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Dawai Dawai

Veröffentlicht: 11.06.2026

Spaziergang
Rudnik → Kraimorie
Burgas, Bulgarien
Attraktion
Bucht von Burgas
Burgas, Bulgarien

Tag #41

Mittwoch, der 10.06.

Von Rudnik bis Kraimorie

Land: Bulgarien


Die Nähe zur Landstraße ist deutlich zu hören, bin ich doch gelegentlich vom ein oder anderen Brummi wach geworden.

Ansonsten hab ich gut geschlafen und verlasse ausgeruht den Friedhof der Autoreifen.

Davon wurden hier einige im Wald entsorgt.

Kurz geht's Richtung Meer runter, das ich zwischen Hotelkomplexen sogar ab und an mal sehen kann, bevor ich wieder in die Berge abbiege.

Es erscheint die sinnvollste Route zu sein, auch wenn ich einen großen Bogen mache.

Die alternative Strecke ist nur unwesentlich kürzer und Fahrrad fahren für ein paar Kilometer verboten. Auf schieben habe ich keine Lust.

So Schilder hatte ich zwar gestern auch, da habe ich sie jedoch geflissentlich ignoriert, die Route stand ja bereits fest.

Die Steigungen sind ordentlich und ich arbeite mich mühsam voran.

In einem der Dörfer will ich nochmal Wasser nachfüllen.

Der vermeintliche Laden entpuppt sich als Bürgerhaus, doch die Dame geht mit mir um die Ecke und schließt den Mini-Minimarkt auf.

Die beiden obligatorischen Typen, die davor sitzen, sind auch wieder da.

Kurz gibt es Irritationen beim bezahlen, bis sie die eine Münze als Euro erkennt.

Bulgarien ist noch kein halbes Jahr Teil der Eurozone und somit ist es für die Menschen hier eine noch neue Währung.

Je höher ich komme, um so schlechter werden die Straßen und bald fahre ich nur noch über Schotter.

Vielleicht wird es eines Tages mal eine richtige Straße, es macht den Anschein.

Kann man nur drauf hoffen.

Aus den mir entgegen kommenden Fahrzeugen kommen aufmunternde Rufe und das Dawai Dawai verstehe sogar ich und es motiviert auf jeden Fall.

Und dann schickt mich das Navi auf eine Art Wirtschaftsweg.

Leider ist es alternativlos, da die "Straße" in eine falsche Richtung führt.

Also folge ich der Route.

Und es wird immer unwegsamer.

Vom Feld komme ich in den Wald und jetzt verstehe ich auch, warum die ganzen Waldfahrzeuge, die mir zuvor noch begegnet sind, so große Räder haben und hoch sind.

Die Fahrrinnen sind unnormal und alles ist extrem matschig, teilweise ist alles eine große Pfütze.

Zunächst versuche ich noch zu fahren, doch es setzt sich so viel Matsch fest, dass es zu mühsam wird, zudem rutsche ich immer wieder weg.

Also bin ich doch zum Schieben verdammt.

Verdammt.

Irgendwann ist es geschafft und schweißgebadet bin ich auf der anderen Seite des Berges angekommen.

Hier wird der Boden auch wieder fester und irgendwann beginnt zögerlich der Asphalt.

Ich mach erstmal Pause, die Aussicht ins Tal und auf das entfernte Meer ist unglaublich. Klar, bin ja auch hoch genug in den Bergen.

Außerdem muss der Matsch weg, der sich an der Bremse und unter dem Schutzblech festgesetzt hat, dass der Hinterreifen fast blockiert.

Zum Glück finde ich ein Stück Draht, dass ich mir zurecht biege und fange an zu kratzen.

Nachdem das Gröbste beseitigt ist, kann ich mich um meine Verpflegung kümmern.

Die Sonne scheint auf mich herab, die Aussicht in die Ferne ist herrlich und der Wind treibt den Klang von Kuhglocken zu mir herüber.

Ich befinde mich halt in den Bergen.

Den Text von gestern schreibe ich noch zu Ende und so gerät die Pause insgesamt deutlich länger, als geplant.

Knapp zwei Stunden später geht's weiter.

Jedenfalls ein kurzes Stück, da immer noch irgendwas schleift.

Also anhalten und noch mehr Dreck weg kratzen.

Den Draht habe ich wohlweislich eingepackt.

Erstaunlich, was da nochmal alles runter kommt.

Jetzt geht's endlich runter ans Meer.

Zumindest komme ich in die Nähe und manchmal kann ich es sogar zwischen den Hotelkomplexen sehen.

Stetig nähere ich mich Burgas.

Der Asphalt ist glatt und ich komme zur Abwechslung gut voran.

Über eine Straße, die am ehesten als Autobahn bezeichnet werden kann.

Zwei Spuren in jede Richtung, getrennt durch eine Leitplanke.

Geschwindigkeitsbegrenzung bei 90, also effektiv deutlich darüber.

Dafür kein Seitenstreifen.

Volle Konzentration und durch.

Die Stadt kündigt sich durch erste Radfahrer an, dann kommt eine Promenade und die ist voll mit Menschen.

Nette Eindrücke einer belebten Hafenstadt, doch ich will schnell weiter.

Es ist bereits Abend und die Suche nach einem Lagerplatz steht an.

Nachdem ich die Stadt hinter mir gelassen habe, habe ich beim zweiten Anlauf Glück und finde einen Weg Richtung Wasser.

Der Weg wird immer mehr zu einem Pfad dem ich noch folgen kann.

Perfekt.

Passend zum Sonnenuntergang beginne ich damit mein Lager aufzubauen und mit Blick auf das Wasser genieße ich mein Abendessen in der Bucht von Burgas.

Doch bin ich zu hoch und das Gelände zu abschüssig, um schwimmen zu gehen.

Morgen hoffentlich nochmal.

Einmal höre ich Leute, die scheinbar ihren Hund suchen, doch die sind weit genug weg und ungestört versinke ich in meinem Schlafsack.

Song des Tages:

The Toy Dolls - Nellie the Elephant (heute vor 3 Jahren war unsere Hochzeitsfeier)

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
AbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • matschige Bergpisten und Schotterwege
  • Blick ins Tal und auf das entfernte Meer
  • Ankunft bei Burgas
  • Lagerplatz mit Abendessen in der Bucht von Burgas
FahrradDraht zum Reinigen der Bremse und des Schutzblechs
NaturStrandRoadtripAbenteuer
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Antworten (2)

vor 30 Tagen
Hallo Nicko Wieder ein toll geschriebener Bericht ( so wie alle ). Man kann so richtig „ eintauchen“ in Dein Erleben und Deine Stimmung. Es freut mich sehr, dass bis dato doch alles recht gut läuft und wünsche Dir , dass dies auch so bleibt. Auf den Bildern kann man erahnen, wie schön manche Abschnitte sind, die Du durchradelst. Weiterhin viel Spaß…. Achja…. und pass auf Dich auf LG Volker

Christinavor 29 Tagen
Ich bin die letzten zwei Wochen nicht zum Lesen gekommen 😭 da freut es mich doppelt, dass deine Berichte immer noch genauso sind wie zu Beginn - ich bin jedes Mal mittendrin dabei. Ich hoffe du bist die letzten Tage gut voran gekommen, ich lese mich mal durch die Berichte 😁

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