Der Bordalltag
Beim Bordalltag gibt es einen Unterschied, entweder sind wir im Hafen oder auf dem Meer. Wenn wir auf dem Wasser sind, gibt es verschiedene Wachschichten die von uns ausgeführt...

Veröffentlicht: 04.11.2026











Am Dienstag den 20.10. mussten wir aufgrund eines aufziehenden Sturmes kurzfristig unsere Pläne ändern und sind relativ spontan nach Plymouth in England gefahren. Unser Kapitän Quinten hat erzählt, dass er im Ärmelkanal noch nie so einen starken Sturm gesehen hat. Der Wind kommt teilweise auf Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h.
Gegen 14:30 haben wir in Plymouth angelegt. Bevor wir jedoch die Stadt erkunden durften, mussten wir erstmal das Schiff aufräumen und Sturmfest machen. Ich habe mit Rika und Kathi das Großsegel verstaut und Festgemacht. Als die Crew das Schiff als fertig erklärt hat durften wir in mindestens dreier Gruppen an Land gehen. Frida, Hanna, Isabella, Lea, Emma, Julius und ich sind viel durch die Stadt gelaufen, waren Einkaufen und haben heiße Schokolade getrunken. Am Abend bin ich mit Justus, Teo und Moritz angeln gegangen, wir haben ein Paar würfe gemacht und Justus hat uns erklärt worauf man achten muss aber leider haben wir nichts gefangen. Da wir selber kein Fisch mitgebracht haben mussten wir dann für unser Fish & Chips zum Abendessen bezahlen. Da wir im Hafen keine Wachen halten mussten konnten wir das erste mal alle gemeinsam im Tagesraum den Abend verbringen.
Mittwoch 21.10.
Am nächsten Tag sind wir alle gemeinsam ins National Marine Aquarium gegangen. Wir haben erst die Tiere und Ausstellungen über die Projekte des Aquariums angeschaut und später hatten wir noch ein interessantes Gespräch mit einer Mitarbeiterin in dem vor allem kritisch hinterfragt wurde wie sinnvoll Aquarien sind. Die Mitarbeiterin hat uns sehr viel Erklärt und vor allem erzählt wie Tierfreundlich die Tiere gehalten werden. Ich fand dieses Gespräch sehr cool, weil man sonst nie mitbekommen würde wie es hinter den Kulissen abläuft und aussieht.
Nach dem Aquarium haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt, eine Gruppe ist mit Freiya joggen gegangen und eine Gruppe ist mit Mattes und Daniel spazieren gegangen. Erst sind wir als Gruppe am Meer entlang spaziert und dann durften wir wieder in kleineren Gruppen selbstständig durch Plymouth laufen. Vor dem Abendbrot hat Annika uns einen kurzen Kommunikationsinput zur Verständigung und Respektierung an Bord. Nach dem Abendessen sind wir dann noch ein Eis essen gegangen, dabei habe ich beim Wetten mit Rika und Hanna noch zwei Eis verdient (wir haben darum gewettet, welcher der Richtige Weg zurück zum Schiff ist).
Donnerstag 22.10.
Am Donnerstag war das Wetter den ganzen Tag genau so wie man sich Englisches Wetter vorstellt. Wir haben den ganzen Tag Segeltheorie gemacht. Als erstes hat uns Mathieu den Maschinenraum erklärt und uns gezeigt wie man die Geräte wie z.B. den Wassermacher oder den Generator benutzt. Nach dem Mittag hat uns Marie die ganzen 66 Seile zum bedienen der Segel erklärt und uns gezeigt wo sie festgemacht sind. Als letztes hat uns Arend noch die wichtigsten Knoten beigebracht die man auf einem Schiff braucht. Abends haben wir noch zwei Runden Poker gespielt und ich habe natürlich eine gewonnen.
Freitag 23.10.
Heute Vormittag waren wir im Museum „The Box“. Im Museum ging es hauptsächlich um die Geschichte von Plymouth. Es gab Ausstellungen über die Tiere die mal in Plymouth gelebt haben (wie z.B. Mammuts), Schiffe und die Fischerei in Plymouth. Nach dem Museumsbesuch sind wir wieder zurück zum Schiff gelaufen und haben dort Mittag gegessen. Danach haben sich wieder zwei Gruppen gebildet. Eine Gruppe ist joggen gegangen und eine Gruppe ist spazieren gegangen, diesmal sind wir direkt an die Küste gelaufen und haben damit ca. drei Stunden verbracht. Wir haben viele Bilder und Videos gemacht und auch noch viele Steine übers Wasser flitschen lassen. Ich habe es einfach auf dem Meer geschafft einen Stein neun Mal springen zu lassen! Zum Abendessen gab es Eierkuchen zum Nachtisch. Nach dem Essen haben wir noch einen Film geguckt und dann haben wir ab ca. 0 Uhr noch 2 Stunden Poker gespielt.
Samstag 24.20.
Heute haben wir bis zum Mittagessen zum ersten Mal annähernd Schule gemacht. Wir haben Klassensprecher gewählt und noch ein Paar andere organisatorische Dinge erledigt. Nach dem Mittag haben sich diesmal drei Gruppen gebildet. Ich war in der Einkaufsgruppe. Ihr wisst gar nicht wie schwierig es ist für 42 Personen Einkaufen zu gehen. Zum Glück hatte Ruth einen Plan und hat uns schon Einkaufszettel vorbereitet. Wir haben 4 Einkaufswägen randvoll gefüllt und z.B. 100 Tomaten, 25 Eisbergsalate und 10 Kürbisse gekauft. Ich fand es sehr überraschend, dass der Einkauf nur 500 Pounds gekostet hat, wir haben alle geschätzt, dass es mehr kosten würde. Es war aber sehr schön zu sehen wie sich die Leute in Plymouth über uns gefreut haben wie wir mit dem kompletten Einkauf durch die halbe Stadt geschleppt haben. Was ich auch cool finde ist, dass sehr viele Menschen vor unserem Schiff stehen bleiben und es sich anschauen oder auch Gespräche mit uns Schülern anfangen und sich für unsere Reise interessieren. Abends haben wir wieder Poker gespielt, diesmal haben wir sogar um Geld gespielt. Mein Starteinsatz waren 3€ und ich bin mit 7,50€ wieder rausgegangen!
Sonntag 25.10.
Heute mussten wir zum ersten Mal einen Deep Clean machen, d.h. wir wurden in Gruppen aufgeteilt die sich jeweils um verschiedene Bereiche im Schiff kümmern mussten und diese Aufräumen und putzen mussten. Ich habe mich um die Essensvorräte gekümmert und diese kontrolliert und sortiert. Nachdem alle die Gemeinschaftsaufenthaltsorte geputzt hatten musste jeder noch seine Kajüte aufräumen und Putzen. Als wir Fertig waren gab es Mittagessen. Nach dem Mittag habe ich angefangen diesen Blog hier zu schreiben und habe ca. 3 Stunden gebraucht bis ich an diesem Punkt hier war. Abends haben wir Karten gespielt und Fluch der Karibik auf Englisch geschaut.
Montag 26.10.
Heute mussten wir schon um 6:30 Uhr aufstehen, weil wir für 9 Uhr einen Reisebus gemietet haben der uns nach Dartmoor bringen soll. Der Reisebus hatte natürlich eine halbe Stunde Verspätung und wir durften alle im Regen warten. Wir sind dann ca. 40 Minuten mit dem Bus nach Princetown gefahren, wo wir auch im Regen und bei gefühltem Sturm gewandert sind. Wir sind bis zu einem Felsen gewandert, auf den viele von uns drauf geklettert sind. Auf dem Felsen war der Wind noch stärker und wir wurden fast vom Felsen gepustet. Im Windschatten von diesem Felsen haben sich freilebende Ponys versteckt die wir auch gut beobachten konnten. Nach der Wanderung sind wir nochmal ca. eine Stunde gefahren bis wir in Cornwall waren. Wir sind dort direkt an den Klippen entlanggewandert und konnten die schöne Aussicht (Küste und Wasser) genießen. An einer Stelle konnten wir sogar runter an den Strand gehen, an dem wir wieder Steine flitschen lassen haben. An dem Küstenstück an dem wir waren, gab es sehr hohe Wellen die teilweise den ganzen Strand überschwemmt haben, deswegen waren viele von uns nach der Wanderung auch komplett nass. Auf der Rückfahrt nach Plymouth haben wir im Bus laut Musik gehört und Party gemacht. Nach dem Abendessen haben wir dann zur Abwechslung mal wieder Poker gespielt und diesmal bin ich mit 2€ reingegangen und mit 3,90€ wieder rausgegangen. Gegen 1:00 Uhr habe ich Julius dann noch versucht ein Paar Tanzschritte beizubringen, aber die Betonung liegt wirklich eher bei „versucht“.
Dienstag 27.10.
Heute mussten wir das Schiff vorbereiten und Seetauglich machen, weil wir am Nachmittag ablegen wollten. Ich habe geholfen die Segel auszupacken und die Dinge die herumfliegen können fest zu machen. Zwischendurch haben wir noch eine Feueralarmübung gemacht, obwohl wir eigentlich schon Profis darin sind, weil wir gefühlt jede 2. Nacht Feueralarm haben, weil der Generator raucht. Nachdem das Schiff Seefest war, gab es Mittag und danach durften wir ein letztes mal durch Plymouth schlendern. Zuerst waren wir einkaufen und danach haben wir uns einen guten Ort gesucht an dem wir unser Video anfangen zu drehen. Unser Plan ist es in jedem Land, in das wir reisen dieses Video weiter zu drehen. Um 15 Uhr mussten wir zurück beim Schiff sein, weil wir dann ablegen wollten. Quinten hat es geschafft ohne anzuecken aus dem Hafen raus zu manövrieren, was sehr erstaunlich war, weil der Hafen sehr klein war. Als wir auf dem Wasser waren, haben die Wachen wieder angefangen und sehr viele wurden Seekrank (ich zum Glück nicht!)
Das waren die Tage in Plymouth, unser nächstes Ziel ist Porti Mao an der Südküste von Portugal.
Sorry, dass die Bilder so durcheinander sind, aber ich hatte gerade noch extrem Stress und habe jetzt einfach ein Paar Bilder rausgesucht!
