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Von Berlin über Chile in die Antarktis!

18-01-20: Das andere Santiago (Samstag)

Unsere letzten Tage auf der südlichen Halbkugel verbringen wir in Santiago. Gestern (18.) waren wir nochmal an vielen wichtigen Punkten in der Stadt unterwegs. Es war Samstag und man hat den Eindruck, alle Chilenen sind auf den Beinen. Von der Plaza de Armas über die einzige Fußgängerzone und die Markthallen bis zu den vielen kleinen Seitenstraßen herrscht reges Treiben. Ganz im Gegensatz zu unserem ersten Besuch im Dezember haben die vielen Straßenverkäufer und kleinen und großen Geschäfte gut zu tun. Wir haben auch den Eindruck, dass mehr Touristen in der Stadt sind. Hauptsächlich US-Amerikaner. Sicherlich hat ein Kreuzfahrtschiff in Valparaíso angelegt und die Menschen busweise nach Santiago gebracht. Jedenfalls wirkt alles sehr entspannt und man hat nicht den Eindruck, die Leute wären unzufrieden.

Am Abend starten wir wieder in das Nachtleben. Wie bereits gesagt, Bellavista ist das Ausgehviertel in Santiago, vergleichbar mit Friedrichshain in Berlin. Man hat eine grandiose Auswahl an Restaurants, Bars und Discotheken (sagt man eigentlich noch Discothek?). Die Menschen sitzen entspannt draußen und drinnen und genießen den Samstagabend. 

Bellavista

Und dann passiert (relativ früh um kurz nach 20:00 h) wieder etwas. Es scheint, die Polizei hat an diesem Abend die Plaza Italia geräumt und einige Demonstranten strömen nach Bellavista. Wir stehen gerade vor einem Restaurant und sind uns noch nicht sicher, in welches wir gehen sollen. Da explodiert eine Tränengasgranate an der Ecke wieder nur ca. 20 Meter entfernt. Am anderen Ende der Straße sehen wir einen Wasserwerfer Demonstranten verscheuchen. Die Straße ist quasi von beiden Seiten gesperrt. Demonstranten mit Atemschutzmasken mischen sich mit den Menschen, die eigentlich nur ausgehen wollen. Keiner sitzt mehr auf den Stühlen. Jeder sucht Schutz vor dem Tränengas und dem, was vielleicht noch passieren kann, in einem der Restaurants oder den Bars. So auch wir. Eine Kellnerin sagte uns, dass der Spuk wohl in einer halben Stunde wieder vorbei ist. So war es dann auch und er Rest des Abend war sehr entspannt. Später waren wir nochmal in der Nähe der Plaza Italia und tatsächlich waren dort keine Demonstranten mehr. An einigen Stellen brannten noch Mülleimer. Auf einer Kreuzung lag ein Mietfahrrad und brannte vor sich hin. Die Autos fuhren aber einfach drumherum. 

Übrigens sind im Zentrum der Stadt nahezu alle Ampeln zerstört. Die Polizei kann nur einen kleinen Teil des Verkehrs mit eigenen Kräften regeln. So haben sich freiwillige Helfer gefunden, die an den Kreuzungen den Verkehr regeln und dafür Trinkgelder von den Autofahrern bekommen. Es ist großartig, wie die Chilenen bei solchen Ereignissen funktionieren.

zerstörte Ampel
zerstörte Ampel


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