Juli goes London
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Live City of Westminster

Farewell to London

Veröffentlicht: 01.10.2026

Sehenswert
London
London, United Kingdom
Sehenswert
Westminster Abbey
London, United Kingdom
Sehenswert
Big Ben
London, United Kingdom
Sehenswert
London Eye
London, United Kingdom
Sehenswert
Chinatown
London, United Kingdom
Sehenswert
Peckham
London, United Kingdom
Sehenswert
Reuters
London, United Kingdom
Sehenswert
GAIL's
London, United Kingdom
Sehenswert
Wembley Stadium
London, United Kingdom
Essen
Beijing Dumplings
$ · Abendessen
Tour
Führung bei Reuters
Tour · Reuters

Meine Zeit in London neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Zwei Monate sind wie im Flug vergangen und gleichzeitig fühlt es sich fast wie ein Traum an, dass ich das alles erleben konnte und durfte. Es wird Zeit, meine Koffer zu packen und ein kleines Fazit zu ziehen.

Mein persönliches Highlight war es, jeden Morgen mit dem Bus über die Themse zu fahren und Westminster Abbey, Big Ben, das London Eye und die Wolkenkratzer des Financial Districts zu sehen, die ihrem Namen alle Ehre machen. In London pulsiert das Leben: Alle sind busy, schick angezogen, immer in a hurry und haben trotzdem oft ein Lächeln für dich übrig. Zumindest wurde ich öfter angelächelt als in Deutschland, und ich finde, das Klischee, dass Briten höflich sind, stimmt. Ein Klischee, das nicht stimmt, ist, dass es in England immer regnet. In den knapp neun Wochen, in denen ich hier war, hat es vielleicht zweimal geregnet. Mein erster Beitrag für das ZDF handelte passenderweise von der Dürre in England, einem Effekt des Klimawandels, den ich selbst mitbekommen habe. Das Praktikum hat mir gezeigt, dass ich im Journalismus genau richtig bin. Ich bin sehr darin aufgegangen, zu den unterschiedlichsten Themen zu recherchieren, Interviews zu führen und mit verschiedenen Menschen zu sprechen.

Wenn ich London beschreiben müsste, würde ich Folgendes sagen: weltoffen, alt und neu und immer für eine Überraschung gut. Davon gab es viele. Zum Beispiel bin ich mit meiner Mutter und meinem Bruder durch Zufall in einem exklusiven Club gelandet, dessen Gebäude vom Architekten des Buckingham Palace entworfen wurde. Der Kaffee dort war sehr gut. Beruflich ging es ganz spontan nach Bristol und in die Cotswolds. Diese Woche habe ich sogar bei Reuters eine Führung bekommen. Zum Abschied habe ich außerdem von einer Freundin einen jamaikanischen Schnaps geschenkt bekommen (63 Prozent).

Mein Englisch hat sich auch etwas verbessert: Ich weiß jetzt, dass ich ein Bruxer bin (eine Person, die mit den Zähnen knirscht), und dass „cba" beim Schreiben für „can't be arsed" steht. In den letzten zwei Wochen hat sich mein Knirschen leider verschlimmert (unsexy Funfact), denn viel Zeit zum Luftholen bleibt mir nach London nicht. Ich ziehe nämlich in die nächste große Stadt: nach Berlin. Ich bin bereit dafür - nur vergesse ich das manchmal kurz vorm Einschlafen.

Durch lustige Begegnungen und das ein oder andere Bier im Pub konnte ich mich aber gut vom Ernst des Lebens ablenken. Die Pubkultur ist den Engländern heilig, und ich finde es schade, dass es das in Deutschland nicht so richtig gibt. Auch die Friday Drinks mit meinen Kollegen waren eines meiner Highlights.

Eine Begegnung wird mir besonders in Erinnerung bleiben: die mit Annika. Sie ist verwandt mit einer Arbeitskollegin meiner Mutter und hatte mir bei der Wohnungssuche in London mit Rat und Tat zur Seite gestanden, weil sie selbst seit mehreren Jahren dort wohnt. Wir haben uns mehrfach getroffen und lustige Abende zusammen verbracht. Sie hat mir Peckham gezeigt, das mich ein bisschen an Köln Ehrenfeld erinnert hat. Und damit ich Zuhause (Köln) nicht ganz so doll vermisse, gab es bei ihr sogar Kölsch. Wir waren zusammen in Pubs und Bars und immer etwas Leckeres essen. Sie hat mich oft eingeladen, weil sie sich gut daran erinnern konnte, wie es für sie war, Anfang 20 in London ohne Geld zu sein. Rückblickend waren es oft genau diese Abende, an denen London für mich ein bisschen weniger fremd war. Ihre Großzügigkeit und die lustigen Gespräche werde ich in guter Erinnerung behalten, und ich hoffe, sie auch in Berlin einladen zu können.

Auch meine Mitbewohnerin Ruvi aus Australien hat die Zeit sehr schön gemacht. Wir haben zusammen gekocht, gelacht, London erkundet und auch mal ein bisschen geweint, wenn eine von uns Heimweh oder Liebeskummer hatte. Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen, und bin froh, dass das Schicksal es bei meiner zweiten richtigen WG ziemlich gut mit mir gemeint hat, denn ich kannte keine meiner beiden Mitbewohnerinnen, bevor ich eingezogen bin. Klar gehen wir uns auch mal auf den Keks, und das Haus ist so schlecht isoliert, dass man in meinem Zimmer ziemlich jedes Wort hört, das in der Küche geredet wird. Trotzdem werde ich die WG-Zeit vermissen.

Besuch aus Deutschland habe ich auch bekommen: von meiner besten Freundin Lorena sowie von meinem Bruder und meiner Mutter. Die Zeit war sehr schön und wir hatten viel Spaß zusammen. Mit meiner Mutter und meinem Bruder war ich in Chinatown, wo ich die besten Dumplings ever gegessen habe (Beijing Dumplings, sehr zu empfehlen).

Was London mir definitiv gezeigt hat: Es lohnt sich, mutig zu sein. Ich war und bin sehr komfortabel in meinem Kölner Leben eingenistet. Ich habe tolle Freunde, eine schöne Wohnung und liebe die Kölsche Mentalität. Aber was, wenn die Welt noch viele andere Abenteuer für mich bereithält? Vor London wusste ich wirklich nicht, ob das mit Berlin so eine gute Idee ist. Mit 19 hatte ich mich schon an der HU eingeschrieben, mich dann aber doch für die Uni Köln entschieden. Drei Jahre später stand ich vor dem gleichen Szenario. In meinem Kopf habe ich tausendmal eine Pro-und-Contra-Liste erstellt und vor allem mit meinem Bruder jeden Tag im Auto philosophiert, ob das alles so gut werden kann, bis er restlos genervt war.

Jetzt weiß ich, dass Mut sich lohnt. Okay, das wusste ich auch vorher schon, aber vielleicht habe ich es zwischenzeitlich etwas verdrängt. Denn es sind die Dinge, die ich in Deutschland oder in meinem gewohnten Umfeld so nicht erlebt hätte, und die Menschen, die ich kennenlernen durfte, die diese Zeit so besonders gemacht haben: singende Leute in der U-Bahn, total coole und abwechslungsreiche Arbeitssituationen, die Barista, die meinen Namen kennt, weil ich GAIL’s-süchtig bin. Am Anfang ist es immer unbequem, Mut zu zeigen, es kann sich anstrengend anfühlen, und manchmal habe ich mich auch einsam gefühlt, zum Beispiel diese Woche, als ich flach mit einer Erkältung im Bett lag. Aber genauso war ich total euphorisch, fasziniert und neugierig auf all die neuen Eindrücke: von den Museen, den coolen Cocktailbars, den Menschen, deren Style so anders ist, und all den Möglichkeiten, die so eine Weltstadt bereithält. Das Gefühl, als ich zum ersten Mal über die Themse zur Arbeit gefahren bin und langsam realisiert habe, dass ich das für zwei Monate mein Zuhause und meinen Arbeitsplatz nennen kann, werde ich nie vergessen. Und ich weiß, dass ich im Flugzeug die ein oder andere Träne verdrücken werde. Aber wer meinen Barcelona-Blog aufmerksam gelesen hat, weiß, dass nicht alle Abschiede für immer sind ;). Die Welt gehört den Mutigen. Jetzt geht es für mich weiter von einer Hauptstadt zur nächsten. Und es tut mir leid, dass es in diesen zwei Monaten nur drei Blogbeiträge geworden sind. Ich war wohl etwas zu oft im Pub.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
60 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden
KulturellEntspannendAbseits der Pfade
  • jeden Morgen mit dem Bus über die Themse fahren und Westminster Abbey, Big Ben, das London Eye und den Financial District sehen
  • ein exklusiver Club mit Kaffee
  • Führung bei Reuters
  • Peckham mit Annika
  • Kölsch in London
  • Chinatown und Beijing Dumplings
  • Friday Drinks mit Kollegen
  • Pubkultur und Abende in Pubs und Bars
  • Abschiedskonzert im Wembley Stadium
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