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Veröffentlicht: 16.05.2026

Radtour
Siedlec → Komorówko
Polen

Tag #15

Freitag, 15.05.

Von Siedlec bis Komorówko

Was ist das denn so kalt?

Das haben wir uns anders vorgestellt. Zusammen mit dem beständigen Regen, der seit Mitternacht auf uns herab fällt, gibt es wenig Motivation aufzustehen.

Also bleiben wir erstmal liegen. Umdrehen ist noch eine Option.

Zeit den Bericht für gestern zu machen und in der Hängematte lässt es sich sowieso gut aushalten und sein Frühstück kann man warm eingepackt auch viel besser genießen.

Und ein weiterer Aspekt, der mich seit spätestens heute Morgen beschäftigt ...

Von Poznań bis Breslau sind es nur 215km.

Dann heißt es Abschied nehmen.

Dave wird sich mit dem Zug einen Weg in die Heimat bahnen und ich dreh den Lenker einmal mehr Richtung Osten.

Wir nehmen mit, was wir kriegen können. Es hat aufgehört zu regnen, als wir uns zum Abbau durchringen. Zumindest kommt kein neues Wasser mehr, nur die Bäume tropfen noch auf uns herab.

Zur Abfahrt setzt dann wieder Regen ein. Auch okay, darauf sind wir vorbereitet.

Worauf ich nur bedingt vorbereitet bin ist, dass mir beim Überfahren eines Bahnübergangs, bei denen auch die sonst wenig zimperlichen Pol:innen abbremsen, bereits zum zweiten mal die Seitentasche abfällt.

So gut ich die ansonsten vom Konzept finde, die Halterung ist absoluter Mist.

Also Gepäckrolle runter, Drybag aus der Halterung, neue Kabelbinder um die Halterung, alles wieder dran und drauf.

Weiter geht's.

Das einzige Waldgebiet weit und breit lassen wir hinter uns und fahren weiter durch flaches Land und Felder.

Höhenmeter? Fehlanzeige.

Wind? Passt schon.

Viele Kirchen und Jesuskreuze führen vor Augen, dass wir ein sehr katholisch geprägtes Land erkunden.

Teilweise neu gebaute Straßen machen Freude und die Häuser in den Dörfern befinden sich in den unterschiedlichsten Stadien zwischen sehr neu und modern, bis hin zu heruntergekommenen und verfallenen Gebäuden.

An einer Landstraße passieren wir eine Baustelle und es ist fast zu unglaublich, um wahr zu sein.

Neben der Straße verläuft ein Sandweg (haben wir inzwischen einen Blick für entwickelt) und kurze Zeit später sehen wir, wie aktiv an einem Radweg gearbeitet wird.

Weiter so, dann lohnt es sich nochmal hierher zu fahren.

Und wäre für alle Interessierten zu empfehlen.

Der Weg führt uns am Nachmittag durch eine Gegend mit unbeschreiblich vielen Seen.

Wunderschön und nie zuvor gesehen.

Wir fahren auf einer schmalen asphaltierte Straße und auf beiden Seiten beginnt sofort das Ufer und hinter dem Schilf die weite des Wassers.

Darüber blauer Himmel und Wolken, die sich auf der Oberfläche spiegeln.

Schwärme an Vögeln fliegen hoch und immer wieder erhebt sich ein Fischreiher in die Luft.

Zunächst etwas schwerfällig, gleitet er dann durch die Luft.

Etwa so fühlen wir uns auch beim anfahren.

Es folgen wieder Kilometer über Kilometer Landstraßen.

Wir biegen irgendwann ab in den Wald und freuen uns über die willkommene Abwechslung.

Bleiben allerdings unverhofft lange.

Dave hat einen Platten.

Also anhalten, Reifen runter, Inspektion,

Flicken drauf, alles einsetzen, aufpumpen.

Das dauert.

Passend dazu, dass es ein Snakebite war, die Felge den Schlauch also an zwei stellen parallel durchgehauen hat, pausieren wir kurze Zeit später, um den Schlauch ein weiteres mal zu flicken.

Weiter geht's.

Nein, der Reifen verliert weiterhin Luft.

Also die ganze Prozedur von vorne.

Und wir stellen fest, dass Dave ein ursprüngliches Loch im Schlauch hat.

Verursacht von einem Dorn, der noch im Mantel steckt.

Also ist es durch diesen Druckverlust überhaupt erst zu dem Snakebite gekommen.

Ganze Prozedur ein drittes mal.

Jetzt lässt sich der Reifen immerhin viel besser aufpumpen.

Weiter geht's.

An einem idyllischen See bekomme ich noch mit, dass Dave hält und ein Foto macht.

Als ich mich das nächste mal umdrehe, ist er weg.

Als ich die Strecke zurück bin, hat Dave schon die halbe Arbeit erledigt.

Übung macht den Meister.

Der erste Flicken hat sich verabschiedet.

Den also runter, neuen drauf.

Zur Sicherheit wird der Reifen nur noch mit drei bar aufgepumpt, damit er weniger Druck standhalten muss

Jetzt geht's wirklich weiter, wird allerdings auch dringend Zeit. Es ist bereits kurz vor acht und wir haben ein "Ziel".

Wir finden glücklicherweise bald einen passenden Platz für die Nacht entlang der Strecke.

Allerdings gab es durch die Verzögerung und die Abgeschiedenheit keine Gelegenheit mehr nochmal Wasser und Essen zu besorgen.

Ist dann so.

Schnell aufbauen, da sich der Tag bereits merklich dem Ende entgegen neigt.

Wir wollten ja unbedingt einen gemütlichen machen.

Wieder einmal wurde uns gezeigt, sei vorsichtig mit deinen Wünschen.

Sie könnten in Erfüllung gehen.

Alles erledigt, inklusive mir.

Nach einem spärlichen Abendessen aus Brötchen mit Schokolade und Banane, was eben noch so da ist, knurrrrt der Magen noch immer.

Da bleibt wenigstens

Song des Tages:

Psychostick - This is not a Song, it's a Sandwich

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Frühling
Begleitung
Mit Freunden (2)
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Fahrt durch eine Gegend mit unzähligen Seen
  • Platten und mehrfaches Flicken des Reifens
  • Übernachtungsplatz entlang der Strecke
HängematteDrybagKabelbinderFlickzeug
NaturRoadtripTransit
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