Griaß di Ecuador
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Feliz Navidad

Veröffentlicht: 27.12.2018

Vorab gleich mal zur Entwarnung – uns geht es gut - auch wenn wir schon lange keinen Eintrag mehr verfasst haben. Aber es ging ein bisschen drunter und drüber, Änderungen im Projekt und Weihnachten stand dann ja auch schon vor der Tür.

Aja, und Krank waren wir bis Mitte Dezember auch noch. Aber glücklicherweise ist das jetzt endlich vorbei, nur Simone muss noch den andauernden Reizhusten von Michi ertragen. Bei den älteren Semestern dauert das Genesen eben etwas länger...

Michis Geburtstag

Apropos alt – Michi feiert zum zweiten Mal in Folge seinen Geburtstag im Ausland. Statt Strand, Sonne und einer traumhaften Unterkunft in Costa Rica wurde Michi diesmal beim Mittagessen im Kloster und einer Piñata überrascht, welche er bereits nach kurzer Zeit zerschmettert hat.


Schon ein lustiges Bild, wenn man die Augenbinde abnimmt und die Chef-Nonne auf allen vieren mit den anderen am Boden um die herausgefallenen Süßigkeiten kämpft.


Den Nachmittag haben wir uns zur Feier des Tages frei genommen um mal raus aus dem Kloster zu kommen. Dies war nach dem ständigen Krank sein dringend nötig um den Lagerkoller geschickt zu umgehen.

Mit einer ausgezeichneten Pizza (endlich mal kein Reis), toller Gesellschaft – danke liebe Simone – und einem Tiramisu aufs Haus (konnte aber mit dem selbstgemachten Geburtstags-Bananen-Tiramisu von Simone nicht mithalten) endete auch schon wieder Geburtstag Nummer 31.


Typisches Weihnachtsbrot

Was in Österreich der Christstollen, ist hier das Pan de Pascua – überall und ständig gibt es diesen süßen „Stritzl“ mit Zimt und getrockneten Früchten. Damit bei der Weihnachtsfeier im Kindergarten auch alle Kinder mit eben diesem Brot beschenkt werden konnten, bedarf es der Hilfe der fleißigen Heinzelmännchen (nein, nicht du bist gemeint, lieber Dansch). Wieder einmal wurden wir in letzter Minute in die Bäckerei beordert wo wir 3 Volontäre, nicht ganz sooooo freiwillig, von 20 bis 24 Uhr sage und schreibe 450 Weihnachtsbrote einpacken „durften“.


Kulinarik, die 5.

Diesmal steht Tamal auf der Liste – Wieder einmal spielt das Maismehl eine wichtige Rolle, welches gemeinsam mit Butter, Eiern, Käse, Huhn, Paprika und diversen Gewürzen zu einer sauren Masse vermengt wird und schließlich, in einem großen Blatt eingewickelt, in Wasser gekocht wird. Vor allem im „Aroma de Cafe“ (einem Cafe hier in Cuenca) werden diese unglaublich köstlich zubereitet.


Weihnachtsfeier einmal anders

Mit einem „guten“ Messwein wurde die Weihnachtsfeier für alle mitwirkenden Leute der Kirchengemeinschaft, der Guardería und dem Frauenhaus eröffnet. Nach dem Essen haben die verschiedenen Gruppen etwas aufgeführt. Auch wir Österreicher wurden gebeten uns etwas zu überlegen – Tanzen schied aus, weil der Michi zu feig ist und schließlich endete es spontan damit, dass wir österreichische Weihnachtslieder zum Besten gaben. Dank unseres Ausländerbonus erhielten wir großen Beifall und Standing Ovation und wir sind nun auf diversen ecuadorianischen Handys festgehalten. Am Ende wurden uns großzügig ganze 15 Minuten von der Ober-Nonne zugesprochen, um wirklich Spaß zu haben.
Licht aus, Diskolichter an, und schon begannen sich sämtliche ecuadorianischen Hüften im Salsatakt zu bewegen.




Feiern im Kindergarten

Auf eine weitere Weihnachtsfeier wurde im Kindergarten schon das ganze Monat lange hingearbeitet. Auch wir beide waren mit dabei, als Maria und Josef fanden wir uns, mit dem venezolanischen Jesuskind im Arm, in Mitten des Krippenspieles wieder. Und aufs neue findet man uns auf einer Unzahl an Handys wieder.


Die liebe Dayana

In letzter Zeit haben wir beobachtet, dass gegen unsere Erwartungen (glücklicherweise) die meisten Kinder des Kindergartens in intakten Familien aus dem Mittelstand aufwachsen dürfen. Jedoch trifft das eben nicht auf alle zu. Vielleicht könnt ihr euch ja noch erinnern, wir haben euch vor einigen Wochen von Dayana und ihrer Familiensituation erzählt. Für die von Gedächtnislücken erfüllten unter euch, wir helfen gerne nochmal auf die Sprünge.

Dayanas Mama kümmert sich täglich alleine um ihre 9 Kinder und kämpft hart um das Wohlergehen ihrer Familie. Die hygienischen Umstände sind aufgrund den fehlenden Wasserversorgung im Haus sehr kritisch. Eine weitere Tatsache die unsere Aufmerksamkeit erregt ist jene, dass die Wäsche in einem Fluss hier in Cuenca gewaschen werden muss. Auch an Lebensmitteln mangelt es stets.

Aus diesem Grund wollten wir ihnen helfen – in diesem Sinne vielen Dank an unsere Familien, die dies mit einer kleinen Spende ermöglicht haben und somit ein Lächeln ihn ihre Gesichter zaubern konnten.



Der 24. Dezember

Ein Spektakel stellt der karnevalähnliche Umzug dar. Am Pase del Niño Viajero, der in Cuenca eine 70-jährige Tradition hat, nimmt die ganze Stadt, wenn nicht aktiv dann aber zumindest passiv, teil. Stunden lange zieht eine kostümierte, lärmende und tanzende Menschenmenge durch die Straßen.




Weniger groß, aber für uns interessanter, war der Pase del Niño der Guarderia am Tag davor – interessant deshalb, weil wir viele bekannter Gesichter sahen.

Mitten drin statt nur dabei!!!



Den Heiligabend verbrachten wir gemeinsam mit den Schwestern, den Freiwilligen sowie den Frauen und Kindern aus dem Frauenhaus. Alles mit dabei – Weihnachtsessen, Mette und anschließendes Bingo spielen mit allen und letztendlich auflösen des Wichtels (Amigo Secreto - "geheimer Freund"), was eigentlich am meisten Spaß machte. Da es beim offiziellen Teil auch wieder nur Messwein gab gönnten wir uns schließlich beim Kartenspielen mit den Freiwilligen noch ein paar Bierchen und Gin Tonic.


Auch wenn der Tag in Summe gesehen echt super war, es ist nicht das Gleiche wie wenn man Zuhause mit unseren Familien und lieben Freunden feiern kann. Nächstes Jahr zu Weihnachten habt ihr uns wieder an der Backe.


Wir wünschen euch allen (verspätet) FROHE WEIHNACHTEN und eine schöne Zeit mit euren Lieben. 

Zu Besuch bei einer befreundeten Familie der anderen Freiwilligen


PS: Unglaublich, 2 Monate sind wir nun schon unterwegs. Schaut euch einfach die Fotos durch und seht, was wir die letzten Wochen sonst so erlebt haben :)

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Antworten (1)

Ulrike
Ich wünsche euch nachträglich ein gutes neues Jahr und Michi alles Gute zum Geburtstag!!!!!