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Zuletzt in New York

Die letzte Etappe einer großen Reise

Veröffentlicht: 17.03.2025

Spaziergang
6th Avenue → Rockefeller Center
New York, USA
Attraktion
Empire State Building
New York, USA
Attraktion
Rockefeller Center
New York, USA
Attraktion
Statue of Liberty
New York, USA
Attraktion
Liberty Island
New York, USA
Attraktion
Brooklyn Bridge
New York, USA
Tour
Walking-Tour durch Little Italy, Chinatown und SoHo
Tour
Attraktion
Ground Zero
New York, USA
Museum
9/11 Memorial and Museum
New York, USA
Attraktion
Christmas Spectacular Starring the Radio City Rockettes
New York, USA
Museum
Guggenheim Museum
New York, USA
Park
Central Park
New York, USA

Einmal zur Weihnachtszeit nach New York – seit ich denken kann, gehört der Film „Kevin – Allein in New York“ jedes Jahr fest zu meiner persönlichen Weihnachtsroutine dazu. Seit ich denken kann, fasziniert mich dieses „New York“ in der Weihnachtszeit. Um auch Helene restlos von der Idee zu überzeugen, haben wir uns die beiden „Kevin“-Filme dann noch schnell bei rund 30 Grad Außentemperatur in Costa Rica angeschaut, bevor es auch schon in den Flieger Richtung Amerika ging.

Ich hatte im letzten Beitrag bereits erwähnt, dass die Regentage in Costa Rica unsere Pläne etwas beeinflusst hatten. Ursprünglich wollten wir noch ein paar Tage länger an der Karibikküste bleiben und uns noch einen weiteren Nationalpark anschauen. Aufgrund des Wetters wurde dieser Plan jedoch verworfen, und wir entschieden uns, ein paar Tage früher nach Amerika zu fliegen. Und an der Stelle haben wir wieder gemerkt, wie schön es sein kann, wenn man komplett flexibel ist und machen kann, was man möchte und worauf man gerade Lust hat.

Aber der Reihe nach. Wir landeten also um ca. 20 Uhr Ortszeit in New York bzw. New Jersey. Nachdem wir die Border Control überraschend schnell hinter uns gelassen hatten – im Vorfeld hört oder liest man ja doch die ein oder andere Horrorgeschichte mit mehreren Stunden Wartezeit –, musste erst einmal eine Stärkung her. Und womit lässt sich das Abenteuer Amerika besser starten als mit einem schönen, fettigen Burger?

Nach dem Abendessen ging es für uns dann raus aus dem Flughafen zur Busstation. Die Badesachen hatten wir zu diesem Zeitpunkt übrigens gegen die Winterjacken eingetauscht, denn das Thermometer zeigte mittlerweile nicht mehr 30, sondern –3 Grad an. Mit dem Bus ging es dann weiter zum nächsten Busbahnhof mitten in New Jersey. Mittlerweile war die Aufregung der Müdigkeit gewichen, und die kalten Temperaturen machten es auch nicht unbedingt besser. Nach einer weiteren Stunde Warten ging es dann endlich weiter – und zwar wieder mit einem Bus.

Als wäre eine Reise nach New York nicht abenteuerlich genug, hatten wir uns noch etwas Besonderes einfallen lassen. Die durch den verkürzten Costa-Rica-Aufenthalt gewonnenen zwei Tage wollten wir an den Niagarafällen verbringen. Diese liegen etwa sieben Autostunden entfernt von New York City, ebenfalls noch im Bundesstaat New York. Wir stiegen also um 0 Uhr in den Nachtbus, der uns halbwegs entspannt an die kanadische Grenze bringen sollte. Nach ein paar Stunden Schlaf kamen wir dort dann auch um 7 Uhr morgens an. Glücklicherweise konnten wir sehr schnell unsere Unterkunft beziehen, in der wir dann den Schlaf nachholten, den man bei einer Fahrt mit dem Nachtbus nicht gewährt bekommt.

Am Mittag zogen wir dann los zu den Niagarafällen. Und was soll ich sagen? Als wir an den Wasserfällen ankamen, erwartete uns ein atemberaubendes Naturschauspiel. In den vergangenen Wochen der Reise hatte sich in meinem Inneren immer mehr ein Gefühl des „Mich kann eigentlich nichts mehr faszinieren“ eingestellt. Der Blick auf die Niagarafälle löste aber wieder dieses Gefühl aus, mit dem ich am 6.10.2022 in Frankfurt ins Flugzeug gestiegen war. Wir waren wirklich sehr beeindruckt.

Die Niagarafälle haben sowohl eine amerikanische als auch eine kanadische Seite. An dieser Stelle ist Amerika nur durch eine Brücke von Kanada getrennt. So kam es dann, dass ich mit Kanada noch das elfte Land auf meiner Reise betreten habe. Mit all den schönen Bildern im Kopf fielen wir abends todmüde ins Bett.

Den nächsten Tag haben wir dann noch für einen weiteren Spaziergang zu den Wasserfällen und einen kurzen Shoppingtrip genutzt. Aufgrund der Temperaturen mussten ein paar wärmere Klamotten und Winterstiefel her. Am Abend ging es dann wieder in den Nachtbus – und dieses Mal wirklich nach New York City.

Anderer Ort, gleiches Spiel: Völlig übermüdet kamen wir wieder in New Jersey an. Unsere Unterkunft lag ebenfalls in New Jersey, trotzdem mussten wir noch über eine Stunde fahren, bevor wir endlich ankamen. Nachdem wir unsere Sachen abgelegt hatten, ging es ins Herz von New York – direkt nach Manhattan. Zugegeben, obwohl wir in den vergangenen Monaten schon die ein oder andere Großstadt bereist hatten, brauchten wir ein bisschen Zeit, bis wir uns hier halbwegs zurechtgefunden hatten. So viele Autos, so viele Menschen und so viele große Gebäude!

Unser erster Stopp führte uns zur Brooklyn Bridge. Hier ließen wir uns durch die Straßen treiben, bevor es wieder zurück zur Unterkunft ging. Wir waren müde, es regnete, und wir hatten noch fast eine ganze Woche Zeit, um uns New York in all seinen Facetten anzuschauen.

Am nächsten Morgen zeigte sich New York dann von seiner besten Seite. Es war zwar immer noch eiskalt, aber es hatte in der Nacht aufgehört zu regnen, und die Sonne blitzte immer mal wieder zwischen den vielen Wolkenkratzern hervor. Um einen ersten Überblick zu bekommen, stiegen wir in einen der vielen Hop-on-Hop-off-Busse und ließen uns durch die Stadt kutschieren. Rückblickend lässt sich hier festhalten, dass man zu Fuß wahrscheinlich schneller ist – wir standen mehr im Stau, als wir fuhren.

Am Nachmittag ging es für uns dann zu einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – und damit hoch hinaus. Mit dem Aufzug fuhren wir hoch zur Aussichtsplattform des Empire State Buildings, das mit 381 Metern bis 1972 das höchste Gebäude der Welt war. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, ließen wir uns über die 6th Avenue treiben zu unserem letzten gemeinsamen Programmpunkt an diesem Tag – dem wohl bekanntesten Weihnachtsbaum der Welt.

Wahrscheinlich kennt fast jeder das Bild der großen Tanne mit dem Swarovski-Stern direkt vor dem Rockefeller Center. Es ist der Ort, an dem Kevin im Film auf seine Mutter trifft. Seit Kindheitstagen hatte sich dieses Bild fest in mein Gedächtnis gebrannt. Und auf einmal standen wir genau an diesem Ort und bestaunten mit tausenden anderen Menschen den leuchtenden Weihnachtsbaum. Ich hätte den ganzen Abend dort verbringen können, so schön fand ich den Anblick.

Irgendwann wurde uns der Trubel dann aber doch zu viel, und wir brachen wieder auf. Auf dem Weg zur Bahnstation trennten sich unsere Wege. Während es für Helene zurück in die Unterkunft ging, zog es mich zum Football. Wenn man schon einmal die Möglichkeit hat, in New York Football zu schauen, kann man sich diese als Sportfan natürlich nicht entgehen lassen.

Am darauffolgenden Tag zog es uns dann zur Freiheitsstatue, wo wir bei bestem Wetter tief in die amerikanische Geschichte eintauchten und bei einem Spaziergang über Liberty Island die Statue of Liberty in all ihren Facetten zu sehen bekamen. Nachmittags liefen wir noch über die Brooklyn Bridge und flanierten etwas abseits der großen Menschenmassen durch die Straßen Brooklyns.

Für den dritten Tag hatten wir eine Walking-Tour durch Little Italy, Chinatown und SoHo gebucht, um mehr über das Leben der New Yorker zu erfahren. Zur Geschichte gehört natürlich auch der 11. September – ein Tag, der bis heute in New York nachwirkt. Nach der Walking-Tour ging es für uns deshalb weiter zu Ground Zero, also zu dem Ort, an dem die beiden Zwillingstürme damals einstürzten. Hier schauten wir uns das dazugehörige Museum und das 9/11 Memorial an.

Mit all den Eindrücken im Gepäck sollte es am Abend wieder etwas fröhlicher werden. Auf unserer Wanderung in Neuseeland hatten wir ein Paar aus New York kennengelernt, das uns vom „Christmas Spectacular Starring the Radio City Rockettes“ erzählte und meinte, dass wir unbedingt dorthin müssten, sollten wir mal zur Weihnachtszeit in New York sein. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Weihnachtsshow, die seit 1933 in New York aufgeführt wird. Die Show kombiniert Weihnachtsklassiker mit einer digitalen Lichtershow und vereint eigentlich alles, was man von Amerika zur Weihnachtszeit erwartet. Alles hat geglitzert, alles hat geblinkt – und trotzdem war es irgendwie schön.

Angesteckt mit viel Weihnachtsstimmung zog es uns zum Abschluss des Tages noch einmal zum Rockefeller Center und zum Weihnachtsbaum. Und damit endete auch schon der dritte Tag im Big Apple.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Bahn nach Upper Manhattan. Hier schauten wir uns das Guggenheim-Museum an, in dem unter anderem Werke von Picasso, van Gogh und Chagall ausgestellt sind. Nachdem wir unser Wissen über die Kunst etwas aufgefrischt hatten, zog es uns wieder an die frische Luft. Nur einen Steinwurf vom Guggenheim entfernt liegt der Central Park – die grüne Lunge von New York. Der Park ist mehr als doppelt so groß wie Monaco und liegt einfach mitten in New York, umgeben von Wolkenkratzern – Wahnsinn.

Am Ende des Parks tauschten wir unsere Straßenschuhe gegen Schlittschuhe und den Asphalt gegen Eis. Runde für Runde drehten wir auf der Eisbahn, die die Kulisse für zahlreiche bekannte Filme bildete – darunter unter anderem auch „Kevin – Allein in New York“. Müde, aber glückselig, ging es mit diesen Eindrücken in die Unterkunft und ins Bett.

Ausgeschlafen und mit neuem Tatendrang starteten wir am nächsten Tag zu unserem nächsten Sightseeing-Ziel. An der Stelle sei übrigens betont, dass es sich liest, als ob wir einen Programmpunkt nach dem anderen abgeklappert hätten. Tatsächlich hatten wir sehr entspannte Tage in New York mit sehr wenig Zeitstress.

Nun aber wieder zurück zur Erzählung. Es ging wieder einmal zum Rockefeller Center – wohin auch sonst? Dieses Mal lag das Ziel aber nicht davor, sondern oben drauf. Mit „nur“ 259 Metern gehört das Gebäude übrigens zu den kleineren in New York, es fällt unter den vielen anderen Wolkenkratzern kaum auf. Imposant ist es aufgrund der Historie trotzdem. Binnen weniger Sekunden beförderte uns der Fahrstuhl in den 67. Stock zur ersten von drei Aussichtsplattformen. Obwohl das Gebäude nicht „so hoch“ ist, gewährt es trotzdem einen wunderschönen Ausblick auf die Skyline von New York und den Central Park.

Am Nachmittag war es dann Zeit für eine der kulinarischen Spezialitäten von New York. Ich muss zugeben, dass sich mir auch heute noch etwas der Magen herumdreht, wenn ich an das Essen zurückdenke – vorenthalten möchte ich es euch trotzdem nicht.

Katz’s Delicatessen ist ein Feinkostgeschäft, das das älteste noch bestehende Deli in New York sein soll. Bekannt ist der Laden vor allem für seine Pastrami-Sandwiches, die auch von zahlreichen Promis schon gegessen wurden – wenn man den Bildern an den Wänden Glauben schenken darf. Nichts ahnend, bestellten wir zwei Pastrami-Sandwiches – immerhin hatten wir Hunger. Was wir dann aber bekamen, damit hatten wir nicht gerechnet: etwa fünf Zentimeter in Scheiben geschnittenes Fleisch zwischen zwei mickrigen Toastscheiben, serviert mit etwas Senf und Essiggurken. Es war wirklich wild.

Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir unsere kleine Mahlzeit beendet und waren sehr froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Am Abend trennten sich unsere Wege dann noch einmal: Während es Helene ins Ballett zu „Der Nussknacker“ zog, ging es für mich – wie könnte es auch anders sein – zum Eishockey. Einmal im Madison Square Garden ein Spiel der New York Rangers sehen – wie sehr hatte ich mich darauf gefreut!

Am späten Abend trafen wir uns dann wieder und beendeten das Abenteuer New York mit einem waschechten New Yorker Cheesecake. Nach dem Pastrami-Sandwich hätte man darauf auch verzichten können, aber was wäre ein New-York-Besuch ohne Käsekuchen?

Am nächsten Morgen wurde der Rucksack wieder gepackt – und das zum vorerst letzten Mal. Nach 436 Tagen, elf Ländern, der Umrundung der Welt und 47 Blogbeiträgen mit 48.625 Wörtern war es Zeit, wieder nach Hause zu fliegen. Dorthin, wo alles begonnen hat. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So viele Erinnerungen, so viele Momente, auf die ich bzw. wir zurückblicken. Erst alleine und dann mit Helene habe ich so viele eindrucksvolle Sachen erlebt. Vom Gefühl der grenzenlosen Freiheit über das Gefühl am liebsten alles hinzuwerfen und nach Hause zu fliegen bis hin zum tiefen Gefühl der Dankbarkeit war in dieser Zeit alles dabei. Ein Gefühl war jedoch immer da, die Vorfreude meine Familie und meine Freunde eines Tages wiederzusehen. Und in dieser Tag war nun gekommen. 

Mit gemischten Gefühlen ging es zum Flughafen – und von dort zurück nach Frankfurt. Dorthin wo ich am 6. Oktober 2022 in den Flieger nach Vietnam gestiegen war. Und dann war sie wirklich vorbei, meine Weltreise 2022/23. 


Nachtrag: Auch wenn der letzte Blogeintrag etwas mehr als ein Jahr auf sich hat warten lassen, bin ich nun froh, dass auch die letzte Geschichte erzählt ist. Ich hoffe, dass ich euch etwas auf meine Reise mitnehmen konnte. 

Vielen Dank fürs Lesen. Die nächste Reise kommt bestimmt!

Bis bald!

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