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Live Mostar

Einfach mal Danke sagen

Veröffentlicht: 13.06.2026

Radtour
Kraimorie → … → Grenze zur Türkei
Bulgarien → Bulgarien/Türkei
Strand
Schwarzes Meer bei Kraimorie
Kraimorie, Bulgarien
Sehenswert
Schutzhütte am Straßenrand
Bulgarien
Grenze
Bulgarien → Türkei

Tag #42

Donnerstag, der 11.06.

Von Kraimorie bis irgendwo bei Gramatikowo

Land: Bulgarien


[Anm.d.Red.: Nicko hat sich grundsätzlich gut vorbereitet, bis auf die Türkei ... und war dann aufgrund des Roamings erstmal ohne Internet. Doch wie er das lösen konnte, das ist eine andere Geschichte]


Die Nacht war herrlich ruhig, und ich schlafe sehr gut, bis ich von der Sonne wach geküsst werde.

Für das Frühstück lasse ich mir Zeit, zu schön ist der Blick durch die Bäume auf das Wasser.

Die Verzögerung nehme ich gerne in Kauf.

Kurz nach dem Start komme ich ans Meer.

Potentielle Lagerplätze gibt es hier jede Menge, denken sich auch all die Menschen die hier mit ihren Wohnmobilen stehen.

War also eine gute Entscheidung, die ich gestern getroffen habe, als ich entschieden habe den Tag zu beenden.

Nur in der Theorie weiß ich, woher das schwarze Meer seinen Namen hat, es erstrahlt wieder türkisblau. Wie der Traum der Karibik.

Eine Stelle, an der ich zum Strand gelange, kommt auch bald und mit der Aussicht schwimmen gehen zu können schiebe ich mein Rad gerne durch den Sand.

Super flach geht's ins erfrischende Wasser und ich schwimme ein bisschen hin und her, was super erfrischend ist.

Anschließend lasse ich mich von der Sonne trocknen und nur schweren Herzens fahre ich weiter.

Strandurlaub gibt's ein anderes mal.

Unterwegs komme ich in einer Steigung durch eine Baustelle, in der immer abwechselnd eine Fahrtrichtung freigegeben wird.

Bedeutet für mich ordentlich in die Pedale zu treten, bevor der Gegenverkehr kommt.

Schweißtreibend und doch ist's so am entspanntesten für mich.

Später fahre ich wieder am Meer entlang und kurz bevor es in die Berge geht, finde ich einen Platz auf einer Klippe, um nochmal Rast zu machen.

Die Aussicht ist zu fantastisch und rundum beeindruckend, als das ich sie auf einem Panoramabild festhalten könnte.

Links Küste und eine Bucht, vor mir eine Halbinsel, rechts ein kleiner Hafen und meer Küste, hinter mir eine Kapelle und ein Fischerdorf.

Glücklicherweise kann ich dem Bericht Fotos beifügen, sonst würde ich mich in dem Versuch, es angemessen zu beschreiben, verlieren.

Doch auch hier muss es irgendwann weiter gehen und so sage ich Tschüss Bucht von Burgas und Hallo Berge, in denen die Grenze zur Türkei liegt.

Während ich mich den Berg hoch arbeite werde ich von Fliegen umkreist, die mich mehr an einen Schwarm Fische erinnern.

Dabei war ich doch heute sogar extra baden.

Vielleicht habe ich einen leicht fischigen Geruch?

Nervig sind sie auf jeden Fall.

Nachdem der Anstieg geschafft ist, werde ich mit einer kurvenreichen Abfahrt belohnt, bevor es auf der anderen Seite wieder steil hoch geht.

Über eine Strecke, die ich nur schwerlich als Straße bezeichnen möchte. Zu viel Asphalt, der weggebrochen ist, als das man noch von Schlaglöchern sprechen könnte.

Irgendwo auf der Strecke kommt mir der Grenzschutz entgegen, der mir dann sehr deutlich klar machen, dass es da kein weiterkommen geben würde.

Das ist auch ohne gemeinsame Sprache verständlich.

Die weitere Verständigung, die sowieso recht einseitig ist, läuft über Googleübersetzer, es gab also kaum Inhalt.

Deutlich war die Aussage, da sind noch andere Kollegen, die werden dich auch zurück schicken.

Also die krasse Buckelpiste wieder zurück runter und was vorher eine wunderschöne Abfahrt war ...

Danke für diesen dummen Routenvorschlag, die Strecke über die reguläre Straße ist quasi gleich lang.

Es ist grundsätzlich heftig, wie viel Grenzpatroullien es hier gibt.

Das begann auch schon lange, bevor ich mich der Grenze genähert hab.

Etwas frustriert komme ich wieder oben auf dem Berg an und folge der immerhin einigermaßen gut ausgebauten Straße.

Und während ich noch überlege, wo ich übernachten möchte, da ich mich in oder bei einem Naturschutzgebiet befinde, finde ich eine Schutzhütte am Straßenrand.

Und zum Glück ist die Hütte auf der Innenseite einer Kurve.

Menschen gucken in der Regel in die Richtung in die sie fahren und selten zur Seite.

Zudem gibt es Buschwerk, welches mich weiter abschirmt.

Also alles ein bisschen versteckt und perfekt für mich.

Und ich habe ein weiteres mal Glück, da es noch eine bewegliche Bank gibt, mit der ich meine Liegefläche erweitern kann und keine Sorgen haben muss von der Bank zu fallen.

Und so fügt sich am Ende immer alles.

Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre.

Nach dem Abendessen und Zähne putzen geht's ab ins gemachte "Bett", inzwischen ist es auch schon stockdunkel.

So viel zu meinem Tag, den ich außerdem nutzen möchte, um mich bei all den Leuten zu bedanken, die mir diese Reise ermöglichen:

An erster Stelle ist das definitiv Jenni.

Danke für deine Bereitschaft mich ziehen zu lassen.

Das du damit einverstanden bist, dass ich so lange unterwegs bin, ist etwas besonderes, so wie du.

Nachdem du schon monatelang meine Planung geduldig erduldet hast.

Und jeden Tag habe ich mein Gespräch mit dem Wind.

Danke an meine Familie, mit welcher ich bereits in frühen Jahren meine ersten Radreisen gemacht habe. Ich weiß, woher es kommt, dass ich grad im Wald hänge.

Danke an meinen Arbeitgeber, dass es mir ermöglicht wird so lange frei nehmen zu können, um all die Erfahrungen machen und meinen lang gehegten Traum umsetzen zu können.

Danke an meine Arbeitskolleg:innen, die meinen Ausfall auffangen.

Danke an alle meine Freunde und die Menschen, die mich bei meinen Vorbereitungen unterstützt haben.

Sei es durch Anregungen, anregende Fragen oder konkrete Tipps, wie Anleitungen zum reparieren meines Rads.

Danke an Dave, der mich das erste Stück meiner Reise begleitet hat.

So fiel der Start leichter.

Danke an meine Familie und Juri mit Familie, die am Morgen der Abreise für ein gemeinsames Frühstück vorbeigekommen sind, um sich zu verabschieden.

Danke für die positiven Rückmeldungen zu meinen Reiseberichten, das gibt Motivation und es freut mich, wenn andere an meinen Erlebnissen Teil haben.

Danke dafür, dass ich grad diese Reise erleben darf.

Und für jedes Danke, dass ich vergessen habe:

42

Song des Tages:

1.

Close to Freedom - Einfach Danke sagen (vielleicht noch bei youtube zu finden)

2.

Rage - Lord oft the Flies 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
Begleitung
Allein
AbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • Frühstück mit Blick durch die Bäume auf das Wasser
  • Schwimmen im Schwarzen Meer
  • Rast auf einer Klippe mit Blick auf Küste, Bucht, Halbinsel und Hafen
  • Zurückgewiesen an der Grenze zur Türkei
  • Übernachtung in einer Schutzhütte am Straßenrand
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Antworten (1)

Ursulavor 28 Tagen
Und ein ganz großes Dankeschön an Dich, weil Du uns mit Deinen Berichten an Deiner Reise teilhaben lässt!

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