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Marielyst und Fazit Dänemark

Veröffentlicht: 31.07.2025

Seit letzten Samstag (26.7.) sind wir in Marielyst, im Süden der Insel Seeland. Marielyst ist ein bekannter dänischer Ferienort an der Ostseeküste. Viele Dänen und Däninnen haben hier ihr «Sommerhuset», in dem sie regelmässig ihre Ferien verbringen. Auf einer riesigen Fläche befinden sich tausende solcher Häuser, alle im ähnlichen Bungalow-Stil. Die Grundstücke sind ziemlich gross und praktisch alle blickdicht abgeschirmt mit Hecken und vielen grossen Bäumen. Ein bisschen fühlt man sich wie in der Schweiz – jeder hat hier seinen eigenen Aufsitzrasenmäher, seinen grossen Grill, seine Veranda mit Lämpchen und Laternen (hygge eben) und, ganz wichtig: seine eigene «Dannebrog», die dänische Nationalflagge. In Dänemark ist es – kein Scherz! – verboten, eine andere Nationalflagge zu hissen.

Im Zentrum von Marielyst befinden sich neben einigen Boutiquen ein grosser Supermarkt, viele Restaurants und einige Eisdielen. Die Dänen und Däninnen lieben Eis. Es ist extrem süss und kann mit zahlreichen Toppings wie Zuckerstreuseln, Schokoladenpulver und sogar Schaumküssen (?) kombiniert werden. Da staunen die Schweizer!

Die Restaurants haben ungefähr alle dasselbe Angebot: Pizze, Fleischgerichte und einige Pastagerichte. Etwas Vegetarisches zu finden ist, wie bereits einmal von Matilda erwähnt, praktisch aussichtslos. Ich habe in vier Wochen noch nie so oft eine Pizza Margherita gegessen wie hier, obwohl ich gar kein Fan davon bin.

Gesundes gibt’s auch kaum, was bedeutet, dass wir sehr häufig selber kochen. Kulinarische (und vegetarische) Höhenflüge wären eher in Kopenhagen zu erwarten; da wir auf unserer Reise grosse Städte meiden, haben wir halt Pech gehabt. Da lob ich mir die gut ausgestatteten Sommerhaus-Küchen! Die meisten Restaurants setzen übrigens auf Selbstbedienung, etwas, was uns je länger je mehr auf die Nerven ging (sorry!).

Wunderbar ist hier der kilometerlange Sandstrand. Es gibt sehr viel Platz für Hund und Mensch und die Ostsee ist sauber und zwischen 19-21°C warm, also durchaus angenehm. Überhaupt sind die Küsten Dänemarks – zumindest für mich – das schönste Landschaftsmerkmal des Landes. In vier Wochen war es meistens warm genug zum Baden, schlechtes Wetter braucht also keiner zu befürchten. Badeferien in Dänemark sind eine durchaus tolle Alternative zu Ferien an den überfüllten Mittelmeer-Stränden. Die Gefahr von Waldbränden und Hitzschlag ist auch deutlich geringer.

Zum Schluss möchte ich gerne ein paar Zeilen darüber verlieren, wie die Menschen hier ticken. Ich würde die Dänen als höflich und freundlich, aber sehr reserviert und zurückhaltend beschreiben. Wir hatten, obwohl wir es uns anders gewünscht hätten, sehr wenig Kontakt zu den Menschen. Es macht den Eindruck, als blieben die Dänen lieber unter sich. Als wir unsere Reifenpanne hatten, bekamen wir viele Hilfsangebote, das ist uns sehr positiv in Erinnerung geblieben.

Familien sind in Dänemark sehr viele unterwegs, oft sind auch die Grosseltern dabei und, ganz wichtig: Der Hund. Die Dänen lieben ihre Hunde und man darf sie auch fast überall hin mitnehmen, was natürlich toll war für Gina!

Der bekannte «Hygge-Lifestyle» der Dänen spiegelt sich vor allem in der Inneneinrichtung der Häuser wider. Überall finden sich Kerzen, Lichterketten, Keramik und Bilder. Ein gemütliches Heim zu haben ist den Dänen ebenso wichtig wie ihre Familienbande.

Einen eigenen Blogeintrag hätte die dänische Sprache verdient. Nur so viel dazu: Kein Wort wird so gesprochen wie geschrieben und die Dänen können Laute bilden, die mir bis jetzt ein Rätsel geblieben sind. Kleines Beispiel: «Rød Grød med Fløde» bedeutet «Rote Grütze mit Sahne» und spricht sich in etwa so: Röll Gröll mell Flöhä. Die drei verschiedenen «L-Laute», die dafür gebildet werden müssen, sind so schwierig, dass die Rote Grütze für Nicht-Muttersprachler etwa dasselbe ist wie das Schweizer «Chuchichäschtli».

Am Samstag sagen wir «farvel Danmark» und reisen nach Deutschland, Amsterdam und anschliessend mit der Fähre nach Newcastle. Damit beginnt der zweite Teil unseres Abenteuers in Grossbritannien. Die Reisewoche wird sicher anstrengend, aber wir freuen uns sehr auf unser Ziel.

Bis bald wenn es heisst «Fàilte gu Alba»!

(von Olivia)

Antworten (1)

Petervor 9 Monaten
Danke für den interessanten Bericht. Findet ein gutes Ende in Dänemark und alles gute für die Weiterreise. Liebe Grüsse Opa und Oma in Breitenfeld.

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