IkeAnBord
So hätte sich der liebe Vito, alias wilde Waltraud, sein Renten dasein wohl nicht vorgestellt. Allerdings haben ihn im November 2020 zwei motivierte Studierende für gutes Geld erhalten, zum darin Leben aufgepimpt und düsen damit die nächsten zwei Monate den Balkan runter und über Italien wieder hoch..

Einen Meerwasserschluck später...

... sind wir doch glatt in Athen gelandet. 

Vorne weg: Athens Stadtkern hat knapp 700000 Einwohner, der gesamte Einzugsbereich mit Hafen über drei Millionen. Es ist eine Stadt im Süden Europas, in der Autofahren unmöglich ist, es viel Arbeitsplätze für Einheimische gibt (die Griechen würden mir in diesem Punkt aus politischer Sicht wohl nicht ganz zustimmen) und es nur so von Touristen wimmelt. Was sagt uns das? Richtig. Auto fahren ist dort für Mittel- und Nordeuropäer nahezu unmöglich und Fotos machen für einen Fotolaien wie mich auch. Deswegen habe ich wirklich kein einziges Bild gemacht und bin aber aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. 


Athen vereint zwei Sachen gleichzeitig: Modernes Zeitgeschehen, wie hippe Cafès, coole Vintageläden (wovon wir vier besucht und unseren Kleiderschrank aufgestockt haben), einzigartige Szeneviertel, mit antikem Zeitgeschehen. Zu sehen ganz klassisch in der größten Akropolis (was übersetzt übrigens sowas wie die Burg am Rande der Stadt bedeutet und 30€ Eintritt kostet, weswegen wir sie nicht von Nahem gesehen haben) von Griechenland, aber über die ganze Stadt verteilt finden sich archäologische Ausgrabungen und Fundstättten. Das für mich eindrucksvollste Beispiel ist, dass mitten durch einen Ausgrabungsort die Metro fährt. Stadtteile des heutigen Athens sind einfach auf antike Häuserruinen gebaut worden. 

Basti und ich wohnten für vier Tage im Hostel Bedwave Experience in Piräus. In  dem sind wir mitten in einen Konflikt zwischen einem sturen besoffen Iren, einer depressiven Spanierin, einer diplomatischen Rechtswissenschaftlerin, zwei 20-jährigen Berliner Studentinnen, einem stolzen Griechen und einem geizigen Israeli geraten und so viel Gossip und Tratsch hat nach fünf Wochen Reise auch mal wieder gut getan. 

Einen Tag hat uns Carlottas Onkel sieben Stunden durch Athen gejagt und alle Facts erzählt, die er als gebürtiger Athener so weiß. Meine ersten Resultate habt ihr bereits gelesen, mein zweites ist, dass man sich einfach durchfressen kann. An jeder Ecke, in jeder Straße sind mehrere Cafes, Restaurants und/oder Souvlaki/Pita Stände. 

Athen ist nicht eine Stadt wie Bamberg, in der die schönen Gebäude auffallen, sondern in der es was zu erleben gibt und die griechische Mentalität auflebt. Erst gegen Abend füllen sich die Gassen und mit ihnen die Bars, in denen so viel erzählt und gestikuliert wird, in denen jeder willkommen ist und so herzlich begrüßt wird. Bars haben dort ein richtiges Wohnzimmerfeeling und das mitten auf den Straßen :). 


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