52 weeks
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3.5. Wir werden um 13:00 von einem Taxi abgeholt nachdem wir die Küche und die Wohnung etwas gesäubert haben. Wir lassen den Schlüssel stecken da unsere Gastgeberin nicht auftaucht. Ein kleine Überraschung wartet am Flughafen auf uns, da die Crew es plötzlich sehr genau mit den Handgepäckkilos nimmt: Wir müssen umpacken und haben schlussendlich 3kg zuviel Gepäck. Dies aber eben nur weil sie am Flughafen auf Tahiti die Gepäckaufbewahrung geschlossen haben. Somit müssen wir nachzahlen. Der Flug dauert ca 45 min. biswir auf Raiatea landen. Auch dort wartet ein Taxi auf uns das uns zu unserer Unterkunft bringt. Baptiste hat zwei Hunde (Malinois) und ein Haus mit zwei Zimmern zur Miete. Die Hündin ist extrem scheu und bellt und knurrt uns an sobald wir ihr zu nahe kommen. Orion, ein riesiger Rüde, ist verspielt und man wird ihn nicht so leicht wieder los. Ein kleiner Pool, Kajaks, Velos und eine Küche gehören auch zu unserem Zimmer dass klein aber fein ausschaut. Gleich darauf gehen wir für die nächsten 6 Tage einkaufen. Baptiste organisiert uns für morgen einen Scooter um die Insel zu umrunden.

4.5. Wir werden um 8:30 von der Scooterfirma abgeholt und zum Verleih gebracht. Von dort starten wir die Inselumrundung Richtung Südwesten. Es hat wenig Verkehr sobald man aus Uturoa draussen ist und fährt durch eine wunderbare tropische Landschaft. Unser Ziel ist das Marae Taputapuatea, die heiligste Stätte im ganzen Südpazifik. Sie ist UNESCO Weltkulturerbe und liegt mit ihren vier Marae ( Steinplattformen) direkt am Meer. Man sagt dass von hier aus Hawaii, Neuseeland, die Osterinseln und einige der Französisch Polynesischen Inseln besiedelt wurden. Die Vorfahren der Polynesier kamen sehr wahrscheinlich von Vietnam über Idonesien nach Fiji, dann Samoa und Tonga und danach hier nach Raiatea. Raiatea ist eine der wenigen Inseln die Flüsse mit genug Trinkwasser besitzt. Wir haben das grosse Glück und können eine Hawaiianische Delegation bei ihrer Zeremonie beobachten um das Vermächtnis der Entdecker und Seefahrer zu würdigen. Somit erhalten wir exklusiven Einblick in die Hawaianische Kultur und dürfen Liedern, Tänzen und Ritualen beiwohnen, extrem berührend und spannend! Danach fahren wir weiter Richtung Süden bis wir merken, dass der Ersatzbenzinkanister, den wir brauchen um die Insel zu umrunden, leer ist. Wir hätten ihn vor dem Verlassen der Hauptstadt füllen sollen, was wir irgendwie missverstanden haben. Somit bleibt uns nichts anderes übrig als über einen Inlandweg, wo wir auf einem Aussichtspunkt unsere Sandwiches verdrücken, nach Uturoa zurückzukehren. Wir verbinden die Rückkehr mit Souvenirshopping in der Stadt.

Im Obergeschoss des Marktes bieten Privatpersonen ihre Kunsthandwerke, vorwiegend Schmuck, zum Verkauf an. Augustine schenkt Amelia einen zweiten Ring zum erstandenen hinzu. Zudem kaufen wir ein Vanillearmband das wunderbar duftet. Auch die anderen Stände haben schöne Sachen im Angebot. Teilweise sogar recht preisgünstig und wir kaufen noch weitere Dinge ein. Die Fahrt am Flughafen vorbei bringt uns auf die Ostseite der Insel wo wir einen Platz zum schnorcheln suchen. Leider will es nicht so recht klappen, auch das Restaurant zum Bierstopp hat noch nicht offen. Somit kehren wir um und retournieren den Scooter. Mit Bierchen und Kochen geht der Tag zu Ende.

5.5. Per Autostopp gelangen wir an den Hafen um mit dem Fährtaxi zur Nachbarsinsel Tahaa`a zu gelangen. Dort holt uns wie schon auf Raiatea die Scootervermietung ab und bringt uns zu ihrer Station. Diese Insel umrunden wir gegen den Uhrzeigersinn und besuchen als erstes eine Vanilleplantage. Der Guide plaudert ungezwungen mit uns bis die anderen zwei angemeldeten Personen ankommen. Die Erklärungen zum Anbau von Vanille sind sehr interessant! 3 Jahre bis die Pflanze erstmals blüht. Dann hat man nur 4 Stunden Zeit die Blüte zu bestäuben. Jede der rund 12 Tausend Blüten auf ihrer Plantage blüht zeitlich ein wenig anders somit muss man auf der Hut sein.

Danach Reift die Vanilleschote über neun Monate bis man sie ernten kann. Getrocknet wird nur eine Stunde pro Tag auf Wellblech, was die Trocknungszeit auf 120 Tage verlängert. Somit kann man die Schote nach 4 Jahren Anbau und Pflege das erste Mal verkaufen. Nach sieben Jahren muss man eine neue Vanille-Liane einpflanzen, da die Pflanze keine Schoten mehr produziert.

Was für ein Aufwand für diesen feinen Geschmack! Wir werden in Zukunft etwas anders über Vanille denken, es ist ein riesiger Luxus diese Schote zu verwenden. Die Einheimischen verwenden die Vanille nur zur Hochzeit, zum Geburtstag, zum Nationalfeiertag und zu Weihnachten. Ungefähr 80% der Vanilleproduktion Französisch Polynesiens kommt aus Tahaa`a und wird vorwiegend nach Dänemark exportiert. Auf der Weltrangliste in der Produktionsmenge ist das Land auf Platz neun was, neben der ausschliesslichen Handarbeit, die tahitianische Vanille zur teuersten Vanille der Welt macht. Meist wird die Bourbon Vanille angebaut. Wir kaufen natürlich etwas davon ein um zu Hause die Vanille in Rum einzulegen, was sie 10 Jahre haltbar macht. Zudem kann jede Schote ungefähr sieben mal verwendet werden.

Es geht weiter bei unserer Inseltour! Als nächstes steuern wir eine Perlenfarm an. Heute werden gerade 1000 Perlenaustern an Land gebracht um die Perlen darin auszutauschen. Die Grundlage in der Perle ist eine weisse Mississippi Perle aus den USA. Die Austern um sie zu veredeln stammen aus Rangiroa, einem Atoll hier im Land. Die Perle wird in die Auster gepflanzt um sie zu ummanteln . Danach wird die ca. 2mm grössere Perle die jetzt einen silbrig-grauen Glanz besitzt herausgenommen und eine neue, Weisse eingesetzt. Dies kann man 4 Mal wiederholen bis die Perle 16mm im Umfang misst. Danach ist die Muschel zu klein um noch grössere Perlen zu erzeugen. Die Muscheln werden von Apnoetauchern an Plastikgirlanden zu 20 Stück geputzt, umsorgt und „geerntet“.

Die teuerste Perle im Shop kostet wegen ihren 18mm Durchmesser stolze 12`000 Euro.

Wir kaufen nichts ein da schon die kleinste „reine“ Perle um die 100 Euro kostet…

Nach dem obligaten Sandwich, tanken wir unseren Scooter und gehen danach in die Rumdestillerie um eine kurze Führung und natürlich den Rum zu probieren. Nicht so unser Ding, wie wir schon im Vorfeld vermutet hatten. Wir können noch ein Hibiskusbier probieren das aber nicht sehr an den Blütengeschmack erinnert. Dann geht es weiter zum Schnorcheln. Riesige Korallenberge versprechen tolle Sichtungen, aber es hat nicht so viele Fische wie erwartet. Trotzdem ist es eine willkommene Abwechslung bevor wir noch etwas durch Regen genässt den Scooter wieder zurückbringen. Am Hafen angekommen fährt gleich ein Boottaxi und hopp sind wir schon wieder auf Raiatea. Dort gehen wir noch etwas „lädelen“ und beschliessen zu Fuss zur Pension zurückzukehren.

Unterwegs kaufen wir bei einer Familie noch „Firifiri“ (Backwaren wie Meitschibei aber mit Kokosmilch – sündhaft lecker). Da wir kein Kleingeld haben überlassen sie uns die Firifiri um ein anderes Mal zu bezahlen. Wie nett!

6.5. Mit den Kajaks von Baptiste fahren wir raus zum gegenüberliegenden Motu. Wir müssen ganz schön paddeln, aber es lohnt sich. Die kleine Insel ist für Ausflügler eingerichtet: es hat Picknicktische aus Beton und auch 2 grössere Gebäude, die man wohl mieten könnte. Wir spazieren als aller erstes die Insel von vorne bis hinten ab um zu sehen, wo sich unser Schnorchelgang am meisten lohnen könnte. Auf dem Rückweg miaut es aus einem Haufen Kleinholz!? Sekunden später taucht ein schmaler, rotgescheckter Kater auf. Er ist zutraulich, freut sich über Streicheleinheiten und läuft uns sofort hinterher zu unserem Anlegeplatz. Wir suchen uns ein Plätzchen im Palmenschatten und machen es uns auf dem Tuch gemütlich. Schwups, ist der Kater mittendrin – er hat uns sozusagen adoptiert (nicht umgekehrt) und schläft zufrieden zwischen uns. Wir lesen lange, kuscheln mit dem Kater (wir nennen ihn Mauruuru – das heisst Merci auf polynesischen), essen irgendwann unsere mitgebrachten Sandwiches und gehen dann schnorcheln. Wir nehmen uns viel Zeit im Wasser und sehen 2 Eaglerays und können lange einem Oktopus beim Jagen zusehen.

Auf dem Weg zurück ans Ufer hole ich mir eine Kratzwunde an einer Koralle – das Wasser ist so seicht dass es schwierig ist über die Korallen hinweg zu gleiten.

Unser Büsi hat einen Ausflug zum Angler gemacht, kommt aber sofort miauend zu uns zurück um sich zu verabschieden. Es fällt uns schwer den kleinen Kerl auf der Insel zurück zu lassen…

Zurück bei Baptiste erklärt er uns, dass es Brauch ist eine Katze auf den Motus auszusetzen um den Ratten Herr zu werden. Für uns ist er Mauruuru – König des Motus! 

7.5. Tauchen in Raiatea ist toll! Wir werden von der Tauchbasis abgeholt und zum Hafen chauffiert. Wir sind zuerst 4 Taucher die für einen Tauchgang in die Bucht fahren wo unsere Unterkuft liegt. Dort liegt ein altes Segelschiff auf Grund das wir besuchen werden. Die Grösse des Schiffs überrascht uns und wir können n den Bauch hineinstachen um in einer Luftblase im Bug des Schiffes kurz zu Pausieren. Zum Abschluss treffen wir noch auf eine Schildkröte die gemütlich auf dem Rumpf liegt. Danach geht es zurück um mehr Leute einzuladen um nochmals in die Bucht zufahren. Diesmal etwas ausserhalb in einen Lagunenpass. Dort geht ziemlich die Post ab was Fische anbelangt! Wir sehen Haie, einen Tunfisch, einen Manta, hunderte von Gelbzahn Triggerfischen und einen Schwarm von ca 300 … Sehr aufregend! Zurück im Hafen gehen wir ins nahegelegene Restaurant Mittagessen. Die Portionen sind riesig und der Fisch frisch und gut zubereitet. Bevor wir wieder ins Boot steigen um zum dritten Tauchgang zu fahren, sehen wir neben dem Tauchboot einen Oktopus der immer wieder die Farbe wechselt. Der letzte Tauchgang des Tages ist etwas enttäuschend. Zwar sehen wir kurz vor Schluss noch einen Manta, aber die Sicht ist sehr schlecht und es hat keine Fischschwärme mehr.

Wir werden nach geraumer Wartezeit schlussendlich wieder zu unserm Haus zurückgefahren wo wir den Abend ausklingen lassen! Good Memories!

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