#1 FRANKREICH 2020 - ÉTRETAT | EIN HOLPRIGER EINSTIEG
Etretat bildet den Start unserer Reise in die Normandie und Bretagne. Bring it on, Baby...

Veröffentlicht: 08.05.2023
Pontorson ist eine kleine Stadt im Westen Frankreichs, die im Département Manche in der Region Normandie liegt. Sie befindet sich etwa 9 km von der berühmten Abtei Mont Saint-Michel entfernt und ist das nächstgelegene größere Zentrum zu diesem ikonischen Wahrzeichen. Die Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte als wichtiger Handels- und Verkehrsknotenpunkt etabliert, insbesondere wegen ihrer Nähe zu den feuchten Marschlandschaften des Sankt-Michel-Golfs.
Der Mont Saint-Michel ist eines der bekanntesten und beeindruckendsten Wahrzeichen Frankreichs und befindet sich etwa 1 Kilometer vor der Küste im Ärmelkanal. Der Berg ist mit einer historischen Abtei gekrönt, die sich majestätisch über die umliegende Landschaft erhebt. Der Mont Saint-Michel ist besonders berühmt für seine atemberaubende Lage: Der Felsen wird bei Flut vollständig vom Meer umgeben und wirkt wie eine Insel, während er bei Ebbe über Land zugänglich ist.
Der Mont Saint-Michel hat eine lange Geschichte, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht. Der Legende nach soll der Erzengel Michael einem Bischof im Jahr 708 erschienen sein und ihm befohlen haben, auf dem Felsen eine Kirche zu errichten. Über die Jahrhunderte entwickelte sich auf dem Berg eine mächtige Benediktinerabtei, die im Mittelalter zu einem der bedeutendsten religiösen und kulturellen Zentren Europas wurde. Während der Hundertjährigen Krieges (1337–1453) spielte die Abtei eine strategische Rolle, da der Mont Saint-Michel trotz mehrfacher Belagerungen nie erobert wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Abtei zur Wallfahrtsstätte, und Pilger aus ganz Europa kamen, um hier zu beten. Heute ist der Mont Saint-Michel ein UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jedes Jahr Millionen von Touristen an.
Die Abtei selbst ist ein architektonisches Meisterwerk, das auf mehreren Ebenen gebaut ist. Sie enthält eine kirchliche Kathedrale, die von beeindruckenden Gotik- und Romanik-Elementen geprägt ist, sowie verschiedene Höhlen und Gänge, die sich unter dem Berg verstecken. Der Aufstieg zur Abtei führt über enge Gassen und Steintreppen, die sich durch das historische Dorf winden. Von oben hat man einen spektakulären Blick auf das umliegende Wattenmeer, das sich mit den Gezeiten verändert.
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des Mont Saint-Michel sind die Gezeiten. Bei Flut wird der Berg zur Insel, umgeben von den Wassermassen des Ärmelkanals, während er bei Ebbe wieder zugänglich wird. Diese dramatischen Gezeiten sind besonders faszinierend und sorgen für ein sich ständig veränderndes Bild der Landschaft.
WIE BISTE HINGEKOMMEN?
240 Kilometer mit dem Auto von Étretat nach Pontorson in 2,5 Stunden. Wir kommen ziemlich gestresst in Pontorson an, laden unser Gepäck ab und hetzen weiter zum Klosterberg.
Nichts Weltbewegendes und trotzdem ziemlich teuer in Pontorson. Westeuropa ist halt geistig teuer…
Die Führung, die wir gebucht haben, startete nun also in 30 Minuten und wir mussten einen Parkplatz suchen, die 3 Kilometer Fußweg in Richtung Wattenmeer bewältigen UND ganz nach oben auf den Klosterberg steigen.
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass mein Problem mit dem Internet immer noch nicht bewältigt war und ich die Online-Tickets in meiner Cloud nicht abrufen konnte?
Du denkst dir jetzt bestimmt was das für ein Wahnsinn ist. Da hast du verdammt Recht, aber wir haben es tatsächlich geschafft. Wie? Mit verdammt viel Glück! Aber der Reihe nach!
Nun kamen wir also auf dem Parkplatz an und machten uns sofort auf den Weg in Richtung Insel. Aufgrund der Pandemie entschieden wir uns bewusst gegen eine Busfahrt auf die Insel und machten uns zu Fuß auf den Weg. In einem schnellen Schritt struggelten wir uns also über die Brücke und versuchten währenddessen vergebens, die Online-Tickets abzurufen. Um 16:28 (!!) kamen wir an den Toren des Klosterbergs an und mussten jetzt den mühsamen Aufstieg in Richtung Kloster innerhalb von 2 Minuten bewältigen.
Wohlgemerkt mit Atemschutzmaske. Ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass ich mich für einen kurzen Moment wie Reinhold Messner auf dem Weg in Richtung Dach der Welt gefühlt habe. Oben angekommen suchte ich vergebens nach einem Sauerstoffzelt. Fast am Ziel blieb aber noch das Problemchen mit den nicht runterladbaren Online Tickets. Ich versuchte vergebens den Sicherheitsbeamten zu überzeugen, dass wir Karten haben, diese aber leider nicht abrufen können. Ernüchternd traten wir also den Weg in Richtung Schlange an, um uns Karten vor Ort zu kaufen. Am Ende angekommen konnten wir plötzlich unseren Augen nicht trauen. Wir hatten zu einem kleinen Zeitpunkt wohl Empfang und konnten die Karten runterladen. Einfach unglaublich!
Also machten wir uns wieder auf den Weg nach vorne und wurden tatsächlich mit 5 Minuten Verspätung noch reingelassen, YES!!!
Oben angekommen kann man nur sagen, dass der Ausblick sehr schön ist. Von hier oben siehst du die Menschen im Watt wandern und die Möwen ihre einsamen Runden kreisen. Die Gruften und Gärten sind ebenfalls sehenswert und diese solltet Ihr auf keinen Fall auslassen auf eurer Führung durch das Kloster. Nach unser ca. 1 stündigen Führung mussten wir uns dann aber auch schon auf den Rückweg begeben, da die Flut einzusetzen schien und wir nicht auf der Insel stranden wollten. Was ein ereignisreicher Tag das doch war!
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in Richtung Cancale. Der Ort am Zipfel der Bucht von Saint Malo gelegen, besitzt eines der größten Anbaugebiete für Austern. Und so würden wir also zu meinem nächsten kulinarischen Experiment kommen. Den Austern. Nach etwa 1 ½ Stunde Fahrt kamen wir in dem kleinen Fischerdörfchen an und wir konnten kaum unseren Augen trauen.
Was von der Ferne wie ein weißer Sandstrand aussah war in Wirklichkeit ein Meer von leeren Austernschalen. Die Austern werden nach dem Verzehr wieder zurück ins Meer geworfen, wo sich Möwen drum bemühen, die Reste aus den Schalen zu picken.
Auf unserem weiteren Weg entlang der bretonischen Küste kamen wir als nächstes im kleinen Fischerörtchen Plougrescant an und verbrachten an der schroffen Küste unsere Mittagszeit. Zeit ein wenig die Drohne starten zu lassen und schöne Aufnahmen von der Landschaft zu machen.
Die schroffe Küste mit Ihrer einzigartigen Vegetation und den wilden Tieren wirkt erst so unscheinbar. Unweit von unserem Rastplatz befindet sich ein bizarres Haus, das zwischen zwei großen Felsen so wirkt, als wäre es gefangen. Sowas habe ich ehrlicherweise noch nie gesehen.
Nach einem Spaziergang entlang der Küste schlugen wir nun die letzte Etappe ein und machten uns auf den Weg in Richtung der Cote de Grant Rose und setzten damit auch in die Bretagne über.
Die Cote de Granit Rose, auch rosa Granitküste hat Ihren Namen nicht von ungefähr. Die hier befindlichen Granitsteine schimmern im Dämmerungslicht rosafarbene und verwandeln dieses Areal in einen mystischen Ort. Die hier zu häufe auffindbaren glatten Granitbrocken bieten ein fantastisches Bild mit dem blauen Meer im Hintergrund dar. Auch hier konnte ich mich nicht davon abbringen lassen, meine Drohne steigen zu lassen und ein paar Aufnahmen von der Küste aufzunehmen.
Nun ist aber auch dieser lange Tag zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Brest an der Atlantikküste.
Austern gelten allgegenwertig als Luxusprodukt und dementsprechend absurd ist auch der Preis, die für diese Delikatesse gezahlt wird. Also trifft es sich gut,dass eine Schale mit 14 Austern hier nur 12 Euro kostet, was ein vertretbarer Preis ist. Auf dem kleinen Markt bekommt Ihr sämtliche Austernarten und könnt euch hier entfalten. Ich muss sagen, dass Austern für mich persönlich nichts sind, der Geschmack von Salzwasser und dem glibberigen Zeug ist mir einfach nicht so gut bekommen. Aber es war trotzdem eine Erfahrung, die ich mitnehmen werde!
Schale Austern ~ 12,00 €
Wein ~ 3,50 €
Mont Saint Michel ist zwar cool, am Ende aber auch nur ein Berg wie der Michelsberg in Siegburg... Austern für den Preis nice zu testen, aber sehr salzig. ZU SALZIG.
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Unterkunft Pontorson: 36,50 € pro Person / Nacht
