Ein Quitschen zu viel
TAG4: Als ich gestern Abend in meinem Hubbett lag und so über den bisherigen Verlauf unserer Reise nachdachte, kam es mir spanisch vor, dass bisher alles so glatt gelaufen war....


Veröffentlicht: 20.03.2025







TAG 5: Das Wichtigste vorweg: Es quietscht nichts mehr – zumindest am rechten Hinterreifen. Nachdem Icke bis um 2 Uhr durchgehalten hatte, kam sie zu mir ans Hubbett und flüsterte: „Schatz, wir müssen schauen, ob es noch quietscht. Wir müssen ein paar Runden drehen.“ Ich brachte meine Augen kaum auf, aber ich sah unsere beiden Hunde erwartungsfroh schwanzwedelnd an der Eingangstür stehen. „Komm! Auf jetzt. Stell dich nicht so an!“, hörte ich Icke mosern. Das kann doch jetzt nicht wahr sein, dachte ich mir …
Ja, gut, das ist geflunkert. Aber es war damit zu rechnen. Glaubt mir, für solche Aktionen ist meine Icke berühmt. In Aguadulce vor ein paar Jahren – wir hatten ein Appartement gemietet – stand sie mitten in der Nacht auf, bewaffnete sich mit einer Sprühflasche und einem Eimer voll Fit-Wasser zum Nachfüllen und machte sich auf den Weg, die Markierungen der Hunde von den Häuserwänden zu spülen. Glaubt mir, wer das erlebt hat, wundert sich über nichts mehr.
Aber wir haben diesmal trotz der schlechten Vorzeichen eine ruhige Nacht erlebt und erst morgens vor unserem Aufbruch ein paar Runden auf dem Stellplatz gedreht. Es war nichts mehr zu hören. Und so haben wir uns frohen Mutes auf den 350 Kilometer langen Weg nach Torredembarra gemacht. Es hat ununterbrochen geregnet. Das hat uns ein wenig die Stimmung verdorben, als wir endlich die Grenze nach Spanien überquerten. Mit dem kleinen Schlenker nach Straubing waren wir nun exakt 32 Stunden unterwegs, in denen wir 2600 Kilometer zurückgelegt und durchschnittlich 10,4 Liter Diesel verbraucht haben.
Morgen müssen wir noch einmal 250 Kilometer zum Campingplatz Malvarrosa bei Sagunto zurücklegen. Dort wartet unsere Urlaubsbekanntschaft Renate auf uns. Zusammen wollen wir drei, vier Tage entspannen, bevor unsere Reise weitergeht nach Carmona bei Sevilla, wo die Via de la Plata ihren Anfang nimmt.
