„El jefe“ und sein Kampf
TAG 7: Ich hatte recht: Das Meer bereitet den Menschen an der Costa de Valencia Kopfzerbrechen. Es nimmt ihnen Land. Meter für Meter. Monat für Monat. Als wir heute Nachmittag...


Veröffentlicht: 23.03.2025
Tag 8: Wir waren heute auf dem Markt in Almarda, einen kleinen Vorort von Sagunto. Wir kennen diesen Markt sehr gut, denn jedesmal, wenn wir sonntags hier auf dem Campingplatz sind, besuchen wir auch diesen Markt. Icke wollte gestern auf den Markt fahren. Ich sagte ihr, dass der Markt erst am Sonntag sei, woraufhin sie mich mit diesem ganz bestimmten Blick ansah: Du glaubst doch nicht, dass du mir sagen kannst, wann wo ein Markt ist? Ok, dachte ich mir, machen wir eben einen kleinen Ausflug. Was ich nicht bedacht hatte: Icke erzählte gestern jedem, der ihr über den Weg lief, dass dieser tolle Markt wäre und sie sich den unbedingt ansehen müssten.
Wir fuhren also mit dem Fahrrad die acht Kilometer nach Almarda, Renate kam mit uns, sie konnte es kaum erwarten, diesen Markt zu sehen. Auf dem Weg dorthin überholten wir einige unserer Nachbarn vom Campingplatz, andere kamen uns entgegen – mit bitterbösem Blick. „Was haben die?“, fragte Icke. „Keine Ahnung“, sagte ich, konnte mir allerdings denken, was der Grund war. Schließlich kamen wir an – auf einem leeren Platz. „Das gibt’s doch nicht“, sagte Icke und schüttelte den Kopf, während Renate die Stirn runzelte. Es kam ein Mann auf uns zu, den ich fragte, ob er wisse, wann der Markt sei. „Maniana“, sagte er. So viel Spanisch versteht jeder: Morgen. Wir fuhren wieder los – in die andere Richtung.
Heute waren wir also auf dem Markt, der vor allem viele spanische Leckereien zu bieten hat. Wir kauften ein, tranken einen Kaffee in unserem Lieblingsrestaurant und radelten zurück. Icke und ich freuten uns schon auf das Wiedersehen mit Angelika und Martin und Heidi und Heinz, zwei Pärchen, mit denen wir vergangenes Jahr im Ahrtal unterwegs waren. Sie kurven seit einigen Wochen auf der Iberischen Halbinsel rum, immer auf der Suche nach ein wenig Sonnenschein – bis jetzt hatten sie dabei wenig Glück. Wir gingen abends in unserem kleinen Restaurant hier Essen und tauschten die neuesten Neuigkeiten aus. Es wurde ein lustiger Abend. Leider trennen sich unsere Wege vielleicht morgen schon wieder. Die Vier sind Richtung Barcelona unterwegs. Auf dem Weg dorthin wollen sie sich mit befreundeten Camper-Paaren treffen.
