Work in Progress
Tag #15 Freitag, 15.05. Von Siedlec bis Komorówko Was ist das denn so kalt? Das haben wir uns anders vorgestellt. Zusammen mit dem beständigen Regen, der seit Mitternacht au

Veröffentlicht: 17.05.2026



















Tag #16
Samstag, der 16.05.
Von Komorówko bis Wroclaw / Breslau
Die Nacht war wieder kalt. Das scheint allerdings etwas Grundsätzliches zu sein.
Von Zuhause wird mir berichtet, dass die Heizungen nochmal angestellt wurden.
Ansonsten beginnt der Tag, wie der gestrige endete.
Rein auf der Sachebene, der Reifen ist platt.
Es entwickelt sich fast zur Routine, ein Dave steht im Wald und flickt. Parallel baue ich gemütlich ab.
Vielleicht etwas zu gemütlich, oder Dave hat zu viel Übung.
Er ist knapp vor mir fertig.
Dann geht's los, dem Prinzip Hoffnung folgend. Mal abwarten, wie weit wir kommen.
Es läuft bis zum üblichen Stopp am Supermarkt in Trzebnica.
Während Dave ein letztes mal den gemeinsamen Einkauf für uns erledigt, befreie ich meinen Antrieb von Dreck und alles wird neu geölt.
Wird wieder Zeit.
Dann die alte Leier ...
Doch ein neuer Schlauch aus dem Baumarkt nebenan, manchmal läuft's eben, und der platte Reifen gehört endgültig der Vergangenheit an.
Das ist jetzt Reparatur Nummer ... Egal, Hauptsache wir rollen wieder.
Oder kämpfen uns zumindest den Berg hoch.
Es gilt ein gemeinsames letztes Klettern zu bewältigen.
Die Radwege sind meistens auch nur etwas mehr als eine Verbreiterung der Fahrbahn. Abgetrennt durch Pylone. Ein Hauch von nichts eben.
Und grad dort sammeln sich besonders gerne Scherben oder Schrauben.
Viele Gefahren, doch alles geht gut, der Reifen hält auf den letzten Kilometern.
Die Landstraßen wechseln sich jedoch regelmäßig mit abgelegenen Wegen und Trampelpfaden ab, sodass sich eine schlussendlich schöne Mischung ergibt.
Abgelegene Wege verlangen wieder einige Kraftanstrengungen, doch auch durch den heutigen Morast kämpfen wir uns durch.
Am Nachmittag legen wir nochmal eine freiwillige Pause ein, um eine Unterkunft zu buchen.
Kurz danach gibt's eine Zwangspause. Rein in die Regenklamotten. Hätten wir auch vorher machen können, doch wir waren zu optimistisch
So fahren wir die letzten Kilometer bis Breslau und nehmen die Eindrücke der Stadt auf.
Einmal quer durch zu unserem Appartement.
Abgetrenntes Gebäude. Tor davor. Securityschild. Kameras.
Okay.
Wir haben wieder unsere Probleme mit dem Türcode und es kommt auch schon ein Sicherheitsmensch, der uns fragt, was wir hier machen.
Oder will zumindest fragen, wir scheitern an einer gemeinsamen Sprache, doch eine Anwohnerin, die vorbei kommt, kann dolmetschen und aushelfen.
Schlussendlich war er super hilfsbereit und uns wurde geraten die Räder mit hoch in den Flur zu nehmen.
Läuft also wieder einmal, wir schieben die Räder dann vom Aufzug aus, noch voll beladen, direkt in die Wohnung rein.
Purer Luxus.
Duschen und Klamotten waschen, dann weiter, die Stadt erkunden.
Noch während des abends reift der Gedanke, dass wir nochmal wieder kommen müssen.
Ein weiterer Gedanke nimmt dazu Gestalt an, während wir uns beim Abendessen über meine weitere Tour unterhalten.
Die Strecke anzupassen, sodass ich statt Krakau weiter Richtung Süden fahre. Ob mit oder ohne Wien, dann über Bratislava zu fahren.
Zumal dann die hohe Tatra auch ausfällt.
Klingt verlockend, erstmal was sacken lassen.
Auf dem Rückweg erledigen wir noch den Einkauf für den morgigen Sonntag und fragen uns, ob es eine Verzögerungstaktik war, dass wir heute für die kurze Strecke so lange gebraucht haben.
Doch auch das ist schlussendlich irrelevant, da wir uns einig sind bis hierhin eine großartige Zeit miteinander verbracht zu haben und das ist das entscheidende.
Die Entscheidung nochmal nach Polen zu kommen steht ja im Prinzip schon und so können wir entspannt einschlafen.
Song des Tages:
CrisisAct - Swathed in Skin and Scum (knackig kurz, wie die heutige Tour)
