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Von Lochs und Highlands

Veröffentlicht: 04.09.2025

In unserer zweiten Woche in Alford fuhren wir an einem Tag mit einem Minizug zu einem nahegelegenen Park. Dort hatte es einen tollen Spiel- und Campingplatz. Den Rückweg gingen wir zu Fuss. Ganz am Schluss kamen wir an einer netten kleinen Eisdiele vorbei und die Verkäuferin fand Gina so süss, dass sie ihr ein gratis Hundeeis spendierte!

An einem darauffolgenden Tag unternahmen wir einen Spaziergang beim Muir of Dinnet, einem Nationalpark mit eigenem See. Die Landschaft war wunderschön!

Mein grösstes Highlight unseres Aufenthalts in Alford war der Ausflug nach Aberdeen, der drittgrössten Stadt Schottlands! Zuerst schauten wir uns die Stadt zu Fuss an und gingen ein wenig shoppen. Später machten wir eine Sightseeing-Tour durch die ganze Stadt mit einem Hop-on Hop-off Bus. Wir erhielten Kopfhörer und eine Frauenstimme erzählte uns interessante Fakten über verschiedene Gebäude, Skulpturen und Strassen. Nach der Tour assen wir etwas im Brew Dog, einem bekannten Bierhersteller. In Grossbritannien ist es auch eine Restaurantkette. Insgesamt war es eine coole Erfahrung und die Stadt ist wunderschön. Sie wird auch die Silberstadt genannt, da die Gebäude aus einem speziellen Granit bestehen, der sie hellgrau und silbrig erscheinen lässt.

Am Donnerstag waren wir in einem Pub essen. An diesem Abend fand zufälligerweise ein Pub-Quiz statt. Wir nahmen teil und belegten den zweiten Platz, obwohl der Quizmaster sein bestes Schottisch auspackte. Es war unterhaltsam und lustig!

Am nächsten Tag verliessen wir Alford und brachen auf in Richtung Elgin, ein kleines Städtchen an der Küste, das wir uns unbedingt anschauen wollten.

Unterwegs hielten wir am Steinkreis Loanhead of Daviot in Inverurie, der gut erhalten und recht gross ist, was uns ziemlich beeindruckte.

In Elgin bestaunten wir die riesige Kirchenruine mit den vielen Grabsteinen drum rum. Die Kirche war wunderschön und insgesamt sah der Ort sehr dramatisch aus. Leider konnte man nicht mehr hineingehen, weil es schon geschlossen hatte, aber dafür besichtigten wir das Städtchen Elgin. Dort assen wir in einer tollen Pizzeria. Es war unfassbar lecker! Anschliessend fuhren wir zu unserem Hotel und belegten unsere zwei Zimmer.

Am nächsten Morgen besuchten wir auf dem Weg nach Fort Augustus das Culloden Visitor Center. Dort befindet sich ein grosses Moor auf dem am 16. April 1746 die Jakobiten gegen die Engländer im „Battle of Culloden“ verloren. Dazu gab es ein Museum mit Audioguides, diversen Führungen und Präsentationen. Natürlich konnte man auch draussen auf dem ehemaligen Schlachtfeld herumgehen. Mit Fahnen war markiert, wo die Jakobiten und wo die Engländer gestanden hatten. Ausserdem waren überall Gedenksteine für die verschiedenen Clans, die in der Schlacht gegen England gestorben waren - eine richtige Tragödie! - vor allem deshalb, weil anschliessend die Clans, das Tragen des Tartans und generell die Kultur der Highlander von den Engländern verboten wurden.

Später an diesem Samstag (23.8.) erreichten wir unser Ziel Fort Augustus. Dieses liegt südlich des berühmten Loch Ness, mitten in den schottischen Highlands. ‚Loch‘ bedeutet auf Schottisch übrigens nichts anderes als ‚See‘ und es gibt in Schottland unzählige davon.

Unsere Unterkunft lag wieder direkt neben einer Schafsweide. Die Küche war schön und das Haus hatte drei Schlafzimmer, ein Bad und ein gemütliches Wohnzimmer mit zwei bequemen Ledersofas. Draussen sahen wir des öfteren Hasen herumhoppeln - sehr süss!

Am Montag (25.8.) besuchten wir das Eilean Donan Castle am Loch Duich in Dornie. Die Strecke dorthin führte gen Westen mitten durch die Highlands und war atemberaubend schön!

Eilean Donan Castle ist ein Wasserschloss. Lange war es eine Ruine, doch von 1912-1932 wurde es komplett restauriert und die Nachfahren der Besitzer wohnen immer noch im Schloss in einem privaten Bereich.

Am Mittwoch machten wir eine Zugfahrt auf der „Harry Potter- Strecke“. Es ist genau die Strecke, die Harry und seine Freunde in den Filmen immer fahren, um nach Hogwarts zu gelangen. Sie führt von Fort William nach Mallaig und das Highlight ist das Glenfinnan Viadukt, eine 380 Meter lange und 30 Meter hohe Brücke. Im zweiten Harry-Potter-Film fliegen Ron und Harry mit dem Fort Anglia darüber hinweg. Die Fahrt ist auch sonst sehr empfehlenswert, da landschaftlich wunderschön!

Am Donnerstag waren wir im Nessiecenter. In diesem Museum erfährt man alles über die Geschichte und Theorien rund um das Ungeheuer von Loch Ness. Dazu wird man durch verschiedene Muliti-Media-Shows geführt. Am Ende konnten wir abstimmen, ob wir ans Nessie glauben oder nicht. Ein sehr empfehlenswertes, eindrückliches Erlebnis! Mehr erfahrt ihr hier:

https://lochness.com/

In Fort Augustus gefiel es uns sehr gut, doch am Samstag fuhren wir weiter nach Helensburgh, unserem jetzigen Aufenthaltsort. Die Fahrt führte uns durch das weltberühmte, wunderschöne Glencoe. Wir konnten nicht widerstehen einen Stopp einzulegen und die Gegend zu Fuss auf uns wirken zu lassen. Dabei begegneten wir auch einigen Wanderern, denn der berühmte ‚West Highland Way‘, ein Wanderweg, der von Glasgow nach Fort William führt, führt auch durchs Glencoe. Zu Mittag assen wir in einem Hotel in der Ortschaft ‚Bridge of Orchy‘. Dort hat Papa das erste Mal Haggis probiert und als sehr lecker befunden. Bei Haggis handelt es sich um das schottische Nationalgericht. Dabei werden kleingehackte Schafsinnereien im Schafsmagen gekocht und dann serviert. Klingt eklig, schmeckt aber laut Papa ähnlich wie die Schweizer Leberwurst.

Das Städtchen Helensburgh, wo wir uns zur Zeit aufhalten, liegt im Süden Schottlands am Loch Gare. Das Haus ist umgeben von einer Menge Pflanzen und wir haben eine grosse Terrasse mit Ausblick auf das Loch. Auch hier befindet sich gleich nebenan eine Schafsweide. In unserer Garage stehen ein Ping-Pong-Tisch und ein „Töggelichaschte“. In diesem Haus haben wir vier Schlafzimmer und wieder einmal zwei Badezimmer, was uns natürlich sehr gefällt. Die Küche ist gross, alles ist gemütlich eingerichtet und die Umgebung ist wirklich wunderschön.

Wir haben hier bisher nicht so viel unternommen wie sonst, da wir dringend eine Pause von den zuvor gesammelten Eindrücken brauchten. Gestern waren wir beim Dumberton Castle, das auf zwei vulkanischen Felsen steht. Wir mussten eine Menge Treppen hochsteigen, aber es hat sich gelohnt, denn die Aussicht war fantastisch!

Heute kam ich das erste Mal in den Genuss eines Afternoon-Teas. Wir hatten in einem kleinen, aber richtig guten Café - dem Craigard Tearoom in Helensburgh - reserviert. Die Bäckerin ist ein sogenannter ‚Masterbaker‘ und erhielt durch ihre hervorragende Backkunst 2017 sogar eine MBE, The Most Excellent Order of the British Empire. Das bedeutet, sie ist Mitglied im britischen Ritterorden und wurde von der Queen höchstpersönlich ausgezeichnet. Dementsprechend lecker war auch das Gebäck, das wir vorgesetzt bekamen. Wir assen, bis wir fast platzen und mussten uns danach alle kurz hinlegen.

Übermorgen Samstag (6.9.) reisen wir weiter nach Ashgill, einer Ortschaft südlich von Glasgow. Wir planen dabei einen Umweg über Stirling, eine Stadt, die besonders geschichtlich einiges zu bieten hat. Dies wird unsere letzte Woche in Schottland sein.

Danach reisen wir weiter nach England und machen uns langsam auf den Heimweg.

(von Matilda und Olivia)

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Antworten (2)

Yvonnevor 12 Monaten
Herzliche Gratulation zu eurem tollen Bericht. Da habt ihr ja wieder einiges erlebt. Die Fotos sind auch sehr eindrucksvoll. Wir wünschen euch weiterhin spannende Entdeckungen und interessante Erlebnisse. Liebe Grüsse an alle

Mikavor 12 Monaten
Voll schön

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