Voll Bock auf bayrischen Wald
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Für die kurze Fahrt nach Colmar schwingen wir uns heute morgen doch wieder auf die Räder, da die Busse nur selten an unserem Hotel vorbei kommen.

Wir laufen durch‘s Städtle und schauen ein paar Sachen an besuchen einen Gottesdienst - der total beeindruckend ist, weil dieser französische Singsang des Priesters im Martinsmünster so wunderschön ist, dass es völlig egal ist, dass einer von uns in der Schule kein Französisch hatte und die andere ihre Vokabeln nie gelernt hat.

Als uns Touristen, die busweise hier angekarrt werden, mit Sätzen wie „oh je, is datt üverall voll hier“ so auf den Nerv gehen, machen wir uns auf den Heimweg und verbringen den Nachmittag im hoteleigenen Garten. Mario plant die letzten Tage unserer Route während Petra eine Schnulze liest.

Gepäckstrategie:

Die Kofferpackspezialisten unter euch fragen sich bestimmt, wie man(n) oder Frau das Reisegepäck für 2 Wochen in genau 2 Satteltaschen bekommt. Ehrlich gesagt ist es nach einigen Kompromissen und Entscheidungen gar nicht so wild. Als erstes verabschiedet man sich von Sakko und Hemd und dem kleinen Schwarzen. Auch die dazu passenden Schuhe bleiben Zuhause. Auf die Gepäckliste schafft es nur was unbedingt benötigt wird. 1 Paar Schuhe die tagsüber und auch beim „Abendprogramm“ getragen werden, plus ein paar Schlappen sind genug. Bei der Unterwäsche gibt es verschiedene Möglichkeiten. Während Petra ihre Höschen von Zeit zu Zeit wäscht - hey, ich meine jetzt wenn die Wochenration getragen ist! Verfolgt Mario die Strategie, der verzögerten Entsorgung: Die 14 schlechtesten Unterhosen haben es geschafft mit auf die Reise zu gehen und werden Stück für Stück nach dem Tragen vor Ort entsorgt, so bildet sich quasi eine Spur getragener, verschlissener Unterhosen quer durch Europa.

Für Menschen ab 50, die zum Lesen auf Hilfsmittel zurückgreifen müssen, wird das Ablesen der eigenen Armbanduhr, sowie des Fahrradtachos immer schwieriger. Ihr müsst es nicht mehr erfinden, es gibt sie schon: Die Radbrille mit eingebauten Lesefenstern und ich kann diese vorbehaltlos empfehlen: Swisseye!

Das Ebike Phänomen:

Jemand erzählt von seiner Reise und den Orten die er besucht hat und niemand kommt auf den Gedanken zu sagen: „Mallorca, ach so mit dem Flugzeug“ oder „Südtirol, ach so mit dem Motorrad“ usw. Nun kommt das eBike-Phänomen: Wir fuhren in 2018 von Althütte nach Venedig und bekommen mitleidig, manchmal auch abwertend ein „ach so, mit dem eBike“ als Kommentar. So waren die Kommentare auch in diesem Jahr. Beinahe so, als ob wir betrügen oder unehrlich sind. Für uns ist die Reise mit dem eBike ein Genuss, gerade so langsam, dass man die Dinge um sich herum intensiv wahrnimmt. Und doch so schnell, dass man eine gewisse Strecke am Tag zurücklegen kann. Es geht uns nicht um die Teilnahme an der nächsten Tour de France oder dem Ironman. Wir sehen das nicht sportlich, sondern als eine, unsere Art die Welt zu erkunden. Es ist also völlig unnötig Mitleid mit uns zu haben. 

Kommentare

Petra
Mario und Petra, ihr habt Alles richtig gemacht, Es ist wesentlich bewundernswerter mit dem Ebike zu fahren als mit Motorrad. Einige scheinen zu vergessen, dass auch diese Art der Fortbewegung den Körper trainiert und mitunter auch anstrengend sein kann. Ich bewundere euch, allein schon das beschränken auf wenige Gepäckstücke ist ein Kunststück. Wenn man außerdem nur eine bestimmte Zeit zu Verfügung hat , dann ist das doch eine herrliche Art zu reisen und Land und Leute kennen zu lernen.

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