Once Upon A Dream
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Live Kırklareli

Ein weiterer Abschied

Veröffentlicht: 18.05.2026

Spaziergang
Wroclaw → Grodziszcze
Poland

Tag #17

Sonntag, der 17.05.

Von Wroclaw nach Grodziszcze

Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf, da kann Dave nur müde drüber lächeln.

Oder ausgeschlafen und wach eben.

Einiges haben wir gestern Abend noch vorbereitet, noch Brötchen für den Tag schmieren und die letzten Handgriffe sind schnell erledigt.

Zudem ist es eben purer Luxus, die Räder im Appartement voll beladen zu können und wieder mit dem Aufzug runter zu fahren.

Und auch die paar Kilometer durch die Stadt bis zum Bahnhof sind nur ein Katzensprung. Dann heißt es ein weiteres mal Abschied nehmen.

Noch ein letztes Selfie und unsere Wege trennen sich.

Dave begibt sich zu Gleis 6 und ich bleib spontan bei der Idee weiter Richtung Süden nach Tschechien zu fahren.

Breslau ist eine moderne Großstadt mit charmanter Altstadt und ich freu mich drauf nochmal mit Zeit wieder zu kommen.

Die Gegend ist schön und nach dem Speckgürtel bin ich auch schnell wieder zwischen Feldern und Wäldern.

Buckelpisten erwarten mich zwischen den Orten, doch in den Dörfern und Abschnitten auf Landstraßen kann ich gut Kilometer reißen.

Die abgelegenen Wege haben ihren Reiz und an einer Holzbrücke mit Metallgeländer entscheide ich, dass es eine super Gelegenheit ist, um eine Pause einzulegen.

Während ich die Aussicht und das Rauschen des Baches genieße, spricht mich eine Frau an. Zum einen fragt sie nach meinen Plänen. Nachdem sie augenzwinkernd darauf hinweist, dass ich mein Handy auf Seite legen soll, die Natur ist zu schön.

Von ihr erfahre ich, dass das Geländer aus alten Betten einer ehemaligen Kinderkolonie gefertigt wurde.

Diese war wohl nach dem 2. Weltkrieg in einem Schloss oberhalb von unserem Standpunkt untergebracht.

Es ist eine sehr positive Begegnung und da ihr Schwiegersohn aus der Türkei stammt, soll ich Grüße nach Istanbul mitnehmen.

Sind eingepackt.

Das war das erste Gespräch, bei dem deutsch als Verständigungssprache diente.

Auch sonst habe ich heute überraschend viel Kontakt zu Einheimischen, es gibt noch zwei weitere Begegnungen mit Radfahrern, aus denen sich Gespräche ergeben.

Kernthema ist dabei in erster Linie schon meine Reise.

Ist es mehr Austausch, weil ich alleine unterwegs bin, weil Sonntag ist und mehr Menschen unterwegs sind, weil es eine andere Gegend ist?

Es tut auf jeden Fall sehr gut, jetzt wo ich alleine unterwegs bin.

Wobei es auch da im Vorhinein mehr Sorgen gab, merke ich. Gemeinsam reisen ist schöner, vor allem, wenn man alle Eindrücke und Erlebnisse teilen kann, und jetzt allein sein ist auch gut.

Schwer es in Worte zu fassen, doch was klar ist, das Abenteuer wartet.

In einem der Orte wird mir wieder vor Augen geführt, dass ich mich noch mehr anpassen darf.

Eine Brücke, die über den Bach führt, ist abgesperrt.

Bei der nächsten angesteuerten stellt sich heraus, dass sie 20m zu weit oben und eine Autobahn ist.

Also umdrehen und in der anderen Richtung einen Übergang suchen, den ich einige Zeit vorher noch gesehen habe.

Um es schlussendlich den Einheimischen nachzumachen. An den Absperrungen vorbei, rüber, weiter geht's.

Gegen späten Nachmittag, ich bin in einer sehr abgelegenen Gegend, geht das Wasser trotz Sparsamkeit zur neige. Die APP zeigt eine Stelle an, wo es in 20km Wasser geben soll.

Es ist ein Campingplatz und nach kurzer Verständigung kann ich zum Glück meine Flaschen auffüllen.

Um wenig später festzustellen, der nächste Zabka (Tante Emma laden, die es in der Stadt alle 500m gibt) ist auch immer nur eine Ecke entfernt.

Nur ist es das entscheidende Kredo und muss es immer sein, Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich bieten

Waren die Berge zu Beginn des Tages noch ein bläulicher Dunst am Horizont, so befinde ich mich nun in unmittelbarer Nähe, was sich auch bei den Steigungen bemerkbar macht.

Dafür viel Wald und ein Potpourri an Straßen und Wegen.

Die Suche nach einem Platz für die Nacht entfällt.

Nach einem Blick auf die vor mir liegende Strecke nehme ich kurzerhand das Waldstück, das sich neben mir befindet und lass es für heute gut sein.

Und dann ist es ein sehr sonderbares Gefühl, alleine den Aufbau zu machen.

Den Tag über begleitete mich immer wieder etwas Wehmut.

Hielt sich allerdings in Grenzen. Bei der gemeinsamen Tour gab es oft Momente, in denen wir "alleine" gefahren sind.

Entweder wegen der Beschaffenheit der Wege, wegen Autos, oder einfach wegen unterschiedlicher Geschwindigkeiten.

Jetzt fühlt es sich nochmal wirklich anders an.

Erstmal in die Hängematte legen, etwas schaukeln und den Geräuschen des Waldes lauschen.

Nachdem ich mich nochmal aufraffe, wird auch der Rest erledigt und geschafft vom Tag schlafe ich bald ein.

Song des Tages:

Letzte Instanz - Das ist der Tag

(Lyrics müssen immer selektiv betrachtet werden)

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Begleitung
Mit Freunden (2)
SoloAbseits der PfadeAbenteuerlich
  • Abschied von Dave am Bahnhof in Wroclaw
  • Gespräche mit Einheimischen auf Deutsch
  • Wasser am Campingplatz auffüllen
  • Übernachtung im Waldstück neben dem Weg
FahrradHängematte
NaturRoadtripTransitKultur
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Antworten (2)

Christinavor 27 Tagen
Oh man, da ist Dave's Reise schon zu Ende. Zu zweit ist man zwar weniger alleine, aber zwei fremde Menschen ansprechen ist schwieriger, als einem einzelnen. ... Dave hätte dir den kaputten Schlauch als Maskottchen mitgeben können 🤣

Volker Bröckervor 26 Tagen
Hallo Nicko Ich freue mich immer sehr über Deine Reiseberichte. Verbunden mit den schönen Bildern „fahre“ ich ein bisschen mit 😂 Weiterhin kräftige Waden und ein robustes Hinterteil…. Pass auf Dich auf. LG

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