Und schon sind wieder zwei Stempel drin. Es fehlen noch 17. Wir lassen uns nicht klein kriegen. Wir wissen, dass wir elf Stempel hatten. Uns reicht das. Jetzt beginnt die Sammlung eben von Neuem. Auf geht’s!
