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Unsere Erfahrung als freiwillige Helfer in "Cantoalavida"/Nuestro voluntariado en "Cantoalavida"

Veröffentlicht: 10.09.2017

Unsere Reise führt uns nach Campoalegre, einer Kleinstadt in der Provinz Huila in Kolumbien. Hier verbringen wir fast einen Monat als freiwillige Helfer in einer Stiftung mit dem Namen Cantoalavida, die Tiere von der Straße holt, sie versorgt und vermittelt. Das Gelände der Stiftung ist etwas außerhalb der Stadt gelegen und alle Gebäude sind hauptsächlich aus umweltfreundlichen Naturmaterialien wie Bambus, Palmicha und Lehm gebaut. Der blumenreiche Garten beherbergt auch Kokospalmen und Bananenstauden.

Als wir dort ankommen, empfängt uns Gloria, die Gründerin und Presidentin von Cantoalavida. Außerdem lernen wir ihren italienischen Mann Gigi, drei Frauen aus Campoalegre, die in der Stiftung mehrmals wöchentlich aushelfen und drei weitere Freiwillige aus Chile, England und der Schweiz kennen. Da die täglich anfallenden Aufgaben zahlreich sind, wird jede helfende Hand gebraucht um die rund 30 Hunde und über 60 Katzen zu versorgen. Viele der Tiere, die in der Stiftung abgegeben oder ausgesetzt auf der Straße gefunden werden, befinden sich in einem miserablen Zustand, sind oft krank und häufig noch sehr jung, manchmal sind sie nur wenige Wochen alt, weshalb sie anfälliger für Krankheiten sind. Um diese Tiere muss man sich nicht nur tagsüber, sondern auch in vielen Fällen nachts kümmern, damit sie eine Überlebenschance haben. Unsere Aufgaben als Freiwillige beginnen bei der Reinigung des Katzenhauses und der Hundebetten, auch Garten- und Küchenarbeiten sowie kleine Bauprojekte und Reparaturen fallen immer an und zu guter Letzt helfen wir bei der gesundheitlichen Versorgung der Tiere. Diese beinhaltet das Entfernen von Zecken und Flöhen, die Behandlung von Krätze und die Verabreichung von speziellen Medikamenten für kranke Tiere. Die Stiftung versucht alles menschenmögliche, um die Tiere so gut wie möglich zu versorgen. Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten fehlt es aber leider an dringend notwendigen Dingen. Die Folgen sind fatal, denn es fehlt z.B. Geld für wichtige Impfungen, regelmäßige Parasitenbehandlungen, Sterilisationen und Tierarztbesuche, um kranke Tiere korrekt und zeitnah zu behandeln. Es werden dringend Personen benötigt, die Ahnung von Tiermedezin haben. Die finanzielle Situation ist so beklemmend, weil wichtige Spenden fehlen, die die Stiftung bisher erhielt, die nun aber ausbleiben (cantoalavida lebt ausschließlich von Spenden). Die Knappheit reicht soweit, dass nicht ausreichend Futter für die Tiere vorhanden ist. Ein weiteres Problem ist, dass es keine Karantänestation für kranke Tiere gibt und auch die Hundewelpen und Katzenbabies nicht getrennt gehalten werden, weshalb vorallem die verwundbaren Jungtiere schnell erkranken und sterben. Und obwohl Cantoalavida das einzige “Tierheim” in Campoalegre ist, kann es nicht mit Unterstütztung vom Amt oder anderen Institutionen offizieller Art zählen und das trotz des in der Verfassung niedergeschriebenen Rechts auf ein würdevolles Tierleben. Auch die große Mehrheit der Bevölkerung der Stadt ist nicht zu einer Kollaboration bereit. Das liegt vermutlich vor allem an der relativ hohen Armut und der fehlenden Bildung in Campoalegre. Die Empathie gegenüber Tieren und auch das Umweltbewusstsein sind noch kaum entwickelt.

Trotz der widrigen Umstände wird hier eine großartige Arbeit geleistet. Die Tiere sind in liebevollen Händen, können ohne Angst leben und sich von vorherigen Strapazen erholen. Neben der konventionellen Medizin werden selbst hergestellte Naturheilmittel wie Hustensaft, eine Salbe gegen Krätze, pflanzliche Mittel gegen Durchfall und selbst gemachtes Kombucha zur Stärkung der Immunkräfte der Tiere verwendet. Als Seife dient die Frucht Chambimba, die nachdem man sie kocht und im Mixer mixt reichlich Schaum produziert und sowohl Kleidung, Teller als auch Tiere reine wäscht und zudem antibakteriell wirkt.

Ab dem ersten Moment fühlen wir uns hier sehr wohl, als Teil der großen Familie und bleiben länger als anfangs gedacht. Außerhalb der Stiftung ist Campoalegre perfekt, um Kolumbien kennenzulernen, denn die einzigen nicht Einheimischen sind die freiwilligen Helfer von Cantoalavida. Und man kann mit einer Chiva (öffentliches Verkehrsmittel) hoch in die Berge fahren, die Campoalegre umgeben. Dort kann man das ländliche Leben in einer Gegend kennenlernen, die bis vor 8 Jahren noch von der Guerrilla besetzt und nicht zugänglich war. Wir haben gelernt die typischen Arepas zuzubereiten und da hier viel Kakao wächst, haben wir an einem Tag selbst Schokolade hergestellt. Nach der Ernte werden die Kakaobohnen in Banananblättern fermentiert, danach sonnengetrocknet, geröstet, geschält und mit Panela und Gewürzen zusamnen gemahlen. Et voila, fertig ist die Trinkschokolade! Auch frisch geernteten Kaffee haben wir verarbeitet, der Prozess ist ähnlich wie beim Kakao, nur ohne Panela und Gewürze.

Zusammengefasst, war die Zeit hier für uns sehr bereichernd, wenn oft auch nicht einfach. Traurige Momente gehören zur Arbeit in der Stiftung. Besonders hart ist es, wenn Tiere sterben, nachdem man sie tage- oder wochenlang gepflegt und sich um sie gekümmert hat. Die Arbeitstage waren oft lang und anstrengend, weil an manchen Tagen gleich mehrere neue Tiere oder Notfälle ankamen, sodass wir in dem Monat oft wenig Schlaf bekommen haben. Aber es werden die positiven Erinnerungen an unsere Zeit hier überwiegen: die Momente der Zuneigung und Freude mit den Tieren, die gesund und fröhlich heranwachsen, wir haben interessante Dinge gelernt und neue Freunde gefunden, die trotz all der Komplikationen für die Erhaltung der Stiftung weiterkämpfen. Gloria ist eine starke Frau mit einem großen Herzen, die verrückte Geschichten zu erzählen hat und immer neue Ideen hat. Wir werden sie, alle anderen des Teams und die liebgewonnenen Tiere schwer vermissen. Es wird nicht ein Tag vergehen, an dem wir nicht an sie denken werden. Wir hoffen sehr, dass wir irgendwann zurückkommen, alle wiedersehen und sich die Situation der Stiftung verbessert haben wird!!

Wer der Stiftung helfen möchte, hat die Möglichkeit an dem folgenden Crowdfunding teilzunehmen: 

https://de.goteo.org/project/ayuda-a-protectora-de-animales-canto-a-la-vida

Wer finanziell nicht helfen kann, darf es gerne weiter verbreiten und mit Freunden, Kollegen und Familie teilen!



Despues de haber visitado los cafetales de Colombia nos dirigimos hacia Campoalegre, en la provincia de Huila, donde estaremos unas semanas de voluntarios en un refugio para animales llamado Cantoalavida. Contactamos con Gloria, la directora de la fundacion, a traves de Helpx, una plataforma de internet donde voluntarios de todo el mundo buscan proyectos en los que colaborar. Las instalaciones de la fundacion son humildes pero muy bonitas. Para la construccion de los edificios se han utilizado materiales tradicionales y mas amigables con el medio ambiente como el bambu, la palmicha o el adobe. Pero lo que mas llama la atencion es su bonito jardin, lleno de bonitas flores, arboles frutales, plataneras y cocoteros.

En la fundacion, a parte de Gloria, nos esperan su marido Gigi, tres trabajadoras llamadas Johana, Nubia y Ginet y dos voluntarios más: Noé de Suiza y Jovanka de Chile. El mismo dia que nosotros llega tambien Mateo desde Inglaterra. Parece mucha gente, pero las tareas diarias de la fundacion son muchisimas y toda ayuda es poca. Hay que mantener en buenas condiciones a unos 30 perros y alrededor de 60 gatos y no es nada facil. Muchos de ellos son perritos y gatitos recien nacidos, muchos llegan en condiciones pesimas y estan enfermos y requieren de muchisima atencion durante el dia y tambien la noche para que puedan sobrevivir. Las tareas que realizamos como voluntarios van desde la limpieza de los dormitorios, trabajos en el jardin y la cocina, pequeños proyectos de construccion hasta la desparasitación de garrapatas y pulgas o controlar los brotes de sarna y administrar medicamentos a los animalitos que lo necesitan. La fundacion hace todo lo que puede para atender a los perros y gatos, pero no dispone de los medios economicos suficientes para hacerlo de una manera optima. La falta de dinero es muy grave, ya que no llega para vacunar, purgar o pagar a un veterinario que venga regularmente a atender a los animales enfermos o esterilizarlos. Hacen falta urgentemente personas que realmente saben de veterinaria. Incluso ahora empieza a haber dificultades para alimentarlos, porque faltan donaciones importantes que recibian hasta ahora. Otro problema grave derivado de todo esto es la tasa de mortandad de los cachorros, ya que ademas de los déficits mencionados se carece de una zona exclusiva para los cachorros u otra zona de cuarentena. Y es que la fundacion vive exclusivamente de donaciones en un entorno donde en general las personas carecen de cualquier empatia hacia los animales debido al nivel de pobreza o/y educacion. Tampoco recibe ningun apoyo de la municipalidad, pese a ser el unico centro de recogida de animales abandonados de Campoalegre y ser un derecho constitucional disponer de un lugar donde los animales puedan vivir con dignidad.

A pesar de todas las dificultades se hace un gran trabajo aquí. Los animales viven felices y libres de miedo, correas o dueños psicópatas que los maltratan. Se hace uso tambien de remedios naturales para la curacion de los animales, como jarabes para la tos, ungüento para eliminar la sarna, la combucha para aumentar las defensas a los animalitos, sueros para parar diarreas, etc. Aquí tampoco se utilizan jabones artificiales. En su lugar se utiliza un fruto llamado Chambimba, que despues de cocerlo y pasarlo por la licuadora produce una cantidad muy grande de espuma. Esta se utiliza para todo: lavar los platos, la ropa y los animales.

Y la gente aquí ha sido maravillosa con nosotros. Desde el primer momento nos sentimos como uno mas de la familia y claro, ser voluntario asi es una gozada y se hecha una mano con gusto. Gloria siempre tiene historias increibles que contar sobre su vida y Gigi siempre sorprende positivamente con sus temas de conversacion sobre teorias de nutricion o sociologia. Tambien es un buen sitio para conocer de primera mano la realidad en la que vive Colombia, ya que los unicos gringos de la ciudad son “los chicos de Gloria” 😊. Ademas durante el tiempo que estuvimos aquí tuvimos la oportunidad de visitar las montañas que rodean la ciudad y conocer la zona mas rural. De hecho hasta hace 8 años era zona controlada por las Farc y no se podia entrar.

Uno de los dias en la fundacion lo pasamos haciendo el cacao. Primero se recogen los frutos ya maduros y las semillas se fermentan durante 3 dias dentro de hoja de platano. A continuacion se secan al sol, se tuestan y se pelan. Una vez tenemos limpia la semilla de cacao se muele junto a la panela, que es un azucar de caña no tan procesado. Y ya tenemos nuestro propio cacao soluble!

En resumen, haber estado aquí ha sido una experiencia dura pero muy enriquecedora. Hemos pasado momentos de profunda tristeza cuando han muerto animales despues de estar dias cuidandolos. Las jornadas a veces han sido larguisimas debido a nuevos animales que han traido, asi que ha sido un mes de dormir poco y trabajar mucho. Pero en nuestros recuerdos quedan mas las cosas positivas como los animales a los que hemos dado cariño y que crecian con salud y alegria, las cosas que hemos aprendido y los nuevos amigos que hemos encontrado aquí que siguen luchando a pesar de las circunstancias dificiles en las que se encuentran. Gloria es una mujer fuerte con un gran corazon y muchas ideas nuevas. A ella y todo el equipo y por supuesto a todos los animales les vamos a extrañar muchisimo y no va a pasar ni un dia sin pensar en ellos. Realmente nos encantaria volver a ver a todos en un futuro y ver que la situacion de la fundacion haya mejorado!!

Si te parece que la fundacion hace un buen trabajo y deseas colaborar, ahora tienes la oprtunidad de hacerlo a traves de su proyecto de Crowdfunding:

https://www.goteo.org/project/ayuda-a-protectora-de-animales-canto-a-la-vida


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Antworten (1)

olvido
Que bonito una experiencia mas

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